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Die Aufpreispolitik von Porsche

Schwarz und Weiss

Dass es Porsche gut und gerne sowie reichlich nimmt von seinen Kundinnen, ist ja nicht neu – insbesondere in der Schweiz. Da kostet die Basis-Version des 911er doch stolze 144’900 Franken, in Deutschland gibt es das gleiche Fahrzeug schon ab 128’700 Euro. Wie auch immer, zum Modelljahrgang 2025, also 992.2 (ui, darüber haben wir ja gar nichts geschrieben?), haben die Stuttgarter nun die Preisschraube noch einmal angezogen – bei den Farben. Es gibt nur noch Schwarz und Weiss «for free», bislang waren es auch noch Guards Red und Speed/Racing Yellow gewesen. Diese zwei «Farben», also indisch-rot und (neu) cartagena-gelb (das ist dann wohl die Signal-Farbe für die Rennpulver-Dealer), gehören nun in die Kategorie «Dreams» und kosten in der Schweiz 2410 Franken Aufpreis (in Deutschland: 1975,40 Euro). Etwas günstiger sind die grauen Mäuse, als «Shades» bezeichnet, die gibt es für 1510 Franken (1237,60 Euro). Gegen oben ist man dann kreativ, man kann unterscheiden zwischen Farbe nach Wahl (12’760 Franken/10’460,10 Euro) und auch noch Farbe nach Wahl Plus für 27’930 Franken (22’895,60 Euro). Das alles wird den potentiellen 911er-Kunden nun nicht wirklich abschrecken, das ist uns auch klar; man kann ja mal ein bisschen auf dem Konfigurator spielen, dann sieht man, zu welchen Absurditäten das führen kann.

Schönere Autos als weisse Porsche 911 haben wir in unserem Archiv.

14 Kommentare

  1. Matthias Matthias

    1. Es ist nicht verboten, als Hersteller absurd hohe Preise zu verlangen.
    2. Es ist nicht verboten, als Kunde absurd hohe Preise zu bezahlen.
    3. Es ist nicht verboten, als Käufer solcheAutomarken zu meiden, die absurde Preise aufrufen.
    4. Es ist nicht verboten, sich als Kunde einer zahlungskräftigen Elite zugehörig zu fühlen, wenn man es sich halt leisten kann und will, absurde Preise zu zahlen.
    Für manche Leute ist das ein unentbehrliches Stück Lebensqualität, die sich auf das Ego wohltuend auswirkt – vor allem dann, wenn der Nachbar in Potsdam oder Bogenhausen oder der Konkurrent in der Teppichetage im Büro nebenan diese Porsche-Preise auch kennt.
    5. Es ist verboten, sich über den Niedergang der Firma Porsche vom Sportwagenbauer zum Show-Herstellen aufzuregen, der vorwiegend sein Image verkauft.
    6. Es ist verboten, sich über Leute aufzuregen, die das alles anders sehen. Denn das ändert nix.
    7. Es ist verboten, sich über die Geldmaschine Porsche aufzurufen. Denn das ist wirklich nichts Neues, nein wirklich nicht.

    Noch Fragen?

    • Peter Ruch Peter Ruch

      ohja, diverse fragen )

  2. Matthias Matthias

    Offen gesagt: Ja, jauch ich habe noch Fragen ohne Antworten und noch mehr Sorgen um eine von mir geliebte Marke. Mein erstes Auto, an das ich mich bewusst erinnere, war ein roter (Märklin-Spielzeug) Porsche 365. Lange Zeit später fuhr ich für mehrere Jahre einen schönen 924 (alleine das Pascha-Muster im Cockpit war den Kaufpreis wert!) und als Geschäftsauto hin und wieder 964. Diese beiden Autos stehen für mich für die Zeit, in denen Porsche seine Bodenhaftung noch nicht verloren hatte. Exklusiv und teuer, aber noch in Reichweite. Von solchen Autos konnte man noch träumen. Von welchem Porsche, bitteschön, kann man heute noch träumen? Wenn ich träumen will, pilgere ich in das Porsche-Museum, nicht zum Porsche-Händler. Wie lange wird die Marke von der Traditions-Dividende noch leben können? Und wie lange wird es noch Motorsport in einer Form geben, die begeistert und Porsche eine Bühne bietet? Wollen wir Porsche nicht mal einen Strategie-Workshop über Grundsätzliches anbieten? Ich wette, ein paar Spinner, diverse hoffnungslose Traditionalisten, kenntnisreiche Motorjourmalisten wie Sie, Herr Ruch und dazu ein paar andere Branchenkenner würden sicherlich Ideen aus dem Hut zaubern. Wenn es für den lebensrettenden Turnaraound nicht bereits zu spät ist. Ich ertappe mich dabei, die Marke zunehmend in einer Art zu betrachten, wie es ein Arzt mit einem schwer kranken Patienten tut, der zugleich ein guter Freund ist. Vielleicht muss ich die Zahl der jährlichen Besuche im Museum erhöhen, um meinen Kummer erträglich zu machen…

  3. Nick Nick

    Seien wir doch mal ehrlich, spätestens seit dem 991 ist ein Carrera doch so sehr als Sportwagen zu betrachten, wie eine goldene Rolex Submariner als Tauchinstrument.
    Das Klientel, dass wirklich wegen der sportlichen Qualitäten auf einen Porsche spart (!), fährt doch längst Cayman und nach dessen merkwürdiger Metamorphose zum Elektrodings dann wohl konzernfemdes.

  4. maxi moll maxi moll

    997.. seit 3 Tagen.

    ops.. jetzt wird DER auf TRÖLF MILLIONEN EURO steigen.

    War ein Abstauber, bisserl geschunden und Patina.
    Aber ich mag ihn. Die Gearbox ist etwas widerspenstig ( 2007er)
    Aber der Motor..der 3.6er der passt.
    Mir ist es egal was die machen. weit weg.
    SOMMER.. ab nach Italien 🙂

  5. Christian Christian

    Wieso die Aufregung? Beim Ford, T-Modell, die Jüngeren unter uns erinnern sich noch, gab es „alle Farben wenn sie nur schwarz sind“ und ein Herr Grundig erklärte einmal, „dass es bei ihm schon immer Farbfernseher gab, nämlich in zwei Farben – schwarz und weiß“. Ironie aus. Tja, und dann kamen die Japaner mit Color-TV… Sachen gibt`s!

  6. Eine Marke schafft sich ab,
    Riesige Flügelmonster mit gigantischen schwarzen Felgen, abgedunkelten Scheiben und aufgerissenen Schlünden tragen ellenlange „911 Carrera Turbo Targa Teufel GTS“-Schriftzüge und wirken wie intergalaktische Kampfmaschinen, hochhackige Parfümerieverkäuferinnen mit aufgespritzten Lippen verteilen im Porschezentrum die Audienztermine bei mitleidig auf den wohlgepflegten, 24 Jahre alten, tannengrünen Markenkollegen schauenden Servicemitarbeitern, denen man anmerkt, daß sie nurmehr Leasing- und Geschäftskunden gewohnt und eher genervt vom etwas pingeligen Privatier sind, der darum bittet, das Fahrzeug sorgfältig zu behandeln und auf den obligatorischen Waschanlagendurchlauf zum Schluß zu verzichten.
    Es ist vorbei, die kompakten, schnellen, harten, präzisen, puristischen, funktionalen, teuren, aber nicht überteuerten und auch deshalb immer noch sozialverträglichen Fahrmaschinen mit Sechszylinder-Boxermotor gibt es nicht mehr, ebensowenig wie die Klientel, die diese Autos fuhr, den Kenner, den Sportfahrer, den Technik-Snob, den Liebhaber, den Genießer, den Minimalisten.
    Alan Clarck, Herbert von Karajan, Marion Dönhoff, Dieter Rams, Justus Franz, Walther Leisler Kiep, Janis Joplin oder Steve McQueen kann ich mir nicht in einem aktuellen Riesenporsche vorstellen, und mich ganz sicher ebensowenig.
    P.S.: Mein letztes Gespräch mit einem Porsche-Verkäufer endete abrupt, die Idee einen der letzten, handgeschalteten Boxster Spyder zu erwerben verwarf ich, als mir mitgeteilt wurde, daß die Farbe Tannengrün-Metallic eine „Paint to Sample“-Farbe sei und den schlanken Aufpreis von 12.000 € kosten würde. Netto.
    Seither behandele ich meinen grünen Lack noch etwas sorgfältiger…

  7. Christian Christian

    Nicht nur diese Marke schafft sich ab! Bei Lamborghini bauen sie den Prototypen LP500 nach, ohne zu kapieren, dass die ganze „ruhmreiche Geschichte“ um den Countach ja genau darum so gut war, weil es eben keine Nr. 1 mehr gab. Und das, was da nachgebaut wurde ist eben nicht die Nr. 1! Das ist ahlt ein Neuwagen, der so tut als ob….
    Bei BringMichWerkstatt die gleiche Geschichtsverfälschung. Man baut die Studie Garmisch nach um die „Häschenzähne“-Niere irgenwie in einen geschichtlichen Kontext zu kriegen. Nein, es ist eben das, was heute diese „Zähne“ spaziernfährt nicht von der Qualität, wie das, was Marcello sich dabei gedacht hat. Heute ist nur „Protz“ und „Aggresiv2“ und nicht die feine Linie des Originals – auch wenn die Merketingabteilung das so verkaufen will. Denn das Übel der heutigen Hersteller sind die Marketingfuzzies. Mercedes? Ja, rostet schneller als ein Alfasud damals und schaut aus wie durch die Nudelmaschine gezogen, Kein Profil, keine Gediegenheit, kein Charakter – blos nicht anders sein.
    Ach ja, Audi – hat leider keine so tolle Geschichte, die man krampfhaft bemühen müsste, denn an den DKW F102 als letzten Zweitakter auf westeuropäischen Straßen und einen 100 Coupe (Rost, siehe Merceds) erinnert man sich dann doch nicht so gerne.
    Aber beim Preis, da sind die genannten ganz vorn dabei!!!
    Wahrscheinlich bin ich doch schon zu alt – Gott bewahre mich vor Sturm und Wind und Autos die wie Smartphones sind. Hütet und pflegt Eure alten Schätzchen, man wird immer positiv angesprochen und bewundert! Die Protzkübel stoßen mehr und mehr auf Ablehnung beim Publikum und verfestigen das Negativimage des Autos.

  8. Rolf Rolf

    Kürzlich habe ich mal eine Autozeitung gekauft, old fashioned print, so zum umblättern.
    Da war ein Ferrari Roma spider drin, der kostet 242000 Euronen in D.
    Nächste Seite ein 911 S/T, 6- Gang Handschaltung (die hatten doch mal so ein völlig beklopptes 7-Gang Handschaltgetriebe eingebaut ….., also 6-Gang ein Fortschritt, noch irgendwie handelbar) für 292187 Euronen.
    ??????????????????????????????????????????????????????????????????????

    Der Elfer war mal so in der Preisklasse einer normalen S-Klasse, also 6-Zylinder.
    Das wären heute so um die 120000. Fände ich noch ok.

    Aber der Kollege oben schrieb ja von der Submariner, da ist es ähnlich.
    Völlig überteuert im Vergleich zu gleichwertigem, aber durch künstliche Verknappung will jeder eine haben (also fast jeder).
    In Uhrenkreisen nennt man sie „Eisdielen-Kellner-Uhr“, wie nennte man eigentlich einen Elfer heute?

  9. Christian Christian

    Eisdielen-vorbeifahr-angeber-Auto?

    • Peter Ruch Peter Ruch

      zweitfrauensteueroptimierungsgefährt?

  10. Ja, ja, die junge Generation mit ihrem Marketing sprech. Das nervt. Manchmal frage ich mich ob die überhaupt „verstehen“, was sie da verzapfen. Z.B: Echtes Marken Bewusstsein gepaart mit Understatement transportieren. Nein, mich nerven diese „Werbezeitschriften“ vom PZ, Diese hoch gejubelten Veranstaltungen und dann beim Service für den 964 so schlecht, dass man sich abwendet und lieber in eine kleinere Schrauber Werkstatt geht, die dann auch meine anderen analogen 911er warten dürfen.

  11. Rolf Rolf

    Eigentlich fast noch schlimmer als der Preis und der verfettete Hintern ist der Sound.
    Künstlicher Sound …. früher war es echter Klang.
    Wenig klang so, sorry, geil wie ein Elfer. Heiseres Sägen, Röhren, Kreischen, je nach Drehzahl und unverkennbar.
    Heute permanent vor sich hin furzender Klappenauspuff, bei jedem Schaltvorgang (und die sind beim DSG beinahe ununterbrochen) ein Furz.
    Passt aber irgendwie zum dicken Hintern.

  12. Christian Christian

    Wahrscheinlich ist der Lautsprecher im Auspuff direkt mit dem Gehirn des Fahrers verbunden – bei jedem Aussetzter im Hirn gibt`s an F…z im Auspuff…
    Aber Eure Kommentare sind super und es ist so schön für mich zu sehen, dasss ich nicht alleine bin.
    Danke für die gute Unterhaltung!

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