Zurück zum Content

Voisin – ein Bilderbuch

Diese Liebe zum Detail

Die grosse, grosse Voisin-Geschichte hatten wir ja schon geschrieben, hier nachzulesen – wunderbar. Wann immer wir nun Bilder finden von diesen Fahrzeugen, dann müssen wir die einfach zeigen, es ist uns ein inneres Bedürfnis. Man achte unbedingt auf die Details.

1921 Avions Voisin C1

1924 Avions Voisin C4S Torpedo Tourisme

1925 Avions Voisin C5 Faux Cabriolet von Besset

1926 Voisin C3 L «Queen Mary»

1926 Avions Voisin C7

1928 Voisin C11 «Bijou»

1928 Voisin C11 Cabriolet «Valse bleue»

1928 Avions Voisin C 14

1928 Avions Voisin C28

1929 Avions Voisin C14 «Chartreuse»

1929 Voisin C16 «Hétérozygote»

1930 Avions Voisin C14 «Aquitaine» von Manessius

1931 Avions Voisin C14 «Chartre»

1932 Voisin C14

1934 Voisin C23/24 Roadster, Saliot

Es ist eine ungewöhnliche Geschichte, vielleicht auch etwas mysteriös. Raymond Saliot gehörte nicht zu den grossen Designern, von denen es in Frankreich vor dem 2. Weltkrieg doch reichlich hatte, Figoni, Saoutchik, Chapron, Franay, um nur die bekanntesten zu nennen. Doch Saliot hatte seine Werkstatt ganz in der Nähe der Fabrik von Avions Voisin – und er hatte sich über die Jahre als Spezialist für die Reparatur dieser Fahrzeuge etabliert. Das könnte erklären, warum die Basis dieses Fahrzeugs, das wir hier zeigen, eine Mischung zwischen einem Chassis eines C23 ist, der aber den 2,5-Liter-Sechszylinder eines C24 angetrieben wird. Wie Saliot aber an den Auftrag des Baron de l’Ecluse kam, ein ganz aussergewöhnliches Automobil für den Concours d’Elegance in Bagatelle 1935 zu gestalten, lässt sich nicht mehr eruieren. Doch was er da gestaltete, reichte nicht nur für den Sieg bei dieser Schönheitskonkurrenz, war nicht nur ganz anders als alle anderen Voisin – es ist vor allem eines der schönsten, elegantesten Automobile, die je entstanden sind. Die Geschichte ist etwas verworren, bis Sam Mann das Fahrzeug 1999 kaufte, seine Geschichte intensiv recherchierte, den Wagen perfekt restaurieren liess. Was dem Saliot-Voisin dann 2002 prompt den Titel «Best of Show» in Pebble Beach einbrachte. Dort in der Nähe, in Monterey, wird dieses Fahrzeug von RM Sotheby’s im August 2026 versteigert, erwartet werden 2,5 bis 3 Millionen Dollar.

1935 Voisin C25 «Clairiere»

1938 Avions Voisin C30

1938 Voisin C30 S

1939 Voisin C30

Auch wenn er nicht original ist, so wollen wir ihn doch zeigen, den C14 von 1927, den ein früherer neiderländischer Besitzer zum Kunstwerk machte. Und irgendwie passt das ja alles zu diesem Fahrzeug.

Mehr schöne Exoten gibt es immer in unserem Archiv. Interessant in diesem Zusammenhang aber eben auch: Avions Voisin.

8 Kommentare

  1. Klaus Leuschel Klaus Leuschel

    Zwar erinnere ich aus dem Stegreif nicht mehr wo, aber bei diesen außergewöhnlich schönen, extravaganten Automobilen gibt es insofern einen Bezug zur Schweiz, als Le Corbusier in einer seiner Schriften einen Voisin als Illustration wegen seiner modernen (zeitlosen?) Formgebung verwendet hat.
    Wie übrigens Jahrzehnte später Max Bill. Bei ihm war es allerdings ein Graber (aus der Erinnerung in der Zeit nach dem II. WK im Kontext zu „die gute Form“.

    • Peter Ruch Peter Ruch

      Le Corbusier besass selber einen Voisin, einen C7, in seiner Form allerdings bei weitem nicht so aussergewöhnlich wie der Aérodyne.

    • Corbusier besaß nicht nur einen Voisin, er hatte auch sehr enge Verbindungen zu dem Unternehmen und zur Eigentümerfamilie.
      Diese finanzierte auch seinen 1925 präsentierten, berühmten Plan zur kompletten Umgestaltung von Paris, den Plan Voisin, der vorsah, die historische Stadt Haussmanns auf dem rechten Seineufer bis auf wenige besondere Bauten komplett auszuradieren und durch 18 Hochhäuser mit je 60 Stockwerken und einem kreuzförmigen Grundriß zu ersetzen.
      Dieses entsprach einer Bewegung in der modernen Architektur und Stadtplanung, die ab Beginn der zwanziger Jahre von Deutschland aus ihren Weg auf die Zeichenbretter zahlreicher Modernisten gefunden hatte.
      Die eigentliche, teilweise Umsetzung solcher Ideen gelang dann erst nach den Flächenbombardements des zweiten Weltkriegs vor allem in Deutschland, wo Selbsthaß, ein nie aufgearbeiteter Bruch mit der Geschichte und teilweise scheinbar stark zerstörte Innenstädte in Verbindung mit kapitalistisch-hemmungslosen Stadtplanern, Stadtoberhäuptern und teilweise sozialistisch geprägten Wohnungsbaugesellschaften wie der gewerkschaftseigenen Neuen Heimat zu dem führten, was der große Publizist Wolf Jobst Siedler als „Vulgärmoderne“ titulierte.

      Und noch eine Anmerkung:
      Meines Wissens fuhr Max Bill einen anthrazitfarbenen Bentley T, das schlichtere Derivat des Rolls Royce Silver Shadow.
      Dieses führte an der eher sozialistisch geprägten Hochschule für Gestaltung in Ulm, der er vorstand, eher zu Stirnrunzeln…

  2. DaDone503 DaDone503

    Besten Dank für diese Übersicht! Voisin ist gelebtes Art Deco im automobilen Bereich. Auch z.B. der Rumplerwagen war wegweisend – wie „Metropolis“ auf der Strasse.
    Die Franzosen waren in den 20´er Jahren Pioniere bei den Automobilen (natürlich auch Italien und Deutschland). Generell waren diese Jahre geprägt von Innovationen, Experimentierfreudigkeit und Wagnis. Man kann hier durchaus einen Bezug zum „Bauhaus“ Stil heranziehen.
    Was hat sich denn – außer in diversen Assistenzsystemen – in den vergangenen 50 Jahren an den Fahrzeugen geändert? Ich vergleiche das gerne mit Musik aus dem Radio; Auch hier ziehe ich einen Vergleich zur Musik – wenig Veränderung.

  3. Marc Grosjean Marc Grosjean

    Das interessante und wunderbare an diesen Fahrzeugen ist dass man gut erkennen kann wie sie gemacht und gefügt sind. Das hat etwas poetisches und das macht sie so faszinierend.

  4. B.P. B.P.

    Es gefällt der C28 ausm Film „Sahara“, der ja kein C28 ist.
    Fehlt noch der Panzer: Voisin C20 Mylord Demi-Berline

  5. WHEN i WAS A SCHOOL-BOY LIVING AT NO 9, STUDLEY PARK RD KEW, MELBOURNE. TWO ELDERLY WOMEN IN FERNHURST GROVE, (OPPOSITE OUR DOUBLE GATES). OWNED AN SMALL VOISIN. SEDAN, THAT HAPPIER SISTER DROVE. HOWEVER, WITHOUT ANY INCLINATION, TO CHANGE DOWN FROM TOP GEAR AND BELCHING BLUE OIL-VAPOR FROM THE EXHAUST-PIPE. ASCENDING THE STEEP SLOPE UP, FROM KEW JUNCTION. AND THEN. TURN RIGHT INTO FERNHURST GROVE.. WITHOUT ANY CONSIDERATION OF THE FOL;LOWING OR APPROACHING TRAFFIC!
    THE LAST TIME I SAW THIS BOX LIKE VOISIN WITH A TINY SLEEVE-VALVE ENGINE, WAS IN 1949, CRATED AND SECURED TO THE GOOSE-NECK TRAILER, ATTACHED TO A FAR PRIME-MOVER. HAULED BY A FAR BRAND PRIME-MOVER ALLEGEDLY THE ONLY FAR IN MELBOURNE, AT THAT TIME AND IT MAY HAVE HAD A TALL, HUGH JUNKER 2 CYLINDER, OPPOSED-PISTON DIESEL ENGINE?.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert