Der Mensch steht im Zentrum
Sicherheit ist in der (europäischen) Autoindustrie standardisiert. Euro NCAP, eine Gesellschaft europäischer Verkehrsministerien, Automobilclubs und Versicherungsverbände mit Sitz in Brüssel, führt Crashtests mit neuen Automobiltypen durch und bewertet danach und anhand der verfügbaren Sicherheitssysteme ihre Sicherheit. Das wird unterteilt in den Schutz erwachsener Insassen (mit vier unterschiedlichen Crash-Tests), Schutz von Kindern, Fussgängerschutz und die unterstützenden Sicherheitssysteme. Das ist alles freiwillig, Euro NCAP ist eine Non-Profit-Organisation, die Resultate dienen allein der Information der Verbraucher. Fünf Sterne, das Maximum, sind für Volvo selbstverständlich bei jedem Fahrzeug Pflicht.
Doch die Schweden gehen noch viel weiter. Nicht bloss, dass sie die Crash-Tests mit teilweise deutlich höheren als den vorgegebenen Geschwindigkeiten sowie unterschiedlichen Winkeln durchführen und immer auch die teilweise deutlich strengeren Vorgaben aus dem USA erfüllen, es wird beispielsweise auch mit unterschiedlich grossen Dummies getestet, was bei Euro NCAP nicht der Fall ist. Denn aufgrund ihrer Anatomie haben Frauen grundsätzlich ein höheres Risiko für ein Schleudertrauma als Männer. Es geht den Sicherheits-Ingenieuren um weit mehr als nackte Zahlen – es geht um die Millionen von Menschen, die täglich auf der Strasse unterwegs sind. «Wir wollen herausfinden, wie und warum Unfälle und Verletzungen passieren, um sie in Zukunft mit Hilfe technischer Lösungen zu verhindern», sagt Thomas Broberg, einer der führenden Safety-Ingenieure von Volvo.

Crashtests sind das eine. In Anlehnung an den TV-Renner «CSI» untersuchen die Experten der Volvo Unfallforschung unter dem Namen CSI-Team (Crash Scene Investigators) auch jeden wirklichen Unfall in der Volvo Heimat Göteborg. Rund um die Uhr rücken sie zur Unfallstelle aus. Dort nehmen sie den Hergang im Detail unter die Lupe. Und sie gehen entscheidenden Fragen nach: Wie geht es den verunfallten Menschen? Wie stark war der Aufprall? Wie schnell haben die Sicherheitssysteme eingegriffen? Wie waren die Witterungsverhältnisse? In welchem Zustand waren die Markierungen der Strasse? Später wertet das Team die Polizeiberichte aus, kontaktiert den Fahrer und untersucht das Unfallauto. Wenn die Unfallbeteiligten einwilligen, sichten die Unfallforscher sogar die Krankendaten. Anschliessend analysieren Biomechanik-Experten und Physiker die Details der Verletzungen, um deren exakte Ursache herauszufinden. Alle Daten werden verschlüsselt und anonymisiert den Teams in der Volvo Produktentwicklung weitergeleitet. Diese nutzen sie für die Entwicklung neuer Safety-Technologien, damit Volvo weiter an der Spitze der automobilen Sicherheit fährt.

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«Erfindung des Jahres»
Der multi-adaptive Sicherheitsgurt wurde entwickelt, um die Insassen noch besser zu schützen. Mithilfe von Echtzeitdaten verschiedener Fahrzeugsensoren aussen wie innen wird die Gurtkraft individuell angepasst. Berücksichtigt werden hierbei sowohl persönliche Merkmale wie Grösse, Gewicht, Körperform und Sitzposition als auch die jeweilige Verkehrssituation. So wird beispielsweise bei grösseren Insassen und einem schweren Unfall die Gurtkraft erhöht, um das Risiko einer Kopfverletzung zu verringern. Bei kleineren Insassen oder weniger schweren Unfällen wird die Gurtkraft dagegen verringert, um das Risiko von Rippenbrüchen zu minimieren. Drahtlose Software-Updates «over the air» sollen die Funktionen des neuen multi-adaptiven Sicherheitsgurts kontinuierlich verbessern und erweitern. Je mehr Erkenntnisse Volvo sammelt, desto besser kann das Auto seine Insassen, neue Szenarien und Reaktionsstrategien verstehen. Damit beweist der schwedische Automobilhersteller einmal mehr seine Führungsrolle bei Sicherheitsinnovationen, die – basierend auf realen Unfalldaten – Menschen effektiv und immer besser schützen. Der weltweit erste multi-adaptive Sicherheitsgurt, der im kommenden Jahr mit dem neuen vollelektrischen Volvo EX60 eingeführt wird, ist eine der besten Erfindungen des Jahres 2025. Zu diesem Ergebnis kommt das renommierte «TIME»-Magazin in seiner alljährlich veröffentlichten Liste der 300 aussergewöhnlichsten Innovationen.

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Künstliche Intelligenz und virtuelle Welten
Für mehr Sicherheit im Strassenverkehr setzt auch Volvo auf künstliche Intelligenz (KI): Der schwedische Automobilhersteller nutzt nun KI-generierte, virtuelle, dabei aber realitätsnahe Welten, um die Entwicklung seiner Sicherheits-Software beispielsweise für Fahrerassistenzsysteme (ADAS) voranzutreiben. Automatisierte Notbremsungen, scharfe Lenkmanöver oder manuelle Eingriffe: Die von fortschrittlichen Fahrzeugsensoren erfassten Daten lassen sich nun synthetisieren. Volvo kann dadurch ungewöhnliche Vorfälle genauer untersuchen, rekonstruieren und erforschen – und dadurch besser verstehen, wie Unfälle zustande kommen und vermieden werden können. Möglich wird dies durch eine fortschrittliche Rechentechnik: das sogenannte «Gaussian Splatting». Aus realen Bildern werden realistische, originalgetreue 3D-Szenen und -Objekte erstellt. Die virtuelle Umgebung lässt sich dabei beliebig anpassen, indem zum Beispiel weitere Verkehrsteilnehmer hinzugefügt oder entfernt werden, das Verhalten im Strassenverkehr verändert oder Hindernisse auf der Strasse modifiziert werden. Dadurch lassen sich unterschiedliche Ergebnisse erzielen. Mit dieser Technik kann Volvo seine Sicherheits-Software in verschiedenen Verkehrssituationen testen – und das in einem bislang unmöglichen Tempo und Umfang. Das Unternehmen kann Software entwickeln, die auch in komplexen, seltenen, aber potenziell gefährlichen «Grenzfällen» gut funktioniert. Dauerte die Vorbereitung auf solche Situationen früher Monate, reduziert sich der Zeitaufwand nun auf Tage.
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Persönlicher Schutzengel
Das Driver Understanding System (DUS), das bereits im Volvo EX90 zum Einsatz kommt und in Zukunft in allen Volvo-Modellen verbaut sein wird, überwacht mit hochentwickelten Sensoren und Algorithmen das Blickverhalten und die Lenkbewegungen des Fahrers in Echtzeit. Bei drohender Gefahr warnt das System frühzeitig und greift bei Bedarf ein, um Unfälle aktiv zu verhindern. Erst mit einem akustischen Warnsignal, das immer lauter wird. Reagiert der Fahrer nicht auf die Warnungen, hält das Auto selbständig am Strassenrand an und warnt automatisch andere Verkehrsteilnehmer durch Einschalten der Warnblinkanlage. Das DUS korrigiert somit aktiv eine der häufigsten Unfallursachen – menschliches Fehlverhalten.

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Vernetzte Sicherheitstechnik
«Unfall voraus»: Diese Warnung erhalten künftig immer mehr Volvo-Fahrer. Mit dem sogenannten «Accident Ahead Alert» lanciert der schwedische Premium-Automobilhersteller ein vorausschauendes vernetztes Sicherheitssystem. Der Unfallwarner, der nach seinem Debüt in Dänemark in weiteren europäischen Ländern angeboten werden soll, nutzt die Echtzeitdaten von Verkehrszentralen und erhöht die Sicherheit durch frühzeitige Information vor Gefahrenquellen. Ob auf kurvenreicher Landstrasse, in den Bergen oder auf der Autobahn: Der «Accident Ahead Alert» warnt Autofahrer vor Verkehrsunfällen im weiteren Streckenverlauf. Sie können dadurch frühzeitig reagieren und beispielsweise ihr Tempo anpassen, um Kollisionen zu vermeiden, oder eine Ausweichroute wählen, um Staus und stockenden Verkehr zu umfahren. Das Cloud-basierte System nutzt hierfür Standortdaten nationaler Strassenverkehrsbehörden und kompatibler Fahrzeuge – allen voran entsprechender Volvo-Modelle. Die branchenweit erste vernetzte Sicherheitstechnologie von Volvo Cars wurde bereits 2016 eingeführt: der Hazard Light und Slippery Road Alert. Über Echtzeitdaten aus der Cloud können Volvo-Fahrzeuge seitdem miteinander kommunizieren und die Fahrer vor rutschigen Strassenverhältnissen und Gefahren in der Nähe warnen. Auf die gleiche Art und Weise können Fahrer nun unabhängig von der Tageszeit vor Unfällen gewarnt werden. In Zukunft will der schwedische Premium-Automobilhersteller weitere Verkehrsdaten integrieren, die von weiteren Partnern im Ökosystem «European Data for Road Safety» zur Verfügung gestellt werden, darunter die Informationen nationaler Verkehrsmanagementzentren in anderen Ländern und von Fahrzeugen anderer Marken. Besitzer von Volvo-Fahrzeugen können ganz einfach zu mehr Sicherheit im Strassenverkehr beitragen: Sie müssen hierfür lediglich der gemeinsamen Datennutzung zustimmen, indem sie die Option «Vernetzte Sicherheit» im zentralen Touchscreen des Fahrzeugs aktivieren. Das Fahrzeug kann dann den Fahrer über die Warnblinkanlage im Armaturenbrett und, falls vorhanden, über das Head-up-Display vor einem bevorstehenden Unfall warnen.

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Es ist dies ein Artikel aus radical#5, dort der zwar bezahlten, aber doch redaktionellen Volvo-Beilage. Mehr gute Stories gibt es im Archiv.


Früher gab es Werbung von SAAB: „To crash with a Volvo is extremely safe – if you´re sitting in a SAAB!“ 🙂
Tut mir Leid, aber wer braucht das????
Die größte Sicherheitsreserve, oder auch nicht(!), sitzt hinter dem Lenkrad.
Wenn der Fahrer das Verkehrsgeschehen nicht überblickt nützt all das Gepiepse nichts und auch sonstige Assistenten nix (und im Umkehrschluss sind diese nur nervig, aber wirklich nur nervig!!!)
Exkurs: Aussage: „….der war plötzlich da“ oder Tagfahrlicht „Lichtfahrer sind sichtbarer“…
Ad1 .: plötzliche Anwesenheit gibt es nicht, nein man hat „den“ oder „es“ glatt übersehen aus verschieden Gründen
Ad2.: wenn ich ein Objekt bei Tage mit ca 2x 4 m nicht sehe, ist es egal ob es beleuchtet ist wie ein Christbaum oder nicht….
Final ist nicht zu verstehen warum „wir“ uns von überbordend von Assistenten bevormunden lassen, wo man in den 70iger und 80igern, auch gerne unangeschnallt, jenseits von Tempolimits (und den heutigen Gepiepse der Tempolimit- Warner) locker überlebt hat…
Unter dem Deckmantel Sicherheit leidet die Freiheit und das ist nicht nur beim Thema „Auto“. Wenn man den Gedanken weiterspinnt hinsichtlich Vollkaso- Gesellschaft, je mehr Staat desto weniger Freiheit des (steuerzahlenden) einzelnen Bürgers.
Eine Frage zum Diskurs: Wer will das?
Servus
Ja Mike, da ist viel Wahres dran. Schön langsam dämmerts auch den Unfallforschern, dass da etwas nicht zusammen passt. Trotz vieler „Helferleins“ gibt es immer noch Unfälle, teilweise mit irrwitzig zerfetzten Autos.
Seit ich einige Fahrsicherheitstrainings gemacht habe, bin ich mir sicher, dass viele „Helferleins“ den unbedarften, sich mit der Technik uns Physik nicht befassenden, Fahrer in einer Pseudosicherheit wiegt. Wenn die Physik dann zuschlägt, ist so ein Fahrer so dermaßen überfordert, dass es eben trotzdem nicht mehr zum überleben reicht.
Das könnte schneller kommen als manchen lieb ist. Die Technik ist da, das Auto weiss wo es ist und sagt: hier ist Stadt du Depp, also wird auf 50 limitiert, wenn man Glück hat auf 80, weil es mitunter Schnellstrassen innerorts gibt.
Ich verstehe das nicht, wirklich nicht. Jeder einzelne Unfall, der verhindert werden kann, ist ein Fortschritt. Schon ein simpler Beinbruch kann das Leben eines Menschen komplett aus der Bahn werfen – Job, Sport, whatever -, von schwereren Verletzungen oder gar Todesfällen ganz zu schweigen. Selbstverständlich seid Ihr da draussen fast alle die grossartigsten Autofahrer der Welt, habt immer alles im Griff – bis dann halt einmal nicht. Oder einer der wenigen, der nicht zu den grossartigsten Autofahrern der Welt gehört, hat es nicht im Griff. Es geht hier auch nicht um nervige Piepser oder dumme Spurhalter, sondern um das Grosseganze – und da sollten wir gefälligst dankbar sein für all die Forschung, die da betrieben wird.
Zitat: „Selbstverständlich seid Ihr da draussen fast alle die grossartigsten Autofahrer der Welt, habt immer alles im Griff –“
Darum geht es nicht! Das lästige Übel ist, daß generell, egal ob Auto oder Staat, es immer mehr Regularien gibt. Diese Vollkasko Mentalität führt zu Verlust des Hausverstandes Dinge zu hinterfragen oder richtig einzuschätzen und beschneidet die persönliche Freiheit….. klar muß man halt auch einmal Lehrgeld bezahlen.
Und wenn einem dieser Lernschritt abgenommen wird, hat man keine Ahnung vom „richtigen“ Leben und wird auch nicht weiterkommen.
Exkurs: Wer kommt die verschneite Bergstraße hoch? Das Auto wo ESP/ ASR die Raddrehzahlen aus „Sicherheit“ bis zum Stillstand regelt, oder jenes daß dem Fahrer erlaubt über – absichtlich polemisch formuliert – „über die Grenzen zu gehen“
Das Beispiel mal zum Anlaß nehmen, sich mit dem immer weiter fortschreitenden betreuten Denken und Handeln auseinander zusetzten.
Servus
wenn dieser «Lernschritt» einem Menschen das Leben kostet, dann, aeh, ja.
und zum Exkurs: Ich wohn auf fast 1000 MüM in der Schweiz, ich hab ein bisserl Erfahrung mit Schnee. in meinem Dorf ist das Durchschnittsalter der Fahrzeuge wohl etwa 20 Jahre, es gibt reichlich Subaru und so lustige Dinge wie einen allradgetriebenen Toyota Tercel; es kommt auf die Wahl der Waffen an. und wenn die Unterländer scheitern, dann ist das uns noch so recht.
Ja, alles was das Auto sicherer macht, ist prinzipiell gut.
Wenn der Fahrer dies durch riskanteren Fahrstil (Risikokompensation) ausgleicht, ist es halt einfach nur dumm.
Die ersten Audi Quattro waren in der Versicherung sehr teuer, weil die Jungs (die Mädels sind normalerweise nicht so blöd) dachten, jetzt sind sie die Superhelden und sind gerade bei schlechten Witterungsverhältnissen wie die Bekloppten gerast.
Wer schon mal auf Schnee mit ESP zu schnell in die Kurve fuhr, dann alle Räder voll runter bremsten und es reicht doch nicht, der weiß, was ich meine. O.g. Physik halt.
Mir machen diese vielen Sensoren Angst. Wenn die beim Gurt im falschen Moment einen Fehler machen ……. und ich sehe schon die Anzeige vor mir „Gurtsensoren defekt, bitte mit max. 30 km/h die nächste Werkstatt ansteuern“.
Zeitiges Bremsen ist durch nichts zu ersetzten!
Vorausschauendes fahren, Beobachten, Antizipieren!
Abstand halten noch mehr – nur dann hilft der beherzte Tritt aufs Bremspedal vielleicht noch was!
Und manchmal Probe-. oder Spasseshalber das ESP auschalten und sich dann vorsichtig an den „Grenzbereich“ herantasten und mal erleben, was die Karre dann macht. Und lieber aufhören wenn das Gefühl sagt „hör auf!“
Am Besten im Rahmen eines Fahrsicherheitstrainigs.
Da fehren nämlich alle langsamer nach Hause als sie hingefahren sind!