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Supercar Owners Circle Jerk

Ganzkörperenthaarung

Am kommenden Wochenende trifft sich wieder einmal der Supercar Owners Circle Jerk (wer nicht weiss, was ein «circle jerk» ist, soll es bittschön selber googeln). Zu Andermatt in der Schweiz, dort im unsäglichen Chedi, das auch gern mal seine Gäste betrügt; es ist passende Herberge für dieses Grüppchen von goldkettchenbehängten Selbstdarstellern mit Brusthaar-Toupet (wobei, das ist ja heute anscheinend nicht mehr Mode), also nehmen wir die Ganzkörperenthaarung. Gegen die meisten dieser Herren (und es sind ausschliesslich ebensolche, Trad-Wives und russische Viertgeliebte zähle ich nicht zu den Frauen) ist Peter Thiel ein total sympathischer Zeitgenosse, Peter Hegseth ein Vorzeige-Intellektueller, jeder Zahnwalt im rosa Lacoste-Cardigan ein fröhlicher Kumpel. Ich habe es einmal so am Rande miterlebt, so viel Gier und Protz und Schwanzverlängerungsversuche an einem Ort habe ich sonst noch gar nie gesehen.

Das ist alles prinzipiell kein Problem (doch, wenn ich ehrlich sein will), die Jungs machen da ihren Circle, und gut ist. Aber jetzt haben sie es geschafft, dass da ein paar Pässe gesperrt werden im Umfeld von Andermatt. Und da bin ich dann in meinem ur-schweizerischen Demokratieverständnis zutiefst verwirrt und betrübt, sehr besorgt. Da dürfen also ein paar Idioten (anders kann man sie nicht bezeichnen, sie verursachen ja immer wieder furchtbare Unfälle) über den Berg knallen, einfach so? An wen geht das Entgelt dafür? Erhalte ich als dümmlicher Steuerzahler etwas zurück davon, was diese Steueroptimierer dafür blechen? Hat die Rennleitung, die am Wochenende an diesen Pässen sonst gern im Tarnanzug im Gebüsch liegt und mit Laserpistolen darauf achtet, dass der holländische Camper sich auch schön an die Regeln hält, dann frei, die ganze Woche schon? Und wie geht die Triage, wenn sich diese Deppen – wie üblich – selber zerbomben, kommt dann der Heli – oder wird zuerst der holländische Camper gerettet?

Ich ganz persönlich empfinde es als unfassbar erbärmlich, dass solches in der Schweiz stattfinden kann. Dass Classic Driver und andere eigentlich ganz nette Medien das hypen ohne Ende, ist absolut unverständlich. Dieser Circle Jerk ist ein sehr guter Ausdruck dafür, was auf der Welt gerade so komplett falsch läuft. Oder wie sehen Sie das?

34 Kommentare

  1. Roland Hierl Roland Hierl

    Totale Zustimmung. Vor allem dass man mit Geld schafft, dass Pässe nur für den Spaß ein paar weniger gesperrt werden ist für mich völlig unglaublich. Oder ist das jetzt schon wieder Neid von uns, die nicht mitmachen (dürfen).

  2. 69biit 69biit

    100% einverstanden.

  3. Großen Dank für das Augenöffnen mit diesem wieder großartigen Artikel!

  4. Ulrich Günther Ulrich Günther

    Das Claccicdriver da groß mitmacht ist ja nur logisch, handelt es sich doch um eine Verkaufsseite mit ein paar bunten Bildern, meist von hochpreisigen Events wie oben beschrieben.
    Ansonsten finde ich solche Treffen uninteressant, aber die Tatsache, dass man es schafft ganze Strecken im sonst doch eher autofeindlichen Land zu sperren, gibt mir zu denken, aber bestätigt auch meine Vermutung.

  5. Schwierige Frage. Mal abgesehen davon ob man die Hypercarbillionairs mag. Ich kenne sie nicht.
    Ist es dann aber ok, wenn man rund um den Murtensee für den slowUp die komplette Strasse sperrt, dass Anwohner nicht mehr weg kommen?
    Oder die halbe Region Thun für den Ironman dicht gemacht wird?
    Wie gesagt, finde es gerade schwer eine Meinung zu haben. Soviel ich weiss ist das auch nicht das erste Mal im Raum Andermatt und wird immer wieder kontovers diskutiert.

    • Peter Ruch Peter Ruch

      da sehe ich dann schon einen Unterschied, so ein SlowUp oder eine Sportveranstaltung sind etwas für eine breite Masse, Volksfeste.

  6. Erstmal, ein passenderes Foto wäre mir nicht eingefallen. Ich würde gerne wissen, wie so eine Straßensperrung entschieden wird. Ironman, Seefest, Marathon kann ich alles verstehen. Habe letztens gelesen, dass die Supermarktkette Delhaize 109 Millionen Euro Steuern 2025 im Kanton Genf gezahlt hat (also 740 Millionen Gewinn bei 14,7% Körperschaftssteuer), obwohl es keinen einzigen Delhaize Supermarkt in der Schweiz gibt. Die gibt es aber in Belgien zuhauf. (Körperschaftssteuer hier aber bei 25%). Sehr sympathisch diese Schweizer Regierung, die Steuervermeidung zulässt. Wo ist da der Unterschied zu den Circle Jerks, die sich „Gefälligkeiten“ erkaufen? Ja, wo geht denn das Geld hin?

    • Geka Geka

      Ist das wieder so eine Neiddebatte? Diese, vornehmlich, Herren haben unter ihrem Blut und Schweiß ihre Milliarden hart erarbeitet, und sorgen dafür, dass undankbare Schädlinge (Arbeitnehmer) ihr tägliches Brot bekommen. Da die Mächtigen schon erwarten dürfen, dass das Fußvolk ihnen die Straßen für ein WE überlässt.
      Im ernst: es gibt die Theorie, dass sich der Kapitalismus früher, wo es noch den Kommunismus als Konkurrenzmodell gab, „zusammenreißen“ musste. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion fiel dieses Konkurrenzmodell, und dem Kapitalismus wurden sämtliche Zügel abgenommen.
      Der Witz ist, dass die Wähler weiterhin die Vertreter dieses entarteten Kapitalismus wählen.
      Also: wir bekommen, was wir wählen.
      Kein Grund, sich aufzuregen.

  7. B.P. B.P.

    Na ja… Ihr Land hat gegen Einwurf von Münzen schon was weit schlimmeres erlaubt bzw. gemacht als ein Paar turnanzugtragende Egomaniacs über Alpenpässe fahren zu lassen.
    Schweiz liebt Geld – speziel das von Steuerhinterzieher, Drogenbaronen, Diktatoren und, selbstverständlich, von Multimiliardären mit Blofeldschem Komplex. Wieso jetzt dann auf einmal so empört?

    Vielleicht wird das dafür bezahlte Geld ja gut angelegt…. in eine neue Volksabstimmung gegen die Einwanderung, zum Beispiel.

    • Peter Ruch Peter Ruch

      ja, da mit den Münzen zeigte sich die Schweiz schon immer ziemlich flexibel. und das ist nichts, worauf man stolz sein könnte. doch einst lief das wenigstens einigermassen diskret. jetzt scheinen auch die letzten Hemmungen zu fallen.

  8. Matthias Matthias

    Ja, dieses Mass an neureich-prolliger Statusprotzerei ist ärgerlich. Vielleicht hätte man in den USA mehr Verständnis für ein solches sinnfreies Treiben als hier in der Schweiz. Ich meine aber, eine funktionierende Gesellschaft sollte in der Lage sein, auch ein gewisses Mass von Abweichlertum und schrägen Querköpfen auf Rädern zu tolerieren. Und ich fürchte: Sogar in der Schweiz dürfte es eine Reihe von Leuten geben, die sich sehnlichst wünschen, selbst bei dieser Bande im Chedi zu hocken… und am Steuer von ehrlich erarbeiteten oder dreist ergaunerten Supercars mit Barbies als Dekoration über die Pässe zu fräsen. Und die anderen von uns können sich über solche Live-Realsatire – zudem kostenlos – prächtig amüsieren.

  9. Ralf Bernert Ralf Bernert

    Hallo aus Hamburg, wo derartige Vorkommnisse zum Alltag gehören. Mit den Unterschieden, dass erstens Straßen nicht gesperrt werden und zweitens die ganze Veranstaltung nicht Circle genannt wird. Etliche matt, schwarz folierte G-OMGs ballern durch die Stadt, die Insassen meist mit den Taschen voller Bargeld grinsen vor sich hin, bedrohen alles, was im Weg steht oder fährt. Sie bauen heftige Unfälle und laufen dann weg. Weil zu viel Koks im Nasenloch. Und die Polizei? Sie zeigt dir die Kelle, wenn du in der 30-er Zone 34 fährst. Es ist jämmerlich und beschämend.

  10. Christen Thomas Christen Thomas

    Über ein Jahr verteilt, gibt es zahlreiche Events in allen Destinationen. Bei der Beurteilung von 10 Events finden nie alle sämtliche Events gut aber jeder Event hat seine Anhänger, Befürworter. In einer direkten Demokratie halten wir das aus, mal gewinnen wir, mal verlieren wir, wie bei einer Abstimmung. Pässesperrungen gibt es viele und bei diesen Anlässen fahren oft weit mehr Begleitfahrzeuge mit, als beim genannten Anlass. Wertschöpfung wird bei diesen Anlässen auch generiert, damit wird unser System finanziert. Wir dürfen dafür und dagegen sein, die Wortwahl dabei ist persönlich und darf respektvoll bleiben.

  11. Christian Christian

    Na ja, die Aktzeptanz für solche „Evens“ hängt auch vom Benehmen der Klientel ab.
    Ein befreundetes Ehepaar fährt mit ihrem Topolino, Baujahr 1949, jedes Jahr zum großen Treffen nach Turin. Dort werden sie auch auf abgesperrten Straßen mit Carabinieri-Eskorte durch und um Turin geleitet. Freude, Freundlichkeit und gutes Benehmen sowohl der Teilnehmer als auch auf Seiten der Besucher – also, geht doch.

    Jetzt die andere Seite, Protz, Proll, schlechtes Benehmen, Egoismus pur. Klar, in der jetzigen Zeit kommt man wohl nur so zu Reichtum. Und weil das so schön klappt, macht man auf diese Art weiter, denn mann kann sich ja alles leisten – im wahrsten Wortsinn. Dass das alles nicht auf Gegenliebe stößt ist wohl klar, schert diese Leute aber nicht im Geringsten.

    Wenn diese Leute doch so viel Geld haben, dann können die sich ja eine Rennstrecke mieten und müssen nicht auf öffentlichen Straßen ihr „Unwesen“ treiben.
    Ein paar Motoradkumpel von mir mieten sich immer einen Samstag als Motoradclub die Strecke in Mugello. Da können die ihre Moppeds mal so richtig ausfahren und dann ist es auch wieder gut. Dort gefährden Sie sich nur selbst und wenn sie „abfliegen“ beschädigen sie nur Ihre Sachen.

    Es gibt und gäbe immer Möglichkeiten, sich entsprechend zu benehmen und zu verhalten. Leider ist diese Einstellung bei einer gewissen Art von „Mitmenschen“ nicht vorhanden oder abhanden gekommen.

    Das Foto ist gut und zeigt eigentlich die Armseeligkeit (vor allem die Geistige) unserer Zeit. Von der Geschacklosigkeit gar nicht zu sprechen, aber an der fahrenden Mülltonne ist wenigstens der Henkel zum wegschmeissen dran…

  12. Rolf Rolf

    Wenigstens gibt es auf den gesperrten Pässen eine natürliche Auslese ……

    Aber natürlich sind alle Veranstaltungen mit stinkenden Verbrennern sinnlos und dienen nur einer bestimmten Gruppe als Spaß.
    Wenn man hier in der Brut- und Setzzeit einen Hund ohne Leine neben sich auf dem Feldweg laufen lässt, dann gibts garantiert einen Anpriff. Am nächsten Tag werden auf dem Feld daneben mehrere Hektar gesperrt und das Autocross startet.
    Die Bodenbrüter wurden vermutlich einzeln umgesiedelt ……

    Man kann natürlich jede Großveranstaltung, ob Fussball, Oktoberfest, Karneval usw. kritisch betrachten, aber das Volk will Brot und Spiele.

    • Christian Christian

      Lieber Rolf,

      die Aussage, das Volk will Brot und Spiele muss ich ein wenig konkretisieren. Diejenigen, die Macht im Staate haben, wollen Brot und Spiele, damit der Plebs miseria abgelenkt wird von ihren Machenschaften und Versagen.
      Nicht Gelld regiert die Welt sondern die Geldigen reGIERen die Welt…

      Andererseits haben wir hier an unseren 5 Seen jedes Wochenende im Sommer das Schaulaufen des schlechten Geschmacks, des Egoismus und der Brülltüten. Das werden die Straßen nicht gesperrt sondern einfach zugeparkt und verstopft.

      Noch eine kleine Andektote. Ich war mit ein paar Kollegen vor Jahren beim Cafè Dinzler am Irschenberg. Da kam ein ganzer Haufen Porsches auf den Parkplatz und es stellte sich heraus, dass die reservierte Parkplätze hatten und sich auch einige Straßen für Ihre Ausfahrt sperren ließen.
      Als diese „Klientel“ dann ebenfalls im Cafè „einmarschierte“ raunte mir mein Kollege zu, dass er immer dachte, dass die Fahrer von solchen Autos doch eigentlich deutlich jüngere Beifahrerinnen hätten :-))) Na ja, so werden Klischees relativiert.

      • Rolf Rolf

        Ach, sie wohnen in meiner Heimat!
        Ja, das kenne ich schon von vor 25 Jahren, vor meiner Migration in den Norden und sogar schon von noch früher.
        Ich bin mal am Wochenende mit dem Motorrad zu einem Badeplatz bei St. Heinrich am Starnberger See gefahren und bekam keinen Parkplatz !!!!!!
        Autos, Motorräder und Fahrräder standen so geballt, da war nicht mehr die kleinste Lücke.
        Die Münchener fahren ja, durchaus anders als die Hamburger, am Wochenende raus.
        Als ich dann in München wohnte, habe ich mich azyklisch verhalten, die leere Stadt inkl. Englischem Garten am Wochenende genossen und zum Skifahren und Besuche an den Seen unter der Woche frei genommen.
        Motorrad bin ich am Wochenende nur noch zwischen 6 und 9 Uhr morgens gefahren, dann kamen sie aus allen Löchern.

        Ich weiss, wo das herkommt mit dem Brot und so, aber das Volk spielt begeistert mit.

        • Christian Christian

          Ja, Super ein „Eingeborener“ 😉
          München ist am Sonntag schön, an unseren Seen ist es so ab Oktober bis März, je nach Wetter. dann wieder „schön“.
          Im Sommer ist es schon schwierig mit dem Fahrrad einen Platz zu bekommen. Die Rettungsdienste haben den Gemeinden und Landkreisen mittels mehrer Bedenkenschreiben schon seit Jahren mitgeteilt, dass eine Rettung innerhalb der vorgeschriebenen Zeit nicht mehr Gewährleistet wird.
          In Hamburg und Bad Oldesloe war ich beruflich vor Jahren ein paar mal. Es ist eine schöne Ecke und die Menschen sind etwas entspannter und ruhiger als hier bei uns im Millionendorf. Man merkt hatl, dass Hamburg immer schon einer Stadt war und München immer ein Dorf bleiben wird.

          • Rolf Rolf

            Nee, das täuscht, da ist nix ruhiger, es äussert sich nur etwas anders.
            Und HH ist noch viel „strenger“ unterteilt als München in bestimmte Bezirke, die gern unter sich bleiben.
            Wichtigste Unterteilung ist nördlich und südlich der Elbe, wobei südlich für viele gar nicht mehr zu HH zählt. Das eher prollige Harburg und „Asi“-Wilhelmsburg hat man da nicht gern.
            Die Alster wiederum teilt Ost- und West-HH und die sind sich auch nicht grün.
            Wie sagte mal mein Ex-Chef aus Ost-HH: „Ich war jetzt mal wieder im Westen, aber was soll man da ….. ?“
            In vielen Bereichen ähnelt es mittlerweile sowieso eher Berlin vom „Straßenbild“ her, aber das darf man ja nicht sagen, wegen Nazi und so.

  13. hugoservatius hugoservatius

    Circle Jerk, ich mußte es in der Tat googeln, eigentlich schon wieder eine sehr schöne Bezeichnung für solch eine Veranstaltung und ihre Teilnehmer!

    Erinnert mich an einen Ferrari 355, der vor ewigen Zeiten zunächst bei 250 km/h auf einen knappen Meter auf meinen Maserati auffuhr, um mir seinen Führungsanspruch zu demonstrieren und den wir dann zehn Kilometer weiter mit rauchendem Motor auf dem Seitenstreifen wiedersahen, er trug das Österreichische Kennzeichen „Wixer 1“ und sein Pilot Turnhosen, in Hamburg auch gerne als „Schnellfickerhosen bezeichnet…

    Und, ja, einerseits verstehe ich die hier vorherrschende Aufregung, andererseits:
    Wundert‘s jemanden?

    In einer Zeit der kompletten Verrohung, in der der Amerikanische Präsident jedermann mit übelsten Schimpfkanonaden überzieht, Tech-Milliardäre von der Erschaffung neuer, besserer Menschen träumen und daran forschen lassen, in der ganzen Welt haltlos Kriege vom Zaun gebrochen werden, Autos wie intergalaktische Kampfmaschinen und Armbanduhren wie Schlagringe aussehen, eine bräunlich-bläuliche Gurkentruppe mit völkischer Ideologie in Deutschland bei 30% liegt, Düsseldorfer Zahnarztgattinnen wie Russische Nutten gestylt sind, faschistoider Rammstein-Kitsch mit Feuerwalzen und Nazi-Symbolik ganze Stadien füllt und die protzige Ästhetik ungebildeter Makler, Trockenbauunternehmer, Private-Equity-Spekulanten und Sicherheitsdienstbetreiber die besseren Wohnviertel dominiert, da paßt doch eine Superauto-Gruppenwichser-Veranstaltung perfekt ins Bild!

    Und daß man dafür ein paar Pässe sperrt, das muß man doch verstehen, das füllt die Kassen und stimmt die Pauschalbesteuerten aus dem Kanton Zug, die Tech-Unternehmer aus Trumpland, die Finanzjongleure aus London und die Oligarchen aus Putins Schreckensreich durchaus positiv!
    Und das Arabische Alpenhotel paßt zu den Fahrzeugen und ihren Eignern mit Anhang ganz vortrefflich.

    Winds of Change, der Verlust jeglichen Niveaus betrifft uns alle, wird aber nicht mehr zu ändern sein.
    Meine Welt wird immer kleiner.

    • Christian Christian

      Aber, aber, Contenance mein lieber Herr Servatius ;-)))
      Die Düsseldorfer Zahnarztgattinnen, die wie Russische Nutten gestylt sind, sind ja oftmals tatsächlich diesselben….Meine Nachbarin ist so eine Dame, die jetzt Noch-Ehefrau eines „Unternehmers“, der sein neues G`schpusi und dann bald neue Ehefrau auf der Wies`n kennen- und liebengelernt hat und die Trennung wia Instagram publik machte….
      Fuhrpark dieser „Herrschaften“ sind verschiede Mercedes Bonzen, er noch einen Ferrari irgendwas und sie einen Lamborghini Urus oder wie der SUFF von der Marke heißt.
      Wie sang einstmals Reingard Fendrich so schön : Promoviert haben sie erst am Standesamt, die große Liebe liegt gebündelt in der Schweiz“.

      Die von mir beschriebene Nachbarin kam einst als Putzfrau aus Rumänien in den Dunstkreis, aber vermutlich nach einem heftigen Bums in der Putzkammer machte sie eine steile „Karriere“ mit Traumhochzeit usw. Jetzt kam eine Jüngere ins Spiel und dann wird halt nahtlos ausgetauscht. Gott sei Dank sind die meißtens immer in ihren Zweit- und Drittwohnbehausungen in Mallorca, USA oder St.Moritz und belästigen uns nicht mit ihrer Dummheit und Geschmacklosigkeit.

      Aber es stimmt schon, es sind die Auswüchse unserer derzeitigen, so genannten „Kultur“ , oder das, was manche dafür halten. Bei genauerer Betrachtung stellt man fest, dass das ganz arme Menschen sind, aber die merken es nicht, weil sie es nicht merken!

      Also, beobachten, lächeln und drüberstehen.

    • Rolf Rolf

      Ein Wort dazu.
      „Putins Schreckensreich“ scheint gar nicht so schrecklich zu sein …. für die Russen.
      Das Land bietet High Tech in jeglichen Bereichen und die Möglichkeit, Geld zu verdienen. Hört man Interviews (ja, Vorsicht), dann sind die Russen deutlich nationalstolzer als wir Deutschen.

      Aus allererster Hand, sehr vielen nach Deutschland geflohenen Ukrainern wäre es ziemlich wurscht, ob sie wieder unter russischer Führung stünden, man ist sich sehr ähnlich in der Mentalität. Die Männer haben keinen Bock auf Kriegsdienst (kürzlich wurde in einer illustren Rund in einer Talkshow offen von 320.000 in Deutschland lebenden Deserteuren gesprochen) und die Frauen sind auch sehr „russisch“.

      Sie lieben beispielsweise die „Russian Lips“, die sie wie Daisy Duck aussehen lassen und pumpen sich auch sonst gern so viel Botox in den Kopf, dass man sie vermutlich schmerzfrei als Punching Ball verwenden könnte.
      Und dann sagen sie gern abfällig „die deutschen Frauen sehen alle so natürlich aus“.
      Zu lästigerweise vom Jobcenter aufgezwungenen Kursen erscheinen sie gern im mitgebrachten schwarzen SUV.

      Erinnert mich an den Film „Leben und sterben in L.A,“.
      Da fasst Steve Martin einer Dame an die Brust und meint, die fühle sich seltsam an.
      Sie sagt „ja, die ist echt“.

      • Rolf Rolf

        PS: Sorry, Fehler, der Film heisst „L.A. Story“.

        Herr Ruch, schade dass man nach dem Abschicken eines Kommentars nicht noch für kurze Zeit die Möglichkeit hat, zu korrigieren.

  14. hugoservatius hugoservatius

    Ach ja, „Zahnwalt“ ist ganz wunderbar, natürlich im rosa Polohemd, und natürlich mit einer Flasche Ca dei Frati Rosé, die nach zügiger Leerung umgekehrt in den Eiskühler gesteckt wird, immer Samstags gegen Elf „am Lago“, wie man den Gardasee in diesen Kreisen gerne nennt…

    • Rolf Rolf

      Die Jogginghose kenne ich als „Schnellscheisser-Jeans“ und der „Zahnwalt“ ist bekannt aus der Harley-Welt. Man erkennt sie an der teuerst aufgemöbelten Maschine, kombiniert mit pikobello neuem und sauberen Outlaw-Outfit.
      In HH gibt es eine „Geldhelmchen-Truppe“ aus Millionären, die als Erkennungszeichen preussische Spitzhauben mit 750er Gold überzogen tragen.
      Ich habe sie auch mal in einer Doku gesehen und live auf den Harley-Days.

      Und ja, kommt man von einer Reise aus dem südlichen Marken, Umbrien, der Toskana abseits der Touri-Orte und dem Latium, dann ist der „Lago“ bei einem Zwischenstopp auf der Heimreise ein (deutscher) Kulturschock.

  15. Peter Stefen Wollfram Peter Stefen Wollfram

    Werter Autor, hinreissendes Lesefussvolk! Guten Tag!

    Lesen Sie mal Brave New World genauer und lassen sie sich nicht
    von einer
    Unterschicht Real Sozial Romantik ala Fahrenheit ( mit Oscar Werner als ((der)) Film)
    runterziehen.
    Natürlich haben wir fast alle die letzen 50, 40, 30 ,20, 10, 2, Null Jahre gemeint, es
    könne eh nicht noch schlimmer kommen.
    Echt?

    ( wir spielen die Musik aus dem Film Galligula dazu, in etwa der Teil wo die Orgie im 2ten 3tel ist– nein keine Bilder.. opticus interruptus)

    Und nun, zb. dieses Endarschloch Peter Thile..

    Dem wird der Schädel von einem Gladiator mit dem Hammer zertrümmert.
    Natürlich so, das er es noch mit bekommt, obwhl der ganze Gesichtsschädel in die
    Arena spritz. Und der sich anscheisst.
    Das Volk jubelt..
    Der Kaiser Donald der Orrange zum Zwaiten, steckt seine Finger in die saftige
    neue Propagandaministerin.
    Unten wird gerade ein ander Sillikon Valley Arsch geschlachtet.
    Und die Bezzos Hure, die dem Kaiser zuleckt, von einem aufständischen Sklave aus dem Volk erstochen.
    Tumult.

    Am Abend glotzen alle ins Tv oder ins Device und rolen unzählige hochkantige Videos weg.
    In einem explodiert ein grausam pinkfärbiger AMG Benz auf einem Pass in der Schweiz, die Menge im Netz gröhlt und teilt.

    Morgen kann sich keiner von diesen digital dementen lebenden Leichen an irgend etwas erinnern.

    Um 11h 23m 34 sec rutsch ein Vladimir Pjutn aus und drück versehndlich ( nuke ore nurse / Genesis / video / Ronald reagan/..) den roten.
    Knopf.

    BOOOM.

    Ein Alienraumschiff, das den Tv Sender shopping total in der Schweiz empfangen hat
    und so auf der berner Würschtelwiese landen wollte ( die HUndewiese der raichen und edlen alten MIlfs die mit geliftetem Gesäss äh verz Gesicht mit ihren kleinen Pinschern scheissen gehen..) flüchtet.

    banal endet es. diese Welt 🙂 LOL

    • hugoservatius hugoservatius

      Aha.
      Und jetzt?

  16. Andre Andre

    Was für ein Artikel, eine unschöne Mischung aus elitärer Arroganz und moralischer Doppelmoral. Ja, man muss diese Menschen nicht mögen, aber diese herablassende Sprache und die verallgemeinernden Klischees um jemanden pauschal abzuwerten und sich selbst moralisch über sie zu erheben, ist KEIN BISSCHEN besser. Es ist auch schräg, im Namen des „ur-schweizerischen Demokratieverständnisses“ und des Gemeinwohls zu argumentieren, dabei jedoch selbst zutiefst undemokratisch zu agieren, anderen pauschal die Vernunft abzusprechen und auszugrenzen, und gleichzeitig vorzugeben, für die Gerechtigkeit zu kämpfen, welch peinliche überhebliche Doppelmoral! De facto BEFEUERT der Artikel mit Neid und Vorurteilen genau die grassierende Respektlosigkeit, die der Arikel gleichzeitig beklagt. Eine sachliche Kritik an der Sperrung öffentlicher Straßen für solchen Quatsch wäre viel ehrlicher gewesen.

    • hugoservatius hugoservatius

      Ich sehe da keine Doppelmoral, auch keine Arroganz.
      Vielleicht ein Haucher‘l elitäres Denken, aber das ist mir ganz sympathisch.
      Wenn Menschen sich qua Wohlstand als oberschichtlich empfinden und sich auf allerpeinlichste Weise selbst darstellen, dann darf und sollte man das kritisieren und die Tugenden einer demokratischen Gesellschaft und des humanistischen Bildungsideals verteidigen.
      Und, ja, man darf sich überlegen fühlen, wenn andere Menschen sich ungeniert schlecht benehmen.
      Erstaunlich ist übrigens, wie schnell diese AP-tragenden Hypercaruser mit den Mädels mit Mar-a-Lago-Face und Nuttenoutfit irritiert sind, wenn sie auf alte Welt, gegebenenfalls altes Geld und die entsprechende Diktion und Attitüde treffen…
      Sie verstehen es nicht wirklich, aber sie spüren es und es tut ihnen irgendwie schrecklich weh.

    • Hömal Hömal

      Erstens ist der Kommentar keine Pauschalverurteilung von Menschen, die sehr reich sind, sondern nur von einer bestimmten Gruppe, die man früher „neureich“ nannte und die sich dadurch auszeichnete, dass es ihr nicht nur an Geschmack, sondern auch eklatant am Verantwortungsbewusstsein des „alten Geldes“ mangelte.

      Zweitens darf man es durchaus hinterfragen, wie es sein kann, dass gleich einmal ein-, zweihundert Kilometer öffentlicher Straßen gesperrt wird, nur weil ein paar Dutzend reiche Leute mit ihren sündteuren Sportwagen „ungestört“ drüberdonnern wollen.

      Drittens ist es sehr wohl legitim, einen Lebensentwurf zu hinterfragen, der sich durch Rücksichtslosigkeit und beinhartem Egoismus auszeichnet nach dem Motto: Regeln gelten nur für Proleten und wer sich nicht nimmt, ist selber schuld.

      Ich sehe hier keine Doppelmoral sondern Menschenkenntnis. Schließlich sind die Teilnehmer, ihr Weltbild und ihr Verhalten hinlänglich bekannt, wo sie doch selber oft genug offensiv die Öffentlichkeit suchen, um sich und ihrer Großartigkeit zur Schau zu stellen.

  17. Rolf Rolf

    Wenn ich das alles so lese und darüber nachdenke, komme ich immer mehr zu dem Schluss, dass Geld, wie man so (un)schön sagt, den Charakter verdirbt.
    Und dies übrigens unabhängig davon, wie alt das Geld ist.
    Die arrogante, möchte-gern-elitäre alte Oberschicht bleibt nur gern unter sich und lässt ihre „Vergnügen“ nicht so offen nach aussen dringen. Eigentlich ist das viel verlogener.
    Und ja, lieber Hugo, es gibt Leute, die wollen da unbedingt dazu gehören.
    Beispielsweise kämpft ein Ralph Lauren seit Jahrzehnten darum, zu den alten Ostküsten-Preppies gehören zu dürfen.
    Die kaufen zwar seine Hemdchen und die Bettwäsche, aber sie lassen ihn nicht.

    Denke ich aber noch länger darüber nach, dann ist es vom Geld unabhängig, wie schlecht der Humanoid sich benimmt. Es gibt „Vergnügen“ für jede Preisklasse.

    Doch, ich hätte auch gern sehr viel Geld. Ich würde es allerdings dazu benutzen, möglichst weit weg von anderen Menschen zu wohnen und Kontakte zu vermeiden.

    • Hömal Hömal

      Was uns wirklich verloren gegangen ist, ist das Verantwortungsbewusstsein des „alten Geldes“, wo man Reichtum auch als Verantwortung für die Allgemeinheit sah. Wo man Reichtum zwar sehr wohl zeigte, aber nicht dermaßen offensiv zur Schau stellte. Weil man das nicht nötig hatte.

      In den USA erleben wir gerade einen Umbruch was das betrifft. Die Generation der sehr Reichen, die jetzt alt ist, sah es noch als Selbstverständlichkeit an, ihren Reichtum auch für wohltätige Zwecke einzusetzen. Zahllose wohltätige Stiftungen, großartige Musseen u.a.m. gehen auf teils sehr hohe Spenden schwer reicher Menschen zurück.

      Der aktuellen Erbengeneration in den USA fehlt es immer öfter an genau diesem Bewusstsein, dass Reichtum eben nicht ausschließlich für einen selbst da ist, sondern auch dazu, jene zu unterstützen, die nicht auf die Butterseite des Lebens gefallen sind.

      Ich glaube nicht, dass Reichtum immer den Charakter verdirbt. Der Anschein entsteht meiner Meinung nach deswegen, weil es die charakterlich wenig gefestigten Reichen sind, die sich auf wenig vorteilhafte Weise in die Öffentlichkeit drängen. Die vielen anderen, die das nicht nötig haben, nimmt man einfach nicht wahr.

      • Rolf Rolf

        Man kann das nur hoffen …..

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