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2×2 Motoren in Golf und Ibiza

Noch mehr Bi-Motoren

(Nach dem Alfasud und dem Lancia Trevi Bimotore haben wir noch mehr von diesen aussergewöhnlichen Konstruktionen gefunden, es gibt hier 2×2 Motoren in Golf und Ibiza aus den 80er Jahren.)

1987 startete Rallye-Profi Jochi Kleint mit einem Bi-Motor-Golf für Volkswagen Motorsport beim Pikes Peak International Hill Climb, dem härtesten Bergrennen der Welt. Basierend auf dem Golf II GTI 16V setzte der Prototyp auf die Kraft zweier Antriebsaggregate. Im Rennbetrieb entwickelten die beiden 1,8-Liter-Motoren aus dem Golf II GTI 16 V dank 1,6 Bar Ladedruck aus jeweils einem KKK-Turbolader eine Gesamtleistung von maximal 652 PS – bei einem Kampfgewicht von nur 1.020 Kilogramm. Da beide Motoren über ein eigenes Hewland-Renngetriebe verfügten, konnte der Golf wahlweise mit Allrad- oder nur mit Front- oder Heckantrieb bewegt werden. Welch enormes Potenzial in dem zweifach motorisierten Golf II steckte, demonstrierte Jochi Kleint am Pikes Peak eindrucksvoll, als er mit nur einem Motor die viertbeste Trainingszeit fuhr. Kleint und sein Bi-Motor-Golf lagen im Rennen bis kurz vor dem Ziel vielversprechend im Bereich der Bestzeit. Der Schock für das Volkswagen Team kam dann nur wenige Kurven vor der Ziellinie, als Jochi Kleint den mittlerweile unbeherrschbaren Wagen abstellen musste. Schuld war die winzige Bohrung des Schmiernippels im Achsgelenk, von der ein Riss ausging und zum Bruch des Gelenks führte.

Technisch betrachtet, greift der doppelmotorige Seat Ibiza Bimotor auf dasselbe Antriebkonzept zurück wie der Bimotor-Golf. Vorn und hinten im Fahrzeug ist jeweils ein Vierzylindermotor mit 140 PS verbaut, die Kraftübertragung erfolgt über zwei separate Fünfgang-Getriebe und zwei selbstsperrende Differenziale. Sowohl Front- als auch Heck- sowie Allradantrieb sind möglich. Die Gesamtleistung beträgt entsprechend 280 PS. Das Fahrzeug wurde bei spanischen Rallies eingesetzt, konnte dort aber kaum Erfolge erreichen.

Mehr spannende Automobile gibt es in unserem Archiv.

1 kommentar

  1. der bimotorgolf war eine kopfgeburt des legendären formel super v konstrukteurs kurt „master“ bergmann aus wien

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