Goethe?
Die Jahre nach dem 2.Weltkrieg müssen für jeden aufstrebenden Automobil-Hersteller wie ein Goldrausch gewirkt haben. Der Heisshunger der amerikanischen Kundschaft nach neuen Autos, die Verfügbarkeit neuer Technologien, Materialien und Produktionskapazitäten, die während des Krieges entwickelt worden waren, und der allgemeine Optimismus, der das Land durchdrang, liess alles möglich erscheinen – egal, wie unkonventionell es war.



Hier kommt der wunderbar exzentrische und unverwechselbare Davis Divan ins Spiel. Als Geistesprodukt von Glen Gordon «Gary» Davis, einem Gebrauchtwagenhändler aus Indiana, basierte der Divan lose auf einem Einzelstück des legendären Indycar-Designers Frank Kurtis. Der wilde, dreirädrige Davis Divan wurde als Auto der Zukunft angepriesen: ein kraftstoffsparender, stromlinienförmiger Flitzer mit Aluminiumkarosserie, der – etwas optimistisch – Platz für vier Erwachsene bot und nur 1000 Dollar kostete. Leider wurde Davis, nachdem er mehr als eine Million Dollar an Händlerverträgen und Anzahlungen verprasst hatte, wegen Betrugs verurteilt, die Davis Company gerichtlich geschlossen.




Dieses Exemplar aus dem Jahr 1948 ist der dritte produzierte Davis Divan und eines von nur einem Dutzend bekannten Exemplaren. Vor ihm gab es zwei Prototypen, dies ist das erste Serien-Exemplar des seltenen Modells. Nach der Liquidation ging der Wagen nach Michigan, wo er die meiste Zeit seines Lebens still und heimlich weggestellt wurde; Fotos zeigen, dass der Divan zwar in einem erbärmlichen Zustand, aber weitgehend vollständig war. Dort wurde er 2011 von den letzten Besitzern entdeckt, die zu begeisterten Davis-Fans wurden. Unter ihrer Obhut wurde er in seinem heutigen braunen Metallic-Look und mit einer zweifarbigen beigen und braunen Innenausstattung restauriert.

Der Davis Divan wurde zuerst von einem Hercules-4-Zylinder-Motor mit 2,2 Liter Hubraum und etwa 45 PS angetrieben, geschaltet wurde über ein manuelles Dreigang-Getriebe. Es wurde eine Höchstgeschwindigkeit von über 180 km/h angegeben – es wollte wohl niemand je versuchen, derart schnell zu fahren. Später gab es dann einen Continental-Vierzylinder mit 2,7 Liter Hubraum und 58 PS, doch der brachte auch keinen Erfolg.



Mehr seltene US-Cars gibt es unter Numbers.


Interessanterweise hätte damals einen niemand von dem Versuch, die 180 zu erreichen, abgehalten. zumindest nicht in Montana und Nevada.
Kein Limit in Montana/Nevada: Montana und Nevada hatten teilweise gar keine festgelegten Tempolimits auf Autobahnen, sondern setzten auf „umsichtiges und vernünftiges“ Fahren.
Die Einführung eines landesweiten Tempolimits in den USA erfolgte
1974 als Reaktion auf die Ölkrise, wobei der Kongress die Höchstgeschwindigkeit auf 55 mph (ca. 88 km/h) festlegte, um Kraftstoff zu sparen. Diese Maßnahme wurde 1987 auf 65 mph (105 km/h) auf bestimmten Highways erhöht und 1995 vollständig den Bundesstaaten überlassen, die heute unterschiedliche Geschwindigkeitsbegrenzungen (oft 65–85 mph) festlegen.
PS. Ich muss mich beschweren. Dass sich dreirädrige Fahrzeuge nicht durchgesetzt haben, kann man ob der konstruktionsbedingen Nachteile noch verstehen, egal ob vorn oder hinten. Der Vorteil wäre aber ein sensationeller Wendekreis.
Dass aber niemand eine echte Vierradlenkung anbietet (also grösser 10 Grad Lenkwinkel), sondern einem immer nur mit Prototypen der Mund wässrig gemacht wied, ist unerhört.
Der Reihe nach:
Zwischendurch, bis vor gar nicht so langer Zeit, war Montana ebenfalls wieder ohne Begrenzung. Dachte der dumme Deutsche.
Denn es lag im Ermessen des jeweiligen Sheriffs, was er als „angemessen und umsichtig“ erachtete. Und wenn man nicht ein Superauto hatte, nachweisen konnte, dass man Formel 1 Weltmeister ist oder das Wetter nicht ganz passte, dann wurde kassiert.
Dreiräder mit einem Rad vorne, da muss ich immer an den Reliant von Mister Bean denken …… einschließlich der Kullerei.
Wozu Vierradlenkung? Einige Elektriker schaffen doch den „Tank turn“ und haben somit praktisch gar keinen Wendekreis. 😉
Meine Mutter als freundliche Oma kam damit sogar in Colorado durch, als wir mal noch rechtzeitigzum Sonnenuntergang am Grand Canyon sein wollten. Sie sagte, sie hat kurzfristig vergessen dass, sie nicht in Deutschland ist.
Stimmt, der Tank Turn kostet aber Radiergummi-Steuer.
Als wir 1989 an der Grand Canyon Lodge spontan nach einem Zimmer fragten, ernteten wir einen ernsthaften Lacher und man sagte uns, wir können gern für übernächstes Jahr reservieren.
Wir haben uns dann am obersten Aussichtspunkt des North Rim den Sonnenuntergang angesehen. Da lernt man, welche unfassbare Wucht die Natur haben kann, ein unvergessliches Erlebnis.
Mitte der 2000er übernachtete ich in Berlin immer in einem so genannten Designhotel, welches PCs auf den Zimmern hatte. WLAN, Smartphone und Laptop waren noch ein wenig entfernt.
Auf dem Desktop war ein Brief- oder Mail-Entwurf einer amerikanischen Reisegruppe, die beschrieb, wie sie mit einem Volvo Leihwagen von Hamburg nach Berlin fuhren.
Mit 160 km/h !!!!!!!! Und sie wurden permanent mit hohem Geschwindigkeitsüberschuss überholt. German Autobahn ist schon eine Nummer für die Amis.
Ja, der Grand Canyon ist ein Must See wie man so schön sagt
Die Strecke Hamburg Berlin ist zwischenzeitlich auf amerikanische Geschwindigkeitsverhältnisse reduziert, keine Gefahr mehr!
Aber mit dem ICE kann man bald wieder 300 fahren.