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Extra-Touren (8)

Weiter hinten, oben

Es gibt nicht einmal ein Schild, keinen Wegweiser dort in Holderbank, wo man abbiegen muss. Auch die zweite Zufahrt über Oberbuchsiten ist mehr so ein Geheimweg. Man muss also von der Tiefmatt wissen, sonst wird man kaum auf die Idee kommen, sie besuchen zu wollen. Oder man findet sie zufällig, wenn man den bekannten Jura-Höhenweg erwandert. Doch es gibt ja zum Glück auch noch «radical», wir suchen solche Lokale – und finden sie auch.

Es ist ein schöner Ort, dort oben auf 800 Meter über Meer. An schönen Tagen sieht man weit in die Alpen, ein Schild beim Parkplatz erklärt, was es alles zu sehen gibt. Und weil man ganz weit abseits der Hauptverkehrsströme ist, herrscht auch eine wunderbare Ruhe dort oben. Und so sitzt man an schönen Tagen auf der schönen, grossen Terrasse und an nicht so schönen Tagen in der schönen, grosszügigen Gaststube – und spürt, wie man ruhiger wird, wie sich das Leben entschleunigt. Vielleicht, wahrscheinlich sollte man öfter solche Orte aufsuchen. Zumal die Strasse, die in die Tiefmatt führt, schmal und kurvig ist, Spass macht, auch deshalb, weil sie teilweise auch noch über Schotter führt.

Nun nennt sich die Tiefmatt auch noch «Genussgasthaus». Und bietet, neben den klassischen Gerichten wie einem Tatar und dem Wurst-Käse-Salat und schönen Zvieri-Plättli, auch noch ein Genuss-Menu. Am Herd steht Remo Hofmann, und er schafft Woche für Woche ein frisches Angebot, allein dafür gebührt ihm schon: Ehre. Nein, es ist nicht Sterne-Niveau, aber es ist wunderbar saisonal und regional in der Auswahl der Produkte und ehrlich und gut. Wir hatten, zum Beispiel, eine Bärlauch-Suppe, nach der wir auch Tage später noch rochen (das muss so sein, oder?). Das Entrecôte hätte etwas mehr Liebe beim Braten verdient, doch der dazu gereichte Kartoffel-Gratin war ausgezeichnet. Das Gemüse ebenfalls, nicht der nach gar nichts schmeckende Brei, den man sonst allerorten erhält. Und sollte man noch den ganz grossen Hunger verspüren, obwohl die Portionen wirklich grosszügig sind, dann gibt es eine schöne Dessertkarte; wir setzen uns manchmal einfach auf die Terrasse und essen einen hausgemachten Kuchen. Ach ja, preislich ist das alles sehr vernünftig, das Vier-Gang-Menu für 61 Franken ist das Geld wirklich wert. Und sollte man zu tief in die kleine, feine Weinkarte geschaut haben, dann kann die (die manchmal etwas gar joviale) Gastgeberin Nicki Triendl auch noch fünf (einfache) Zimmer anbieten.

Infos: Genussgasthof Tiefmatt, Tiefmattstrasse 109, 4718 Holderbank, Tel. 062/390 20 60, www.tiefmatt.ch.

(«Extra-Touren» ist so etwas wie «sponsored content»; in Zusammenarbeit mit Renault suchen wir schöne, abgelegene Restaurants in der Schweiz, die man eigentlich nur mit dem Automobil erreichen kann. Das Ziel ist das Ziel, und man könnte es auch zu Fuss erreichen, aber wir fahren nun halt einmal viel lieber. «radical» unternimmt diese «Extra-Touren» mit einem Renault Koleos. Bereits publiziert:

Extra-Touren (1) – Osteria Bordei

Extra-Touren (2) – Valle Maggia/Val Bavona

Extra-Touren (3) – Im Emmental

Extra-Touren (4) – Bei Renzo und am Brunnen

Extra-Touren (5) – Stubete und andere Traditionen)

Extra-Touren (6) – Im Jura

Extra-Touren (7) – La Ferme des Brandt

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