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«Diese Fakten werden Ihr Weltbild verändern»

Spickzettel zur Energiewende

Vielleicht darf ich das gar nicht, einfach so eine «SPIEGEL»-Kolumne von Christian Stöcker übernehmen. Aber dieses Stück ist hinter einer Bezahlschranke, was ich in diesem Fall als falsch erachte, denn es müsste mehr Menschen erreichen. Deshalb mache ich hier copy-paste – und bedanke mich bei Herrn Stöcker für seine wichtigen, richtigen Zeilen.

«Auch gut informierte Menschen in diesem Land haben eine massiv verzerrte Vorstellung davon, wie sich die Welt gerade entwickelt. Gehören Sie dazu?

Gewaltige Veränderungen vollziehen sich gerade auf der Welt. Hier sind zehn, die man im Blick haben sollte:

1) Rund um den Planeten wird in Sachen Strom nichts mehr so massiv ausgebaut wie erneuerbare Energien, also Strom aus Sonne und Wind sowie Batteriespeicher. In die sogenannte Electrotech fließen etwa doppelt so viele Investitionen wie in fossile Brennstoffe. 92,5 Prozent der neu gebauten Kapazität zur Stromerzeugung im Jahr 2024 weltweit waren erneuerbar . 2023 waren es 86 Prozent, 2022 auch schon 83 Prozent.

2) China hat im ersten Halbjahr 2025 doppelt so viel erneuerbare Energieversorgung zugebaut wie der gesamte Rest der Welt zusammen.

3) China verdient mit dem Export von Electrotech schon seit mindestens 2024 Dutzende Milliarden Dollar mehr, als die USA, die größte Fossilexportnation der Welt, mit dem Export von Öl und Gas einnehmen. Der Abstand wächst. 70 (Wind) bis 90 Prozent (Solar, Batterien) der weltweiten Produktionskapazität für Electrotech befinden sich in China.

4) In den USA bekämpft die Regierung Trump , ganz im Sinne des maßgeblich von der Ölbranche finanzierten und geformten »Project 2025«, aktiv und aggressiv erneuerbare Energien. Die Internationale Energieagentur (IEA) hat deshalb ihre Wachstumsprognose für erneuerbare Energien in den USA fast 50 Prozent gesenkt.

5) Für die Welt insgesamt dagegen prognostiziert die IEA eine Verdopplung der erneuerbaren Kapazität bis 2030, was etwa der kombinierten derzeitigen installierten Gesamtkapazität zur Erzeugung von Strom (über alle Energieträger hinweg) in China, der EU und Japan entspräche. Dazu muss man wissen: Die IEA ist berüchtigt dafür , das Wachstum erneuerbarer Energien wieder und wieder massiv zu unterschätzen. Diese globale Entwicklung ist eine direkte, kausale Folge deutscher Regulierung, so verrückt das klingt: Wir haben diesen Trend angestoßen, mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Wenn wir klug handeln, verändert Deutschland die Welt zum Besseren. Wenn nicht, dann auch, aber anders.

6) In China und Indien sinken jetzt die CO₂-Emissionen aus der Stromerzeugung, eine sensationell gute Nachricht. Das liegt an den erneuerbaren Energien.
7) Der weltweite Stromverbrauch wächst weiter schnell, was unter anderem an künstlicher Intelligenz und Rechenzentren, aber auch am rasanten Wachstum der Elektrifizierung generell liegt.

8) Das rasante Wachstum des Verbrauchs wird glücklicherweise vom noch schnelleren Wachstum der erneuerbaren Energien vollständig ausgeglichen, ja übertroffen: Weltweit wurden im ersten Halbjahr 2025 rund 369 Terawattstunden mehr verbraucht als im Vorjahreszeitraum, aber auch 403 Terawattstunden zusätzlich aus Sonne und Wind erzeugt. Im ersten Halbjahr 2025 haben erneuerbare Energien Kohle als wichtigsten Energieträger für Strom weltweit abgelöst.

9) Der Markt für Verbrennungsmotoren schrumpft seit 2017. So wie bei der Stromerzeugung nur noch Erneuerbare und Speicher wachsen, wächst bei der Mobilität nur noch der Elektromotor, und zwar weiterhin beschleunigt . Das nennt man Disruption: Ein überlegenes, einfacher herzustellendes, am Ende günstigeres Produkt verdrängt die alte, teure Konkurrenz. So funktioniert Marktwirtschaft.

10) Unter den weltweit 20 meistverkauften Elektroautos von Januar bis August 2025 sind zwei Tesla-Modelle (auf Platz eins und drei), 17 chinesische Autos, darunter allein neun von BYD – und ein einziges deutsches Elektroauto (der ID.4 von VW auf Platz 18).

Das alles geschieht vor einem beklemmenden Hintergrund: Einem beim Hamburger Extremwetterkongress vorgestellten Studie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) und der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft (DMG) zufolge verläuft die Erderhitzung womöglich schneller als bislang angenommen: Schon bis 2050 könnte es demnach drei Grad wärmer sein als vor der Industriellen Revolution.

Und so sehen Deutschlands Antworten auf all das im Moment aus:

In einem Kommentar unter dem Titel »Der Klima-Sozialismus muss weg, wenn unsere Kinder in Deutschland eine Zukunft haben sollen«, schreibt »Bild«-Chefredakteurin Marion Horn, VW müsse in Deutschland Elektroautowerke stilllegen, »weil es zu wenig Nachfrage nach diesen Autos gibt«. Was die Nachfragesituation im größten Wachstumsmarkt der Automobilbranche und die Absatzprobleme von VW mit »Sozialismus« zu tun haben sollen, erklärt Horn aber nicht, wie Deutschland mit der Klimakrise umgehen soll, auch nicht.

Der ehemalige Finanzminister und FDP-Chef Christian Lindner kämpfte im Amt intensiv für den Verbrennungsmotor und die Gasheizung, im Gleichklang mit »Bild« und im Interesse des damaligen Springer-Großaktionärs, dem massiv in fossile Brennstoffe investierten Private-Equity-Fonds KKR. Christian Lindner hat jetzt einen neuen Job: Er arbeitet künftig für ein Unternehmen, das Springer und KKR gehört.

Bundeskanzler Friedrich Merz ist der Meinung, es sei »falsch«, wenn in Europa nicht auch nach 2035 noch neue Autos verkauft werden dürfen, die beim Fahren CO₂ produzieren. Die Union und die europäische Volkspartei EVP sind von dem Thema regelrecht besessen.

Ein Papier der Union zum Thema Auto enthält ganze Passagen, die wortwörtlich vom Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) stammen. In diesem Verband sind nicht nur die großen Hersteller organisiert, sondern vor allem auch sehr viele Zulieferer. Viele dieser Zulieferer stellen Teile her, die man nur für Autos mit Verbrennungsmotor braucht.

In Deutschland liegen Abertausende Netzanschlussbegehren für Großspeicher vor, die private Unternehmen ohne jede Subvention bauen und an das Stromnetz anschließen möchten. Das würde das Netz stabilisieren , die Netzentgelte senken und so den Strom schnell billiger machen. Es gibt aber organisatorische und regulatorische Hürden, die den Ausbau derzeit massiv bremsen. Für die großen Stromkonzerne ist ein derartiges, stärker dezentrales und damit übrigens auch resilienteres Stromsystem keine attraktive Aussicht – sie verdienen dann nämlich weniger.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat bislang nichts unternommen, um den rein marktwirtschaftlich getriebenen Ausbau dieser Speichersysteme zu vereinfachen, für den Milliarden Euro an Investitionen hier in Deutschland bereitstehen. Im Gegenteil: Sie hat kürzlich ein Modell veröffentlichen lassen, in dem bis 2035 nicht mehr Großspeicher an das Netz angeschlossen sind als jetzt.

Reiche möchte stattdessen Gaskraftwerke in großem Stil bauen lassen. Das ist attraktiv für alle, die Gas verkaufen möchten, und attraktiv für die großen Stromkonzerne, die diese Kraftwerke betreiben und dafür mit üppigen Subventionen aus Steuergeldern belohnt werden würden: Großspeicher brauchen keine Subventionen, Gaskraftwerke schon. Subventionen dürfen aber nicht so genannt werden und heißen im Wirtschaftsministerium deshalb »Anreize« .

Als Reiche kürzlich das von ihr selbst bestellte »Energiewendemonitoring« vorstellte, zeigte sich ein erstaunlicher Effekt : Im Bericht steht zwar es bleibe »ein hohes Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Energien« notwendig. Reiche interpretierte das von ihr selbst georderte Papier aber genau andersherum: Erneuerbare bremsen, Gaskraftwerke bauen.

Der »Zehn-Punkte-Plan«, den Reiche flankierend anschließend vorlegte, passt zwar nicht so recht zum von ihr selbst bestellten Expertenbericht – enthält aber »erstaunliche Ähnlichkeiten« zu Papieren der großen Stromkonzerne RWE und E.on.

Zusammengefasst: Das Energiesystem des Planeten Erde verändert sich derzeit rasant, aber weiterhin viel zu langsam. Im Interesse aller Menschen (auch hierzulande) wäre es, wenn Deutschland, die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, dazu beitrüge, das Tempo weiter zu beschleunigen.

Insbesondere die »konservativen« Parteien Europas und die Unionsparteien in der Bundesregierung tun derzeit möglichst viel dafür, nicht zu beschleunigen, sondern zu bremsen, zugunsten fossiler Absatzmärkte. In die flossen im vergangenen Jahr 75 Milliarden Euro aus Deutschland. All das wird in Deutschland weiterhin kampagnenhaft flankiert von den Zeitungen des Springer-Verlages, die mittlerweile sogar internationale Klimaforschungseinrichtungen wie das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung offen attackieren. Es geht hier nicht um Kinkerlitzchen. Es geht um strategische Entscheidungen, die jahrzehntelang nachwirken werden – und großen Schaden anrichten können, auch ökonomisch.

All das ist extrem kurzsichtig: Die Bundesregierung setzt derzeit, augenscheinlich im Sinne von Automobilzulieferern, Energiekonzernen und Springer, auf den Schutz schrumpfender Märkte und auf Subventionen für fossile Geschäftsmodelle. Das ist das Gegenteil von »freier Marktwirtschaft«. Die Exportnation Deutschland hat in erster Linie ein Nachfrageproblem . Das wird man auf diese Weise nicht lösen, sondern verschärfen.

Es ist nicht zu spät. Deutschland könnte wieder zu den Vorreitern aufschließen, indem man die Wachstumsbereiche der Autoindustrie (auch kommunikativ) fördert, nicht ständig für ihre Schrumpfungsbereiche wirbt; indem man vormacht, wie eine Industrienation mit Elektrotech und intelligenter Systemintegration die elektrifizierte Zukunft gestaltet – kompatibel mit den Klimazielen. Stichwort »deutsche Ingenieurtugenden«.

VDA, RWE, E.on, Friedrich Merz und Katherina Reiche versuchen derzeit gemeinsam, die fossile Vergangenheit zu retten. Das ist zum Scheitern verurteilt – und verantwortungslos».

Danke für Ihre Aufmerksamkeit – wenn Sie bis hierhin gelesen haben, ist schon etwas erreicht. Und ja, Sie dürfen das selbstverständlich auch kommentieren.

27 Kommentare

  1. Martin Lemke Martin Lemke

    Alles genau richtig, und danke, dass Sie das hier reposted haben. Wir haben schon lange den Digitalkamera (Kodak) und Smartphone (Blackberry, Nokia)-Moment überschritten.
    Nur in Deutschland will das keiner sehen.

    Tragisch, bei einer Industrie, die zu mehr als 70% exportabhängig ist, und deren Kerngeschäft (Verbrenner) inzwischen weltweit zu mehr als 20% eingebrochen ist. In jeder anderen Branche würde das zu Neujustierungen führen. Nur in der deutschen Autoindustrie denkt man, es geht ewig so weiter…

  2. Sgt. PEPPer’s Lonely Hearts Club Band Sgt. PEPPer’s Lonely Hearts Club Band

    Die Internationale Energieagentur IEA ist das unzuverlässige Orakel der Tagträumer.

    Hier ist mein copy-and-paste:

    Öl ist gut
    Das Foto des Makro-Butlers
    von The Macro Butler
    Samstag, Okt 11, 2025 – 4:49
    Jeder, der mehr Zeit damit verbracht hat, Wirtschaft zu studieren, als auf TikTok zu scrollen, weiß, dass jede Volkswirtschaft auf vier Säulen steht: Energie, Arbeit, Kapital und Regierung. Energie ist der Treibstoff aller Aktivitäten – erschwingliche, zuverlässige Stromversorgung hält die Industrie am Leben und die Verbraucher zum Ausgeben. Arbeit bestimmt Effizienz und Innovation; Zahlt den Menschen zu viel für zu wenig, und das Wachstum stagniert, aber Löhne und Produktivität im Gleichgewicht halten, und die Wirtschaft brummt. Kapital gibt den Rhythmus vor – niedrige Zinsen und der Zugang zu Finanzmitteln beschleunigen Investitionen, während knappes Geld sie in Zeitlupe abhält. Und schließlich können Regierungen, Vorschriften und Bürokratie – die vierte Säule und oft die schwerste – Steuern, Vorschriften und Bürokratie die Zahnräder der Unternehmen entweder schmieren oder zum Stillstand bringen.

    Generiertes Bild

    Jeder, der tiefer als einen YouTube-Crashkurs gegraben hat, weiß, dass jede Wirtschaft nur getarnte Energie ist. Geld, Schulden und Produktion sind Nebeneffekte – das eigentliche Spiel besteht darin, Energie in Dinge umzuwandeln, die wir nutzen können. Vom Brotbacken bis zur Herstellung von Labubus dreht sich alles darum, wie effizient wir rohe Energie in Wert umwandeln. Menschliche Arbeit, Kapital und Technologie sind nur Mittelsmänner in diesem großen Umwandlungsplan. Wenn Energie billig und im Überfluss vorhanden ist, boomt die Wirtschaft; Wenn es knapp oder teuer ist, folgen Produktivitätstanks und Lebensstandard. Kurz gesagt, die Geschichte ist ein langer Wettlauf um die Suche nach besseren Energiequellen.

    Und seien wir ehrlich: Offizielle Wirtschaftsdaten sind in etwa so vertrauenswürdig wie eine Wettervorhersage vom Glückskeks. Wenn Sie die Wirtschaft wirklich lesen wollen, vergessen Sie die „CP-Lüge“ und beobachten Sie stattdessen die Marktdaten. Aktien im Vergleich zu Öl zeigen Ihnen, ob produktive Energie gewinnt – wenn Aktien den Ölpreis übertreffen, ist das Wachstum lebendig; Wenn Öl die Führung übernimmt, sollten Sie sich auf eine Verlangsamung einstellen. Um die Vernunft der Währung zu gewährleisten, sollten Sie Gold im Vergleich zu Anleihen vergleichen: Das Gold-Anleihen-Verhältnis zeigt, ob Ihr Geld seinen Wert hat oder ob es von der Inflation still und leise geröstet wird. Auf lange Sicht sollten Sie Aktien gegen Öl und Gold gegen Anleihen mit ihren 7-Jahres-Durchschnitten aufrechnen – über der Linie bedeutet Wohlstand und Effizienz; Darunter steht Energieverschwendung und monetärer Verfall. Einfach, elegant und weitaus ehrlicher als das, was das Statistikbüro im letzten Quartal ausgeheckt hat.

    Ein Screenshot eines Diagramms

    KI-generierte Inhalte können falsch sein.

    Ein Screenshot eines Computers

    KI-generierte Inhalte können falsch sein.

    https://ai.studio/apps/drive/1k2vVhi7jE_NJ3QhNv_ZzovVHfPipazEA

    Investoren, die vom KI-Wachstumsmärchen hypnotisiert sind, vergessen oft, eine einfache Frage zu stellen: Was treibt all diese Rechenzentren und Maschinen an? Es ist kein Feenstaub, es ist Öl. Trotz jahrzehntelanger grüner Versprechungen und glänzender neuer Technologien regiert Rohöl immer noch das Energiereich. Er befeuert über 90 % des weltweiten Transports, treibt die Industrie an und versteckt sich in allem, von Düngemitteln bis hin zu Smartphones. Erneuerbare Energien mögen zwar wachsen, aber sie sind immer noch dabei, den Umfang, die Dichte und die globale Reichweite des Ölöls zu verringern. Die harte Wahrheit ist, dass unsere moderne Wirtschaft immer noch mit Kohlenwasserstoffen betrieben wird – jedes Schiff, Flugzeug und jede Fabrik braucht sie. Öl ist nicht nur eine Energiequelle; Sie ist der Blutkreislauf der Globalisierung, und ihr Preis gibt immer noch den Puls für Wachstum, Inflation und Geopolitik an.

    Ein Diagramm des Energieverbrauchs

    KI-generierte Inhalte können falsch sein.

    Der globale Energiemix ist nach wie vor alles andere als „grün“. Fossile Brennstoffe dominieren die Szene und liefern etwa 81 % der weltweiten Energie. Mit rund 31 % liegt Öl an der Spitze und hält Verkehr, Industrie und Handel am Leben. Kohle belegt mit rund 26 % einen rauchigen zweiten Platz, vor allem bei Strom und Stahl, während Erdgaschips mit etwa 24 % als „sauberer“ Brückenbrennstoff verkauft werden. Erneuerbare Energien – Sonne, Wind, Wasserkraft und Bioenergie – sind auf rund 15 % gestiegen, aber sie sind immer noch die Zweitbesetzungen, nicht die Stars. Die Kernenergie trägt still und leise etwa 4 % bei und ist damit eine zuverlässige kohlenstoffarme Basis. Kurz gesagt, trotz des Hypes um erneuerbare Energien wird die Weltwirtschaft immer noch mit Kohlenwasserstoffen betrieben – ein Beweis dafür, dass die sogenannte Energiewende eher ein langer, vorsichtiger Schlurf als eine Revolution ist.

    Globaler Primärenergiemix 2024

    Ein Tortendiagramm mit verschiedenfarbigen Kreisen

    KI-generierte Inhalte können falsch sein.

    Letzten Endes gehorchen die Ölpreise dem ältesten Gesetz der Wirtschaft: Angebot und Nachfrage. Wenn die Nachfrage höher ist als das Angebot, steigen die Preise, da die Käufer um knappe Barrel kämpfen. Wenn zu viel Öl im Umlauf ist, sinken die Preise, da die Verkäufer sich darum bemühen, die Lagerbestände zu bewegen. Es ist der reinste Ausdruck der Marktlogik – Knappheit schafft Wert.

    Auf den Energiemärkten können Geopolitik, Produktionskürzungen oder brummende Volkswirtschaften das Angebot drücken oder die Nachfrage ankurbeln und die Preise in die Höhe treiben. Auf der anderen Seite können neue Technologien, Effizienzsteigerungen oder schleppendes Wachstum sie nach unten ziehen. Kurz gesagt, Angebot und Nachfrage sind die unsichtbaren Hände, die die Ölpreise im Rhythmus der Ereignisse in der realen Welt tanzen lassen.

    Ein Diagramm einer Versorgungsleitung

    KI-generierte Inhalte können falsch sein.

    Auf der Nachfrageseite ist der Ölverbrauch gestiegen – ja, wir haben sogar die Höchststände vor Covid übertroffen – aber lassen Sie uns nicht zu aufgeregt sein. Das Wachstum war so energisch wie ein Faultier an einem Sonntag. Zwischen politischer Polarisierung, wirtschaftlicher Ermüdung und endlosen Regulierungen für den „grünen Wandel“ ist die weltweite Nachfrage gestiegen, aber nur knapp. Es ist die Art von Fortschritt, bei der man sich fragt, ob die Welt mit Öl läuft… oder auf Wunschdenken.

    Weltweite Ölnachfrage insgesamt.

    Ein Diagramm eines Diagramms

    KI-generierte Inhalte können falsch sein.

    Wie bei den meisten Rohstoffen schauen die Anleger natürlich auf China und Indien, um die weltweite Ölnachfrage zu befeuern. Auf dem Papier sah alles perfekt aus: Chinesische Verbraucher kauften Autos, als gäbe es kein Morgen, China exportierte Fahrzeuge in alle Schwellenländer mit Hafen, und Indiens boomende Bevölkerung hungerte nach Wachstum. Das Setup schrie nach Energie. Doch irgendwie hat sich der große Anstieg der Ölnachfrage nie gezeigt. Chinas Ölimporte bewegen sich immer noch auf dem Niveau von Anfang 2020, und Indien liegt kaum über dem Stand von 2018. Das geht natürlich nach offiziellen Angaben hervor – die gleiche Sorte, die höflich die „dunkle Flotte“ von Tankern ignoriert, die sanktioniertes Öl unter dem Radar transportieren. Denn wenn Länder wie Russland, Iran und Venezuela aus dem Dollar-System ausgeschlossen sind und Käufer wie China und Indien Washingtons Regelwerk nicht gerade anbeten, kann man davon ausgehen, dass viel mehr Rohöl fließt, als die Tabellenkalkulationen zugeben.

    Ölimporte in Indien (blaue Linie); Ölimporte in China (rote Linie) (in metrischen Tonnen).

    Ein Diagramm auf einem Computerbildschirm

    KI-generierte Inhalte können falsch sein.

    Während sich die Leute im Weißen Haus in den USA immer wieder für eine „starke Wirtschaft“ auf die Schulter klopfen, erzählen die Zahlen eine weniger glamouröse Geschichte. Die monatliche implizite Ölnachfrage ist seit letztem November gesunken und hat sich still und leise auf das Niveau vor den plandemischen Lockdowns Anfang 2020 zurückbewegt. Mit anderen Worten, unter dem Konfetti der Pressemitteilungen der Regierung und dem Cheerleading der Wall Street stagniert die Ölnachfrage. Diejenigen, die durch Schall und Rauch sehen können, wissen bereits, was das bedeutet – die schwächere Ölnachfrage geht Hand in Hand mit sinkenden Leitzinsen, ein klassisches Zeichen wirtschaftlicher Müdigkeit, nicht von Stärke.

    DOE-Daten zur impliziten Nachfrage nach Rohölproduktion (blaue Linie); FED Fund Rate (rote Linie).

    Ein Screenshot eines Diagramms

    KI-generierte Inhalte können falsch sein.

    Jeder, der den Konjunkturzyklus studiert hat – und nicht am Propagandacocktail der Wall Street nippt –, weiß, dass es seit 40 Jahren einen engen Tanz zwischen den WTI-Ölpreisen und dem Leitzins der Fed gibt. Historisch gesehen bewegen sie sich zusammen: Wenn die Zinsen fallen, folgt tendenziell der Ölpreis. Wenn die Fed gezwungen ist, die Zinsen im nächsten Jahr noch weiter zu senken, wird das kein Zeichen von wirtschaftlichem Genie sein – es wird eine blinkende Neonwarnung sein, dass die USA in das abgleiten, was man als Trump-Stagflation bezeichnen könnte. In diesem Szenario sollten sich die Anleger auf mehr als nur niedrigere Ölpreise einstellen. Der Preis für so ziemlich alles könnte in den Süden gehen.

    WTI-Preis (blaue Linie); FED Fund Rate (rote Linie); & Korrelationen.

    Ein Screenshot eines Diagramms

    KI-generierte Inhalte können falsch sein.

    Während sinkende Zinsen und eine sich verlangsamende US-Wirtschaft die Ölpreise belasten könnten, erzählt der Markt eine andere Geschichte. Spekulanten, die auf größere Zinssenkungen im nächsten Jahr setzen, haben ihre Netto-Long-Positionen in nicht-kommerziellen Öl-Futures auf ein Niveau reduziert, das seit dem 1. Quartal 2020 nicht mehr erreicht wurde, genau zu Beginn der Covid-Panik. Jeder Anleger mit einem Funken gesundem Menschenverstand würde erkennen, dass – abgesehen von einem vollständigen Lockdown oder einem Stunt mit dem Kriegsrecht im Wahljahr – die Düsternis der Hedgefonds über die Ölnachfrage übertrieben ist.

    WTI-Preis (blaue Linie); CFTC NYMEX Nicht-kommerzielle Nettopositionen (rote Linie); & Korrelation.

    Ein Screenshot eines Diagramms

    KI-generierte Inhalte können falsch sein.

    Es ist kein großes Geheimnis – und kaum eine Verschwörungstheorie –, dass die strategische Erdölreserve, die für tatsächliche Notfälle gedacht ist,wie ein politisches Spielzeug missbraucht wurde, um die Ölpreise zu manipulieren und die Plutokraten zu verwöhnen, damit sie versuchen, den US-Präsidentschaftszirkus des letzten Jahres zu beeinflussen. Seit Donald Copperfield ins Oval Office zurückgekehrt ist, ist die SPR mit dem ganzen Enthusiasmus eines Diätsalats wieder aufgebaut worden, während er und seine fröhliche Bande malthusianischer, eugenistischer Kriegstreiber weiterhin ihr Bestes tun, um Russland „eine Lektion zu erteilen“, weil es es gewagt hat, über den „Trumperialismus“ zu kichern. Billiges Öl verkrampft nicht nur Moskaus Kriegskasse, sondern stößt auch Produzenten aus dem Nahen Osten wie Saudi-Arabien und Abu Dhabi an, weil sie die Drecksarbeit der USA in ihrer zionistischen Agenda nicht erledigen. Und natürlich flirtet die SPR immer noch mit einem 40-Jahres-Tief – anscheinend ist „strategisch“ jetzt nur noch ein höflicher Vorschlag.

    WTI-Preis (blaue Linie); Strategische Erdölreserve der USA (rote Linie).

    Ein Diagramm auf einem Bildschirm

    KI-generierte Inhalte können falsch sein.

    In der Zwischenzeit laufen die kommerziellen Ölvorräte außerhalb der SPR auf Hochtouren. Günstige Preise und eine verlockende Futures-Kurve haben die Energieunternehmen davon überzeugt, … naja, nichts. Im 15-Jahres-Vergleich sind die Aktien von Cushing, Oklahoma, nach wie vor alarmierend niedrig – und doch stolpert der Ölpreis jedes Mal, wenn die Lagerbestände sinken. Logic hat sich den Tag eindeutig frei genommen.

    Lesen Sie mehr und entdecken Sie, wie Sie hier handeln können: https://themacrobutler.substack.com/p/oil-is-well

    Treten Sie dem Makro-Butler hier auf Telegram bei: https://t.me/TheMacroButlerSubstack

    Sie können The Macro Butler unter info@themacrobutler.com kontaktieren.

  3. Sgt. PEPPer’s Lonely Hearts Club Band Sgt. PEPPer’s Lonely Hearts Club Band

    Warum ist Chinas Strom so günstig? „Chinas Haushalte verbrauchen inzwischen genauso viel Energie wie Westeuropäer, während die Stromkosten in China weit unter den Preisen liegen, die die Verbraucher in Nordamerika und Europa zahlen. Diese Entwicklungen waren noch vor zwei Jahrzehnten undenkbar, als China Schwierigkeiten hatte und oft scheiterte, die steigende Nachfrage zu befriedigen. Chinas Energiebilanz ist beängstigend und entmutigend. China ist nach wie vor stark von Ölimporten abhängig. Und seine riesigen Bevölkerungszentren befinden sich im Osten und Süden, während sich seine heimischen Ressourcen und seine Produktion im Westen und Norden konzentrieren. Ab 2006 übernahm China Ultrahochspannungs-Stromübertragungssysteme (UHV) und bezog sie in seine nationale Planung ein. Chinas diplomatische und wirtschaftliche Bemühungen beinhalteten enge Beziehungen zu ölproduzierenden Ländern, und ihr Engagement für erneuerbare Energien hob die Obergrenze für die heimische Energieerzeugung an. Aber UHV war ebenso wichtig und ermöglicht es den chinesischen Bürgern, jetzt einen konsumintensiven Lebensstil zu weitaus niedrigeren Preisen zu genießen als in Westeuropa, Australien und Japan und sogar in den meisten Teilen der USA und Kanadas.

  4. Sgt. PEPPer’s Lonely Hearts Club Band Sgt. PEPPer’s Lonely Hearts Club Band

    Was ist Investieren nach dem U-Prinzip?

    Unbeliebt

    Unterbewertet

    Unterrepräsentiert und nicht

    Umweltfreundlich

  5. Sgt. PEPPer’s Lonely Hearts Club Band Sgt. PEPPer’s Lonely Hearts Club Band

    Die künstliche Intelligenz weiß: Indiens Eisenbahnnetz ist weitgehend elektrifiziert; bis April 2025 waren 98,83 % des Breitspurnetzes elektrifiziert, und das Ziel ist die vollständige Elektrifizierung bis 2030 im Rahmen der Klimaneutralitätsstrategie von Indian Railways. Die Elektrifizierung in Tunneln und auf Brücken erfordert spezielle Anpassungen, wie die Installation von Deckenstromschienensystemen und die Integration von Schutzstrecken, um einen sicheren und flexiblen Bahnbetrieb zu gewährleisten. Und auf diesen Strecken werden doppelstöckige Güterzüge gefahren. Die Elektrifizierung des US-Eisenbahnnetzes ist mit weniger als 1 % der Hauptstrecken im Vergleich zu Europa sehr gering. Die wichtigste elektrische Strecke ist der Northeast Corridor (NEC) von Boston bis Washington D.C., der eine hohe Kapazität für den Personenverkehr nutzt. Aktuelle Projekte wie Brightline West und Bestrebungen in Kalifornien, den Dieselverkehr bis 2047 auslaufen zu lassen, deuten auf eine zukünftige Renaissance der Bahn und eine zunehmende Elektrifizierung hin. Also, wo liegt die Zukunft?

  6. Sgt. PEPPer’s Lonely Hearts Club Band Sgt. PEPPer’s Lonely Hearts Club Band

    Lesen Sie auf http://www.msn.com:

    Ineos-Gründer in Rage: „Industrieller Selbstmord, sinnlos und dumm“
    Story von Bernd Freytag

    „Der Chef des Chemiekonzerns Ineos, Jim Ratcliffe, ist nicht nur einer der reichsten Briten und ein umtriebiger Investor – er finanziert den Fußballclub Manchester United, das Formel-1-Team von Mercedes-Benz und baut sozusagen nebenbei seinen eigenen Geländewagen Grenadier in einem ehemaligen Smart-Werk in Frankreich. Der 72 Jahre alte Selfmade-Milliardär ist auch einer, der sich in seiner Rolle als unbequemer Klarsprecher gefällt und immer wieder – aus seiner Sicht – Tacheles redet.“

    Mein Kommentar:

    Die im Artikel angesprochene BASF meint sie hat gut Lachen weil sie ihre Grundstoffe nun aus ihren chinesischen Werken bezieht.
    Wenn sie sich da nicht zu früh gefreut hat.

  7. Bernhard Bernhard

    Der Spiegel-Kommentar ist der inzwischen aus der Zeit gefallene grüne Mist, mit dem uns die (gottseidank) vergangene ‚Regierung‘ jahrelang gepiesackt hatte. Die meisten ‚Erkenntnisse‘ dieses Kommentars halten genau so lange wie die Grünen die Deutungshoheit über manipulierte Statistiken innehatten.
    Dass es dem Spiegel entstammt sagt schon Alles.

    P.S. Sagt jemand der begeistert Elektro-AMG fährt und Wärmepumpe nutzt., weil es die überlegenen Technologie sind.

  8. Rolf Rolf

    Chi Chi PingPong und sein Kettenhund Putin verunsichern die westliche Welt und diese lässt es zu.

    Trump goes Diktator, er sagte ja schon im Wahlkampf „wir werden eine gute Lösung finden, dass ihr nicht in vier Jahren schon wieder wählen müsst“. Diese offensichtliche Statement, die Demokratie zu beenden, hat scheinbar keinen gejuckt.

    Der eigentlich mächtige Wirtschaftsraum EU verzettelt sich uneinig im Kleinklein.

    Merz will jetzt endlich das umsetzen, was er schon vor dreißig Jahren vorhatte.
    Dass die Welt sich völlig verändert hat seitdem merkt er nicht.

    Kurz: Wir sollten uns in den nächsten zehn, maximal zwanzig, Jahren auf massive Veränderungen in den Macht- und Vermögensverhältnissen einstellen, die jeden Einzelnen betreffen werden.

  9. Christian Christian

    China ist und bleibt eine kommunistische Diktatur, die die letzten 20 Jahre sich schön das Deckmäntelchen der weltoffenen Wachstumsnation mit nur glücklichen Menschen übergeworfen hat.
    USA sind auf dem Weg zur Diktatur.
    Europa hat dank der EU in der politischen Weltlage nur den Beobachter- und Zahlemannposten.
    Aber, warum in die Ferne schweifen, schauen wir uns doch mal bei uns (in meinem Fall Bayern) um.
    1. Das politische Personal ist nicht besser als jenes in Berlin und Brüssel, überschätzt sich masslos.
    2. Wir produzieren Strom aus PV und Windrädern, können es aber mangels Speicherkraftwerken und durch ein mangelhaftes, weil 50 Jahre vernachlässigtes Netz nicht nutzen.
    3. Eine „ökologische Partei“ und deren NixigeGesinnungsgenOssen haben das Speicherkraftwerk in den Alpen verhindert, mit dem „Erfolg“, dass wir Überschussstrom nach Österreich (ja, hat Speicherkraftwerke) verkaufen und bei Dunkelflaute kaufen wir den Strom zurück. WinWin für die Ösis, blöd für die Deppen Endverbraucher, die die Zeche zahlen. Der Netzausbau und Ausbau von Speicherkraftwerken hätte lange vor der Konversion stattfinden müssen – hat er aber nicht!
    4. Der Netzausbau (nicht nur Strom, auch Straße und Bahn) hinken nicht nur hinterher sondern wurden über die Jahrzehnte vernachlässigt. Bahn unpünktlich, dreckig und unzuverlässig, Straßen überfüllt und kaputt, Brücken die einstürzen oder bald einstürzen, usw. Komisch, die Morandibrücke steht schon wieder, und das in Italien….
    5. Eine „ökologische Partei“ und deren NixigeGesinnungsgenOssen haben versucht, das Walchenseekraftwerk über die Hintertür der Nichtverlängerung des Wasserrechts, stillzulegen. Ein Kraftwerk, das aus Wasserkraft seit 100 Jahren zuverlässig Strom produziert…. Angeblich werden Fische in die Turbinen gesaugt, es musste daher für viel Geld ein Mini-U-Boot in den Zulaufstollen fahren und Fische suchen, die dort nicht waren, denn ganz so blöd sind die (die Fische) auch wieder nicht.
    Das ist nur ein kleiner Auszug, der Bayern betrifft… Von Deutschland und der EU braucht man gar nicht erst anfangen. Und es gibt noch viel mehr Probleme.
    Unsere Weltsicht braucht sich nicht so stark verändern, vielleicht sollten wir nur endlich einmal damit anfangen, den eigenen „Müll“ vor der eignen Haustüre wegzuräumen.
    Denn, ob in Bayern 50 000 E-Autos fahren oder 500 000 ist dem Klima egal, denn das können wir nicht ändern. Aber die endlosen Staus und das damit einhergehende Vernichten von Energie und sinnfreie Umwandlung in Wärme wäre einmal ein Ansatz. Nur einer! Und da ist es wohl wichtiger, dass z.B. der Brennerzulauf (schnellstens – presto – pronto – sofort – unverzüglich!) gebaut wird als das Geld mit sinnlosen Subventionen zu „verballern“ – Zum Beispiel!
    Auf den Mond braucht Bayern sicher nicht fliegen, eher gehören dort ein paar hingeschossen ohne Rückfahrkarte!

  10. Hömal Hömal

    Unvergessen VW-Vorstandsschef Matthias Müller im November 2015, als er auf einer Pressekonferenz meinte: „Wir sehen im Verbrenner noch viel Potenzial“. Ja, eh. Dabei hatte VW Ende der 1980er eine Menge Geld in den E-Antrieb investiert, genauso wie GM, das mit dem EV1 Anfang der 1990er ein für die damaligen technischen Möglichkeiten extrem fortschrittliches Elektroauto herausgebracht hatte. Das dann aber gegen den Willen der Konsumenten wieder eingestampft wurde.

    Dazu kommt die europäische Generation 50+, die die Nachteile eines komplizierten, wartungsaufwändigen, ineffizienten und teuren Antriebskonzepts (Lärm, Virbrationen, Abgase) zum „Sinnlichkeitsfaktor“ erhoben hat und verbissen daran festhalten will, weil die Motoren so schön „Brumm, Brumm!“ machen. Ja, ist geil. Aber trotzdem Vergangenheit. Und dann mit Scheinargumenten wie der bösen, bösen Lithiumgewinnung kommt, während die Ölindustrie über viele Jahrzehnte die größten nicht-nuklearen menschengemachten Umweltkatastrophen verursacht hat. Strom mag nicht aus der Steckdose kommen, aber Treibstoff kommt genausowenig aus der Zapfsäule. Oder der angeblichen schlechten Energiebilanz des E-Antriebs. Während ein fetter, fast 3 Tonnen schwerer Tesla Cybertruck ziemlich genau so viel Energie braucht um von A nach B zu kommen wie ein Dieselkleinwagen.

    Elektro war schon vor 30 Jahren die Zukunft. Die Deutsche Autoindustrie tut heute alles, um das gleiche zu erreichen wie die „Big Three“ in den USA 2008/09: Einen gewaltigen Crash, weil sie um des kurzfristigen Gewinns willen nicht bereit war, unternehmerisch zu denken und zu handeln und zur richtigen Zeit auf die kommende, neue Technik zu setzen, die den Verbrenner genau jetzt ablöst. Exporte nach Afrika und Lateinamerika, wo es noch dauern wird bis E-Autos sich durchsetzen, werden die europäischen Autokonzerne jedenfalls nicht retten.

    Übrigens: Zölle haben schon ein Mal zum Niedergang der US-Autoindustrie geführt. Bestes Beispiel dafür ist Cadillac. Dass Cadillac einmal eine Top-Luxusmarke war und technisch auf Augenhöhe mit den Europäern, kann man sich gar nicht mehr vorstellen wenn man sich anschaut, was die in den letzten 50 Jahren für Autos gebaut haben.

    • Rolf Rolf

      Lieber Hörmal, hör mal:
      Eine typische Generation 50+ gibt es nicht.

      Tatsächlich ist der Unterschied zwischen 50 und 75 so groß wie zwischen 25 und 50.
      Glaubt man gar nicht, ist aber schon rein rechnerisch so.

      Und der 50+ Mensch sitzt nicht vor seinem Röhren-TV, hört Andrea Berg auf UKW, legt ab und an eine CD ein und vergisst permanent sein Klapp-Handy einzuschalten.

      Wenn ich nur eines pauschalieren würde, dann dass man je älter man wird, auch immer etwas kritischer wird und sich nicht mehr so leicht vom Marketing verarschen lässt.

      Oder von Subventionen, die dafür gedacht waren, dem Kunden den Einstieg in neue Technologien zu erleichtern, dann aber durch künstliche Verteuerung (sowohl E-Auto als auch Wärmemepumpe, die plötzlich statt für 16000 für 35000 angeboten wird, weil es ja bis zu 70% Subvention gibt).

      Bis auf eine Ausnahme von einem Mitte 30-jährigen Pärchen sind alle E-Autos in meinem Umfeld hier in Händen von eher 60+.

      • Rolf Rolf

        „Oder von Subventionen, die dafür gedacht waren, dem Kunden den Einstieg in neue Technologien zu erleichtern, dann aber durch künstliche Verteuerung (sowohl E-Auto als auch Wärmemepumpe, die plötzlich statt für 16000 für 35000 angeboten wird, weil es ja bis zu 70% Subvention gibt).“

        Sorry, da fehlt das Satzende, sollte heissen:

        ….. dann aber durch künstliche Verteuerung ausschließlich Industrie und Handwerk zugute kommt.

        • Hömal Hömal

          Trotzdem wird uns nichts anderes übrig bleiben als konsequente Dekarbonisierung der Energieerzeugung.

          Hätte man das Kyotoprotokoll von 1995 ernst genommen und global umgesetzt, wäre es uns in Sachen Klima ähnlich gegangen wie mit dem Ozonloch und dem sauren Regen: Beides wurde durch konsequentes globales Handeln erfolgreich eingedämmt und wäre nicht 40 Grad das neue 35 Grad im Hochsommer.

          Mit dem Klimawandel stehen wir erstmals in der Menschheitsgeschichte vor einer Situation, wo es dem Menschen „gelungen“ ist, den eigenen Planeten durch Dummheit und Gier dauerhaft zum eigenen Nachteil zu verändern.

          • Rolf Rolf

            Deshalb wird in jedem zweiten KI-Science Fiction (mit dem Terminator angefangen), die Menschheit von der KI ausgerottet, weil diese erkannt hat, dass der Mensch die Wurzel allen Übels ist. 😉

      • Hömal Hömal

        Lieber Rolf,

        natürlich gibt es jede Menge Dinge, die typisch für die Generation 50+ sind, weil sie in einer bestimmten Zeit und von bestimmten Umständen geprägt wurde. Fakt ist, dass es meiner Erfahrung nach hauptsächlich Autofahrer (nein, keine -innen) der Generation 50+ sind, die krampfhaft am Verbrenner festhalten und mit allem möglichen Unfug die E-Mobilität schlecht reden. Damit ist nicht gesagt, dass meine Generation in allen Bereichen rückständig ist, im Gegenteil. Bei den Autos merke ich allerdings schon eine erschreckende Verbohrtheit.

        Klar sind E-Autos bisher für die Jungen nicht leistbar, wenn man sich die Preise anschaut. Das wird sich aber in den nächsten Jahren ändern. Generell sehe ich, dass in der Generation <40 das Auto als Statussymbol mehr und mehr ausgedient hat – außer in migrantisch geprägten Communities (Osteuropa, Türkei), wo es immer noch ein gempimpter 5er/Benz/A6 sein muss, für den man dann fette Leasingraten abdrückt. Schaumermal wie lang das noch so bleibt.

        Die Autoindustrie hätte es in der Hand gehabt, das E-Auto als das zu präsentieren, was es ist: Die bessere und technisch weit überlegene Alternative zum komplizierten und ineffizienten Verbrenner. Das wäre dann wieder "Vorsprung durch Technik" gewesen. Leider haben die alten Säcke in den Führungsetagen die Zeichen der Zeit beinhart ignoriert. Deutschland und die USA könnten heute führend sein in Sachen Elektromobilität, hätte man die Technik der 1990er konsequent weiterentwickelt.

        Fun(?) Fact: Ein Hersteller stationärer Stromspeicher hat auf VW-Batterietechnik aus den 1990ern zurückgegriffen und pensionierte Entwicklungsingenieure aus diesem Bereich reaktiviert, um aktuelle, auf dieser Technik aufbauende Batterien zu entwickeln. Weil die so gut war damals. Just saying. Es ist zum Heulen, wenn man bedenkt, wo Europa heute technisch stehen könnte, wenn das versammelte Wissen von damals nicht um des kurzfristigen Gewinns willen von Managern der Generation 50+ gekübelt worden wäre.

        • Rolf Rolf

          Vieles richtig. Junge Menschen in Großstädten haben dem Statussymbol Auto längst abgeschworen. In D ist jedoch die Urbanisierung längst nicht so ausgeprägt wie andernorts und die Landjugend fährt gern ähnliches wie die beschriebenen Migranten, nur zwei Nummern kleiner. Dafür gehört ihnen das Auto allein und bei den Türken (nein, ich bin kein Rassist, Nazi o.ä., ich kenne nur etliche) wird oft ein dickes Auto zu viert gekauft und abwechselnd gefahren.
          Mein Schwager, deutlich 60+, hat auch immer reflexartig „Reichweite“ gesagt, bis ich ihn mal auf seine Fahrgewohnheiten hingewiesen habe. Täglich maximal 10 km, weiteste Strecke einmal im Jahr 130 km am Stück.
          Immerhin hat er jetzt Photovoltaik und Wärmepumpe, sogar eine Wallbox.
          Nur, gerade weil er so extrem wenig fährt, hat er nicht das Geld für ein E-Auto locker gemacht, sondern sich einen kleinen Hochsitzer-Jahreswagen gekauft.

          Der kurzfristige Gewinn, bzw. der kurzfristige nächste Wahlerfolg ist ein Dilemma, das keinesfalls nur die Generation 50+ betrifft.
          Man denke nur an die so genannten Boy-Groups der FDP und unserer letzten Regierung, wo relativ junge Politiker wie Habeck, Lindner und Klingbeil, nicht zu vergessen das „Girly“ Annalena, mal so richtig voran preschen wollten und bitter an der Realität gescheitert sind.
          Alle haben aber die Realität akzeptiert, beim Spiel mitgemacht und alle haben eine glänzende Karriere aufs Parkett gelegt, obwohl sie eigentlich allesamt gescheitert sind.

          Insgesamt habe ich das Gefühl, dass die Menschen derzeit beim Thema Auto deutlich pragmatischer denken als noch vor ein paar Jahren. Liegt wohl an den Lebenshaltungskosten, die fürs Auto gar nicht mehr den Spielraum lassen.

          • Rolf Rolf

            …. ach ja, die Staatenlenker Chinas, Indiens und Russlands sind nun auch nicht gerade Jugendliche, nur müssen sie nicht auf die nächsten Wahlen schielen, sondern können langfristig planen. Vielleicht ist das doch das überlegene System? Ich hoffe nicht ….

  11. Max Max

    China verlässt sich aber nicht auf die erneuerbaren, sondern baut parallel andere Energiequellen.

    China baut zahlreiche neue Atomkraftwerke und hat aktuell die größte Anzahl an Reaktoren weltweit im Bau (Stand Februar 2024). Im Juni 2025 waren 44 Reaktoren in Planung, die bis 2040 in Betrieb genommen werden sollen. China investiert stark in Atomenergie, aber auch massiv in erneuerbare Energien wie Wind- und Solarkraft.

    Ausbau und Neubau:
    Im Jahr 2024 begann China mit dem Bau von Kohleprojekten im Umfang von etwa 94,5 Gigawatt, was einem 10-Jahres-Hoch entspricht. Gleichzeitig wurden neu in Betrieb genommene Anlagen mit 30,5 Gigawatt gebaut.
    Verlangsamung der Genehmigungen:
    Die Genehmigungen für neue Kohlekraftwerke sind seit August 2024 deutlich zurückgegangen, was auf eine mögliche Kehrtwende hindeutet

    • Christian Christian

      Die Chinesen wissen eben, dass man als Industrienation eine zuverlässige Grundlastversorgung braucht.
      In Deutschland setzt man lieber auf „Flatterstrom“. Unseren Strategen ist auch das Bierglas in Sachen Wirkleistung und Blindleistung elektrischer Leistung nicht bekannt bzw. es überwiegt bei denen eben die geistige Blindleistung die Wirkleistung bei weitem!

  12. Ein überlegenes, einfacher herzustellendes, am Ende günstigeres Produkt verdrängt die alte, teure Konkurrenz. So funktioniert Marktwirtschaft (aus dem Text oben kopiert)
    Ich bin mir nicht sicher welches der richtige Weg ist. Aber wenn man eine Technik verbietet und die andere massiv subventioniert, hat dies eben genau gar nichts mit Marktwirtschaft zu tun. Da bin ich mir seeeehr sicher

  13. Ich denke, daß die „Wahrheit“, wie so oft, sehr stark von der eigenen Sichtweise und, ja, ein böses Wort, Ideologie abhängt.

    Der Spiegel-Artikel hat die klar gün geprägte „Wahrheit“ apodiktisch dargestellt und diese Meinungen werden mit oft schon religiösem Eifer verbreitet. Und natürlich ist einiges davon völlig richtig.

    Das Bashing der Deutschen Automobilindustrie ist ein beliebtes Spiel und geht einher mit einer grundsätzlichen Skepsis gegenüber Industrie, Wirtschaft und Technik im Allgemeinen, das kennt man lange genug und wird von unterschiedlichsten Seiten betrieben.

    Die Energiewirtschaft und die Stromerzeugung sind ein unglaublich komplexes Thema, ich äußere mich möglichst nur zu Themen, von denen ich wenigstens halbwegs etwas verstehe, insofern muß ich glauben, was andere sagen oder schreiben.
    Und natürlich ist jede Kilowattstunde, die aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, ein Gewinn, allerdings sieht der einzige Fachmann, den ich in diesem Themenkomplex persönlich kenne und der für einen der ganz großen Offshore-Windanlagenbetreiber an recht entscheidender Stelle tätig ist, die „Energiewende“ und die politischen Vorgaben mehr als kritisch, schüttelt teilweise nur noch den Kopf und plädiert ganz klar für eine mehrgleisige Energiepolitik, ihm traue ich ob seines technischen und wirtschaftlichen Wissensvorsprung eine klare Einschätzung – frei von Ideologie – zu.

    Und mehrgleisig ist ja sowohl die Industrie- und Energiepolitik Chinas wie auch die dortigen Vorgaben für die Automobilindustrie, in China werden unterschiedlichste Konzepte weiter entwickelt und existieren bei entsprechenden Erfolgsaussichten nebeneinander.
    Im Gegensatz zur entsprechenden Politik in den USA und in Europa.

    Der orangefarbene Clown und seine speichelleckerische Entourage zerstört alle Fortschritte auf dem Gebiet einer nachhaltigen, zukunftsgewandten, ökologischen Wirtschafts- Energie- und Verkehrspolitik zugunsten überkommener Technologien, das paßt prima zur stattfindenden Restitution überkommener Herrschaftstrukturen und füllt zudem noch die Taschen der Protagonisten.

    In Europa hingegen wird mit schicken Schlagworten wie „Green Deal“ eine ideologisierte Politik gemacht, die weder von technischem noch von wirtschaftlichem Sachverstand geprägt zu sein scheint, einhergehend mit der Infantilisierung der Politik – Wumms, Doppelwumms, das Gute Kita Gesetz, als Einheitsdenkmal in Berlin eine überdimensionierte Wippe – werden teils absurde, teils wirklichkeitsfremde und sehr oft wenig durchdachte Ansätze zum allesbestimmenden Thema gemacht und frei von dem, was die Engländer „Common Sense“ nennen mit fast schon religiösem Eifer vertreten, ob aufgrund mangelndem Sachverstand, oder fehlender Visionen, sei dahingestellt, bestimmten Kräften ist die drohende Deindustrialisierung Europas sicher nicht unlieb…

    Und dann kommen noch die Vorurteile des Juste Milieus dazu, weiße Männer über 50 lieben laut blubbernde Verbrennermotoren, kluge Intellektuelle das Lastenrad oder wenigstens nur das Carsharing-Fahrzeug, Migranten den den geleasten AMG-A-Klasse-Mercedes, die Gen Z hat überhaupt kein Interesse am Auto, die doofen Landeier tunen ihre Gölfe und ignorieren die Regionalzüge und die Bauern füllen immer noch Agrardiesel in ihren 200D – alles ziemlicher Blödsinn!

    Ich bin der alte weiße Mann, leider deutlich über 50, ich liebe den Klang des Sechszylinder-Boxermotors ebenso wie das Flüstern des Zwölfzylinders und auch das kaum hörbare Surren des Elektroautos.
    Und finde die technologische Entwicklung nicht nur der Elektromobilität höchst spannend, freue mich auf interessante, neue Konzepte, störe mich nur wenig an den teilweise wirklich nicht allzu dekorativen Windrädern, wenn sie sich denn drehen und sauberen Strom produzieren.
    Und ich wünsche mir Technologieoffenheit, Lust am Fortschritt, ich wünsche mir unterschiedlichste Visionen und freue mich auf ihre Umsetzung, ich wünsche mir eine starke, klug geführte Wirtschaft, die unter anderem einen soliden Sozialstaat ermöglicht und in Zukunftstechnologien investiert, frei von Ideologien, Vorurteilen und reinem Profitdenken, für mich ist die soziale Marktwirtschaft weiterhin eine erstrebenswerte Wirtschaftsform.
    Und ich hoffe sehr, daß die Angst vor der Zukunft irgendwann abgelöst wird von einer Lust auf die Zukunft, von Optimismus und einem klugen Umgang mit den Ressourcen, der Natur und den technischen und wissenschaftlichen Möglichkeiten!

    • Rolf Rolf

      Zu den letzten beiden Absätzen:

      Natürlich gibt es Unterschiede unter den einzelnen Menschen.
      Aber ganz abzutun ist das nicht, das wäre zu political correct.

      Es gibt gewaltige Unterschiede zwischen Großstadt-, Kleinstadt-, Landbewohnern im Speckgürtel einer Großstadt und solchen, die relativ weit von der nächsten Großstadt entfernt leben. Sogar innerhalb von Großstädten gibt es gewaltige Unterschiede, Stichwort Zehlendorf vs. Neukölln (aber so krass muss es nicht mal sein).

      Die meisten Menschen wollen „dazu gehören“. Und zwar zu ihrem unmittelbaren Umfeld. Sich da nicht anzupassen, egal ob es Auto, Kleidung oder Einstellungen betrifft, ist schwer und erfordert Mut. So unbequem machen es sich nicht viele.

      Ich spreche da aus, teilweise leidvoller, Erfahrung, weil ich nicht nur die genannten obigen Wohngebiete besucht, sondern wirklich bewohnt habe. Doch, es gibt jeweils Mainstreams.

      • In der tat gibt es diese Form von unterschiedlichen Milieus, lieber Rolf, da Haben Sie völlig Recht.
        Und auch ich gehöre höchstwahrscheinlich einem solchen an, versuche aber immer, über den Tellerrand zu schauen und interessiere mich eben auch für Dinge, die eventuell etwas unerwartet erscheinen, wenn man mich so sieht…

        Was ich sagen will:
        Wir brauchen in dieser Gesellschaft nicht nur Technologieoffenheit, wir brauchen auch menschliche Offenheit, wir brauchen Neugierde, Interesse, Freude an der Zukunft.
        Und – ganz wichtig – Bildung.
        Und das völlig unabhängig von Herkunft und Zugehörigkeit.

        Dann brechen wir auch die – teilweise unseligen – sozialen Strukturen auf, dann beschäftigt sich der Private Equity-Manager vielleicht auch mit alternativen Energien, fährt der GT3-RS-Pilot vielleicht irgendwann im Elektroauto zum Einkaufen, interessiert sich der Gen Z-Student plötzlich für wirtschaftspolitische Themen, begeistert sich der Bewohner der Villa im Landhausstil plötzlich für den sozialen Wohnungsbau der zwanziger Jahre und erfreut sich mein ziemlich grüner Freund M. an der Fahrt im nach Leder duftenden Jaguar.

        Oder, wie ich neulich bei Instagram las:
        „Give me all the wonderful old things.
        Old hotels, old bar, old books, classic cars, tailored suits, old cities.
        And an open mind for the future!“

        • Rolf Rolf

          Lieber Hugo, wie recht Sie doch haben. Eigentlich ….

          Was für ein schöner Traum, aber eben ein Traum.
          Die Realität sieht dermaßen anders aus, dass man heulen könnte.

          Die (Aus)Bildung geht gerade den Bach runter, in Schleswig-Holstein hat sich die Zahl der 1. Klässler, die wiederholen müssen drastisch erhöht. Über die Gründe will ich hier nicht schreiben, dann werde ich in die rechte Ecke abgeschoben.

          Offenheit und Neugierde entsteht dann, wenn man seine Grundversorgung gesichert hat. Wer täglich darum kämpft, den Monat finanziell zu überstehen, der hat den Kopf nicht frei für Neugierde.
          Wie sagte mal der beste Chef, den ich je hatte: „Sie im Vertrieb müssen immer so viel verdienen, dass Sie sich über Geld keine Gedanken machen müssen, nur dann können Sie kreativ und gewinnbringend arbeiten“.

          Es wird uns erzählt, wir hätten im letzten Jahr 2 % Preissteigerung in den Lebenshaltungskosten gehabt. Da muss ein anderer Warenkorb als meiner gemeint sein. Usw. usw.

          Ein starker Mittelstand, der ordentlich konsumiert, den braucht es. Er verschwindet gerade.

          Und doch, es gibt Leute, die positiv in die Zukunft sehen, Kinder bekommen und ganz ordentlich über die Runden kommen. Aber es werden weniger.

          Unsere Politiker haben keinen echten Plan und denken schon wieder an die Landtagswahlen nächstes Jahr. Eigentlich müsste regierenden Parteien verboten werden, hierfür Marketing zu betreiben anstatt an Verbesserungen zu arbeiten.

          Ja, das klingt sehr negativ, ist aber leider die Realität.
          Ihren Traum träume ich auch gern, es wäre so schön.

    • Peter Ruch Peter Ruch

      danke. sehr schön geschrieben.

  14. Lieber Rolf, vielleicht ist meine Sicht auf die Entwicklung der Gesellschaft ein Traum.
    Aber wenn man keine Träume und Visionen mehr hat, dann ist man schon irgendwie tot.

    Ja, in unserer Gesellschaft liegt manches im Argen, dennoch ist sie eine der besten, sichersten, gerechtesten in der ganzen Welt, vielleicht von einigen Skandinavischen Staaten und der Schweiz einmal abgesehen.
    Ja, wie haben sehr große Probleme, ungesteuerte Migration, ein ausuferndes Sozialsystem, eine marode Infrastruktur, fehlendes Bildungsniveau und eine politische Klasse, die eben keine Visionen hat, die sich nichts traut, die ständig auf die nächste Wahl schaut und die ziemlich mittelmäßig ist.

    Aber das ist in anderen Staaten nicht nur in Europa nicht anders, schauen Sie auf mein geliebtes England, schauen Sie auf die Grande Nation, schauen Sie nach Österreich, wo nur ganz knapp ein Bundeskanzler, der wie der Klomann eines schmuddeligen Bordells in Wien Favoriten auftritt, verhindert werden konnte, schauen Sie nach Italien, wo eine blondgefärbte Neofaschistin die Regierung führt, von den früheren Ostblockländern will ich gar nicht sprechen, von America, the no longer beautiful, noch weniger.

    Aber wenn wir uns zusammenreißen, wenn mündige Bürger sich in demokratischen Strukturen engagieren, wenn wenn wir mit Mut, Zuversicht und einem gerüttelten Maß an Common Sense die Probleme angehen, dann sehe ich gute Chancen, das Land wieder in die Spur zu bringen.
    Und, ganz wichtig, wenn wir den Wählern vermitteln können, daß an den trüben Rändern rechts und links des demokratischen Spektrums nur absurde Versprechungen und leere Heilsparolen herausgebrüllt werden, die unsere Demokratie nur weiter schwächen werden, dann bekommen wir auch wieder stabile Mehrheiten, ohne die Reichinecks, Höckes und Weidels, die durch die Talkshows geistern.

    Diese Demokratie, die uns von den Briten und den Amerikanern nach den furchtbaren Jahren von 33 bis 45 beigebracht und geschenkt wurde, diese Demokratie ist zu wertvoll, um sie denen an den Rändern zu überlassen, gehen Sie in den Ortsverband einer Partei, völlig egal ob CDU, FDP, SPD oder Grüne, sagen Sie, wie Sie sich die Zukunft vorstellen, streiten Sie mit dem Wissen um unsere furchtbare Vergangenheit im Hinterkopf und den Träumen und Visionen in der imaginären Aktentasche für die Zukunft eines stabilen, fortschrittlichen, demokratischen Landes!

    Ok, mit Autos hat das jetzt wirklich gar nichts mehr zu tun…

  15. Sgt. PEPPer’s Lonely Hearts Club Band Sgt. PEPPer’s Lonely Hearts Club Band

    Verantwortungslos und stur

    Angesichts der 90-prozentigen Dominanz Chinas bei der Raffination von Seltenen Erden ist es unverantwortlich, sich nicht auf die Seite Washingtons zu stellen und sich strategische Vorteile für das eigene industrielle Überleben Europas zu sichern.

    Ideologisch starr, strategisch naiv und durch das Handelsdebakel mit den USA schwer geschwächt, stolpert EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen von einem Pseudo-Gipfel zum nächsten wie eine entthronte Brüsseler Königin.

    Man hat den Eindruck, dass der ganze Klimazirkus, die theatralische Solidarität mit der Ukraine und die wahnhafte grüne Haltung zu einer psychologischen Überkompensation für das sichtbare Scheitern des Brüsseler Projekts geworden sind.

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