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radical#6: Leapmotor

Beeindruckend

Gegründet 2015 vom Elektroingenieur Zhu Jiangming gilt Leapmotor als eines der wichtigsten und vor allem erfolgreichsten Start-ups in China. Die junge Marke konnte im vergangenen Jahr fast 600’000 Fahrzeuge verkaufen, ein Plus von über 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das ist auf jeden Fall ein ausgezeichnetes Fundament auf dem so wichtigen Heimmarkt. Doch da ist noch mehr: Seit 2023 besteht ein Joint-Venture zwischen Leapmotor und dem europäischen Riesen Stellantis (Peugeot, Citroën, Opel, etc.). Das bedeutet nicht nur wirtschaftliche Stabilität, sondern über die Stellantis-Verkaufsorganisationen auch den Zugang zu unterdessen über 1700 Verkaufsstellen auf der ganzen Welt. Dabei profitiert Leapmotor sicher auch noch von anderen Synergien innerhalb des Konzerns, etwa bei Design und der Entwicklung des Fahrwerks. Andererseits hat sich Stellantis mit Leapmotor sehr viel Kompetenz bei der Entwicklung von Elektroautos ins Haus geholt, denn die Chinesen gehören gerade bei den Batterien und auch der Software zu den führenden Autoherstellern weltweit. Dazu kommt: Über zwei Drittel der Komponenten stammen aus dem eigenen Haus, was selbstverständlich einen sehr positiven Einfluss auf die Wertschöpfung hat.

Doch für Zhu Jiangming ist das erst der Anfang, wie er sich in einer eindrücklichen Rede zum 10. Geburtstag seiner Marke ausdrückte. Wenn Leapmotor dann 20 wird, will der Firmengründer vier Millionen Autos verkaufen pro Jahr – und die Hälfte davon ausserhalb von China. Das darf man als sehr ambitioniert bezeichnen, beides. Andererseits: Als Leapmotor Anfang 2025 in der Schweiz antrat, da gab es den kleinen T03 und das SUV C10. Noch im vergangenen Jahr kam der B10 dazu. Auf der Motor Show in Brüssel Anfang Januar präsentierten die Chinesen nun auch noch den B03X, den B05 und den B10 als Hybrid EV (was die neue Bezeichnung für die Stromer mit Range Extender ist). Es versteht sich von selbst, dass die Erwartungen grösser werden, wenn das Line-up dermassen wächst. 940 Fahrzeuge hat Leapmotor im vergangenen Jahr in der Schweiz verkauft, war damit die mit Abstand am schnellsten wachsende Marke überhaupt.
 
Dass Leapmotor in der Schweiz durch die Emil Frey AG vertreten wird, darf als weiterer Vertrauensbeweis für die Produkte aus China betrachtet werden. Gegründet 1924, setzte Unternehmensgründer Emil Frey mit seinen Dienstleistungen rund ums Automobil schon früh neue Massstäbe. In einem Brief von 1935 «An meine geehrte Kundschaft» legte der Autopionier seine Unternehmensprinzipien dar: Er versprach, «nur wirkliche Qualitätsware zu fairen Preisen zu verkaufen» sowie einen «prompten und gewissenhaften» Service durch sein «fachgeschultes Personal». Das gilt alles selbstverständlich auch bei Leapmotor.
 
Die neuen Modelle:
 
Leapmotor B03X:
Trotz nur 4,2 Meter Länge will der ganz neue Leapmotor B03X mit seinem Raumangebot punkten – und wird unter den Kompakten mit seinen 2,6 Metern Radstand für ganz neue Innenraumdimensionen sorgen. Noch sind nicht alle Details bekannt zum B03X, doch er wird zuerst als reiner Stromer kommen.

Leapmotor B05:
Einen ganz neuen Weg geht Leapmotor mit dem B05. Hier zählt nun zum ersten Mal nicht mehr nur die reine Vernunft. Mit einer Länge von 4,43 Metern und seiner «Hot Hatch»-Silhouette will der B05 jüngere Kunden ansprechen, die nach einem sportlicheren Auftritt verlangen. Die stärkere Version kommt mit 218 PS und will in 6,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h sprinten. Mit der 67,1-kWh-Batterie soll die Reichweite über 600 Kilometer betragen.

Leapmotor B10 Hybrid EV:
Bisher gab es den 4,53 Meter langen B10 nur als reinen Stromer, jetzt kommt eine Version mit Range Extender dazu. Das heisst, ein 1,5-Liter-Benziner dient als Stromgenerator, der Energie liefert für den 18,8-kWh-Akku. Das Fahrzeug fährt immer elektrisch, die rein elektrische Reichweite beläuft sich auf 80 Kilometer. In Kooperation mit dem Verbrenner werden es dann rund 900 Kilometer. Der B10 Hybrid EV ist in der Schweiz bereits erhältlich, er kostet wie der reine Stromer ab 29’900 Franken.

Es ist dies ein Beitrag aus radical#6. Mehr gute Stories gibt es im Archiv.

2 Kommentare

  1. Max Max

    Das unaufgeregte Design dürfte zum Erfolg beitragen. Löst keine Freudensprünge aus, aber auch kein Augenkrebs.

  2. Geka Geka

    Ich mache mir Gedanken, wie unsere Sozialstaaten in Europa in Zukunft am laufen gehalten werden. Autos Design und Made in China (da gehört auch Mini und Smart dazu) gehören aus meiner Sicht nicht dazu.

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