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Mercedes-Benz GLB 250 4matic

Blau machen

Es ist die Farbe. Diese tiefe, andererseits aber sehr sehr kräftige Blau. Dazu dieser Schimmer. Wenn der Mercedes-Benz GLB 250 4matic so in der Sonne steht, man ist wirklich entzückt ob dieser Farbe.

Gerade von vorne wirkt er damit richtig gut. Die kantige Nase, mit der er wie ein zu heiß gewaschener Neo-G aussieht, sie gefällt, nicht zuletzt dank der Powerdomes auf der Haube. Die braucht es bei 224PS aus vier Zylindern vielleicht nicht zwingend, nett sind sie trotzdem.

Aber überhaupt: was soll dieser GLB überhaupt? Gibt es nicht schon genug Stelzenkombis mit dem Stern auf der Haube? Wo passt da noch etwas rein zwischen GLA und GLC?

Wir haben uns auf die Suche nach der Antwort gemacht. Und sind dabei überraschend schnell bei B-Klasse, Zafira, Sharan und Co gelandet. Denn die sind die eigentlichen Konkurrenten für den blauen Mini-G.

Warum? Weil viele echte Familientransporter dem SUV-Trend in der Kompaktklasse zum Opfer gefallen sind. Genau deshalb stellt Stuttgart nun den neuen Mercedes-Benz GLB 250 4matic an den Start. Mit kantiger Offroad-Optik und optionaler dritter Sitzreihe will er das beste beider Welten kombinieren.

Möglich macht das die MFA2-Plattform, die sich der GLB mit A, CLA und GLA teilt. Sie ist ausreichend flexibel, dass sie neben den kompakten Flachdachmodellen auch einen gestreckten SUV ermöglicht. Das ist für Mercedes vor allem deshalb wichtig, weil sich der Geschmack auf den Weltmärkten entsprechend stark unterscheidet. Neben dem schicken GLA und dem teuren GLC hat man nun also auch für preissensiblere Märkte ein gutes Angebot.

Design, Platz & Komfort

Optisch grenzt sich der Mercedes-Benz GLB 250 deutlich von den anderen kompakten Stuttgartern ab. Seine aufrechte und stolz im Wind stehende Front soll ein bisschen an das grosse G-Modell erinnern. Überhaupt ist der GLB ein bisschen robuster gezeichnet. Es gibt mehr schützende Kunststoffbeplankung und die kantige Optik macht ihn sehr übersichtlich.

Das Platzangebot des 4,63m langen SUVs gewinnt auch dank des geradlinigen Designs. Vorne ist das Platzangebot überraschend großzügig, vor allem aber in Reihe zwei. Denn wer die Siebensitzigkeit bestellt, der bekommt auch eine längs und neigungsverstellbare Bank Fond. Wenn man diese dann ganz nach hinten fährt, können die die Passagiere drei bis fünf über fürstlichen Beinraum freuen.

Natürlich geht das nicht, wenn der Mercedes-Benz GLB 250 mit allen sieben Passagieren besetzt ist. Hier müssen dann Kompromisse eingegangen werden. Überhaupt wird die letzte Reihe nur für Personen bis 1,68m empfohlen. Hier macht sich die kurze Gesamtlänge dann eben doch bemerkbar.

Technische Highlights

Das kommode Fahrwerk ist sicher ein Highlight, wenn auch kein technisches Wunder. Der GLB verzichtet auf Luftfederung und andere Tricks wie etwa Hinterachslenkung oder aktive Stabilisatoren. Gegen Aufpreis gibt es empfehlenswerte adaptive Dämpfer, die besonders im Comfort-Modus gefallen. Denn entgegen seinem beinahe baugleichen Bruder GLA verzichtet der kantige Kompakte damit auf jede Härte.

Nicht verzichtet wird dabei auf das MBUX-Bediensystem. Zugegen, in vollem Umfang hochgerüstet ist es ein teurer Spaß, dennoch lohnt sich die Investition. Mit guter Menüführung, vielen Funktionen und liebevoller Darstellung kann die Einheit voll überzeugen. Gleiches gilt generell für das aus dem MFA2-Baukasten bekannte Interieur.

Wie fährt der Mercedes-Benz GLB 250?

Ruhig, gelassen und doch ausreichend druckvoll. Im Test ist der Mercedes-Benz GLB 250 4matic als Topmodell angetreten. Die 224PS und 350Nm des turbogeladenen Zweiliter-Vierzylinders können sich jederzeit sehen lassen. Dank des fein abgestuften Achtgang-Doppelkupplungsgetriebes und des nahtlos mitarbeitenden Allrad-Antriebs fehlt es nie an Vortrieb und Traktion.

Dabei ist die grösste Stärke des GLBs das gelassene Gleiten. Hier spielen das kommode Fahrwerk, die bequemen Sitze und der gute Geräuschkomfort ihre Stärken aus. Dazu passt der im Vergleich zum GLA völlig veränderte Charakter des Motors. Tritt er dort bissig und agil an, so bleibt er im GLB souverän, kräftig und eher gemütlich.

Wenig überraschend ist allerdings, dass er bei Bedarf nur unwesentlich schlechter durch die Biegung eilt, als der GLA. Denn die technische Basis ist und bleibt eben identisch. Zwar macht der längere Radstand das Einlenken etwas stumpfer, der GLB 250 ist dann aber doch schnell.

Fazit:

Der Mercedes-Benz GLB 250 4matic versucht das Beste verschiedener Welten zu kombinieren. Und er schafft es, vor allem weil trotz grosszügigem Platzangebot und komfortablem Fahrwerk bei Bedarf trotzdem Fahrspass bereitet. Natürlich ist er trotzdem nicht ganz billig, stellt aber selbst zum GLC eine gute Alternative dar.

Technische Daten:

Modell: Mercedes-Benz GLB 250 4matic
Motor: Vierzylinder-Reihe, 1‘991ccm
Leistung: 224PS (165kW)
Drehmoment: 350Nm bei 1‘800-4’000U/min
Antrieb: Allradantrieb, Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe
Verbrauch (NEFZ): 7,4 l Benzin/100km
Testverbrauch: 8,1 l Benzin/100km
Beschleunigung (0 – 100km/h): 6,9s
Höchstgeschwindigkeit: 236km/h
(Abmessungen (L/B/H): 4,63m/1,83m/1,66m
Gewicht: 1’670kg
Grundpreis: 56‘400 CHF

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