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Dachgepäckträger fürs Auto: Mehr Platz ohne größeres Auto

Der Urlaub steht vor der Tür, die Koffer sind gepackt und eigentlich könnte es losgehen. Wäre da nicht dieser eine kleine Haken: Der Kofferraum ist voll. Und zwar richtig voll. Die Reisetaschen der Kinder sind verstaut, der Campingkocher hat gerade noch eine Lücke gefunden und irgendwo zwischen Kühltasche und Schlafsäcken steckt das letzte Paar Schuhe. Nur die beiden Fahrräder, das zusätzliche Zelt und die Strandstühle stehen noch in der Garage.

Solche Situationen kennt vermutlich jeder, der regelmäßig mit dem Auto verreist. Dabei ist es völlig egal, ob vor der Tür ein kompakter VW Golf oder ein geräumiger Kombi steht. Mit jedem zusätzlichen Mitfahrer wächst der Platzbedarf. Und wer einmal für zwei Wochen mit Kindern in ein Ferienhaus gefahren ist, weiß: Von wegen, wir nehmen nur das Nötigste mit.

Die gute Nachricht: Mehr Platz muss nicht zwangsläufig mehr Auto bedeuten. Ein Dachgepäckträger erweitert die Transportmöglichkeiten des vorhandenen Fahrzeugs erheblich. Und weil moderne Trägersysteme ausgesprochen vielseitig sind, können sie längst mehr als nur eine Dachbox halten.

Der Grundträger: Die Basis für nahezu alles

Bevor Fahrräder, Skier oder Gepäck auf dem Autodach Platz finden, braucht es zunächst eine stabile Grundlage. Diese bilden die sogenannten Grundträger. Meist handelt es sich dabei um zwei quer über das Fahrzeugdach verlaufende Streben aus Aluminium oder Stahl.

Wie diese befestigt werden, hängt vom jeweiligen Auto ab. Manche Fahrzeuge besitzen eine klassische Dachreling, andere eine integrierte, bündig anliegende Reling. Wieder andere verfügen über spezielle Befestigungspunkte unter kleinen Abdeckungen oder benötigen fahrzeugspezifische Klemmhalterungen.

Entscheidend ist, dass das System ausdrücklich für das eigene Fahrzeug freigegeben ist. Denn nicht jeder Dachträger passt auf jedes Auto – selbst dann nicht, wenn die Dachbreite nahezu identisch erscheint.

Wer sich einen Grundträger anschafft, sollte auch einen Blick auf die Zukunft werfen. Besonders interessant sind Systeme mit T-Nuten, in denen sich verschiedene Aufsätze befestigen lassen. So kann derselbe Grundträger im Winter eine Skihalterung tragen, im Sommer Fahrräder transportieren und beim nächsten Familienurlaub als Basis für eine Dachbox dienen.

Das macht ein gutes Trägersystem zu einer langfristigen Investition. Eine große Auswahl an Dachträgern findet ihr zum Beispiel bei Inter Pack.

Dachboxen: Der zweite Kofferraum auf dem Autodach

Die wohl bekannteste Erweiterung ist die Dachbox. Sie bietet zusätzlichen, weitgehend wettergeschützten Stauraum und eignet sich besonders für Kleidung, Schlafsäcke, Skiausrüstung oder andere sperrige, aber vergleichsweise leichte Gegenstände.

Je nach Modell bieten Dachboxen ein Volumen von ungefähr 300 bis über 600 Litern. Damit lässt sich der Gepäckraum eines Autos erheblich erweitern.

Allerdings ist eine Dachbox kein vollwertiger Ersatz für einen weiteren Kofferraum. Entscheidend ist neben ihrem Volumen vor allem die zulässige Zuladung. Während große Boxen auf den ersten Blick riesige Mengen Gepäck aufnehmen können, liegt ihre erlaubte Nutzlast häufig nur bei einigen Dutzend Kilogramm.

Besonders schwere Gegenstände gehören deshalb besser in den normalen Kofferraum, möglichst tief und gut gesichert. Auf dem Dach finden dagegen leichte, voluminöse Dinge ihren Platz.

Beim Kauf sollte man außerdem auf die Länge achten. Wer hauptsächlich Reisetaschen transportieren möchte, benötigt nicht zwangsläufig eine besonders lange Box. Für Ski oder Snowboards sieht die Sache anders aus. Auch die Position auf dem Dach spielt eine Rolle: Die Heckklappe muss sich weiterhin öffnen lassen, ohne gegen die Box zu stoßen.

Praktisch sind Dachboxen, die sich von beiden Seiten öffnen lassen. Gerade bei einem vollgeparkten Ferienhaus oder auf einem engen Campingplatz ist das ein echter Vorteil.

Fahrradträger: Mit dem Rad in den Urlaub

Wer sein Fahrrad mitnehmen möchte, benötigt nicht zwingend eine Anhängerkupplung. Spezielle Fahrradhalterungen lassen sich direkt auf dem Dachgrundträger befestigen. Je nach Fahrzeugbreite, Dachlast und Trägersystem können dort mehrere Fahrräder nebeneinander transportiert werden.

Das hat einige Vorteile. Der Kofferraum bleibt frei zugänglich, das hintere Kennzeichen wird nicht verdeckt und auch die Rückleuchten bleiben sichtbar. Zudem sind Dachfahrradträger häufig günstiger als hochwertige Systeme für die Anhängerkupplung.

Ganz ohne Nachteile funktioniert das allerdings nicht. Die Fahrräder müssen zunächst auf das Dach gehoben werden. Bei einem niedrigen Kombi ist das noch relativ einfach, bei einem großen SUV kann die Aktion bereits sportliche Züge annehmen.

Besonders problematisch wird es bei schweren E-Bikes. Viele Dachfahrradträger sind für solche Gewichte nicht ausgelegt. Hier ist ein geeigneter Träger für die Anhängerkupplung in der Regel die bessere Lösung.

Hinzu kommt der Luftwiderstand. Fahrräder stehen auf dem Dach direkt im Fahrtwind. Das kann den Kraftstoffverbrauch und bei Elektroautos den Stromverbrauch erheblich erhöhen. Der ADAC ermittelte in einem Vergleich bei 130 km/h mit einem Dachfahrradträger einen Mehrverbrauch von 34,2 Prozent gegenüber der Fahrt ohne Träger.

Für gelegentliche Ausflüge ist der Dachtransport trotzdem eine interessante Möglichkeit – insbesondere dann, wenn das Auto keine Anhängerkupplung besitzt.

Ski, Snowboards und Surfbretter: Für jede Sportart die passende Lösung

Ski- und Snowboardhalter

Spezielle Klemmhalter halten Wintersportausrüstung sicher auf dem Fahrzeugdach. Eine passende Dachbox schützt zusätzlich vor Schmutz und Streusalz.

Surfbrett- und Kajakhalter

Gepolsterte Auflagen, spezielle Aufnahmen und geeignete Spanngurte ermöglichen den Transport sperriger Sportgeräte.

Dachträgersysteme sind längst nicht auf Urlaubsgepäck und Fahrräder beschränkt. Wer im Winter regelmäßig in die Berge fährt, kann spezielle Ski- und Snowboardhalter montieren. Diese lassen sich häufig abschließen und ermöglichen einen unkomplizierten Zugriff auf die Ausrüstung.

Für Wassersportler gibt es Halterungen für Surfbretter, Kajaks oder Kanus. Auch hier ist die korrekte Befestigung entscheidend. Insbesondere große Gegenstände bieten dem Fahrtwind eine erhebliche Angriffsfläche.

Und wer beim Camping mehr Ausrüstung mitnehmen möchte, kann zu Dachkörben oder Transportplattformen greifen. Solche Systeme eignen sich beispielsweise für robuste Transportboxen oder sperrige Ausrüstungsgegenstände. Lose Gegenstände dürfen dabei keinesfalls ungesichert transportiert werden.

Dachlast: Wie viel darf eigentlich aufs Auto?

So praktisch der zusätzliche Stauraum ist, das Fahrzeugdach kann nicht beliebig viel Gewicht tragen.

Bei vielen Pkw liegt die zulässige Dachlast bei 75 Kilogramm. Je nach Modell können aber auch nur 50 oder beispielsweise 100 Kilogramm erlaubt sein. Maßgeblich ist immer die Angabe des Fahrzeugherstellers, die normalerweise in der Betriebsanleitung zu finden ist. Im Fahrzeugschein wird die zulässige Dachlast nicht gesondert aufgeführt.

Und jetzt kommt der Punkt, den viele übersehen: Zur Dachlast zählt nicht nur das Gepäck, sondern auch das Gewicht des Grundträgers und des jeweiligen Aufsatzes.

Zusätzlich gelten die Tragfähigkeitsgrenzen von Dachbox und Grundträger sowie zulässiges Gesamtgewicht und Achslasten des Fahrzeugs. Es gilt jeweils die niedrigste relevante Grenze.

Bei einem Auto mit 75 Kilogramm Dachlast, einem fünf Kilogramm schweren Grundträger und einer 18 Kilogramm schweren Dachbox bleiben also rechnerisch noch 52 Kilogramm für das Gepäck übrig.

Das ist für Kleidung und Campingzubehör durchaus ordentlich. Für schwere Getränkekisten oder Werkzeugkoffer ist der Platz auf dem Dach dagegen nicht gedacht.

Mehr Gepäck bedeutet auch mehr Verbrauch

Wer schon einmal mit einer großen Dachbox über die Autobahn gefahren ist, dürfte den Unterschied bemerkt haben. Das Auto wird häufig lauter, reagiert empfindlicher auf Seitenwind und verbraucht mehr Energie.

Der Grund ist einfach: Jede Dachbox und jeder Fahrradträger verändert die Aerodynamik des Fahrzeugs. Bei steigender Geschwindigkeit nimmt die Bedeutung des Luftwiderstands stark zu.

Der ADAC hat bei einer Messung mit Dachbox und 130 km/h einen durchschnittlichen Mehrverbrauch von rund 18 Prozent beziehungsweise etwa einem Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer festgestellt.

Bei Elektroautos kann sich die zusätzliche Dachladung ebenfalls deutlich auf die Reichweite auswirken. Auf einer langen Urlaubsfahrt kann das bedeuten, dass ein weiterer Ladestopp notwendig wird.

Deshalb gilt: Wer den Dachträger nicht benötigt, sollte ihn wieder demontieren. Das reduziert Windgeräusche, spart Energie und schont den Geldbeutel.

Wie schnell darf man mit Dachgepäckträger fahren?

Eine allgemeine gesetzliche Höchstgeschwindigkeit speziell für Dachboxen oder Dachträger gibt es in Deutschland nicht. Trotzdem ist das kein Freibrief für unbegrenztes Autobahntempo.

Die Geschwindigkeit muss immer an Fahrzeug, Beladung und Straßenverhältnisse angepasst werden. Außerdem sind die Vorgaben beziehungsweise Geschwindigkeitsbegrenzungen des jeweiligen Trägerherstellers zu beachten.

Der ADAC empfiehlt bei Fahrten mit Dachbox eine Geschwindigkeit von höchstens 130 km/h, bei Fahrrädern auf dem Dach maximal 120 km/h.

Vor der Abfahrt sollte zudem die Befestigung vollständig kontrolliert werden. Das gilt nicht nur für den Grundträger, sondern auch für Dachbox, Fahrräder und sämtliche Zurrgurte.

Nach einigen Kilometern empfiehlt sich eine erneute Kontrolle. Gerade nach der ersten Montage können sich Befestigungen noch setzen.

Und nicht vergessen: Die Gesamthöhe des Autos verändert sich. Das klingt banal, kann bei Tiefgaragen, Parkhäusern oder Höhenbegrenzungen aber teuer werden.

Dachträger kaufen: Darauf solltest du achten

Der Markt bietet eine riesige Auswahl, vom preiswerten Stahlträger bis zum aerodynamisch optimierten Aluminiumprofil mit Schnellverschluss und integriertem Schloss.

Eine wichtige Rolle spielt die Frage, wie häufig das System zum Einsatz kommt. Wer nur einmal im Jahr in den Skiurlaub fährt, stellt andere Anforderungen als jemand, der jedes Wochenende seine Fahrräder transportiert.

Besonders empfehlenswert sind Systeme, die sich einfach montieren und wieder entfernen lassen. Auch eine möglichst geringe Geräuschentwicklung ist angenehm. Moderne Aluminiumprofile mit aerodynamischem Querschnitt sind hier häufig im Vorteil.

Beim Kauf sollte man besonders auf folgende Punkte achten:

  • Fahrzeugfreigabe und passende Montagefüße
  • Tragfähigkeit des Grundträgers und zulässige Dachlast
  • Kompatibilität mit Dachboxen, Fahrrad- und Sportgerätehaltern
  • Einfache und sichere Montage
  • Abschließbare Befestigungen
  • Qualität, Verarbeitung und nachvollziehbare Sicherheitsprüfungen

Bekannte Anbieter wie Thule, Atera, Yakima oder Menabo haben unterschiedliche Systeme im Programm. Auch die Original-Zubehörprogramme vieler Autohersteller bieten fahrzeugspezifische Lösungen.

Wer unsicher ist, sollte lieber zu einem ausdrücklich für sein Fahrzeug freigegebenen Träger greifen, statt mit vermeintlich universellen Halterungen zu experimentieren.

Sicherheit: Ein Dachträger ist kein Platz für Experimente

So einfach moderne Systeme oft montiert werden können, bei der Sicherheit sollte niemand Kompromisse eingehen.

Eine schlecht befestigte Dachbox oder ein unzureichend gesichertes Fahrrad kann sich bei einer Vollbremsung oder einem Ausweichmanöver lösen. Deshalb müssen sowohl die Träger als auch das Ladegut gegen Verrutschen und Herabfallen gesichert werden. Das schreibt § 22 der Straßenverkehrs-Ordnung ausdrücklich vor.

Auch die Lastverteilung spielt eine Rolle. Schwere Gegenstände sollten möglichst im Fahrzeug verbleiben. Was auf dem Dach transportiert wird, muss gleichmäßig und entsprechend den Herstellerangaben verteilt werden.

Das zusätzliche Gewicht erhöht außerdem den Schwerpunkt. Dadurch kann sich das Auto in schnellen Kurven oder bei plötzlichen Ausweichbewegungen anders verhalten als gewohnt.

Bei längeren Gegenständen wie Kajaks oder anderen Sportgeräten müssen zudem die gesetzlichen Bestimmungen zu Ladungsüberständen beachtet werden. Im Ausland können andere Regeln gelten.

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