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Fiat 8V – Vignale

Farbenspiel

Aus gutem Grund stehen die zehn Coupé und das eine Cabriolet, die Vignale (oder besser: Giovanni Michelotti) für die Fiat 8V entwarfen, etwas im Schatten anderer «Otto Vu», etwa den Zagato, sicher den «Supersonic». Es dürfte an der etwas gar hohen Seitenlinie liegen, die den Wagen heute etwas plump wirken lassen, die aber damals Ausdruck für Sportlichkeit waren. Auch das Heck ist gerade bei Coupé etwas eigenartig, mag gar nicht so recht zum ansonsten sehr filigranen Fiat mit seinem delikaten 2-Liter-Achtzylinder passen. Interessant in diesem Zusammenhang: die Otto Vu, die nach Amerika ausgeliefert wurden, wurden fast immer ohne Motor verkauft – weil es damals in den USA niemanden gab, der sie hätte warten können. Dieses Schicksal traf auch das hier gezeigte Cabriolet mit der Chassis-Nummer 106.000050, und leider weiss man nicht, wo sich denn der originale Antrieb befindet (und ob es ihn überhaupt je gab). Selbstverständlich ist heute ein 8V-Motor installiert – der aber über ein 5-Gang-Getriebe von Alfa Romeo geschaltet wird.

Das hier gezeigte Coupé dagegen verfügt noch über seinen originalen Antrieb. Was daran liegt, dass die Chassis-Nummer 106.000047 ursprünglich nach Italien ausgeliefert wurde, an einen Alessandro Carfomella. Damals war der Wagen noch in einem hellen Grün lackiert (Vignale/Michelotti waren berühmt für ihre oft aussergewöhnlichen Lackierungen), die rote Farbe erhielt er erst viel später in den USA. Das gilt auch für das Cabrio, das ursprünglich (wahrscheinlich) weiss war. Aber in den USA scheinen italienische Automobile einfach rot sein zu müssen, auch wenn das gar nicht so sehr zu ihnen passt.

Die beiden Vignale-8V fanden erst spät in ihrem Leben zueinander, sie wurden am gleichen Ort im Berner Gürbetal photographiert. Sie kamen dann 2015 unter den Hammer, an zwei verschiedenen RM-Sotheby’s-Auktionen, das Cabriolet wurde für 1’120’000 Dollar verkauft. Für das Coupé waren damals 1’100’000 bis 1’400’000 Dollar erwartet worden, drei Jahre später in Monaco wurden diese Erwartungen auf 750’000 bis 950’000 Euro nach unten korrigiert. Doch auch da wollte 047 niemand kaufen – ob es an der Farbe lag?

Diese beiden Otto Vu gehören selbstverständlich auch zu unserer Geschichte und Sammlung der Fiat 8V. Dort sieht man auch die anderen erwähnten Varianten.

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