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Swiss Moto 2019

Die Trends der neuen Saison

Vom 21. bis 24. Februar 2019 gab es in Zürich-Oerlikon bei frühlingshaftem Töffwetter einen bunten Strauss von Modellneuheiten zu bestaunen. Voll im Trend liegen nach wie vor Neuinterpretationen von Klassikern mit moderner Antriebstechnik unter nostalgisch gestylter Hülle.

 

Eine Superstar ohne jegliche Starallüren steht unscheinbar in einer Ecke des Honda-Standes. Mit über 100 Millionen verkaufter Exemplare ist die Honda Super Cub das mit Abstand meistverkaufte motorgetriebene Fahrzeug der Welt. 1958 rollte die erste Super Cub als C100-Ausführung aus der Honda-Fabrik in Japan. Weitere Motorisierungen von 50 bis 125 Kubik folgten. Doch bislang war das Kultfahrzeug nur Japan und dem asiatischen Raum vorbehalten. Nun kommt in Form der Suber Cub C 125 eine Art Edelversion nach Europa. Für etwas mehr als 5000 Franken gibt’s einen 9,7 PS starken Viertaktmotor, millionenfach bewährte Alltagstauglichkeit und eine grosse Portion kultiges Understatement.

Aber natürlich tut sich auch Einiges am oberen Ende der PS-Skala. 30 Jahre nach dem Fall der heute fast schon rührend anmutenden, freiwilligen 100 PS-Beschränkung in Deutschland wird die Liste der «200 PS-plus»-Bikes stetig länger. Oben auf schwingt die mit Kompressor ausgestattete Ninja H2 von Kawasaki, deren Strassenversion es nun auf 231 statt wie bislang «nur» 200 PS bringt. Dann lässt der italienische Hersteller Ducati bei seiner Panigale V4 R mit Strassenzulassung ebenfalls satte 221 PS Leistung zu oder Aprilia bei der RSV4 R 217 PS. Und selbst die bis anhin in Sachen Topleistung zurückhaltenden Bayrischen Motorenwerke trumpfen nun bei der neuen BMW S 1000 RR mit protzigen 207 PS Topleistung auf. Allen gemein ist eine lange Liste von elektronischen Helfern, die diese geballten Urkraft für Otto Normalfahrer überhaupt fahrbar machen.

Interessanterweise haben sich die beiden grossen japanischen Hersteller Honda und Yamaha zwischenzeitlich aus diesem PS-Wettlauf zurückgezogen und konzentrieren sich vielmehr auf die wirtschaftlich interessanteren Mittelklasse-Modelle. So steht bei Honda eine eigentlich Armada von neuen, schnittigen 500er- und 650er-Modellen, die es wahlweise als Tourer, Naked Bike oder Tourer gibt. Bei Yamaha wurde für die neue Saison insbesondere die Vielfalt der 700er-Modelle, die alle auf dem MT-07-Zweizylinder-Bestseller basieren, um die interessante Einsteiger-Reiseenduro Yamaha Ténéré 700 erweitert.

Im Sog des PS-Wettrüstens der Rennmaschinen werden auch alle anderen, weniger spektakulären Modelle langsam aber sicher PS-stärker. So bringt es die Alleskönnerin R 1250 GS-Reiseenduro von BMW dank neuen Boxermotor mit variabler Ventilsteuerung mittlerweile auf 136 PS. Und das etwas sportlichere Konkurrenzmodell von Ducati, die Multistrada, ist unterdessen bei 158 PS angelangt.

Da setzen die nach wie vor im Trend liegenden Retrobikes geradezu einen beruhigenden Gegenpol. Hier liegt der Fokus weniger auf dem ultimativen PS-Kick als auf dem designmässigen Zelebrieren der guten alten Zeit. So begnügt sich die zweite Neuauflage des W800 Klassikers von Kawasaki, den es neu auch als sportliche Café Racer gibt, mit gemütlichen 48 PS. Oder auch die Moto Guzzi V85 TT und die neue Triumph Scrambler, welche die Nische der Klassik-Reiseenduros besetzen, sind lediglich mit 85, respektive 90 PS unterwegs. Dagegen verpasste der japanische Hersteller Suzuki seiner Neuauflage des Katana-Modells passend zum kantig sportlichen Look erneut einen eher kraftvollen Motor mit 150 PS, wobei das Vorbild aus dem Jahr 1981 bereits 117 PS auswies.

Auf erstaunlich viel Power und Agilität setzt zudem die älteste US-Marke Indian Motorcycles mit ihrer neuen Indian FTR 1200, die sich vom Design her an die driftenden Rennmaschinen auf den Flat-Track-Dreckpisten der USA anlehnt. Diese offensichtliche Konkurrenz zu den Monster-Modellen von Ducati ist von einem klassischen V2-Motor mit 120 PS angetrieben.

Wir bedanken uns bei Daniel Huber für diesen Text. Mehr Motorräder gibt es in unserem Archiv.

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