Wer ist Lademeister?
Den Volvo V90, unseren Lieblings-Kombi, kann man leider nicht mehr bestellen; ein paar Lager-Fahrzeuge gibt es noch. An erster Stelle unter den Lademeistern liegen unseres Wissens der Skoda Superb und der VW Passat (mit bis 1920 Liter), gefolgt von der E-Klasse von Mercedes (mit bis 1830 Litern) und wahrscheinlich dem 5er-BMW als Touring mit bis zu 1700 Litern. Und dann? Aus Italien kommt ja eh nix mehr, die Franzosen haben sich auch längst verabschiedet aus dem Geschäft mit den grossen Kombis, Jaguar baut aktuell keine Automobile mehr, die Asiaten haben nie so recht mitgespielt.

Wir haben aber so ein bisschen das Gefühl: früher waren die richtig grossen Kombis – grösser. Wenn man so an die Franzosen denkt, den Peugeot 504 Break, den Citroën XM Break, vor allem aber an die DS von Citroën als Break, dann macht das doch den Anschein: die haben noch viel mehr weggepackt. Andererseits: früher waren die Autos: schmaler. Auch nicht ganz so lang. Hat denn jemand verlässliche Zahlen von damals?

Und dann sind da natürlich auch noch die Amerikaner. Die haben nie in Liter gemessen und auch sonst etwas eigenartige Raummasse. Es heisst, die von 1971 bis 1976 gebauten (und baugleichen) Buick Estate, Oldsmobile Custom Cruiser und Pontiac Safari seien mit einem Gesamt-Innenraum-Volumen von 184 cubic feet, also deutlich mehr als 5000 Liter, die grössten US-Kombis ever gewesen. Andererseits hatte der 51er Chrysler New Yorker Town and Country einen Radstand von 3,34 Metern – da dürfte auch einiges reingepasst haben.

Und weil wir das ein schönes Thema finden, möchten wir noch ein paar feine Sachen zeigen, manchmal haben wir sogar Geschichten dazu.

Rover P6 Estoura – wunderbar, hier.

Volvo Duett – mit Fahrbericht.

Klar, die Amerikaner, hier, ausführlich.

Und da noch ein Spezial-Thema: Mustang.

Darüber haben wir nie geschrieben: Fiat 130 Familiare. Gut, es gab auch nur drei Stück.
Nein, die Shooting Brake nehmen wir hier nicht dazu, das ist eine andere Geschichte. Aber: Wer hat Zahlen, wer kann da genauere Angaben machen, andere Vorschläge? Her damit. Bitte. Danke.


Den technischen Daten des neuen Volvo V90 ist zu entnehmen (http://www.autofahrer-magazin.de/volvo-v90-offiziell-vorgestellt-im-spaetsommer-steht-er-beim-haendler-9402), dass der maximal 1.526 Liter schluckt. Das aktuelle T-Modell der E-Klasse schafft maximal 1.855 Liter.
Toller Artikel!
Gerne ergänze ich noch den Lancia Thema SW Pininfarina, mit ein maximales Kofferraumvolumen von 1.600 Liter (laut Angabe..).
Entstanden ist die Idee für die Serienproduktion durch eine einmalige Sonderanfertigung von Zagato für Gianni Agnelli, genau wie der ober erwähnt FIAT 130 Familiare. L´Avvocato war anscheinend auch ein großer Fan geräumige Kombi´s.
Bei meinem V70 sollen es 1600 Liter sein. Ich hab`s nicht nachgemessen 😉 aber es passt viel rein- das habe ich schon mehrfach probiert.
Volvo hat aber bei seinen Angaben nicht die kleinen Nischen und Räume unter und neben der Ladefläche mitberechnet, wie das so manche Mitbewerber gerne machen. Diese „Miniräume“ eignen sich ja in der Regel nur für „Kleinzeugs“.
Die „steile“ Heckklappe ist bei meinem V70 sehr gut für das Ausnützen des Ladevolumens. Denn bei den neueren Modellen wie dem V90 ist die Heckklappe sehr schräg und da geht Volumen verloren.
Auch ein Kriterium ist die Ladelänge. Hier habe ich über zwei Meter. Da „schmeißt“ man dann so ein Bett unzerlegt rein…
Die Amis haben wie immer den „Größten“ aber ich glaube mich zu erinnern, dass der Cirtoen XM Break auch ganz vorne mitspielt – 1900 Liter oder so?
Der Fiat 130 „Familiare“ entstand wohl, weil Agnelli ein Auto brauchte, mit dem er zum Skifahren mit Familie ALLES und ALLE unterbrachte. Daher auch der Dachgepäckträger für die Ski. Für den Ausflug an den Strand hatte er andere „Sonderfahrzeuge“….
Wunderbares Thema!
Der große Kombi, formal und soziologisch ein Sonderfall der automobilen Kultur.
In Deutschland oft mißverstanden als Handwerker- und Handlungsreisendenfahrzeug, in anderen Ländern Symbol für einen etwas weniger formellen Lebensstil, vor allem in den USA und in Großbritannien.
Sherman McCoy, der Held aus Tom Wolfes „Fegefeuer der Eitelkeiten“, DEM New York-Roman der achtziger Jahre, hatte in einer Garage nahe seiner Wohnung in Manhatten einen großen Amerikanischen Station Wagon und einen Mercedes SL stehen, für formellere Anlässe bestellte er sich einen Lincoln Town Car, in den feineren Außenbezirken Londons stand und steht oft ein Volvo Kombi neben dem Jaguar oder Aston Martin auf der bekiesten Vorfahrt, die Mutter meines Brüsseler Austauschschülers führ einen ledergepolsterten Peugeot 504 Familiale, während ihr Ehemann im Peugeot 604 zur Fahrt in die Bank abgeholt wurde, am Wochenende wurde ein Jensen GT aus der Garage geholt.
Nur in Deutschland verband man den Kombi lange Zeit mit Farbeimern, Klappleitern und Musterkoffern, „ich reise doch nicht im Gepäckabteil!“ sagte der Vater eines Schulfreundes auf meine Frage, warum er denn nicht den viel cooleren 280 TE statt der spießigen Limousine gekauft habe, erst mit der Präsentation des als Limousine stinklangweiligen Mercedes W123 T-Modells wandelte sich das Bild etwas, es gab Lederpolster und Alufelgen gegen Aufpreis und etwas unbeholfen erklärte man das „T“ in der Typenbezeichnung als „zwischen Transport und Touristik“ hergeleitet.
Da gab es aber schon lange die formidablen Volvo Kombis, sogar mit Sechszylindermotor, feinem Interieur und Dachreeling, es gab den Ford Granada Turnier, besonders cool war das Sondermodell „Chasseur“ in Braun-Metallic mit Sitzen aus dem Stoff eines karierten, Englischen Jacketts mit Ledereinfassung und passenden Taschen im Gepäckabteil, natürlich mit dem 3,0-Liter V6-Motor, es gab DS und CX als Kombis mit hochwertiger Ausstattung und dritter Sitzreihe, in der Französischen Oberschicht war eine größere Kinderschar immer Nachweis des sozialen Status‘.
Und in England gab es schon früh die Limousinen der oberen Mittelklasse als Estate-Cars, Triumph 2500 PI, Humber Super Snipe, Ford Zephyr, die Karosseriefirma Ladbroke baute einen furchterregend häßlichen Kombi auf Basis des Jaguar XJ Series III, später gab es einen Werksprototyp des XJ 40, der weitaus besser als die Limousine aussah, die Vorliebe für das Landleben und exotische Sportarten machte den Kombi in England schon früh zum bevorzugten Fortbewegungsmittel der Upper Middle Class, nur für „more formal Occasions“ taugt der Kombi nicht so recht, mit Chauffeur beim Reform-Club vorzufahren wirkt(e) immer etwas ungelenk…
Formal waren und sind die Kombis den Limousinen-Pendants fast immer weit überlegen, die Volvo Kombis, die Mercedes T-Modelle, der Audi Avant, selbst der arg gutbürgerliche Passat, sehen als Kombis so viel besser aus als die braven Limousinen!
Ach ja. Es ging ja um das Ladevolumen großer Kombis, ich denke, daß die Volvos – 245 und 760 – und die Citroen Breaks ganz weit vorne sein dürften, dicht gefolgt vom Ford Granada und dem Peugeot 504 Break. Der häßlichste aller Mercedes Kombis, das bananenförmige Modell mit den vier runden Scheinwerdern, der hatte meines Wissens auch einen ziemlich großen Laderaum, auch wegen des sehr steilen Hecks.
Schlußlicht dürfte – neben dem oben erwähnten Rover Estoura – der einzige Kombi sein, den ich je besessen habe, der Alfa Romeo 156 Sportwagon.
Und:
Gegen ein SUV, gegen jedes SUV, ist ein Kombi, fast jeder Kombi, das viel sinnvollere, schönere und fahrdynamisch überlegene Fahrzeug!
Stimmt alles, ausser dass der Chasseur bereits den 2.8i Motor mit 160 PS hatte.
Klugscheissermodus aus. 😉
Es gab einige Jahre, in denen der Kombi in Deutschland (recht ungewöhnlich in Europa) als das sportivere, aktivere Fahrzeug galt.
AMS nannte es mal „Deutschland eilig Kombiland“.
Opel hat auch sehr ladefähige Modelle im Programm gehabt.
1850 Liter beim Omega (Opel Opel Caravan, jeder will nen Opel fahr´n, liegt er dann im Graben, will ihn keiner haben. Auszählreim aus meiner Kindheit.)
>>Stimmt alles, ausser dass der Chasseur bereits den 2.8i Motor mit 160 PS hatte.
Klugscheissermodus aus. ????<>Es gab einige Jahre, in denen der Kombi in Deutschland (recht ungewöhnlich in Europa) als das sportivere, aktivere Fahrzeug galt.
AMS nannte es mal „Deutschland eilig Kombiland“.<<
Das sehe ich in der Tat immer noch so.
Aus eigener Erfahrung…
Wir haben in unserem kleinen Fuhrpark einen 19 Jahre alten Audi A6 3.0 TDi, das letzte Auto meines verstorbenen Schwiegervaters, er legte auf Autos sehr wenig Wert, solange sie schwarz und schnell waren, es handelt sich demzufolge um eine schwarze Limousine mit genau einem Extra: Einem Schiebedach.
Das Auto ist extrem gut, schnell, zuverlässig, sparsam, trotz mittlerweile 175.000 km auf dem Tacho klappert oder knistert nichts, der Wagen ist unser Auto für die weiten und schnellen Strecken, vor allem im Winter, dafür ist er perfekt.
Aber er ist eben auch in seiner Perfektion und Normalität ziemlich – langweilig?
Wäre er ein Kombi, dann hätte er eine ganz andere Ausstrahlung, man könnte den Stander des Norddeutschen Regatta Vereins draufkleben und einige bunte Segelsäcke in den Kofferraum werfen, man könnte einen Goodwood Road Racing Club-Sticker in die hintere Seitenscheibe kleben und eine Reisetasche mit Rennoverall und einem Sturzhelm auf die Rückbank legen, man könnte einen "Surf"-Aufkleber auf den Heckdeckel kleben und das alte Mistral-Surfbrett auf's Dach schnallen und würde selbst auf dem Autozug nach Sylt noch eine gute Figur abgeben, aber so?
Mit einer schwarzen Unterstaatssekretärslimousine mit schmalen Felgen, schwarzen Stoffpolstern und ohne jeden stylishen Aufkleber?
Kann man eigentlich nur zur Sitzung des Haushaltsausschusses der Stadtverordnetenversammlung vorfahren!
Haha, das erinnert mich jetzt an eine Folge der Kultserie „Monaco Franze“, in der er auf seinen 5er ein Surfbrett schnallte und einen Tennisschläger auf die Hutablage legte.
Auf die Frage seines Kumpels, ob er denn jetzt Sport treibe, meinte er „na na, des ist bloß fürs Image.“
Da haben Sie recht, Herr Servatius. Als ich meinen V70 gekauft habe stand bei der Fahrzeugübergabe daneben ein XC70. Gleiche Fahrzuggröße aber eben Suff (SUV). Der Verkäufer der die Übergabe machte, beglückwünschte uns zu unser Wahl und zeigte uns dann gleich im dirketen Vergleich, dass der Kombi mehr Laderaum als der Suff hatte – keine gute Werbung für den XC70….
Mein Opa fuhr einen Ford 20M als Kombi. Ja, er war Malermeister, ja es waren die Farbkübel im Auto und die Leitern und Gerüstteile auf dem Autodach. Und ganz wichtig, dank Lenkradschaltung konnten vorne seine beiden Gesellen mitfahren. Am Wochenende im Winter, „flogen“ die Farbeimer raus, die Leitern runter und die Ski rein und ab ging zum „wedeln“… War schon ein cooler Schlitten mit V6 und sehr amerikanisch. Als mein Opa in Rente ging war es auch die Rente für den 20M. Ich glaube, er hat ihn an einen Studenten in München verkauft, der den teilweise als Wohnmobil nutzte!
Auch so ein früher Trendsetter war der Fiat 1800/2100/2300, der von Anfang an, ich glaube ab 1959, zeitgleich zur Limuosine als Kombi angeboten wurde und in der Oberklasse damals noch eher exotisch wirkte.
…lang…tief…voluminös…darin lässt sich‘s wohnen
Citroën CX Break
und wunderbar dahingleiten…
Oh ja, das könnte der Größte sein. 2350 Liter.
Der XM hatte „nur noch“ 1960 Liter.
Ich habe da mal ein bisschen gestöbert und bin auf das Auto Catalog Archive gestoßen:
Ford Granada Turnier (2. Generation) Kofferraumvolumen 1.150 / 2.150 l Nutzlast 550 bis 630 kg je nach Ausstattung (Prospektangaben)
VW 411 E / LE Variant Kofferraumvolumen 1.100 / 1.780 l Nutzlast 470 kg (Prospektangaben)
vorab: der letzte Wagen ist immer ein Kombi! tatsächlich gibt es viele Gründe für die Limousinenform: uneinsehbarer Kofferrraum, sichere Trennung von Ladeabteil und Passagierraum, weniger Fahrtwind-Dröhnen bei geöffnetem Fahrerfenster. vor allem die ersten Punkten erklären warum man in den USA, Südeuropa und den Ländern des „globalen Südens“ auf three box-Design setzt(e).
Zugegeben: mächtige Kombis von Citroën oder Peugeot hatten ihre Faszination. Ebenso die großen Amerikaner – hey, oft mit versenkbarer Heckscheibe!
Noch eine Beobachtung: in der Praxis ist es doch so: der größte Feind des Nutzens sind zu empfindliche Oberflächen und teurer Einstandspreis. demnach hat (mangels nötiger Sorgfalt) in einem banalen Golf IV-Variant sicher mehr Platz gehabt, als in einem 5er Kombi. und gabs nicht mal Benzen mit Kirschholz-Ladeboden? gut, wenn die Fracht aus Kaschmir-Pullis besteht…eher ungünstig bei Weinkisten…just saying…
Ich glaube, Opel hat in der Schweiz eine Zeit lang mehr Kombis als sonstige Karosserieformen verkauft – aber vielleicht ist das nur eine subjektive Wahrnehmung gewesen. Das war jedenfalls zu der Zeit, als Opel auch richtig Autos verkaufte.
In Australien gab es die wunderbaren Ford Falcon und Holden Commodore Kombis, auf europäischer oder amerikanischer Basis, aber doch stark verändert/angepasst. Natürlich auch mit durchaus anständiger Motorisierung. Da konnte man schön ausgestreckt drinnen schlafen (2.20m).
Kombi!
Der Peugeot 508 SW, der hat mir einfach gefallen.
Und nun rennt der täglich seit 3 Jahren. Ob der einige cm grösser ist
als ein anderes KOmbi, eines anderen Hersteller, ist mir egal.
Ein Suv, nicht einmal geschenkt.
Diese peinliche Optik ( BMW hat da ja richtig grausame Kisten im Portfolio,
die anderen sind ebenfalls grauenhaft, und nicht einmal Alfa Romeo bekommt
das hin. Stelvio, eine Karrikatur, die Giulia, wunderschön.. na ja)
Nutzung hängt von den üblichen Parametern ab, ich hab die grosse 4 x 4 Meter
Plane, da gehen auch heikle Jobs, und es passen echt 6 Personen rein… LOL.
Oder eine zerlegte 25 mm Antitankkanone.. Oder 16 Kisten Wein.
Und unser Boot ist ein 2-Master, der wurde einmal vom Lkw ( es waren 2) geliefert,
liegt in Griechenland, und die Reise dorthin im 508 ist enspannt.
Der 997er steht in der Garrage und schmollt.
Der ist eh nur fürs Spässchen.
Oder, wenn ich manchmal alleine schnell gutes Frühstück in Italien hole.
wie dekadent… LG OTTO
ps: ein stein alter Benz die 59 ps Dieselwanderdüne, 19 7+- sthe neben dem Porsche.
Der hat 3 Kinder, ein Studium, ein Hausbau, und 3 Buben die fahren lerenen erlebt
und über, und der geht.
Den für das grosse Besteck.
Afrika, Sahara, etz.. lg2
Nicht zu vergessen die Toyota Crown Wagon aus den 1970ern. Ich selber fahre einen Volvo Amazon Combi aus dem Jahr 1966. Kein riesiger Kombi aber sehr flexibel mit geteilter Heckklapee und umklappbarer Rücksitzbank