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Kremer Porsche 911 Carrera 3.0 RSR

Überraschungen

Bei «radical» haben es ja so ein bisschen mit diesen Carrera RS der 70er Jahre, es besteht eine hübsche Sammlung der RS 2.7/RSR 2.8 und auch der RS/RSR 3.0. Von letzteren glaubten wir so ziemlich alles gelesen zu haben, was es so auf dem Markt gibt – und dann taucht da aus dem Nichts eine «sideline» auf, von der wir nie gehört geschweige denn gelesen hatten, einer anscheinend drei gebauten Kremer Porsche 911 Carrera 3.0 RSR.

Vielleicht war es tatsächlich so: Zwar war der 3.0 RSR ein richtiges feines Stück, eines der besten Geräte, die Porsche damals vor allem für den Kunden-Rennsport baute. 53 Exemplare konnten verkauft werden, als sich Porsche dann auf den 934 zu konzentrieren begann. Es heisst, dass drei von den nicht gebrauchten Chassis an Kremer Racing gingen – und die schnellen Brüder aus Köln-Ossendorf damit eigene Autos mit eigenen Chassisnummer bauen durften.

(Dies erscheint auf den ersten Blick als eine doch ungewöhnliche Praxis. Aber es stützt ein, hmm, Gerücht, das als Anekdote schon lange durch die Porsche-Geschichte geistert: In Weissach sollen nächtens doch öfters ungebrauchte oder ausgelaugte oder nicht mehr selber verwendbare Chassis ganz nah an einem Zaun zur Aussenwelt abgestellt worden sein – die dann am nächsten Morgen nicht mehr dort standen.)

Wie auch immer: den Kremer Porsche 911 Carrera 3.0 RSR gibt es tatsächlich. Das Exemplar, das wir hier zeigen, trägt die Chassisnummer 005 0004, die Fünf für das Jahr, die 4 für das vierte Exemplar (neben Kremer ging anscheinend noch so ein Chassis an den guten Privatkunden Ludwig Heimrath). Und der Wagen verfügt auch tatsächlich über eine saubere Renngeschichte, wurde 1975 hauptsächlich von Cees Siewertsen gefahren (mit zwei Siegen in der deutschen GT-Meisterschaft), 1976 dann zumeist von Heribert Asselborn.

Danach verliert sich die Spur von #005 0004, erst 2003 taucht das Fahrzeug in Island wieder auf. Es wird restauriert, bei diversen historischen Rennen eingesetzt, verkauft, gekauft, verkauft – die übliche Karriere eines betagten Rennwagens. Jetzt kommt der Wagen bei Artcurial unter den Hammer, am 19. Juli in Monaco – und verfügt, anscheinend, über alle Papiere, die seine Echt- und Seltenheit belegen (dafür erscheint uns sein Schätzpreis von 800’000 bis 1’000’000 Euro allerdings ziemlich zurückhaltend).

Mehr Porsche, wir haben es oben schon erwähnt, haben wir in unserem Archiv.

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