One more thing
Quasi wöchentlich schiesst derzeit ein neues Hypercar sowie noch ein Porsche-911-Restomod aus dem Boden. Gut, es ist gerade Monterey Car Week 2025, da ist dann halt auch das geneigte, zumindest finanziell potente Publikum zu finden. Nein, wir fragen uns schon länger nicht mehr, wer das alles kaufen soll, es gibt anscheinend mehr als genug Krisengewinnlerinnen, Rüstungsindustrie-Shareholder, Kryptowarmluftmilliardäre, die Dekadenz feiert grad – ihre letzten? – Urständ‘.



Garagisti nannte Enzo Ferrari jene englischen «Bastelbuden», die Ende der 50er-, Anfang der 60er-Jahre so unverschämt in die Formel 1 drängten, mit ganz neuen Konzepten, Mittelmotor etwa, Leichtbau, Aerodynamik. Alles Dinge, die dem selbstgefälligen Commendatore zuwider waren, Aerodynamik, so sagte er zum Beispiel, ist nur dann wichtig, wenn man keinen anständigen Motor hat. Oder, zum Mittelmotor: Wo hat denn die Kutsche die Pferde? Nun denn, bald fuhren die Garagisti den Ferrari um die Ohren, zuerst Cooper, dann Lotus, Brabham, McLaren. Dass sich ein neuer englischer Hypercar-Hersteller nun Garagisti nennt, das zeugt nicht nur von schöner Geschichtskenntnis, sondern auch von doch angenehm subtilem britischem Humor.








Nun denn, so total britisch ist Garagisti auch nicht. Der GP1 wird zwar in England zusammengechustert, bei Detex Industries, einem Formel-1-Trabanten. CEO ist Mario Escudero, Peruaner und ehemaliger Windel-Verkäufer, als Chef-Stylist amtet Angel Guerra, Spanier und derzeit vielleicht der angesagteste Hypercar-Designer überhaupt, Bugatti Mistral/Tourbillon, Rimac Nevera, früher bei BMW, Mercedes, Citroën, Seat; der Motor kommt von Italtecnica. Und damit schliesst sich auch gleich der Garagisti-Kreis: Auch wenn die BritenPeruanerSpanierItaliener das in ihrem Pressemitteilung nicht schreiben, es ist ganz klar, dass ihr frei saugender 6,6-Liter-V12 auf der Ferrari-Maschine Tipo F140 basiert, ganz einfach erkennbar am unüblichen 65-Grad-Zylinderwinkel. Dieser Motor begann seine Karriere schon 2002, im Enzo, heute fährt ihn auch der 12cilindri spazieren, unterdessen als F140GA. Im GP1 der Garagisti kommt das Ding auf 800 PS bei 8500/min, ein maximales Drehmoment von 700 Nm. Aussergewöhnlich, immerhin: Geschaltet wird über ein manuelles 6-Gang-Getriebe von Xtrac.



25 Stück soll es geben, 2,45 Millionen Pfünder sind gefragt. Später soll dann auch noch eine Hardcore-Variante kommen. Wasauchimmer man sich darunter vorstellen will. Mehr Hypercars haben wir hier, anderes im Archiv.


Aaaach, so gut wiedermal: so kompetent wie angemessen ironisch. Danke!
Fast schon schick für ein Hypercar.
Wo sind denn die Armaturen?
Armaturen werden völlig überschätzt, das hier ist die wahre Reduktion auf das Wesentliche. um ehrlich zu sein: keine Ahnung. finden wir noch raus.
In einem youtube Video sieht man drei kleine Bildschirme hinter dem Lenkrad als leichte Spiegelung, da ohne sichtbare Funktion.