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Alfa Romeo Giulia GTA/GTAm

Batmobil

Zum 110. Geburtstag der Marke beschenken sich die Italiener selbst. Mit der Wiederbelebung einer Ikone: der Alfa Romeo Giulia GTA. So ganz in Feierlaune sind wir angesichts dessen, was wir sehen, aber irgendwie: nicht?

Sie sind für viele nicht nur die schönsten Oldtimer aller Zeiten, sondern auch sehr schnelle. Die Rede ist von den Autodelta umgebauten Alfa Romeo Giulia GTA (sind wir alle gefahren, ätsch, hier nachzulesen). Federleichte Aluminiumkarosserien, extra angespitzte Motoren und ein messerscharfes Fahrwerk. Geboren um Rennen und Herzen zu gewinnen.

55 Jahre später soll die Nachfolgerin in die grossen Fußstapfen treten. Zum Jubiläum der Marke wird die Alfa Romeo Giulia GTA wiedergeboren. Und nicht nur sie. Auch das noch schärfere «modificato»-Modell GTAm wird wieder angeboten. Die aufgegieksten Giulia basieren beide auf dem bisherigen Topmodell Quadrifoglio. Die Leistung des 2,9 Liter V6-Biturbo wurde von 510PS auf 540PS gesteigert. Einen grossen Anteil daran hat die Titanauspuffanlage von Akrapovic mit mittigen Endrohren. Ihr Ton dürfte hinreissend sein.

Hinreissend ist auch die Optik der Alfa Romeo Giulia GTA. In Kooperation mit Sauber Engineering entstand ein Vollcarbon-Bodykit, das beeindruckt. Seitenschürzen, Heckspoiler und ein aktiver Splitter vorn sorgen für erhöhten Anpressdruck. 50mm verbreiterte Radläufe und Zentralverschlussfelgen zeugen vom überarbeiteten Fahrwerk.

Wirklich voll auf den Rennsport zielt dann die GTAm ab. Ihr fehlt eine Rücksitzbank, an deren Stelle ein Überrollbügel Platz nimmt. Ein Feuerlöscher ist ebenso an Bord, wie Schalensitze mit Sechspunkt-Hosenträgergurten. Leichtbau ist hier nicht nur Name, sondern Programm.

Insgesamt specken beide Modell über 100 Kilogramm ab und kommen so auf ein Leergewicht von 1520kg. Das resultierenden Leistungsgewicht von nur 2,82kg/PS ist der Konkurrenz weit voraus, entsprechend beeindrucken die Fahrleistungen.

3,6 Sekunden gibt Alfa Romeo für den Sprint auf 100km/h an. Ähnlich schnell muss man auch zum Händler sprinten, wenn man eine Alfa Romeo Giulia GTA bestellen möchte. Denn das Geburtstagsgeschenk ist streng limitert.

Von beiden Modellen werden zusammen nur 500 sorgfältig nummerierte Exemplare gebaut. Die Bestellbücher sind geöffnet, Preise erfragt man lieber selbst beim Händler. Kommuniziert wurden sie uns noch nicht.

Was uns aber eigentlich fehlt: die Wildheit. Also, nicht bloss optisch. Aber so ein bisschen mehr. Klar, die Anbauteile sind radikal. Wahrscheinlich funktionieren sie sogar wirklich im Windkanal. Auch die Erleichterung und die 1500kg Leergewicht sind ein Traum. Aber wenn schon Sondermodell, warum nicht gleich volles Rohr?

Der Allradantrieb aus dem Stelvio QV, mit einem wilden aktiven Differential. Dazu natürlich Handschaltung. Und richtig Leistung. 600PS, vielleicht 650PS. Und ja, wenn man dann alle 2500km zum Ölservice muss und alle 100 Betriebsstunden zur Revision: sei es drum. So war es bei einer GTA schon immer. Bei einer GTAm sowieso.

Doch was am heftigsten schmerzt: wo bitte ist die Schönheit? Bei einer echten GTA haut es dir vor Verzückung sofort die Beine weg. Bei dem neuen Heckspoiler-Dings hier gerät vielleicht der Designer des 190E 2.5-16 Evo II aus dem Häuschen. Das war es dann aber auch…

Und Nieten hat es auch keine. Zumindest nicht am Auto.

Mehr Alfa: Archiv.

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