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Lancia LC1

Zwischenspiel

Die FIA änderte ja immer wieder gern die Reglemente, aus dem Gruppe 1 bis 6 wurden ab 1982 A, B und C. Lancia hatte 1980 und 1981 noch den Marken-Titel in den Sportwagen-Weltmeisterschaften geholt, mit dem so wunderschönen Beta Montecarlo Turbo, doch für die Gruppe C war man 1983 noch nicht bereit. Doch die Italiener lasen das Reglement noch einmal genau durch, sahen da die Lücke, dass Gruppe-6-Fahrzeuge auch weiterhin an den Start gehen durften, auch wenn es keine Punkte für die Team-Wertung zu gewinnen gab. Doch es war halt auch eine Budget-Frage, die Italiener verfügten nicht über ähnlich viel Spaziergeld wie etwa Porsche, sondern mussten schauen, wie sie mit dem vorhandenen Material zurechtkamen.

Das galt in erster Linie für den Motor. Unter dem internen Code 14.81 PT wurde die Maschine aus dem Beta Montecarlo Turbo (der Basis eigentlich aus dem braven Fiat Abarth 131 stammte) von Abarth noch einmal überarbeitet. Der KKK-K27-Turbolader wanderte nach hinten, lag quasi über dem Hewland-DG300-Getriebe, damit man das Fahrzeug flacher bauen konnte. Diese extrem flache Form stammte aus dem Fiat-Entwicklungszentrum in Orbassano, wo man in mehr als 120 Stunden im Winkanal einen offenen Aufbau aus Kevlar und Karbon fertigte, der extrem aerodynamisch war. Und nur gerade 58 Kilo wog. Was wiederum gut zum Chassis passte, das bei Dallara entwickelt worden und auch nur 55 Kilo schwer war.

Der Leichtbau ging noch weiter: Motor und Getriebe wurden als tragende Teile verwendet, es brauchte also keinen Hilfsrahmen. Insgesamt kam der neue Lancia LC1 auf ein Trockengewicht von nur gerade 640 Kilo. Und weil das 1,4-Literchen auf doch stolze 450 PS kam, betrug das Leistungsgewicht und gerade 1,4 PS pro Kilo. Weil der Lancia nicht nur schön war (einmal mehr), sondern auch sehr leicht und sehr aerodynamisch, lag sein grösster Vorteil bei seinem geringen Verbrauch. Unter anderem das verhalf dem Lancia LC1 zu Siegen bei den 6 Stunden von Silverstone (wo das Debüt des Porsche 956 stattfand), bei 1000 Kilometern auf dem Nürburgring und bei den 1000 Kilometern von Mugello. Bei den 24 Stunden von Le Mans schieden die beiden Werksfahrzeuge allerdings aus.

Vom Lancia LC1 entstanden nur vier Exemplare, wir zeigen hier das zweite, jenes, das mit Fabi/Alboreto den «Rudolf Caracciola Wanderpreis» für den Sieg bei den 1000 Kilometern auf dem Nürburgring gewann – nach 44 Runden mit einer Runde Vorsprung. Aber es war von Anfang an klar, dass die Lancia LC1 nur ein Zwischenspiel sein konnten; 1983 folgte dann schon der LC2 (der folgt dann auch noch).

Mehr interessante Fahrzeuge haben wir in unserem Archiv.

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