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Lada 2108 EVA Turbo

Knapp daneben

Es ist ja nicht ganz einfach, an gesicherte Informationen aus der ehemaligen Sowietunion zu kommen. So muss die Geschichte halt so erzählt werden, wie man sie auch andernorts liest. 1984 soll eine Gruppe von estnischen Ingenieuren und Fans auf einem leeren Blatt Papier ein Fahrzeug konstruiert haben, das entfernt an den VAZ-2018 erinnerte. Zwar wurde das Ding mit seinem Gitterrohrrahmen, dem Mittelmotor und dem Glasfaser-Karosse als «Lada Turbo» bezeichnet, doch das wohl vor allem deshalb, weil man sich etwas Sponsorgelder versprach. Als Antrieb verwendete man den Motor aus dem Zhiguli-2016, baute ihn aber auf zwei obenliegende Nockenwellen um und verpasste ihm einen fetten Turbolader, was die Leistung auf etwa 300 PS brachte; über ein 5-Gang-Getriebe wurde die Kraft an die Hinterräder geschickt.

Nun war das Ding aber so gut gemacht, dass sich der Staat des Projektes annahm, Geld für 200 Homologationsfahrzeuge und ein Rallye-Team versprach. Unter der Leitung des litauischen Rallye-Fahrers Stasys Brundza wurde das Fahrzeug auf EVA (Experimental Vilnius Auto-Plant) umgetauft und weiter verbessert, es sollen mindestens 20 Prototypen entstanden sein, auch solche ohne Turbo (damals Mangelware in Russland), aber alle mit dem doppelten Flügel auf dem Heck. Wie so viele andere Gruppe-B-Projekte kam auch der Lada 2108 EVA Turbo zu spät, er wäre für die Saison 1987 bereit gewesen. Und fuhr in jenem Jahr auch bei 1000-Seen-Rallye in Finnland sein einziges Rennen.

Wir haben da eine wunderschöne Übersicht über die Gruppe-B-Fahrzeuge, Renngeräte und Strassenversionen: hier.

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