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Sbarro Tornado SB2

Stürmisch

Vom Sbarro Mille Miglia hatten wir es ja erst gerade kürzlich, also: hier. Im gleichen Jahr, also 2005, war auf dem Stand von Sbarro auf dem Genfer Salon aber noch ein zweites Fahrzeug zu sehen, der Sbarro Tornado SB2. Den durften wir ebenfalls fahren, der wird ebenfalls am 29.4. von der Oldtimergalerie in Toffen versteigert. Und hat einen ähnlichen Hintergrund wie der Mille Miglia.

Wo es einen SB2 gibt, muss es fast zwangsläufig auch einen SB1 geben. Und so ist es ist: auf dem Genfer Salon 2004 hatte Sbarro den SB Tornado auf Basis eines Ferrari 550 Maranello vorgestellt. Ein wilder Umbau, auch wenn viele Elemente der Basis erhalten blieben. Doch vor allem die Front gab zu reden, Sbarro sagte, sie soll an die Testarossa aus den 60er Jahren erinnern, doch da sah er etwas, was sich anderen Betrachtern wohl eher entzog. Schön immerhin das Panorama-Scheibchen im Retro-Look. Und viele offene Ferrari mit V12 gab es ja auch nicht.

2005 kam dann der logische Nachfolger, als Tornado SB2 bezeichnet – und auf Wunsch des gleichen Kunden gebaut, der schon den Mille Miglia bestellt hatte. Als Basis durfte diesmal ein gebrauchter 456er-Ferrari dienen, also: 5,5-Liter-V12, 440 PS. Im Vergleich zum ersten Tornado wirkt der SB2 etwas gezähmter, das Innenleben ist nicht mehr komplett in weissem Leder ausgeschlagen, sondern in einem deutlich dezenteren Beige. Doch genau dieses Interieur ist schon auch sehr speziell, der Mitteltunnel wird von einem roten Schild bedeckt, die Armaturen finden nur in der Mittelkonsole, vor dem Lenkrad hat es – nichts. Auch hier ist es wieder die Front, die nicht nur Freunde gefunden hat, harmonisch ist wohl tatsächlich ein ganz klein wenig anders. Aber für die Show ist der Tornado SB2 mindestens so gut wie der Mille Miglia, obwohl er gerade mit seinen Scherentüren viel futuristischer wirkt.

Und wie beim Mille Miglia ist das Fahrerlebnis auch ein sehr positives. Einen Ferrari-V12 an der frischen Luft sitzend erfahren zu dürfen, gehört zu den grösseren automobilen Vergnügen. Der Sbarro benimmt sich wie ein Lämmchen, das manuelle 5-Gang-Getriebe lässt sich problemlos schalten – im Sound gibt sich der Tornado erstaunlich zurückhaltend. Aber die Fuhre geht ganz schön ab, die Maschine dreht wunderbar hoch, die Lenkung ist schön präzis, die Bremsen ihrer Aufgabe jederzeit gewachsen – ja, das alles bietet ein erfreuliches Mass an Fahrfreude. Und trotzdem ist es irgendwie auch verständlich, dass der Tornado SB2 wie sein Vorgänger ein Einzelstück bleiben musste – so viel Aufmerksamkeit muss man ja auch noch verarbeiten können, mental. Technisch, das darf geschrieben sein, sind die Sbarro aber wirklich sehr sauber gemacht.

Alles zur Auktion vom 29.4. finden Sie auf der Seite der Oldtimergalerie; es hat da neben den beiden Sbarro auch noch andere interessante Angebote. Mehr «echte» Ferrari finden Sie jederzeit bei uns im Archiv.

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