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Aus für das Verbrenner-Aus?

Mitnichten.

Zu Brüssel wurde nun angedacht von einem Gremium, das in erster Linie aus Abgeordnetinnen besteht, die in ihrem eigenen Land die Wahl in ein anständiges demokratisches Gefäss wie die Schulpflege oder den Gemeinderat nie geschafft hatten, das so genannte «Verbrenner-Aus» ab 2035 wieder zu kippen. Die höchste Kompetenz dieses Haufens, der vor allem aus auch in ihren Heimatländern komplett unbekannten Lobbyisten und anderen Schwurbblerinnen besteht, liegt darin, sich tief bücken und gleichzeitig auch noch die hohle Hand machen zu können. Noch ist nichts beschlossen, aber die Wahrscheinlichkeit liegt bei etwa 107 Prozent, dass die eh nicht mehr erreichbaren Klimaziele noch weiter aufgeweicht werden.

Wahrscheinlich ist das Aus des Verbrenner-Aus sogar gut. Denn mit grösster Wahrscheinlichkeit wird es jene Hersteller, die am lautstärksten und dümmsten mit Lobbyistinnen-Macht darauf gedrängt haben, dann gleich selber sauber über die Klippe schicken. Das Geld sowie die fachliche Kompetenz für die weitere Entwicklung von sowohl Verbrennern wie auch Stromern hat von den Europäern und Amerikanern niemand (mehr); die Chinesen lächeln nur, sie haben unterdessen ein Jahrzehnt Vorsprung nicht bloss bei der Technik, sondern vor allem in der Marktanalyse, still growing fast, daily. Der Volkswagen-Konzern kann es mit seiner schieren Grösse packen (wird jetzt aber auch keinen neuen W12 mehr auspacken), Renault wahrscheinlich auch, weil da Ex-Chef Luca de Meo all diese Entwicklungen voraussah; BMW setzt auf Flexibilität und doch alles auf eine Karte, sehr mutig, es werden ein paar bittere Jahre kommen, aber die Strategie dürfte aufgehen. Die Amis kann man zusammen mit ihrem «Führer» rauchen, aber es wird sie auch niemand vermissen.

Eine ganz heftige Bereinigung der Anbieter ist eine Frage der Zeit. Schauen wir uns, nur als Beispiele, ein paar jetzt selbsternannte «Profiteure» an. Und lassen wir deren strukturelle Problemzonen mal aussen vor (oder auch nicht). Porsche, sind da die Stromer schlecht? Nein. Wollen die Porsche-Kunden Stromer? Nein. Wollen die Porsche-Kundeninnen in zehn Jahren Stromer? Nein. Macht es Sinn, jetzt wieder Verbrenner zu entwickeln, die dann in fünf Jahren eh niemand mehr kaufen will? Nein. Mercedes: Es fehlen die Worte, bei all diesen unfassbaren Fehlentscheidungen der letzten Jahre müsste die Uhr auf das Jahr 2019 zurückgedreht werden können, um noch irgendetwas zu retten. Immerhin wird der Konzern ab Februar 2026 das Problem Gordon Wagener los sein, übler kann es danach – wahrscheinlich – nicht mehr werden. Aber ob «die Persönlichkeit eines Alkoholikers», also die fast schon wöchentlich changierenden Schlangenlinien der Chefetage, den Stuttgartern wirklich helfen – man darf es stark bezweifeln. Intern ist die Stimmung zudem dermassen am Hintern, dass sich sogar wohlverdiente, längstjährige Mitarbeiter nicht mehr gegen einen Untergang wehren. Bei Stellantis liegen die Verkäufe von Stromern je nach Marke und Modell zwischen 0 und maximal 15 Prozent, also deutlich unter den Durchschnitt des europäischen Marktes. Liegt das daran, dass die jeweiligen Brands derart überlegene Verbrenner liefern können? Nein. Liegt es vielleicht daran, dass die EV des Verbundes nicht mehr so richtig zeitgemäss sind? Ja.

Also: Die reinen Stromer werden sich als sauberere, einfachere, bald auch günstigere, kurz: deutlich besserere Lösung sowieso durchsetzen. Und das wird in Mitteleuropa jetzt schnell gehen, das Flottengeschäft ist auf dem Kipppunkt (oder bereits darüber hinaus), das Leasinggeschäft bröckelt ebenfalls (die Hausbanken der Hersteller wollen nicht in vier Jahren dastehen mit Müllhalden von Gebrauchten, die dann niemand mehr kaufen wird). Bloss die Privatkunden bleiben noch zurückhaltend, sie pflegen ihren Alten dafür noch etwas besser, denn jedes Jahr zusätzlich bringt ja grosse Fortschritte, nicht bloss bei den E-Autos, sondern auch bei der Infrastruktur (und möglichen Subventionen, etc.). Echte Sportwagen – gerne ohne Mithilfe von Elektrizität, also ohne Zusatzgewicht – werden bis zum allerletzten möglichen Tag, der ja nun in weite Ferne gerückt ist, als reine Verbrenner gekauft werden, aber das ist eine Nische, sie machen ja auch nicht so viele Kilometer. Alles andere (mit Ausnahme der Nutzfahrzeuge, aber davon haben wir hier zu wenig Ahnung): Strom, ohne Wenn und Aber. Also auch keine PHEV oder REEV. Die dürfen jetzt noch kurz aufleuchten, weil die Kundinnen verunsichert sind, doch das ist ebenfalls ein Irrweg. Für die wenigen Nutzerprofile, die mit ihren Selbstzündern jeden Tag 700 Kilometer auf der Autobahn runterreissen, für die wird es bitter, aber die sollen sich in Wolfsburg und Stuttgart beklagen gehen, dort wurde der Diesel mutwillig und vorsätzlich ermordet (was man durchaus als den Anfang vom Ende des Verbrenners betrachten darf). Man muss sich halt jetzt wappnen, noch ein paar von den guten Stücken zur Seite stellen, sie pflegen und hegen, dann ist man auch in ein paar Jahrzehnten noch gerüstet. Falls es dann die klassische Tankstelle noch gibt. Und die Mechaniker, die einen Zahnriemen wechseln können, nicht ausgestorben sind.

Wahrscheinlich hat sich die (deutsche) Auto-Lobby bei ihrem jüngsten «Eingriff» in Brüssel gleich doppelt ins Knie geschossen. Kurzfristig sowieso – die Verunsicherung unter der potentiellen Kundschaft ist nun noch grösser. Und bei den PHEV, die vielerorts als Ausweg betrachtet werden (bis dann die Regularien so angepasst sind, dass der tatsächliche Verbrauch zählt), da hat wer die Nase vorn? Genau, die Chinesen, der BYD Seal U, nun wahrlich keine Gerätschaft, die mit Raketenwissenschaft brilliert oder auch nur annähernd gut aussieht, ist der meistverkaufte Plug-in-Hybrid in Europa. Und sogar in Deutschland, noch vor dem VW Tiguan. Mittel- und langfristig? Siehe oben. Für ein paar wenige Porsche 911 und AMG-V8 die ganzen Klimaziele in Frage zu stellen, das entspricht wohl auch nicht dem Willen der unter 70-Jährigen. Aber das zählt in der Politik ja schon lange nicht mehr. Positiv an diesem ganzen Schmierentheater ist einzig, dass ein paar Verbindungen von Lobbyarbeit und Brüssel nun sehr offensichtlich sind. Und dass so viele Informationen und Analysen ans Tageslicht kommen, dass immer weniger Menschen (Wähler?) die Augen davor verschliessen können.

Sagen Sie mir ruhig Ihre Meinung.

20 Kommentare

  1. Christian Christian

    Mir geht es nicht darum, die Art des Antriebs gut oder schlecht zu finden, denn jede Art hat ihre Vor- und auch Nachteile und wird in dem jeweiligen, dafür geeigneten Bereich angewendet werden. Mit oder ohne Verbot.
    Ich habe ein enormes Problem mit staatlicher Lenkung der Wirtschaft durch Verbote, sozailistische 5-Jahrespläne oder sonstige feuchte Phantasien der Obrigkeit. Ich habe privat und beruflich von 1989 bis 2010 die „Errungenschaften“ von 40 Jahre „real existierenden Sozialismus“ und sozialistischer Kommandowirtschft erlebt bzw. die Folgen für Land, Leute und Umwelt. Die folgende „Abwicklung“ durch die sogn, Treuhand dieses Trümmerhaufens hat m. E. massiv zur Spaltung unseres Landes (Deutschland) beigetragen und verfestigt. Ein zweites Mal überlebt dieses Land so etwas nicht.
    Ich glaube einfach unseren „Volksvertretern“ nichts mehr!
    Soll man heute noch irgendwas glauben? Und was passiert, wenn Neuwagen nicht mehr als Verbrenner verkauft werden dürfen? Genau, dann geht es ganz schnell (weils ja bei den Neuwagen so gut hingehauen hat!) und es werden die Verbrenner, die es dann noch gibt (Oldtimer hin oder her) auch verboten. Wehret den Anfängen!
    Tut mir leid, aber bevor man auf so eine erbärmlich dumme Idee wie ein „Verbrennerverbot“ kommt, hätte man sein Hirn anstrengen müssen.
    Kommandowirtschaft und staatliche Lenkung führen direkt ins Verderben. Wie der schöne Spruch, „der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.“ Ich sage dagegen, „Leben und leben lassen“.

    • Hömal Hömal

      Ich habe Gott sei Dank nie Planwirtschaft erlebt und mir ist bewusst, was die Treuhand in den „neuen Bundesländern“ gemacht hat. Das hinter sich zu lassen wird noch ein, zwei Generationen dauern, fürchte ich. Da ist wirklich viel Unrecht passiert.

      Gerade aber weil ich keine Planwirtschaft erlebt habe, sehe ich im „Verbrennerverbot“ keinen sozialistischen 5-Jahres-Plan (die haben dann doch *ein wenig* anders funktioniert) sondern ganz normale politische Lenkung, wie sie in allen anderen Lebensbereichen auch passiert und was ja ureigenste Aufgabe der Politik ist. Nämlich Regeln fürs Zusammenleben zu schaffen und laufend anzupassen. Dass die 5-Jahres-Pläne das waren, was sie waren, ändert nichts daran, dass geplante Prozesse wichtig und notwendig sind, weil sonst genau gar nichts funktioniert. Wie soll bspw. die Wirtschaft planen, wenn nicht klar ist, was die Pläne der Politik für die nächsten 5 Jahre sind?

      Deutschland und die USA waren bis in die 1990er absolute Technologieführer in Sachen Elektromobilität. Der GM EV1 war damals die Speerspitze dieser Entwicklung. Das alles wurde aber in den Chefetagen der Konzerne in die Tonne getreten, weil man lieber schnelles Geld mit bekannter und billiger Technik verdienen wollte. Selbst Ende der 2000er, als schon klar absehbar war, dass es mit dem Verbrenner so nicht weiter gehen wird, haben sich die deutschen Konzernlenker der Elektromobilität verweigert. Ja eh. Genau deswegen tanzen uns jetzt die Chinesen in Sachen E-Mobilität auf der Nase herum und ist Europa abgehängt. Die Deutsche Autoindustrie erlebt genau jetzt ihren Nokia-Moment. Es ist zu befürchten, dass einige das Nokia-Schicksal ereilen wird.

      Übrigens: Die EU ist in Sachen Strom Selbstversorger mit einem kleinen Überschuss. Erdöl hingegen muss zu 90% importiert werden. Warum wir uns trotzdem einem wichtigen Schritt in Richtung Unabhängigkeit von Scheichs und co. verweigern, verstehe ich nicht.

      Und was den Klimawandel betrifft: Hätten wir das Kyoto-Protokoll von 1997 ernst genommen und die darin festgelegten Ziele schon damals konsequent umgesetzt, würden unsere Sommer heute nicht so viel anders aussehen als früher und eine ganze Reihe an Naturkatastrophen, die uns in den letzten 10 Jahren Summe zig Milliarden gekostet haben, wären nie in dieser Intensität über uns hereingebrochen. Genau das Umzusetzen wäre Aufgabe der Politik gewesen.

    • Rolf Rolf

      „Genau, dann geht es ganz schnell (weils ja bei den Neuwagen so gut hingehauen hat!) und es werden die Verbrenner, die es dann noch gibt (Oldtimer hin oder her) auch verboten. Wehret den Anfängen!“

      Das geht doch subtiler. Starke Steuererhöhung auf Mineralöle, stufenweise Einführung höherer Anteile von Bioethanol im Kraftstoff, der dann von vielen Autos nicht mehr vertragen wird (siehe Umstellung auf Bleifrei).
      Dazu vielleicht noch generelle Einfahrverbote von Verbrennern, ohne Oldtimer-Ausnahme, in Städte usw..
      Hoffentlich habe ich jetzt niemanden auf Ideen gebracht ….. obwohl, auf so etwas kommen die von allein.

  2. Rolf Rolf

    Nun, das ist wohl die größtmögliche Peinlichkeit, die in den letzten Jahren passiert ist. Politisch. Es gab nie ein Verbrenner-Aus, es hieß lediglich, dass ab 2035 die Emissionen eines PKW auf Null gesenkt werden müssen. Wie war, wie es so schön heisst, technologie-offen.
    Jetzt haben wir also 90 Prozent. Was soll das bedeuten? Dürfen jetzt 10 % der Käufer einen Verbrenner im heutigen Sinn kaufen und wenn die verteilt sind, dann sagt der Händler „sind leider alle weg, für Sie habe ich nur noch ein E-Auto“?

    Ich bin keiner, der Vorschriften liebt, aber zwei Dinge sind glasklar, also für den denkenden Menschen, nicht für den Politiker: erstens ist die Zukunft Batterie-elektrisch und zweitens ist es unerlässlich, für die Umwelt zu tun, was technisch möglich ist.
    Wir müssen retten, was noch zu retten ist.

    76 % Gewinneinbruch bei den deutschen Herstellern kommen von Verunsicherung der Käufer und von Produkten, die keiner haben will.
    Ursprünglich wurden Autos fürs eigene Volk gebaut. Typisch französische Autos für Franzosen, sehr offensichltich US-amerkanische Autos für US-Amerikaner usw.. Ein paar davon wurden im Ausland verkauft. Dann wurde internationalisiert und alles verwaschen. Es war und ist beinahe egal, welche Marke man kauft. Erfolg hat vor allem der gehabt, der einen Händler strategisch günstig positioniert hat. VW war immer vorn, weil an jeder Ecke ein Händler sitzt.

    Ganz persönlich würde ich jederzeit ein E-Auto kaufen. Dieses leise und kraftvolle Gleiten kann durchaus Fahrspaß bereiten. Was mich, wieder ganz persönlich, heute stört ist, dass bei Geschwindigkeiten über 120/130 der Verbrauch dermaßen in die Höhe schnellt, dass keine Reichweite mehr übrig bleibt.
    Vielleicht geht das mehreren Menschen so?
    Abhilfe hätte eine ganz andere (weitere) Vorschrift gebracht, nämlich ein Tempolimit auf 120/130 in Deutschland.
    Dann wäre dieser Nachteil des E-Autos obsolet.

    Eine neue Dienstleistung könnte es noch dazu geben. Den Tankwart.
    Man stellt sein Auto unterwegs vor die Ladesäule und gibt den Schlüssel ab. Dann geht man Kaffee trinken und wenn der Wagen geladen ist, fährt der „Tankwart“ das Auto auf einen Parkplatz und gibt damit die Ladesäule für den nächsten frei.
    Der Kunde muss nicht eine halbe Stunde im Auto sitzen und es gibt auch keinen Ärger, weil er mit vollen Batterien die Ladesäule blockiert hat.

    Und weil ich schon so viel schreibe, kommt es darauf auch nicht mehr an:
    Der hier nicht mehr Erwähnte, der bleibt ein Spinner, aber seine E-Autos sind technisch immer noch ganz weit vorn und preislich völlig in Ordnung. Das Einstiegsmodell kostet derzeit 36.900,- Euro, ein vollwertiges Mittelklasseauto mit Vollausstattung und reichlich Reichweite.
    Nur weil der Oberboss ein Spinner ist, ein Auto, das gut ist nicht kaufen? Dann dürfte man überhaupt nichts mehr kaufen ……..

    • Max Max

      In der Tag: Der Verbrauch eines Elektroautos (BEV) bei 180 km/h steigt massiv an, typischerweise auf etwa 30 bis 40++ kWh/100 km – je nach Modell, Luftwiderstand, Gewicht und Außentemperatur – da der Luftwiderstand exponentiell zunimmt.

      Was verwundert ist das durch das Guillotinen Design mit den abgehackten Fronten eine immer höhere Stirnfläche haben. Von SUVs-Schrankwänder reden wir mal lieber nicht. da kann der cW Wert noch so gut sen.

      Dabei waren wir schon weiter, der GM EV 1 hatte vor 30 Jahren! schon eine respektable Reichweite mit Bleibatterien.

      • Hömal Hömal

        Der Verbrauch bei 180km/h steigt auch bei Verbrennern deutlich an, der Luftwiderstand nimmt mit dem Quadrat der Geschwindigkeit zu. Verbrenner haben mglw. insofern einen Vorteil, als sie bei diesem Tempo mit hoher Last im optimalen Drehzahlbereich laufen, wo sie ihren höchsten Wirkungsgrad haben. Wobei Zweiganggetriebe bei E-Autos die Effizienz bei höherem Tempo deutlich verbessern.

        Peter Ruch hat recht, dass der Verbrauch deutlich über 130km/h außerhalb Deutschlands die wenigsten interessiert. Aber mit Deutschen über Tempolimits zu diskutieren ist in etwa so erfolgreich wie mit US-Amerikanern über Schusswaffen. Die freie Fahrt für freie Bürger hat die deutsche Autoindustrie jedenfalls nicht davor bewahrt, mit Vollgas in die Verbrenner-Sackgasse abzubiegen.

        • Max Max

          Die Tatsache dass man dort nur 100 km/h oder tlw. ein wenig mehr fahren darf hat die Nordamerikaner noch nie davon abgehalten gnadenlos übermotorisierte und schluckende Autos zu bauen und zu kaufen. Das geht mit den BEVs genauso weiter mit „PS“ und Drehmoment jenseits von Gut und Böse.

          Wenn man die Welt ernsthaft retten wollte dann mit Autos wie dem GM EV1, klein, leicht windschlüpfrig. Nicht mit 2,5 Tonner SUVs etc.

  3. Rolf Rolf

    PS:
    Im direkten Umfeld sehe ich , es werden die alten Autos länger gefahren oder gegen ein E- Auto getauscht . Neue Verbrenner gehen gegen Null .
    Letzte Woche stand ich an der Waschanlage, vor mir ein ID3, hinter mir ein e-tron. Ich kam mir richtig blöd vor mit meinem Verbrenner.

  4. Max Max

    Letztlich geht es darum, wie Hybride eingestuft werden und ob die Marken die „Sportwagen“ herstellen wie Ferrari, Lambo und Porsche , dieses lukrative Geschäftsmodell das mit Elektro bedingt funktioniert, fortführen dürfen.

    In den USA werden Verbrenner noch lange verkauft werden dürfen, Man müsste sich einigen beim Zoll, aber Liebhaber würden wohl auch einen Zoll-Aufpreis schlucken, in den Preisregionen spielt Geld. eine untergeordnete Rolle

  5. Dirk Dirk

    Es gab und gibt kein „Verbrenner-Verbot“. Es gibt neue Zulassungsvorschriften ab 2035, wonach ein Fahrzeug halt keine Schadstoffe mehr ausstossen darf. Die sind im Übrigen seit 2019 bekannt. Das sind 16 Jahre Umstellungszeit !! Man vergleiche dies mit anderen Branchen. Wer kann sich noch an Mobiltelefone aus dem Jahr 2009 erinnern?

    Darüber hinaus können in den meisten Ländern der Welt auch weiterhin kolbenstampfende Explosionsmotoren verkauft werden. Zumindest solange, bis diese Länder ebenfalls umstellen.

    Die europäische Autoindustrie hat die Zeit einfach nicht genutzt bzw. verschlafen und stattdessen die Karte „technologieoffen“ spielen wollen. „Technologieoffen“ ist hier das Fremdwort für „Es soll alles beim alten bleiben.“

    Ingenieurwissen und Geld war genug vorhanden – nur der Wille hat gefehlt.

    Zugegeben, auch mir fällt die Vorstellung schwer, wie man mit einem „Elektro-Defender“ die Wüste durchquert oder Noteinsätze in unwegsamen Gelände durchführt. Doch das sind eher Spezialfälle, für die sicher besondere Regelungen geschaffen werden.

  6. Hömal Hömal

    Peter Frankopan hat das großartige historische Fachbuch „Licht aus dem Osten“ verfasst. Darin erzählt er die Weltgeschichte aus nicht-europäischer Perspektive und vertritt den Standpunkt, dass Europa im Vergleich zu anderen Imperien gar nicht so lange die dominierende Macht war. Die wahre Musik in Sachen Zivilisation spielte sich über tausende Jahre im nahen, mittleren und fernen Osten ab. Europa war währenddessen global gesehen ein uninteressante, kalte und ressourcenarme Weltgegend, die nichts nennenswertes hervorbrachte. Und die sich nach wenigen hundert Jahren durch zwei von nationalistischer Großmannssucht getriebene mörderische Kriege selbst wieder aus dem Spiel nahm. Und so wie es aussieht, ist gerade jetzt wieder eine östliche Macht, nämlich China, drauf und dran, eine dominierende Rolle einzunehmen.

    Warum diese historische Referenz?

    Ich nehme wahr, dass Europa nichts gelernt hat aus den Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Der Nationalismus, der Europa zugrunde gerichtet hat, feiert ein fröhliches Comeback. Die ehemaligen Großmächte glauben immer noch, die Welt müsse nach ihrer Nase tanzen und Europa sei nach wie vor der Nabel der Welt. Blöderweise ist das Loorbeerbett, auf dem wir uns ausruhen, ziemlich welk geworden und vom verganenen Glanz ist kaum noch was übrig, wenn man nur ein wenig an der Fassade kratzt. Aber anstatt die Zeichen der Zeit zu sehen und die Kräfte zu bündeln, glauben dann so große und bedeutende Länder (und voll integrierte, autarke Wirtschaftsräume, ha, ha) wie die Slowakei, Ungarn oder Österreich allen ernstes, ihr Heil bestünde darin, sich aus dem gemeinsamen Europa zu verabschieden. Und die Schweiz kocht wie immer ihr eigenes Süppchen, aber die will meinem Empfinden nach eigentlich ja eh kein Teil von Europa sein, oder?

    Dem entsprechend herrscht in der Europapolitik immer mehr nationalistisches Klein-Klein, ist politisch kaum mehr möglich als faule Minimalkompromisse und werden die Partikularinteressen der momentan gerade mächtigsten Lobbygruppen bedient anstatt aktiv eine gemeinsame Zukunft zu gestalten, in der sich Europa auch längerfristig als starker globaler Player positionieren kann. Und Nationalpolitiker wettern daheim für ein paar Groschen politisches Kleingeld lautstark gegen „die da oben“ in „Brüssel“ aufgrund von Dingen, die sie selber vorher abgenickt haben.

    Während uns außenpolitisch derzeit der Ukrainekrieg schmerzhaft vor Augen führt, wie wenig Europa mittlerweile global ernst genommen wird, ist der Zustand der Automobilindustrie, und hier allen voran der deutschen, das dramatischste wirtschaftliche Symptom für den generellen Niedergang Europas. Die Haltung ihrer Führungskräfte (Renault ausgenommen) repräsentiert auf bittere Weise den Geisteszustand Europas insgesamt. Deshalb mache ich mir wenig Illusionen: Europa wird in den nächsten 20-30 Jahren global nicht mehr wahnsinnig relevant sein. Weder wirtschaftlich, noch politisch. Was zwei Kriege nicht vollenden konnten erledigt jetzt eine Geisteshaltung, der es völlig an einer längerfristigen Vision und dem entschiedenen Willen zur Umsetzung mangelt. Wenn wir uns ehrlich in den Spiegel schauen, dann müssten wir zugeben, dass wir uns in Europa in Wirklichkeit schon länger nur noch irgendwie durchwurschteln. Jetzt ist langsam aber sicher Erntezeit für diese Haltung.

    • Christian Christian

      Ja Hömal, so ähnlich sehe ich das auch.
      Die USA hben leider 1918/19 nicht erkannt, welche Machtposition sie eigentlich hatten. Die Europäischen Staaten hatten mit dem Krieg 14/18 ihre wirtschaftlichen Strukturen zerstört – sprich sie waren alle in Konkurs und größter Gläubiger waren die USA. Die hätten sich damals nicht nur die Schulden zurückzahlen lassen müssen (nicht nur Deutschland) und die hätten die alle politisch an die Kandare nehmen müssen – ganz kurze Leine!
      Nach 45 war klar, das Europa zwar wirtschaftlich wieder „auf die Beine kommt“, aber sicher nicht wieder geopolitisch. Zwar haben sich Frankreich und Großbritannien dagegen mit Händen und Füßen gewehrt, aber letztlich sind auch sie „abgestiegen“ in die Regionalliga.

      Die EU, als übergriffiges, verfilztes und zutiefst undemokratisches Konstrukt, ist zum Scheiteren verurteilt.
      Ich bin seit vielen Jahrzehnten der Meinung, dass Europa nur dann eine Chance hat international wieder „mitzuspielen“, wenn drei fundamentale Entscheidungen getroffen werden:
      1. Ein gemeinsames Finanz- und Wirtschaftsministeruim mit gemeinsamen Finanzen und einem Finazminister. Das müsste dann schon ein Kaliber aus der freien Wirtschaft sein und kein Berufpolitiker oder „Verdienter“ Parteigenosse.
      2. Eine gemeinsame Armee unter einem Oberbefehlshaber. Auch hier müsste das ebenfalls ein fachspezifisches Kaliber sein und kein Leichtmatrose. Aus geschichtlicher Vergangangeit heraus kein Deutscher!) Aufbau einer schlagkräftigen und gut ausgerüsteten Berufsarmee zur Wahrung der europäischen Interessen.
      3. Ein einziger Außenminister! Es muss mit allen anderen Ländern/Blöcken mit einer Sprache gesprochen werden. Und bitte auch hier, keine Träumer, Phantasten oder sonstigen Völkerballspielende Kriegstreiber, sonderen beonnene Realpolitiker wie es z. B. Genscher, Asselborn, Gruber, DeGasperi, etc. waren). Auf gar keinen Fall eine Quotenfrau oder Quotenmann.

      Meine „frommen “ Wünsche, die ich seit etwa 1982, als ich Otto von Habsburg getroffen und gesprochen habe und seitdem mit mir „herumtrage“ werden nie in Erfüllung gehen und somit wird „dieses Europa“ wohl auseinanderfallen (zerbrechen kann nur etwas Stabiles) und die einzelnen Länder werdem unter „ferner liefen“ in der Welt herumtaumeln.

      Es ist mir bewusst, dass bei einem Konstrukt wie von mir vorgeschlagen, einige Länderspezifische Posten wie Kriegsminister, Finanzminister und Außenminister nicht mehr benötigt werden und ersatzlos gestrichen werden. Ebenso bedeutet der unbedingte Zusammenschluss der Finanzen erhebliche Verwerfungen. Einige Südländer gehen endgültig Pleite, die Ostländer kriegen keinen Geldsegen mehr, einige Länder werden den Club wohl verlassen (müssen)…Nebenbei, die Schulden, die andere Länder muter machen und gemacht haben, bezahlen wir sowieso! Früher oder später.

      • Rolf Rolf

        Der offene Handel und die offenen Grenzen der EU sind schon gut.
        Mehr wird es nicht geben. Jedes Land will autark sein, ja sogar die Bundesländer innerhalb eines Staates beharren auf regionaler Expertise.

        Vielleicht wäre ein ganz anderes Umdenken gut?
        Es ist doch egal, ob wir an dritter oder zehnter Stelle der wirtschaftlich stärksten Länder stehen, wenn es dem einzelnen Bürger gut geht und er ein zufriedenes Leben führen kann. Siehe Skandinavien. Vielleicht sollte man darüber nachdenken …..

        • Hömal Hömal

          Ob wir an dritter oder zehnter Stelle stehen ist relativ egal. Wenn wir aber hinter Platz 25 oder 30 zurückrutschen, wird das unseren Alltag spürbar und nicht zum besseren verändern. Es ist ja schon jetzt nicht mehr völlig normal, dass man im Supermarkt jederzeit alles bekommt. Regelmäßig sind Artikel einige Zeit nicht da. Auch Medikamente sind immer wieder wochenlang nicht liefarbar. Schmerzhafter ist es im Gesundheitsbereich, wo es keineswegs mehr selbstverständlich ist, dass eine wichtige und notwendige OP innerhalb weniger Tage durchgeführt wird. Das alles wird noch spürbar schlechter werden, wenn wir noch weiter abrutschen.

          Dass die Menschen in Skandinavien zufrieden sind hat meiner Meinung nach mit ein paar großen Unterschieden zu uns zu tun:

          Die Neidkultur des deutschsprachigen Raumes ist dort weitgehend unbekannt. Niemand macht z.B. ein Geheimnis draus, was er oder sie verdient, weil man der Meinung ist, dass es keine Schande ist, über sein durch ehrliche Arbeit verdientes Gehalt zu sprechen.

          Auch ist die Wirtschaft erheblich familienfreundlicher ausgelegt. Beruf und Familie zu vereinbaren ist dort viel weniger ein Problem als bei uns. Weil z.B. auch die Chefs pünktlich um 5 heimgehen. Manche Firmen gehen sogar so weit, dass Familienväter, die nicht in Elternauszeit waren, keine Führungsposition bekommen, weil man jemandem, der diese Verantwortung gegenüber der eigene Familie nicht wahrnimmt, auch keine Verantwortung über Mitarbeiter geben will.

          Und die gesellschaftliche Ungleichheit ist in Skandinavien deutlich niedriger als bei uns. Das sorgt nachweislich für weniger Gewalt, weniger zerrüttete Familien, weniger Suchtmittelkonsum, weniger Teenagermütter, u.a.m. Rein faktisch betrachtet ist soziale Ungleichheit eigentlich ein Luxus, den sich eine Volkswirtschaft erst einmal leisten können muss. Siehe z.B. die absurd hohen Gefängniskosten in den USA, die die mit großem Abstand höchste Inhaftierungsrate und gleichzeitig die bei weitem größte gesellschaftliche Ungleichheit unter allen westlichen Ländern aufweisen. Was kein Zufall ist, wenn man die anderen sozialen Indikatoren mit einbezieht. Die extreme Schusswaffenkriminalität dort ist nur ein Symptom für ein viel tiefer liegendes Problem.

  7. Christian Christian

    Gerade in der Auto Motor Sport Online gelesen:

    „China entwickelt ersten eigenen Wankelmotor“…..Nein, heute nicht 1. April.

    Diese Motoren sind jetzt nicht gerade für Sparsamkeit berühmt 😉

    • Max Max

      Mazda bleicbt auch dran lt. ihrer Website :

      Auch für den künftigen Einsatz neuer schadstoffarmer Energien wie Wasserstoff bringt er offenbar weit bessere Voraussetzungen mit als Autos mit konventionellen Motoren, wie etwa seit 2006 laufende Flottentests beweisen. Die dabei eingesetzten Mazda RX-8 Hydrogen RE können mit Wasserstoff und Benzin betrieben werden.

      • Hömal Hömal

        Danke für die Info. Habe soeben nachgelesen und bin fasziniert, dass der mit Benzin nicht wahnsinnig effiziente Wankelmotor mit Wasserstoff richtig gut funktioniert. Mal schauen, was Mazda daraus macht. Der Schlüssel wird die Infrastruktur sein: Wasserstoff wird nur dann kommen, wenn die auch kommt.

  8. Rolf Rolf

    Sehr interessante Diskussion.
    Nun hat die EU gerade Deutschland viel Wohlstand beschert. Der Grundgedanke ist immer noch wunderbar, verzettelt sich mittlerweile leider in Bürokratie ohne Vision.

    Jene fehlt auch der Autoindustrie vollkommen.
    Wenn man schaut, wie Steve Jobbs mit dem iPod die Musikindustrie umgekrempelt hat und mit dem iPhone beinahe das ganze Leben auf der ganzen Welt, das ist schon wahnsinnig. Dabei hat er das Smartphone nicht mal erfunden, aber eben so umgesetzt, dass es sich durchgesetzt hat.
    Ein anderer Visionär, über den wir hier ja gar nicht mehr reden 😉 hat einen E-Auto Hype geschaffen, ja es war mal cool eines seiner Autos zu fahren. Leider hat er es nicht konsequent weitergeführt, weil er, im wahrsten Sinne des Wortes, abgespaced ist.

    Dabei hat das E-Auto so viel Potential für weitere Ideen.
    Warum nicht Batteriepakete modular nutzen? Beispielsweise eine leichtes Batteriepaket bis 200 km Reichweite für die Bürofahrten und sich beim Händler einfach zwei weitere davon für die Urlaubsfahrt mieten und dann wieder zurückgeben?
    Dass etwas in dieser Richtung gehen würde, zeigt ja Nio mit dem Wechselakku.

    Und wie groß ein Auto ist und wieviel es verbraucht, ist egal, hinten kommt ja nichts raus. Und wenn sich einer 40 kw/h auf 100 km leisten kann, soll er halt. Wenn der Strom grün produziert wird, egal.

    Was fehlt, sind Produkte, die technisch gut sind und einen vernünftigen Preis kosten. Der ID3 wird bei mir im Umfeld immer beliebter, ist ja praktisch ein Golf. Ja, ich wiess, er ist nicht technisch top, aber das liesse sich relativ leicht ändern. Ist ja nicht so, dass die Europäer keine Autos bauen können. Leider ist der ID3, wie übrigens R4 und R5 auch, immer noch 10.000 Euro zu teuer. Ein in Brandenburg gebautes Model 3 in der voll ausgestatteten Grundversion kostet 36.900 Euro mit 513 km WLTP-Reichweite, ein Mittelklassewagen. Es geht also.

    Nochmal zum Tempolimit. Vor zwei Jahren bin ich an einem Sonntag von Landskrona in Schweden durch Dänemark nach Hamburg gefahren.
    In Schweden und Dänemark lief der Verkehr problemlos mit 120/130 (etwas darüber) problemlos vor sich hin. Tempomat an und Ruhe.
    Ab der deutschen Grenze brach der Verkehr, wie gewohnt, wieder zusammen, 80 waren noch drin. Rechts ein Wohnwagen und kilometerlang nichts und links Gedränge, Beschleunigen, hart Bremsen, das Übliche.
    Ich fahre wirklich gerne schnell, richtig schnell, aber die Wahrheit ist halt, dass der Verkehr viel besser fliest in Ländern mit Tempolimit.

    • Hömal Hömal

      Mein Fazit nach etlichen Jahren übers große deutsche Eck: Nach dem Walserberg in die rechte Spur einklinken und dort in aller Ruhe dahinbummeln, während sich links von einem ein Drama nach dem anderen abspielt. Ich weiß nicht, was für ein Schalter das ist, der sich in den Köpfen deutscher Autofahrer umlegt, sobald sie auf eine Autobahn auffahren. Das Interessante ist nämlich: In deutschen Städten habe ich den Straßenverkehr deutlich entspannter erlebt als in Österreich und ganz besonders in Wien.

  9. Rolf Rolf

    Jetzt muss ich mal etwas zum deutschen Journalismus sagen.
    Normalerweise sollte dieser neutral sein, gerade bei technischen Produkten. Dies würde deutsche Hersteller auch eher animieren, wieder gute Autos zu bauen, wenn sie Vergleichstests verlieren würden.
    Leider passiert dies keinesfalls, es werden nach wie vor die deutschen Autos hochgeschrieben und die Korken knallen bei den Herstellern, ob der „guten“ Tests.
    Ich hatte 40 Jahre lang die AMS abonniert. Dafür schäme ich mich heute fast.

    Eben im Supermarkt mal die 80-Jahre-Ausgabe durchgeblättert.
    Da gibt es einen Test der Model 3 Klasse.
    Der Mercedes gewinnt natürlich, ist wieder „das Beste oder nichts“, fährt angeblich am schönsten und hat die beste Bedienung und Technik.
    Der Verbrauch wird etwas höher als Model 3 angegeben, beide rund 21 kW/h, die Reichweite ist beim Mercedes um sagenhafte 4 km weiter.
    Testwagenpreis Tesla 47.000 Euro, Mercedes 74.000 Euro.

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