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Numbers: Pontiac Firebird Trans AM SD-455

Das letzte Halleluja

Nein, wir wollen uns jetzt hier nicht wieder darüber streiten, welches denn nun die ersten «muscle cars» waren. Heute geht es um das Gegenteil, also das Ende einer Ära (das eigentlich schon 1965 absehbar war, mit dem ersten Clean Air Act), das sich in diesem Fall wohl ziemlich klar benennen lässt: Pontiac Firebird Trans AM SD-455, Modelljahrgang 1974.

Wie das alles begann mit dem Firebird, das haben wir schon beschrieben, hier. Für das Modelljahr 1970 kam dann die zweite Generation, deutlich grösser, auch schwerer, aber im Gegensatz zu vielen anderen Modellen immer noch erstaunlich gut motorisiert, der Trans Am mit seinem 6,6-Liter-V8 wurde weiterhin mit offiziell 370 PS angeboten. Weil er aber die Abgasbestimmungen nicht mehr einhalten, musste der 6,6-Liter für 1971 einem 7,5-Liter-V8 mit noch 335 PS weichen – mehr Hubraum, tiefere Verdichtung, ähnliche Leistung, so wollte sich Pontiac über die Zeit retten. Für den Modelljahrgang 1974 gab es noch einmal ein optisches Up-date, der 455-ci-Motor durfte bleiben, hatte gemäss Prospekt aber nur noch 290 PS.

Immerhin 953 Kundinnen und Käufer wussten: Es ist dies das letzte Halleluja. Und sie wussten wahrscheinlich auch, dass Pontiac da ein bisschen schummelte – und zwar deutlich nach unten. So zwei, drei Pferdchen mehr waren es schon, die den Firebird nach vorne rissen; die Ingenieure von Pontiac übten sich in einer kleinen Rebellion gegen die gesetzlichen Bestimmungen. Danach war eh fertig, was hatten sie noch zu verlieren? Kein Wunder, sind diese Super-Duty-455 heute sehr gesucht, es werden auch sechsstellige Beträge für dieses letzte «screaming chicken» bezahlt, was für einen US-Car mit diesem Jahrgang mehr als ausserordentlich ist.

Mehr seltene US-Cars gibt es unter: Numbers. Im Archiv haben wir noch viel mehr.

4 Kommentare

  1. marco marco

    Der 455er SD wurde auch im Firebird Formula verbaut. Offenbar noch seltener.

  2. hugoservatius hugoservatius

    Ich mochte ihn irgendwie immer, den Pontiac, den ersten sah ich als kleiner Junge auf dem Parkplatz vor dem Hamburger Flughafen stehen, von weiter, langer Fahrt wunderbar schmutzig, mit Züricher Kontrollschildern, er war auch weiß und ich war hin und weg, auch wenn mir mein Vater versuchte klar zu machen, daß so ein Auto etwas peinlich sei.
    Alleine die Aufschrift „Trans Am“ war ein Versprechen auf weite, leere Traumstraßen, funkelnde Hochhäuser, unbegrenzte Möglichkeiten, Dave Brubeck aus dem Autoradio, Sheraton-Hotels, „Good Morning America, how are you?“, eine im engen Europa unbekannte Freiheit.
    Heute wäre mir jeder Amerika-Bezug auf meinem Auto peinlich, wie so ein orangefarbener Clown seinem Land ein so häßliches Antlitz verleihen kann.

    • Christian Christian

      Aber, aber Herr Servatius, wir sind doch tolerant! In den USA leben siher noch mehr Menschen und die sind nicht der Spezies Homo primitivus donaldus zuzurechnen.
      Der Mann hat sich doch in Davos jetzt mehr als blamiert. Vermutlich hat ihn das Pentagon zurückgepfiffen. Donald, jetzt is aber gut, bei Fuss, böser Donald!
      Und der Trans Am lässt mich eher an „Good old America“ mit z. B. Burt Reynolds als Bandit und solche Sachen denken als an den Spinner.
      Wahrscheinlich haben sie ihm auch einen Koffer mit funktionslosen Attrappen der Atomcodes gegen.
      Ich würde mir eine Neuauflage von Spitting Image wünschen oder Land of Confusion mit dem Knacker und seiner Modeltrulla statt Ronald und Nancy…

      • Lieber Christian, ich widerspreche ungern, aber ich bin in bestimmten Bereichen ziemlich intolerant!
        Ohne zu politisch werden zu wollen, aber das, was gerade in den USA passiert, ist die Zerstörung einer demokratischen Ordnung und die Schaffung einer Oligarchie mit faschistischen Mitteln!
        Und da hat es ein Ende mit meiner Toleranz, ich jedenfalls werde die USA nicht betreten, solange dieser Clown mit seiner Gangstertruppe das sagen hat.

        Aber natürlich erinnert der Trans Am an das Good old America, wie so viele der herrlichen US-Cars, die Herr Ruch hier präsentiert, nur scheint es so, daß es dieses Good old America nicht mehr gibt und vermutlich auch nie wieder geben wird, was mich sehr traurig macht, wurden wir in Deutschland durch die Alliierten vom Faschismus befreit und haben doch gerade wir Deutschen von den Amerikanern und den Briten dann die Demokratie gelernt!

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