Unter dem Radar
Die Karriere von Roland Gumpert ist lang und aussergewöhnlich. Geboren 1944 im Ziegenhals, begann er seine Karriere nach dem Maschinenbau-Studium in Graz 1969 bei Audi. Und durchlief dort so ziemlich alle Stufen, entwickelte unter anderem ein Motorrad und den zuschaltbaren Allradantrieb, war ab 1981 Leiter Sport und Sonderentwicklung und damit verantwortlich für die Rennerfolge des Audi quattro. Er war dann für den Volkswagen-Konzern in den 90er Jahren auch noch in China – und machte sich 2004 selbständig, entwickelte mit dem Gumpert Apollo sein erstes eigenes Automobil. Das kam dann halt nicht so gut, also, das Auto war fein, aber das Geld knapp. Gumpert arbeitete dann auch noch mit Aiways zusammen, entwickelte die Nathalie, einen Sportwagen mit Methanol-Brennstoffzelle, der aber auch nie abhob. Und was hat das jetzt alles mit dem Apollo Intensa Emozione zu tun? Eigentlich gar nichts, ausser dass dieser Hypercar bei einer der vielen, vielen Nachfolge-Unternehmen, an denen Roland Gumpert einst beteiligt war, entstand, der Apollo Automobil GmbH. Auch diese war (ist?) ein doch eher eigenartiges Konstrukt, irgendwie beteiligt sind Capricorn, HWA, die Manifattura Automobili Torino (MAT), Autotecnica Motori, etc.. Ursprünglich war auch noch eine Zusammenarbeit mit Scuderia Cameron Glickenhaus geplant, dann wollte man das Chassis des DeTomaso P72 nutzen.



Erstaunlich ist, dass es das von Jowyn Wong gestaltete, 2017 vorgestellte Fahrzeug tatsächlich auf die Strasse kam; 10 Exemplare wurden angekündigt, alle konnten verkauft werden. Angetrieben werden sie von einem 6,3-Liter-V12 auf Ferrari-Basis (Tipo F140), der es nach der Kur von Autotecnica Motori auf 780 PS und 760 Nm maximales Drehmoment brachte, selbstverständlich frei saugend. Geschaltet wird über ein sequentielles 6-Gang-Getriebe von Hewland, das Gewicht des über 5 Meter langen Fahrzeugs beträgt nur gerade 1250 Kilo. Pushrod-Fahrwerk von Bilstein, Bremsen von Brembo, Reifen von Michelin, also alles die richtigen Namen – und doch flog der Apollo Intensa Emozione unter dem Radar, in mehrerer Hinsicht, wurde nur in einer ganz kleinen Gruppe von Hypercar-Besitzern bekannt. Jetzt kommt aber eines dieser 10 Exemplare bei Bonhams in Quail 2025 unter den Hammer, der «Ocean Dragon». Man braucht sich nicht weiter zu wundern, dass dieses Fahrzeug nur so ein halbfertiges Innenleben hat, die Original-Aussstattung gefiel dem Käufer nicht so, also liess er sie entfernen (sie ist aber noch vorhanden). Überhaupt scheint der Besitzer des Apollo, den er erst 2023 erhalten hatte, so ein bisschen die Lust verloren zu haben, er will nicht nur die Intensa Emozione, also die intensiven Gefühle, loswerden, sondern eine ganze Reihe von Hypercars, drei Bugatti, zwei Pagani, ein Koenigsegg – und das alles um jeden Preis, also mit «no reserve».




















Mehr Hypercars haben wir: hier (das müssen wir etwas besser pflegen, sorry).


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