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radical#5/zero: Der Berg ruft!

Die andere Freude am Fahren

Noch manch eine/r kennt den Gotthard sehr gut, hatte im Stau vor dem Tunnel mehr als genügend Zeit, sich den Berg anzuschauen; vor allem von Süden her sieht man ihn gut. Und wenn man genau hinschaut, dann sieht man auch die zwei Strassen, die sich von Airolo her den Berg hochwinden. Die eine, mehr so eine Schnellstrasse, lohnt sich schon dann, wenn man vor dem Tunnel mehr als eine halbe Stunde warten müsste; das ist in etwa der zusätzliche Zeitaufwand, wenn man über den Pass fährt. Das lohnt sich aber auch sonst, die karge Landschaft oben auf der Passhöhe bei 2017 Meter über Meer ist wunderbar, man kann dort auf der Strasse in den oder aus dem Süden zurück noch einmal gut durchatmen.

Tip 1: Lassen Sie Andermatt aus. Der Ort ist vor allem eine Baustelle. Wenn Sie Hunger haben, dann empfehlen wir «Im Feld» in Gurtnellen. Das ist es schöner. Und günstiger.

Aber dann ist da auch noch die Tremola, das längste Strassenbaudenkmal der Schweiz, der letzte noch erhaltene Teil der einstigen Passstrasse zwischen Göschenen und Airolo, die zwischen 1827 und 1832 nach Plänen des Tessiner Ingenieurs Francesco Meschini erstellt wurde. Viel ist nicht mehr übrig. Auf vier Kilometern überwinden die Serpentinen der Strasse am linken Hang des Val Tremola in 24 Kehren – von denen einige einen eigenen Namen tragen – stolze 300 Höhenmeter. Erhalten geblieben ist aber die typische Pflästerung mit Granitsteinen, bei Nässe nicht nur von Fahrradfahrern gefürchtet, auch bei strahlendem Sonnenschein sehr holprig.

Tip 2: Es gibt zwischen Thusis und Bellinzona keine Ladestationen. Mit einer Ausnahme: Mesocco. Das ist zwar nur ein 40-kW-Lader, doch das gibt einem Zeit für einen Spaziergang durch das hübsche Dörfchen.
 
Die Tremola ist eine Legende bei all jenen, die nicht allein der Längsbeschleunigung huldigen, für die eine kurvige Strecke mehr Fahrspass bietet als eine dreispurige Autobahn. Und genau da kann nun ein Volvo EX90 seine Stärken ausspielen: Zwar ist er vom Charakter her mehr der ganz ruhige Gleiter, aber dank seiner Luftfederung spürt man auf der Tremola kaum, wie uneben diese berühmte Strasse ist. Und der smarte Allradantrieb mit seinem computergesteuerten Torque Vectoring ermöglicht es dem Schweden, beim Beschleunigen aus den Kurven seine Kraft von 517 PS tatsächlich auf den Boden zu bringen. Genau damit haben aber auch deutlich sportlichere Fahrzeuge auf dieser aussergewöhnlichen Gasse so ihre Mühe. Die Grenzen der Physik lassen sich aber selbstverständlich auch mit den feinsten Algorithmen nicht überwinden.

Tip 3: Ganz unten im Misox, kurz vor Bellinzona, befindet sich im Dörfchen San Vittore das Restaurant «La Brasera». Von aussen ist es unscheinbar, doch was aus der Küche kommt, das ist schlicht grossartig.
 
Hinter dem Gotthard-Strassentunnel ist jenes dunkle Loch unter dem San Bernardino wohl das berühmteste Verkehrshindernis der Schweiz. Mehr noch als am Gotthard ist dort aber die alte Passstrasse ein Traum für alle, die Freude am Fahren haben. Schon ab Thusis kann man die Schnellstrasse vermeiden. Nach Hinterrhein folgen dann wunderbare Kehren bis auf die Passhöhe auf 2066 Meter über Meer. Auf der anderen Seite gehts wild bis nach Mesocco. Die offizielle Länge der alten Passtrasse beträgt 16 Kilometer. Schöner zu fahren ist sie von Süden nach Norden (was auch für die Tremola gilt).

Tip 4: Und wenn wir schon in Bellinzona sind: Der Markt am Samstagmorgen ist einer der schönsten der Schweiz.
 
Und auch wieder: Diese Gasse macht mit einem E-Auto so richtig Spass. Es gibt viele, teilweise sehr enge Kurven, in denen der nur 4,23 Meter lange Volvo EX30CC seine Agilität ausspielen kann. Und aus den Kurven raus kommt er ebenfalls prächtig, wie beim EX90 helfen da Allradantrieb und Torque Vectoring, die 428 PS auf den Boden zu bringen. Wer es darauf anlegt, kann mit dem kompakten Schweden auch berühmte Sportwagen erschrecken. Und wer das Gefühl hat, viel Fahrspass benötige auch viel Lärm, der sollte dem Ruf des Berges vielleicht einmal in einem rein elektrischen Volvo folgen. Andererseits: Das ruhige, ganz entspannte Gleiten durch schöne Landschaften gehört zu den grössten Stärken der Stromer – es ist eine andere Form von Freude beim Fahren.

Tip 5: Wenn Sie nun nicht ins Tessin wollen, aber trotzdem jede Menge Fahrspass suchen, dann versuchen Sie doch einmal: Niederbipp – Schmiedenmatt (mit nettem Restaurant) – Welschenrohr – Balmberg – Rüttenen – Weissenstein – Gänsbrunnen – Court – Grenchenberg. Das ist gut.

Es ist dies eine Story aus radical#5, aus der Volvo-Beilage. Ja, die ist bezahlt. Mehr gute Geschichten gibt es im Archiv.

6 Kommentare

  1. Max Max

    Und das schöne ist bergrunter muss man fast nicht bremsen und kriegt den Strom zurück.

    • Christian Christian

      10 – 30 % Rekuparation – Da muss man aber schon einen sehr asymetrischen Straßenverlauf haben um „den Strom“ zurück zu kriegen 😉
      Bei der „großen“ Eisenbahn funktioniert das besser, da die Bremswege länger und die Masse größer ist….

      • Max Max

        Bei Bergfahrten mit einem Elektroauto kann die Rekuperationsrate deutlich höher sein und zwischen 30 und 50 Prozent liegen. Sagt die KI.

        Besser als nichts.

  2. Hömal Hömal

    Danke für die wunderschönen Beschreibungen und die Tipps. Die Tremola werde ich fix fahren. Allerdings nicht mit dem Auto, sondern mit dem Rennrad. Bergauf natürlich. Runter wäre es eine elende Quälerei.

  3. egon egon

    Man bekommt den Strom nicht zurück!

    DIESER SCHWACHSINN wird nu n ständig wiederholt.
    Weil man in Physik geschlafen hat, in Mathematik eh in der 2ten
    Klasse zum letzen mal irgend etwas kapiert und am Smartphone den
    Deppen das Marketing vorgekaut wurde.
    Wenn man ein Fahrzeug einen BERG hoch bewegt, das ganze Gewicht dieser
    Tonne, dann wird man ENERGIE verbrauchen.
    Wenn diese Tonne, die wh 2 bis 2,5 tausen Kilo wiegt, wenn diese dicke Schwein
    wieder runter rollt, holt man 35-40 % zurück.

    Mann oh man..

    Der nächste sager: “ es sit so tol, nach dem Einsteigen kann ich schlafen, weil
    ES automatisch fährt.

    lol

  4. Rolf Rolf

    Nun werde ich wehmütig! So schöne Bilder.
    Ich liebe die karge Landschaft mit blanken Felsen oberhalb der Baumgrenze.

    Und diese Straßen. Unzählige male bin ich sie mit verschiedenen Motorrädern gefahren, selten mal mit einem Auto. Sogar damit macht es Spaß, auch wenn es sich nicht um einen Serpentinenbrenner handelt.

    Oft taten mir die Autofahrer leid. Da hingen Porsches und Morgan Plus 8 in der Schlange hinter einem Bus, der in jeder Serpentine rangieren musste.
    Mit dem Motorrad war man ruckzuck vorbei.

    Frage:
    Wie ist denn inzwischen die Rennleitung in der Schweiz drauf?
    Vor etlichen Jahren standen sie oben am Berg und filmten, wer die Serpentinen schneidet. Leere Straße, nix los, wohlgemerkt. Oben wurde dann kassiert.

    Die Kollegen in Österreich standen mit Radarpistolen unsichtbar herum, man sah sie erst, wenn es zu spät war.
    Die alte Brennerstraße runter wurde an einem Sonntag die Baustellenampel nicht ausgeschaltet, obwohl sinnlos, da niemand arbeitete. Fuhr man mit dem Motorrad über die durchgezogene Linie, kein Gegenverkehr, zahlte man ordenlich. Ein Pärchen mit zwei Maschinen zahlte zweimal doppelt. 300 Mark waren sie los für Brenner nach Innsbruck.
    Timmelsjoch österreicher Seite = Autobahnqualität, aber Rennleitung.
    Italienische Seite = besserer Feldweg, aber keine Rennleitung.

    Wir haben deshalb lieber freie Fahrt in Südtirol genossen. Toll auch die „halbhohen“ Pässe nahe Bozen. Keine Touristen und im Nichts plötzlich ein Restaurant mit typischen Südtiroler Leckereien.

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