Familiensilber
Auch wenn anderes geschrieben wird: «La Voiture Noire», dieses auf dem Bugatti Chiron basierende Einzelstück, kostete 2021 die Kleinigkeit von 11 Millionen Euro (vor Steuern), war damit damals der teuerste Neuwagen der Welt. Das schrieb Bugatti selber so in der Presse-Mitteilung, dann darf man das wohl auch glauben. Und nein, LVN gehörte nie CR7 und auch nicht Floyd Mayweather, das Fahrzeug blieb, wie soll man es schreiben, in der Familie. Ja, wir wissen, welches Mitglied der Piëch/Porsche-Dynastie den einmaligen Bugatti in den vergangenen Jahren doch über 12’000 Kilometer weit bewegt hat, doch das tut hier nichts zur Sache. Oder vielleicht schon so ein bisschen.



Seit einigen Monaten wird «La Voiture Noire» nämlich zum Verkauf herumgeboten. Gefragt ist die heftige Summe von 27 Millionen Franken. Mitte September ist dann die Organisation rund um Supercar Blondie vorgeprescht und hat verkündet, den Bugatti zusammen mit Broad Arrow Private Sales in einem selbstverständlich superexklusiven Bieterverfahren anbieten zu können. Das war dann ein paar Tage online – jetzt ist es weg. Ob nur das Angebot oder das Auto auch, das versuchen wir gerade herauszufinden.



Aber das alles wundert schon ein bisschen. Nicht nur der Preis, auch die Umstände. Die Erben von Ferdinand Piëch, auch wenn es da so einige gibt (womit wir den Kreis der Besitzer aber gleichzeitig etwas eingegrenzt hätten…), , müssen ja nun wahrlich nicht jeden Teebeutel zwei Mal auskochen. LVN war aber schon ein ganz besonderes Projekt, natürlich eine Reminiszenz an der berühmtesten Bugatti überhaupt, den Type 57 Atlantic mit der Chassis-Nummer 57453 (da sollten wir wohl mal eine Story schreiben?). Dass dieses Fahrzeug dann über eine doch eher weniger erfolgreiche, heftigst um Aufmerksamkeit buhlende Auktionsplattform angeboten wird, macht etwas stutzig. Und dass LVN jetzt schon wieder nicht mehr «sichtbar» ist: ebenfalls. Aber vielleicht hat ja ein «ernsthafter Sammler» tatsächlich den aufgerufenen Preis schon abgedrückt.



Mehr Hypercars haben wir: hier.


Das Auto sollte doch eher ins Museum, nicht dass der neue Besitzer es noch um eine Laterne wickelt.
„Mitte September ist dann die Organisation rund um Supercar Blondie vorgeprescht und hat verkündet, den Bugatti zusammen mit Broad Arrow Private Sales in einem selbstverständlich superexklusiven Bieterverfahren anbieten zu können.“
Hochinteressanter Artikel, vielen Dank.
Mir war nicht wirklich bewusst, daher habe ich gegoogelt, was erstens Supercar Blondie für eine „Nummer“ in den Social Networks ist (ich fand sie eher immer ein bisschen lächerlich, wenn ich über ein Video mit ihr gestolpert bin, so kann man sich täuschen) und zweitens, was für geradezu riesige „Makleragenturen“ es für Hypercars und Oldtimer gibt. Man lernt nie aus.