Zurück zum Content

DeTomaso Pantera 90 Si

Weiterentwicklung

Es fängt ja schon mit der Bezeichnung an. Manchmal wird er als GTSi bezeichnet, dann als 90 Si, in Italien als Si, in England reichte die 90. Was wiederum auf den Jahrgang der Überarbeitung hinweist, 1990, also fast 20 Jahre nach dem ersten Pantera, erst da schenkte DeTomaso seinem berühmtesten Modell eine intensive Überarbeitung. Das Design stammte von Marcello Gandini – nun denn, ihm gelang auch nicht alles. Andererseits entsprachen die verbreiterten Kotflügel und der wilde Heckspoiler dem Geschmack jener Zeit, der Ferrari F40 hatte es ab 1987 vorgemacht. Zu Beginn war das noch ein einigermassen wildes Gebastel, die neuen Teil wurden aus GfK hergestellt und auf die bestehenden Blechteile aufgesetzt, erst später wurde die gesamte Karosse aus Blech gefertigt. Insgesamt wurden nur gerade 41 dieser «neuen» Pantera gebaut, zwei wurden bei Crash-Tests geschrottet, einer ging ins Museum, 38 kamen in den Verkauf, nur in Europa; zu einem späteren Zeitpunkt baute Pavesi noch vier Exemplare zum Targa um. Die Heckleuchten stammten übrigens vom Alfa Romeo 33.

Als Antrieb diente weiterhin ein Ford-V8, neu aber mit 5 Liter Hubraum, Benzineinspritzung und 305 PS. Der )= Si rollte auf 17 Zöllern, damit gab es auch Platz für grössere Scheibenbremsen, die den durchaus imposanten Fahrleistungen – Höchstgeschwindigkeit über 270 km/h – nun auch gewachsen waren. Der Lenkung war allerdings immer noch nicht servounterstützt, überhaupt verblieb der Pantera technisch eher in den 70er Jahren, war also ein ziemlich bissiges Fahrgerät. Das Exemplar, das wir hier zeigen, Chassisnummer #9617, wurde 1991 in diesem Gelb nach Deutschland verkauft. Und kommt jetzt mit nur 18’763 Kilometern beim RM Sotheby’s in Miami 2025 zur Versteigerung, erwartet werden 150’000 bis 200’000 Dollar.

Selbstverständlich haben wir schon die ganze Pantera-Geschichte erzählt, hier, einen Fahrbericht gibt es auch – und auch die von DeTomaso, hier. Mehr spannende Fahrzeuge finden sich in unserem Archiv.

4 Kommentare

  1. Christian Christian

    Das Design stammte von Marcello Gandini – nun denn, ihm gelang auch nicht alles.
    Ich stelle mir die Aufgabe eher schwierig vor. Man geht zu einem renomierten Designer und der soll aus einer „ollen Kamelle“ ein zeitgemäßes und adäquates Design machen – aber kosten darf`s wie immer nix oder ned so viel, weil für was wirklich Neues haben wir kein Geld!
    Wahrscheinlich war dann die Vorgabe tatsächlich so „mach was wie den F40 oder den 959 draus“ – daher dann der Spoiler. Und auf die eckigen Radauschnitte stehen wir nicht so, also lass mal weg…
    Was soll der arme Mann (Marcello) denn machen? Wahrscheinlich war es kein leichter Auftrag – aber er hat`s halt gemacht.
    Letztlich muss man auch diese Werke anerkennen, genauso wie er aus dem Biturbo den Ghibli II und Quattroporte IV „extrahiert“ hat. Da konnten auch nicht ganz neue Fahrzeuge als Basis entwickelt werden und er musste sich mit dem begügen, was da war.
    So gesehen, hat sich Marcello ganz gut „aus der Affäre gezogen“ – Ich glaube, es gibt „schlimmere“ Designs – heute auch noch! Sogar als Neuentwicklungen!!!

  2. holger gnam holger gnam

    der Experte für “ malen nach zahlen“ sprach..

    • Peter Ruch Peter Ruch

      Sie erklären uns sicher auch noch, wie Sie das meinen.

  3. Felix Felix

    Im „Malen nach Zahlen“ lese ich im weiteren Sinne die „Verformung der Form“ durch Gesetze und Zeitgeschmack.

    Meine Hypothese: Mit Ölkrise und Sicherheitsauflagen sowie Gestaltungstrends wird aus der plastischen Urform die skulpturale Verformung.

    Ich sehe da den Ur-Countach neben dem 25th-Countach wie den Ur-Pantera neben diesem hier. Gerade mit dem Gelb erinnert er mich auch an damalige Koenig-Specials. Hinter dem Spoiler- und Schürzenwerk ist die Urform kaum auszumachen.

    Und gewiss war der Designer in den 60ern und 70ern auch freier – radikaler? – in seinem Schaffen, als in den 90ern.

    Mir geht es gar nicht so sehr um die reine Form. Das Ding hier ist immer noch eine flotte Flunder. Doch sie ist Ausdruck Ihrer Zeit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert