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Ferrari 365 GTB/4 Competizione – #16343

Langläufer

Die Geschichte der «Competizione» der Daytona haben wir schon ausführlich erzählt, hier. Da hat man gelernt: Drei Serien à je fünf Fahrzeuge (plus noch neun weitere Exemplare, die Ferrari aus welchen Gründen auch immer auch irgendwie akzeptiert). Für Gesamtsiege waren die Daytona keine Kandidaten, aber ein paar Klassensiege lagen drin – und das gilt auch für das Fahrzeug, das wir hier zeigen, #16343, also dritte und letzte Serie, 1973. Die waren einerseits nicht so toll – Stahl-Karosse -, andererseits fand Ferrari Assistenza Clienti für die dritte Serie endlich noch ein paar PS, 450 sollen es gewesen sein bei 8500/min, das war dann ein anständiger Zuwachs gegenüber den Serien-Modellen. Was für alle «Competizione» gilt: Über ihre kurzen Sipepipes röhrten sie grossartig.

#16343 war das erste Fahrzeug der dritten Serie, gefertigt am 7. Dezember 1972, ausgeliefert an das North American Racing Team von Luigi Chinetti im Januar 1973. Dort erhielt das in Rosso Chiaro lackierte Fahrzeug die üblichen N.A.R.T.-Streifen – und wurde mit Claude Ballot-Léna und Jean-Claude Andruet zu den 24 Stunden von Daytona geschickt. Nach 284 Runden war dann aber nach einem Unfall Schluss. Der nächste Einsatz erfolgte erst bei den 24 Stunden von Le Mans 1974, diesmal mit Jean-Pierre Paoli und Alain Coudrec, die den Ferrari aber schon nach vier Runden in den Sand setzten. 1975 feierte der Ferrari, unterdessen unter der Flagge von Interscope Racing laufend, seinen grössten Erfolg: Klassensieg bei den 24 Stunden von Daytona, 7. Gesamtrang. 1981 musste #16343 noch einmal in Daytona antreten, aber da hatte er seinen Zenit schon längst überschritten.

Nach seiner Renn-Karriere ging dieser «Competizione» durch erstaunlich wenige Hände, William Kontes (ab 1990), Nick Soprano (ab 1999), Lawrence Bowman (ab 2001); seit 2003 war #16343 im Besitz von William E. Connor (der auch noch einen 250 GTO und einen 250 LM besitzt, unter anderem). Und er kommt jetzt bei RM Sotheby’s unter den Hammer, eine dieser «Sealed»-Auktionen, es werden zwischen 5,5 bis 7,5 Millionen Dollar erwartet.

Wie sich ein «normaler» Daytona fährt: hier. Welche Farben es auch noch gibt: hier. Und alles andere: Archiv.

1 kommentar

  1. Christian Christian

    Da war der Fahrer noch gefordert. Er musste die Getriebeölthemperatur in Fahrenheit während des Rennens in Grad Celsius umrechnen wenn er Europäer war oder die Motorölthemperatur umrechnen wenn er Ami war 😉
    Sidepipes sehe ich zwar nicht aber ein Auto, das tatsächlich in Gebrauch war mit entsprechenden „Abnützungserscheinungen“. Und das ist gut so!
    Und die „Noname“ Anzeigeinstrumente in direkte Nachbarschaft zu den Veglia-Instrumenten – einfach so ins Armaturenbrett „hineingespaxt“ – einfach super. Das Auto als Nutzgegenstand (muss rennen!) egal wie teuer es ist.
    Kleiner, bayrischer Scherz noch: Weil`s Wetter so schee is geh i fahren heit 😉

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