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Fahrbericht Seat Tarraco

Unentschieden

Und wieder: MQB. Und so langsam fällt es schwer, noch Worte zu finden für noch ein Produkt aus der ewig langen Reihe der Derivate des Volkswagen-Konzerns, zumal es sich beim Seat Tarraco um ein Fahrzeug handelt, das seine Brüder VW Tiguan (Allspace) und Skoda Kodiaq optisch derart verbindet, das aus den drei Fahrzeugen ein Eintopf wird. Vor allem zum Tiguan Allspace, der wie der Tarraco in Wolfsburg gebaut wird, sind die Ähnlichkeiten so gross, dass man beim Bilderrätsel «finde die sieben Unterschiede» Schwierigkeiten haben dürfte, auf die geforderte Zahl zu kommen. Das gilt ganz besonders für das Konzept des Siebenplätzers – zu den Zahlen kommen wir weiter unten. Das ist ja prinzipiell nicht falsch, so ein Kodiaq ist ja defintiv ein mehr als nur anständiges Fahrzeug (wir hatten erst kürzlich wieder einen im Testbetrieb, Bericht folgt), doch man fragt sich halt manchmal schon, wie denn nun die genaue Positionierung all dieser Modelle noch sein kann. Seat wäre doch eigentlich für die etwas sportlichere Linie zuständig – der Tarraco erscheint uns nun aber ziemlich: bieder. Und Skoda bringt ja bald einen RS vom Kodiaq. Was dann quasi auch einen Tarraco Cupra bedingen würde. Der dann wieder aussieht wie ein Tiguan mit R-Line-Anbauteilen. Und so weiter.

Aber machen wir doch einmal den Zahlenvergleich. Der Tarraco ist 4,73 Meter lang, 1,84 Meter breit und 1,66 Meter hoch; sein Kofferraumvolumen beläuft sich auf zwischen 760 und 1920 Liter. Der Skoda Kodiaq ist 4,70 Meter lang, 1,88 Meter breit und 1,68 Meter hoch; sein Kofferraumvolumen beläuft sich auf zwischen 650 und 2065 Liter. Und der VW Tiguan Allspace schliesslich ist 4,70 Meter lang, 1,84 Meter breit und 1,67 Meter hoch; sein Kofferraumvolumen beläuft sich auf zwischen 730 und 1770 Liter. Als Siebenplätzer bietet der Seat noch 230 Liter Gepäckraum (etwa so viel wie ein Smart), der Kodiaq 270 Liter; in der dritten Reihe sind sowohl Kopf- und wie ganz besonders Beinfreiheit doch ziemlich gering, wie beim Skoda auch.. Und was genau lernen wir daraus? Vielleicht: Unentschieden?

Innen, ja, da gibt es schon gewisse Unterschiede. Der augenfälligste: das Seat-Signet auf dem Lenkrad. Ok, der Tarraco verfügt über einen freistehenden Touchscreen, während dieser beim Kodiaq in den oberen Bereich der Mittelkonsole integriert ist. Was nun besser gefällt, ist definitiv Geschmacksfrage, denn ansonsten ist alles gleich, sogar die Schriften. Das Bediensystem sowieso, MQB das kennen wir, das haben wir nun schon so oft beschrieben, dass es uns dabei langweilig wird. Genau wie bei der Aufzählung aller Assi-Systeme und der Connectivity-Möglich- samt Fähigkeiten. Die alle ohne Fehl und Tadel sind, auch im Tarraco. Was uns aber aufgefallen ist: die Sitze scheinen beim Spanier schmaler geschnitten – und die Sitzposition scheint noch einmal etwas höher zu sein. Gemessen haben wir das nicht, aber von Aug‘ vergleichen. Beim Tarraco ist keine Orangensaft-Presse im Preis inbegriffen.

Und da haben wir nun ein Problem: wir kennen die Preise noch nicht. Man darf aber davon ausgehen, dass sie sich ganz in der Nähe des Skoda Kodiaq befinden werden, auch ausstattungsbereinigt; der Tiguan ist bekanntlich etwas teurer, auch wenn wir die höherwertigen Materialien, die diesen Aufpreis rechtfertigen sollen, irgendwie nicht erkennen können. In Sachen Verarbeitung müssen Tarraco und Tiguan auf dem gleichen Niveau sein, sie laufen schliesslich vom gleichen Band. Sie haben auch fast die gleiche Motoren-Auswahl, zwei Diesel und zwei Benziner mit bis zu 190 PS sind angekündigt; der 240-PS-Diesel bleibt dem Tiguan vorbehalten. Und klar, zur Wahl stehen eine manuelle Schaltung oder ein Doppelkupplungsgetriebe gegen einen doch happigen Aufpreis.

Aber weil dies ja nun ein Fahrbericht ist, wollen wir auch noch einen ersten Fahr-Eindruck vermitteln. Was uns nicht ganz einfach fällt, denn die ganz grossen Emotionen weckt so ein Seat Tarraco jetzt wahrlich nicht. Er ist, wie alle andern MQB-SUV, angenehm komfortabel, ausreichend präzis in der Lenkung, anständig ruhig. Ja, er ist gross und deshalb nicht besonders übersichtlich (trotz hoher Sitzposition), die Kurvenhatz ist sein Ding nicht (man spürt Wankbewegungen), aber es reicht alleweil auch für den etwas sportlicheren Familienvater. Man fühlt sich schnell wohl im Wagen, weil die MQB-Bedienung halt sehr logisch ist; das Handy verbindet sich, bevor man überhaupt angegurtet ist. Alles gut, also.

Mehr Seat, spannendere, haben wir in unserem Archiv.

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