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Bizzarrini BA4*0106

Doppelt einmalig

Wir beschäftigen uns ja so ein klein wenig mit der Geschichte von Bizzarrini. Und freuen uns natürlich immer, wenn wieder irgendwo einer auftaucht, ausgestellt wird, zum Verkauf steht. Derzeit ist grad so ein bisschen «Hochzeit», beim Concours auf Amelia Island gab es gleich ein paar Bizza zu sehen. Und durchs Netz geistert seit kurzem auch ein absolut fantastisches Gerät, bezeichnet als «Bizzarrini Competition Lightweight Coupé» von 1966, das einzige rechtsgelenkte Renngerät, das Bizzarrini je produziert haben soll, Chassisnummer BA4*0106.

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Die Geschichte geht so: Gebaut wurde der Wagen, wahrscheinlich, schon 1965, und seinen ersten Auftritt hatte er, wahrscheinlich, bei Testfahrten in Le Mans, 1966. Ebenfalls im April 1966 war der Bizzarrini bei den 1000 Kilometern von Monza gemeldet, gefahren vom Schweizer Edgar Berney und dem Italiner Antonio Nieri, wo er aber nicht ins Ziel kam – weil anscheinend keine Regenreifen zur Verfügung standen. Auch bei der Targa Florio kam er nichts ins Ziel, bei den 24 Stunden von Le Mans, in den Händen von Sam Posey und Massimo Natili, wurde er disqualifiziert. 1967 wurde das gleiche Fahrzeug im Training zu den 24 Stunden von Le Mans auf dem 30. Rang klassiert, (wohl erst) danach wurde er auf einen 7-Liter-Motor umgerüstet, bei den 1000 Kilometern von Monza gemeldet, doch er schaffte es nicht bis zum Start. Und in Le Mans wurde der Wagen mit dem neuen Motor gleich mal disqualifiziert. Und 1971 dann vom Italiener Luciano Mancini gekauft.

So weit, ganz nett. Aber: dann wird die Geschichte etwas undurchsichtig. Auf der einen Seite gibt es nun BA4*0106 ab 1973 in den Händen von Micheal O’Harro, ab 1989 im Besitz des bekannten Händlers Oliver Kuttner, der ihn im gleichen Jahr nach Australien an Terry Healy verkaufte, der ihn 1999 an Rick Marks weiterreichte – und der dann ab 2002 verschiedentlich in Australien zum Verkauf stand, bis er schliesslich 2012 vom bekannten Ex-Rennfahrer Vern Schuppan gekauft wurde (und ein Jahr später an einen weiteren Australier weiterverkauft).

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Doch dann gibt es BA4*0106 ab 2003 auch als so genannten «barn find». Dieses Fahrzeug wurde dann restauriert und versteigert und nochmals restauriert und verkauft, kam über England nach Holland nach Deutschland und irgendwann wieder zu Fiskens. Wo er jetzt in aller Pracht zum Verkauf steht, Preis auf Anfrage. Die Frage aber ist: ist er echt? Und sollte er echt sein: wie echt?

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Ziemlich sicher ist: die australische Variante ist nicht echt, ganz allein deshalb, weil BA4*0106 tatsächlich immer ein RHD war, der Wagen downunder aber ein LHD ist. Beim von Fiskens präsentierten BA4*0106 macht dafür stutzig, dass 32 Jahre Geschichte fehlen – und dass immer der gleiche Bizzarrini-«Spezialist» solche erstaunlichen Scheunenfunde macht. Wir wollen uns hier kein Urteil erlauben – und warten gespannt auf das Buch, dass Jack Koobs de Hartog über genau dieses Fahrzeug derzeit verfasst. Danach dürfte alles klar sein. Oder auch nicht – wie eigentlich immer bei Bizzarrini…

(Mehr Bizzarrini kommt dann noch. Wir gehen derzeit jede einzelne Chassisnummer durch und versuchen ein klein wenig Licht in sehr viel Dunkel zu bringen. Das dürfte noch ein paar Jahre dauern, aber wir beginnen dann bald mal ersten Ergebnissen – und Bildern, die man bislang noch nie gesehen hat.)

3s Kommentare

  1. Klaus Falkenstein Klaus Falkenstein

    Beim OGP 2016 sah ich den von Stefano Rosina gefahrenen Bizz mit der Chassis-Nr. BA4 106R, als LHD. Das Fahrzeug hat weder eine deDion – Achse noch die Doppel-QL-Achse der Renn-Bizzarrinis. Die verbaute Achse sieht nach Jaguar aus in dem die Antriebswelle die Funktion des oberen QL übernimmt. Wissen Sie näheres zu diesem Fahrzeug? Im gleichen Zelt, 5m weiter, stand ein weiterer roter Bizz, dieser aber RHD.

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