Spasti
Als ewiger Defender-Fahrer (Td5, 110er, Jahrgang 2005, über 300’000 Kilometer) habe ich das neue Ding von Land Rover mit dem gleichen Namen nie verstanden (siehe: hier). Das ist dann halt noch so ein Lifestyle-SUV, das meist auf feisten Reifen, mit denen es nicht einmal von einer nassen Wiese kommen würde, vor der schicken Gelateria oder dem internationalen Kindergarten in erster Linie und Reihe rumsteht, gern noch mit nicht angeschlossenem Rüssel und einer wüsten Wüsten-Ausrüstung unbenutzt schon ab Werk. Aber ich habe eh längst aufgehört, irgendetwas verstehen wollen zu müssen, nicht nur im automobilen Bereich, und anscheinend verkauft sich dieses Warmluftgebläse ja gut; es sei dem indischen Tata-Konzern gegönnt, der muss ja auch noch das sich abzeichnende Jaguar-Debakel stemmen.

Nun begab es sich, dass ich anlässlich des #GTEST von «German Car of the Year» dann doch auf so einem Bock sass. Octa, die Protz-Gerätschaft, in Deutschland ab 187’600 Euro, in der Schweiz ab dann doch erstaunlichen 226’400 Franken (wie genau ist das mit dem Umrechnungskurs – hat man etwas von Porsche gelernt?), im optischen Auftritt ein Konkurrent zum Proleten-Traum MB-OMG G63, in etwa so dezent wie eine illuminierte Statue von Niki de Saint Phalle oder Kim Kardashian im Glitzer-Tanga. Das ist eh ein guter Vergleich, der Octa misst doch 2,11 Meter in der Hüft-Breite, das verbannt ihn auf der Autobahn-Baustelle hinter die litauischen Lastwagen, ein doch eher peinlicher Auftritt für 635 PS und 750 Nm maximales Drehmoment, die zwischen 1800 und 5855 (!)/min anliegen. Unter der Haube arbeitet nicht der bekannte 5-Liter-Kompressor von JLR, sondern der S68 von BMW, 4,4 Liter Hubraum – und da sind wir schon beim ersten Problem. Denn dieser V8 ist viel zu kultiviert, trotz heftiger Leistung irgendwie zu brav, er säuselt mehr als dass er klingt – und das passt dann gar nicht so recht zum martialischen Auftritt des Inders, da röhrt und sprattelt dann so ein OMG schon viel passender. Dafür will er die 2,6-Tonnen-Fuhre in 4 Sekunden von 0 auf 100 hauen, gegen oben ist dann erst bei 250 km/h Schluss.
Das hingegen hätte ich nicht ausprobieren wollen. Ich fahre ja bei diesem #GTEST mit allen Fahrzeugen immer die gleich Strecke, vor dem Octa war es ein Lucid Gravity (Fahrbericht folgt), auch eher übermotorisiert, auch kein Leichtgewicht, der sich aber weiter hinten, im kurvigen Geläuf, erfreulich wacker schlug. Das kann ich vom Octa nun wahrlich nicht behaupten, weder im Vergleich zum Lucid noch ganz allgemein: Obwohl Land Rover so stolz ist auf sein «6D Dynamics»-Fahrwerk, inklusive Wankstabilisierung der ziemlich genau 2 Meter hohen Kiste – mir wurde fast schlecht. Ich reduzierte auf deutlich unter die mögliche Richtlinie, es wurde mir Angst. Es ist eine unsägliche Mischung aus zu steif und doch übel rollend, man sitzt so hoch und hat null Vertrauen, was da weiter unten passiert, die Lenkung gibt null Rückmeldung – für diese Form von Fahreigenschaften hat der Octa etwa 500 PS zu viel. Und jeder Renault 5, inklusive der Frühform, wird ihm um die Ohren fahren. Solch spastisches Gebaren auf der Gasse habe ich nun schon lange nicht mehr erlebt, ich muss es als gefährlich bezeichnen. Immerhin sind die Bremsen gut, gute Dosierbarkeit, mit richtig Biss. Und vielleicht ist der Land Rover ja im Gelände besser, er hat ja auch gefühlt etwa 62 Fahrprogramme, doch eben, mit diesem «diamond turned» 22-Zöllern und den entsprechenden Niederquerschnitt-Reifen kommt man gar nicht erst auf die Idee. Es gibt ihn ja auch mit speziellen Geländereifen, dann aber nur mit 20-Zöllern, und dann sieht das aus wie der Dienstwagen der Autobahnraststättentoilettenputzmannschaft. Und ist auf 160 km/h limitiert. 635 PS.

Was die Idee hinter diesem Octa sein soll, das erschliesst sich mir beim besten Willen nicht. Es fängt schon beim Octa an, gemäss Erzählungen des indischen Herstellers hergeleitet aus dem Oktaeder eines Diamanten, also acht Flächen – auf dem billig wirkenden Schlüssel findet sich aber ein ganz profanes Viereck. Das geht dann weiter so, ja, schon schönes Leder, aber auch dieses gehäckselte Carbon im Interieur, das immer aussieht wie ein durch den Schlamm gezogenes Plastikteil, furchtbar. Das Infotainment wollte sich partout nicht mit meinem iPhone (Jahrgang 2026) verbinden, irgendwann war es mir dann einfach zu blöd; das kann ein Leapmotor T03 besser. Die Sitzposition ist so hoch, dass sie irgendwelche sportliche Ambitionen – zum Glück – schon in den Ansätzen erstickt. Doch wieso haut man dann 635 PS unter die Haube, die schon im Leerlauf mehr CO2 in die Umwelt hauen als ein Diesel unter Volllast auf der Autobahn? Geht es wirklich nur noch um die Show, die Selbstdarstellung, hey, ich kann mir das leisten, auch wenn es komplett sinnbefreit ist? Ok, der Land Rover hat 786 Liter Kofferraumvolumen, da bringt man sein Carbon-Raderl wahrscheinlich auch stehend rein, damit es nicht zerkratzt. Dieser Octa ist das perfekte Beispiel dafür, was in der Auto-Industrie derzeit so richtig falsch läuft, «mehr als 13’960 Tests» (geht das, bitt’schön, auch etwas genauer?) sollen die Ingenieure gemäss Werksangaben für dieses Gefährt gefahren sein – aber wozu?
Kleiner Nachtrag: Ab Modelljahrgang 2027 hat der Octa nur noch 540 PS. Vernünftigere Fahrzeuge haben wir im Archiv. Es gibt jetzt bei jimycarz auf Insta meist auch ein Reel von unseren Testwagen. Kann man machen.


Das ist die Rache der Inder für 90 Jahre britische Kronherrschaft.
635 PS
750 NM Drehmoment
250 km/h
4,0 Sekunden von 0 auf 100
2,6 Tonnen
22″ Felgen
188.000 €
Dazu:
Mattlack, schwarze Scheiben, Diamond-Turned-Felgen, natürlich auch schwarz.
Dadrin:
Oligarchen-Gattinnen, Waffenhändler, Sicherheitsdienst-Betreiber, Pivate Equity-Jongleure, Wüstensöhne.
Ein besseres Symbol für die Verwerfungen unserer Gesellschaft gibt es doch nicht, mit dem klassischen Defender hat dieses Auto natürlich nichts mehr zu tun und es spricht natürlich die klassischen Defender-Klientel nicht mehr an, so wie das grau-lila-farbene Porsche Turbo Cabrio den leistungsbewußten Herrenfahrer nicht mehr anspricht und der Vorstandsvorsitzende nicht das Lieblingsauto der Berliner Clanchefs, die S-Klasse, fahren möchte.
Die Leistungswerte, die Dimensionen, der Preis, die faschistoide Aura, das brutale Gesicht, all das wünschen sich die Menschen, die solche Autos geil finden, die schauen mitleidig auf den Eigner eines klassischen Defenders mit 122 PS und Lüfterklappen statt Aircondition, ich erlebe diesen Blick jeden Tag, seit die Villa vis-á-vis von meiner Garageneinfahrt verkauft wurde, die neuen Eigentümer haben einen mattschwarzen Octa in der Langversion und einen mattweißen, aktuellen Range Rover Supercharged, ebenfalls in lang, beide Autos mit Litauischen Kennzeichen und beim Nobelitaliener um die Ecke bestellen sie mit Vorliebe Hummer, dazu Ruinard-Champagner.
Winds of Change.
Mit denen sollten Sie sich gut stellen, dann wird Ihr Haus gleich mit beschützt. 🙂
Der Entwurf des Defender altert ausgezeichnet – eine gelungene Neu-Interpretation für eine neue Zielgruppe, ganz ohne die Albernheit einer G-Klasse oder eines Mini Countryman. Und der Erfolg gibt ihnen recht.
Ehrlich gesagt, erschließt sich mir nicht so recht, was ein G mit einem Countryman gemein hat?
Den Retro-Designansatz haben sie gemein. Das kann mit Feingefühl gelingen (Fiat 500, Land Rover Defender) oder als Griff ins Klo enden (eben Mercedes G und Mini Countryman).
Ah ok, verstehe.
Erstmal, grundsätzlich mag ich Retroautos, die ein wenig des Charmes eines alten Modells mit moderner Technik vereinen.
Aber, da haben sie Recht, nicht jedes ist gelungen.
Doch gerade zwischen genannten sehe ich einen gewaltigen Unterschied.
Der Countryman, ich mag ihn nicht, meine Frau schon, hat gar kein klassisches Vorbild und projeziert Mini-Designmerkmale auf einen SUV.
Mini ist ja insgesamt ein reines Marketingkonstrukt.
Beim Clubman stimmt nicht mal der Name, der Ur-Clubman war etwas ganz anderes.
Die erste Serie hatte noch einen optischen Bezug zum alten Traveller, der F54 so gar nicht mehr. Trotzdem haben wir Letzteren und lieben ihn, nachdem ich mich lange Zeit an die von vorne zu große Breite des Autos gewöhnen musste.
Der G wurde von der 72 PS Militärfahrzeug-Wanderdüne immer weiter entwickelt, bis er dann 2018 einen Riesenschritt machte. Ähnlich wie der Jaguar XJ beim XJ350.
Mir gefällt das auch nicht sonderlich, der neue G wirkt irgendwie zu groß, die Digitalinstrumente sind gruselig und das Tagfahrlicht verleiht ihm ein dummes Bärchengesicht, das gar nicht zu diesem ernsten Auto passt.
Aber er ist nicht retro, sondern schlicht eine Weiterentwicklung.
Gerade Retroautos sind wirklich Geschmacksache, die kann man generell doof finden oder sehr mögen. Und auch wenn man sie mag, findet man durchaus Kritikpunkte.
Hmh, da können wir dem alten Defender, der ein zwar charmantes und kultiges, aber auch besonders schlechtes Auto war, nachweinen wie wir wollen, es gibt scheinbar keinen Markt mehr für Geländewagen.
Ich habe eben mal meine Helden der 1980er nachgeschlagen.
Ob Toyota Landcruiser (ausser dem J7 als Spezialfahrzeug für Entwicklungsländer), Nissan Patrol, Mitsubishi Pajero, entweder sind sie weg oder wurden Luxus-Monster von amerikanischen Dimensionen.
Der einzige, der scheinbar irgendwie noch eine Marktlücke für sich hat, ist der Jeep Wrangler (AMS-Test-Titel: Der Name der Hose). Der ist aber auch recht groß und luxuriös geworden, trotz teils brutaler Geländefähigkeiten.
Der Ineos Grenadier verkauft sich eher homöopathisch und ist scheinbar vielen Käufern am Ende doch zu unkomfortabel.
Und der G wird vorwiegend als AMG verkauft, hat mit Geländewagen auch nicht mehr viel zu tun.
Lieber Rolf, in der Tat ist der klassische Defender nicht ganz perfekt…
Aber er war und ist ein wirklicher Geländewagen, einer der besten überhaupt, wenn es um das Fortkommen im Gelände geht.
Er war auch nie ganz heil, aber wenn er ernsthaft kaputt war, dann konnte ihn der sprichwörtliche Dorfschmied im Vorort von Timbuktu irgendwie wieder reparieren, jedenfalls bis zum TD5, die letzte Serie war schon ziemlich voll mit Elektronik.
Und genauso war es mit dem Mercedes/Steyr-Puch G, mit dem Toyota Land Cruiser, mit dem Jeep Wrangler.
Der neue Defender dagegen ist zu einem besseren Discovery mutiert, er sieht nicht schlecht aus, der, den ich gefahren habe, fuhr sich auch gut, er kann einiges ziehen und wird sich – entsprechende Reifen vorausgesetzt – im Gelände ganz gut schlagen.
Aber würde ich mich mit ihm trauen, von Timbuktu nach Nairobi zu fahren?
Ich denke, daß ich eher meinen 19 Jahre alten Defender nehmen würde, oder einen aktuellen Toyota Land Cruiser, der scheint mir noch ein ernsthafter Geländewagen zu sein, im Gegensatz zum aktuellen Mercedes G.
Dringend abraten würde ich vom aktuellen Wrangler, zwei Freunde von mir haben solch ein Fahrzeug gekauft, beide haben unendlich viel Ärger insbesondere mit der Elektronik und der Berliner Stellantis-Vertretung gehabt, der eine wurde zweimal gewandelt und dann gottseidank in einer Ku’damm-Seitenstraße gestohlen, die Freunde fahren jetzt ein frühes Saab 900 Cabrio…
Der Ineos Grenadier verkauft sich nach meiner Wahrnehmung gar nicht so schlecht, ich sehe ihn ziemlich regelmäßig sowohl hier in der Stadt als auch bei uns in Schleswig Holstein, er spricht mich weitaus mehr an als der neue Defender und trotz seiner technischen Modernität würde ich mich mit ihm in mein geliebtes Island trauen.
Und danach vielleicht auch nach Afrika…
Und einen Markt für richtige Geländewagen gibt es durchaus noch, für richtige Fernreisen braucht man solch ein Fahrzeug, auch für die Jagd ist ein Defender äußerst praktisch, sofern man eine Wildwanne im Laderaum hat, ich kenne eine ganze Reihe Landwirte, die ihren alten Mercedes G, ihren klassischen Defender oder ihren Land Cruiser artgerecht nutzen, und wenn man wirklich in den Bergen wohnt, also nicht in Kitzbühel oder St. Moritz, sondern weit oben, dann ist ein Geländewagen wirklich unentbehrlich.
Und außerdem:
So ein klassischer Defender ist einfach extrem cool und stylish!
Ich nutze meinen zwar sehr selten, aber wenn, dann zaubert er mir stets ein Lächeln auf’s Gesicht, er ist – bis auf den fehlenden Tempomaten – ein perfekter Zugwagen, man kann ihn bis unter das Dach beladen, man kann zu sechst eine Stadtrundfahrt durch Chelsea machen, er macht eine sehr gute Figur vor dem Kea Hotel in Akureyri, vor dem Hamburger Polo Club verströmt er die Aura von altem Geld und vielen Pferden und immer, wenn ich wirklich mit ihm im Gelände war, was in meinem Fall morastige Feldwege, feuchte, hügelige Wiesen und Äcker und stark ausgefahrene Waldwege waren, dann hat er bewiesen, daß er seinen eigentlichen Zweck wirklich erfüllt.
Wir haben den Defender immer geliebt, den Vorgänger, keine Frage.
Keine Frage ist aber auch, dass er ein schlechtes Auto war und ist.
Natürlich kommt ein hoher Allradler mit Untersetzung und vor allem korrekter Bereifung im Gelände weit. Sperren vorne und hinten, wie z.B. beim Jeep Rubicon hat er aber nicht.
Und immer dieses Timbuktu, mit Hammer und Panzerband reparieren ….. nur ein Bruchteil der Menschheit hat diese Reisen je gemacht. Und dann meist im VW Bus T1 oder T2 mit Heckantrieb und Sandblechen.
Bereits der TD5 war bei den Hardcore-Timbukturianern verschrien, weil elektronische Zündung. Nix Hammer und ein Stück Draht.
Der Transit-Defender fuhr sich übrigens weit besser, die Klimaanlage war ordentlich integriert und man schlug sich nicht das Knie an dem Klima-Kasten des TD5 blutig.
Da verzichte ich gern auf die Klappen, der Traditionalist kreischt.
Die Sitzposition ist eine Katastrophe, das ganze Fahrverhalten wie in einer Kutsche.
Die genauso geländegängigen Patrol und Pajero waren da schon in den 1980ern einem Transit-Defender (und das war objektiv der beste) meilenweit überlegen.
Ich hatte einen 1988er Pajero, kurz, Diesel Intercooler, 95 PS. Die fühlten sich wesentlich mächtiger an als die 122 im TD5 oder Transit-Defender. Der Durchzug in den oberen Gängen entsprach einem Golf GTI und so lässig fuhr der sich auch. 160 auf der Autobahn waren so problemlos möglich wie mit jedem PKW.
Von einer erstklassigen Sitzposition und einer knackigen Schaltung über einen herrlich massiven Hebel mal ganz abgesehen.
Defender:
Ja, der Charme, ja der Stil, aber so gnadenlos veraltet wie selten ein Auto. Sorry.
Und leider sind die paar Bergbauern und Jäger nicht genug, um die Spezies Geländewagen wirklich am Leben zu erhalten.
Einspruch, lieber Rolf!
Ja, der Defender ist völlig veraltet.
Ja, der Defender ist langsam, laut, klapprig.
Ja, bis zur letzten Serie hatte der Defender fast keine Heizung und schon gar keine Aircondition.
Ja, die Sitzposition ist furchtbar, allerdings beim Rechtslenker sehr viel besser!
Ja, das Fahrverhalten ist fragwürdig.
Ja. es gibt kaum ein Auto, an dessen Ecken und Kanten man sich so böse weh tun kann.
Ja, er rostet gern und ausgiebig und es kostet ziemlich viel Geld, wenn man ihn richtig pflegt.
Aber:
ER IST KEIN SCHLECHTES AUTO!!!
Allerdings auch kein besonders gutes…
Dafür verkörpert er mehr als jeder andere Geländewagen diverse Sehnsüchte:
Die lange Reise durch Afrika, natürlich.
Der Besuch im Guards Polo Club in Windsor.
Die Fahrt durch die regnerischen Highland auf der Suche nach dem Bed & Breakfast.
Der charmante Landarzt aus dem Rosamunde Pilcher-Film.
Die pure Funktionalität Britischen Lokomotivdesigns.
Die Coolness von Elisabeth II und Prince Philip auf der Jagd in Balmoral.
Das komplette Negieren verweichlichter Komfortbedürfnisse.
Der Gin and Tonic auf der Terrasse des Shepeards Hotel.
Der heiße Tee aus der Thermoskanne nach vier Stunden Ansitzen im Morgengrauen.
Der Erfinder des Land Rovers, Maurice Wilks im Tweed Jackett am Strand von Islay.
Die Nachmittage vor dem Fernsehapparat, Daktari, der schielende Löwe und Paula.
Nein!
Das kann kein schlechtes Auto sein und wollen Sie wirklich mit einem Mitsubishi beim Red Lion in Steeple Aston vorfahren?
Da will ich gar nicht vorfahren.
Es ging nur darum, zu verdeutlichen, dass Land Rover Jahrzehnte verschlafen hat.
Man hätte den Defender schon ein wenig modernisieren können, verdient hätte er es.
Dass Vieles geht, hat Matzker gezeigt, bei Motor und Fahrwerk, mit gar nicht so großem Aufwand.
Und ein ESP und einen Airbag hätte Rover schon beisteuern können.
10 cm mehr Breite und eine normale Sitzposition hätte er schon vertragen, ohne gleich neumodisch zu wirken.
Es ist so schade, weil die Ausstrahlung ist einzigartig, da sind wir uns einig.
(Übrigens, die Jäger bei uns hier fahren Daihatsu Terios, Pajero, Mazda CX5, Ford Transit, Suzuki Jimney, Amarok und immer öfter Ford Ranger. Dank stundenlanger Gänge mit meinen Hunden, kenne ich sie alle, einzeln und im Rudel auftretend. Die Jäger.)
Die Zielgruppe aus der Halbwelt wird halt immer größer, und daher müssen wir auch immer mehr Protzkisten auf den Strassen ertragen …
Dabei könnte man 300.000,- Euro auch anders zur Schau stellen: beim Porsche-Händler meiner Wahl steht um dieses Geld gerade ein 356 Roadster aus 1961 … ist halt nur blöd, wenn das Auto mehr Charisma hat als der neureiche Fahrer!
Mit einem 7er hat man da deutlich weniger Probleme …
Kürzlich ist mir auf einem sehr schmalen Seitensträßchen, ich war zu Fuß unterwegs, ein 356 B Roadster begegnet, mit einem Herrn am Steuer, dem man viel Geld schon von Weitem ansah, aber auf die gute alte Art.
Ich googelte kurz die aktuelle Preisklasse des Wagens und war doch überrascht.
Sehr viel Geld für so ein kleines Blechhäuflein mit getuntem Käfer-Motor ………
also lese ja gerne diverse berichte … aber warum muss immer das hinbrügeln auf bestimme marken und einzelne fahrzeuge sein???? der genannte octa – doch schön das so etwas noch gebaut wird und auch zugelassen werden kann – leben und leben lassen!!!! – und wer sich so ein ding zulegt – gratulation – es gibt doch eh mehr als genug so genannter brot und butter autos….. lg aus wien
es steht doch auch jedem/jeder frei, sich so ein Ding anzuschaffen. und es dürfen gerne alle ihre eigene Meinung haben, nicht nur zum Octa. und es ist auch toll, wenn man sie hier ausdrückt – so können diskussionen entstehen. und davon würden wir mehr brauchen, so ganz allgemein.
Ja, aber was, wenn der Octa sich tatsächlich so schlecht fährt wie beschrieben? Dann ist es doch rein sachlich betrachtet durchaus angebracht, das scharf zu kritisieren. Vor allem in dieser Preiskategorie. Oder?
P.S: Ich alter Sack habe als junger Mensch erlebt, wie Autos für einen bestimmten Zweck gebaut und darauf hin optimiert wurden. Die Kombi eines extrem starken Motors mit einem Geländewagen und einem derart schwachen Fahrwerk wäre seinerzeit eher kein Renner gewesen. Dass heute martialische Optik und brutale Leistung ausreichen, um ein Auto zu verkaufen, befremdet auch mich.
einfach, damit wir das mit der «Versuchsanordnung» beim Octa noch geklärt hätten. seit drei (oder schon vier?) Jahren fahre ich beim #GTEST in Alsfeld mit allen Autos immer die gleiche Strecke, unterdessen wohl schon mehr als 50 Mal. da gibt es vor und hinter Rainrod Richtung Eifa eine schöne Gasse, relativ schmal, aber meist sehr leer, auch ein paar grobe Ecken. ebendort fühlte ich mich mit dem Octa sehr unwohl – und es lag nicht an der Tagesform (es war nach dem heroischen Sieg von Paraguay…), ich war die gleiche Strecke an diesem Morgen schon mit einem Lucid Gravity gefahren (ist ja auch im Text nachzulesen). viel flotter als mit dem Land Rover, nicht nur gefühlt, sondern auch auf dem Tacho abgelesen. nein, nicht gemessen, ja, subjektives Gefühl (abgesehen vom Tacho), aber doch auch noch ein paar Jahre Erfahrung (mehr als 40) im schon einen und auch anderen Fahrzeug, vom Opel von 1898 bis zum Rimac Nevera mit mehr als 2000 PS.
Land Cruiser J7 Team hier. 1HZ Diesel Motor, 6 Zylinder Reihe, 4.2 L, ohne Turbo, mechanische Benzineinspritzung, 130 PS. War das beste Fahrzeug, welches ich je hatte. Gute Sitzpostition, superbe Rundumsicht und der Motorensound…! Zwar lahm wie eine Ente aber die sprichwörtliche Entdeckung der Langsamkeit. Im Gelände sowieso über alle Zweifel erhaben. Schöne Zeiten warens…
Danke für diesen fetzig geschriebenen Artikel. Ich habe mich prächtig amüsiert.