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Die geheime Tür oder: das Pagani-Paradies

Zu Besuch bei Kessel Auto

Ronnie Kessel sieht aus wie der ewige Student, gross, schlaksig, Brille, Wuschelkopf. Er ist unterdessen 38, aber er kann wie ein kleiner Bub durch seinen grossartigen, eigenen Spielzeugladen toben, man sieht ihm die Freude an. Kessel Auto etwas ausserhalb von Lugano war 1976 von seinem Vater Loris gegründet worden, dieser hatte es immerhin auf drei Formel-1-Läufe gebracht und einen siebten Platz in Le Mans – und machte sich schnell einen Namen als ausgezeichneter Ferrari-Mechaniker und auch -Händler. Loris verstarb tragischerweise 2010, schon mit 23 musste Ronnie übernehmen – und hat Kessel Auto zu einer der ersten europäischen Adressen für Sportwagen gemacht, ist weit über die Grenzen hinaus bekannt. Derzeit wird umgebaut, zwischen Neuwagen und Klassikern stehen gerade auch Bagger, das Geschäft läuft anscheinend bestens, man kann im Tessin deutlich vergrössern.

Irgendwo hinten rechts auf dem Gelände, gut versteckt, befindet sich eine unscheinbare weisse Tür. Dass es nicht einfach irgendeine Tür ist, sieht man dann an den verschiedenen Sicherheitssystemen, die zuerst betätigt, bestätigt, abgeschaltet werden müssen, bevor sie sich öffnen lässt. Direkt dahinter: Ein knallroter Lift. Wieder braucht es einen ganz speziellen Badge, sonst setzt er sich nicht in Bewegung; wir fahren in den dritten Stock. Dort geht es noch zwei Mal ums Eck, dann kommt man in einen grossen Raum, kleine Küche, grosser Tisch, grössere Bildschirme – und weiter hinten, etwas erhöht, eine Lounge mit nur Möbeln von Pagani. Ja, das macht Horacio Pagani auch, Pagani Arte heisst das dann, dort gibt es auch aussergewöhnliche Handtaschen und weitere Accessoires. Ziemlich beeindruckend, was Kessel sich da geschaffen hat, natürlich ein Verkaufsraum, hier können sämtliche Träume der Pagani-Kunden konfiguriert werden, doch es auch so ein bisschen ein Man Cave, ein Rückzugsort, hier kann ganz diskret über alles gesprochen werden.

Dann gibt es da aber auch noch eine Glaswand. Und hinter dieser Glaswand befindet sich das Pagani-Paradies. Bei unserem Besuch stehen dort mehr als 20 dieser italienischen Meisterwerke, ein paar Fahrzeuge von Kunden, andere stehen zum Verkauf (sieben Stück sind es aktuell, wir vermitteln gerne…), es gibt die ganze Geschichte vom Zonda über den Huayra bis zum Utopia, ein paar höchst seltene Stücke auch noch, Imola und so. Man ist da fast ein bisschen fassungslos, nicht einmal im Werk habe ich eine solche Anhäufung gesehen. Es wird hier bei Kessel alles gemacht, Ronnie und sein Team sind schon seit 10 Jahren offizieller Händler, die Tessiner sind zudem Partner für das Rennprogramm «Arte in Pista». Das Pagani-Lager, sagt Ronnie, ist auch so etwas wie ein überdimensionaler Konfigurator, potenzielle Kunden können sich hier bestens inspirieren lassen.

Wir dürfen hier aus Gründen der Diskretion keine Fahrzeuge zeigen, haben dafür unsere Pagani-Geschichten etwas umgestellt. Es gibt nun so etwas wie einen Wegweiser zu dem einzelnen Modellen, also Zonda, Huayra und Utopia (inkl. Fahrbericht), auch noch zum grossen Interview mit Horacio Pagani. Ansonsten ist da noch das Archiv.

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