Kleines Juwel
Von Allard hatten wir es schon, da ging es um den mehr als nur begabten Rennfahrer und Konstrukteur Sydney Allard und seine J2/J2X/J2R, die es 1950 auf einen dritten Rang in Le Mans brachten. Und 1953 das Feld gar anführten. Das ist eine schöne Geschichte, man kann sie hier nachlesen. Die J2 waren Rennwagen, sehr schnell, aber auch sehr spartanisch – und man weiss es, Rennfahrer sparen, wo sie nur können, deshalb liess sich damit auch nicht so richtig Geld verdienen. So kam Sydney Allard auf die Idee, eine zivilere Version auf den Markt zu bringen, es begann schon 1946 mit dem K1, ging weiter mit dem sehr ähnlichen K2 – und fand seinen Höhepunkt im 1952 auf der London Motor Show vorgestellten K3.




Eigentlich war alles gleich wie beim J2/K2, zumindest unter dem Blech. Es gab ein Stahlrohr-Chassis mit einer modifizierten Starrachse vorne und einer moderneren DeDion-Achse hinten. Unter der Haube arbeiteten zumeist amerikanische V8, da konnte der Kunde selber wählen, zumeist wurden Cadillac-Maschinen installiert, die famosen 331er, etwa 160 PS stark, eines der besten Aggregate jener Jahre (das rote Fahrzeug oben verfügt über einen solchen Cadillac-Motor). Die Fahrleistungen waren ausgezeichnet, denn der 4,45 Meter lange und 1,69 Meter breite Roadster wog nur gerade 1200 Kilo. Im Gegensatz zu den J2, K1 und K2 hatte der K3 aber eine modernere, fast schon schicke Ponton-Karosserie, bot den Insassen auch so etwas wie Platz.





Wahrscheinlich wurden 62 Allard K3 produziert, wahrscheinlich wurden 57 davon in die USA exportiert. Das blaue Fahrzeug unten ist eines von ganz wenigen, das nach der Reise über den Atlantik in den USA den ganz neuen Chrysler-Hemi-V8 erhielt, volle Dröhnung, zwei Vierfach-Vergaser, manuelles Dreigang-Getriebe. Das war dann noch eine Stufe schärfer als die Cadillac-Version, ein wahrer Hot-Rod. Heute bleiben die Allard K3 trotz ihrer Seltenheit, ihrer Schönheit und ihrer hervorragenden Fahrleistungen immer noch Schnäppchen, auch gute Exemplare gibt es für weniger als 100’000 Dollar.








Dürfen wir diese Allard K3 noch zu den Aussergewöhnlichen zählen? Klar. Mehr gutes Material gibt es im Archiv.

