Wahre Schönheit
Es wird erzählt, dass sich Carlo Abarth jeweils Schere und Karton habe geben lassen, wenn er eine Idee für das Design eines seiner zukünftigen Automobile hatte. Ob das nun stimmt, muss hier offen bleiben – sicher ist, dass die Abarth immer die wahrscheinlich schönsten Fahrzeuge auf den Rennstrecken hatte. Sicher eines der besten Beispiele dafür ist der Fiat Abarth OT 2000 Periscopio von 1968.

Nachdem 1965 die Kooperation mit Simca ausgelaufen war, musste man sich bei Abarth fast zwangsläufig wieder auf die Zusammenarbeit mit Fiat besinnen. Mario Colucci entwickelte auf der noch vorhandenen Basis des Simca 1000 sowie mit diversen neuen Teilen des Fiat 850 ein neues Rennfahrzeug, den 1300 OT. Es sollte dieser Wagen zu einem der erfolgreichsten Sportwagen von Abarth überhaupt werden. 1966 schaffte der 1,3-Liter-Vierzylinder bereits 140 PS, was den nur gerade 655 Kilo schweren Wagen über 240 km/h schnell machte. Und er gewann 1966 und 1967 die Markenweltmeisterschaft für Sportwagen in der Division 1. Gut zu erkennen war der 1300 OT, der bei Sibona & Basso gebaut wurde, am «Periscopio», dem Lufteinlass auf dem Dach (mit Ausnahme der ersten 50 Exemplare). Durchaus möglich, dass Carlo Abarth ihn zuerst mit Schere und Karton entworfen hatte.
Auch der Fiat Abarth OT 2000 Periscopio (Serie 2) von 1968 war mit diesem Periskop ausgerüstet, doch das Fahrzeug war in jeder Beziehung noch extremer. Angetrieben wurde das Fahrzeug vom bewährten 2-Liter-Vierzylinder, der es auf 215 PS brachte und die 665 Kilo schwere Schönheit über 270 km/h schnell machte. Zu den bekanntesten Fahrern gehörten Taramazzo, Steinmetz und Jochen Rindt (der allerdings trotz grossem Talent nie zu den Lieblingen von Carlo Abarth zählte). Insgesamt wurden nur 15 Exemplare dieses Fahrzeugs gebaut, das heute zu den meistgesuchten (und teuersten) Abarth überhaupt gehört.
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Nicht wirklich eine Sammlung, mehr so fürs Gefühl.
Chassis-Nummer: 137C.044
Motoren-Nummer: 237.007
Auktion: Gooding Christie’s, Amelia Island 2026, Schätzpreis 450’000 bis 550’000 Dollar, mit diesen Angaben: «This 1300 OT, chassis 137C.044, boasts an impressive competition pedigree. Delivered new to Abarth Corse Deutschland, it was campaigned by German driver Siegfried Dau during the 1966 season, achieving victories at the Mainz- Finthen Flugplatzrennen and the DARM Touring Car Grand Prix at Hockenheim. Additional 2nd in Class finishes at the Hockenheim 100-Mile race and the ADAC Nürburgring 500 Km further demonstrated the model’s competitiveness in period. On the international stage, the 1300 OT contributed to Abarth’s dominance in FIA Division 1, helping secure Manufacturer’s Cup victories in 1967 and 1968. These achievements firmly established the OT series as one of the most formidable small-displacement racing cars of the mid-1960s. Following its brief but successful racing career, chassis 137C.044 entered Peter Kaus’ famed Rosso Bianco Collection, where it underwent an extensive restoration by Auto Schiemenz of Bonn, Germany. In the late 1980s, it joined the esteemed collection of Shiro Kosaka, founder of the Gallery Abarth Museum in Japan, before being acquired in 2008 by noted Italian car collector Elad Shraga. During his stewardship, the car benefited from a mechanical recommissioning and was then shown and driven selectively. Subsequent ownership by respected collectors Tom Stegman and Tom Shaughnessy preceded its acquisition in 2016 by Curtis Leaverton, under whose care it has been meticulously maintained and sparingly exercised. Retaining its correct tipo 237 Abarth engine and benefiting from a distinguished and well-documented ownership history, chassis 137C.044 represents a rare opportunity to acquire a well-prepared and historically significant example of one of Abarth’s most celebrated small-displacement racing cars.»
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Chassis-Nummer: 047

Da haben wir eine wunderbare Bilder-Geschichte, hier.
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Mehr Abarth gibt es in unserem Archiv – dort findet sich auch so etwas wie ein Bilderbuch und eine Übersicht über die Fahrzeuge, die «radical» auf dem Genfer Salon (7. bis 17. März 2019) auf der Sonder-Ausstellung «70 Jahre Abarth» ausgestellt hatte. Und dann gibt es die Zusammenfassung zu 75 Jahre Abarth.



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