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Die Rennwagen von Aston Martin

Die goldenen Jahre

Noch so manches ist in der langen Geschichte von Aston Martin etwas verworren. Das beginnt ja schon mit dem Namen. Gegründet wurde die Marke 1913 von den Herren Lionel Martin und Robert Bamford – und hiess zuerst einmal Bamford & Martin Ltd. Weil nun aber Lionel Martin gern den Berg hoch fuhr, und das am liebsten am Aston Hill bei Aston Clinton, beschlossen die Herren, die Marke 1914 in Aston Martin umzutaufen. Und 1915 bauten sie dann auch tatsächlich ihr erstes Auto, also: sie pflanzten einen Coventry-Simplex-Motor in das Chassis eines schon älteren Isotta-Fraschini ein. Und dann ging mal länger gar nichts mehr, denn Martin und Bamford zogen in den 1. Weltkrieg. 1924 war die Firma erstmals pleite, und wurde von einer gewissen Lady Charnwood als Spielzeug für ihren Sohn gekauft, der Aston Martin aber schon 1925 erneut an die Wand fuhr. Zwischen 1927 und 1937 hatte die abermals neu gegründete Marke, die nun endgültig Aston Martin Motors hiess, ein kleines Hoch. Dies dank Augustus Bertelli, der nicht nur ein begabter Konstrukteur war, sondern auch ein gefürchteter Rennfahrer. Doch die ewigen finanziellen Probleme waren das eigentliche Markenzeichen von Aston Martin in jenen Vorkriegsjahren, die Besitzer wechselten deutlich schneller als die Modelle, und so baute Aston Martin bis zum Ausbruch des 2. Weltkriegs bloss etwa 700 Fahrzeuge.

1947 ging dann alles von vorne los. David Brown hatte unter anderem als Traktoren-Hersteller während des Krieges ein Vermögen gemacht, und er kaufte nach dem Krieg sowohl Aston Martin (für 20’000 Pfund; es heisst, er habe auf eine Zeitungsannonce geantwortet) wie auch Lagonda (für 52’000 Pfund – damit die Prioritäten auch gleich mal geklärt wären). Für sein Geld erhielt Brown ein Auto, das bereit war zur Serien-Produktion, fünf ausführlich getestete Prototypen, einen komplett neuen Motor, konstruiert vom grossartigen W.O. Bentley. Was daraus für Aston Martin und Lagonda für die Strasse entstand, haben wir schon beschrieben, hier (Aston) und hier (Lagonda). Doch in dieser Übersicht wollen wir uns mit jenen Fahrzeugen beschäftigen, die wir im Titel angekündigt haben: Die Rennwagen von Aston Martin. Es gibt hier die Kurzform, die Links führen dann zu den ausführlichen Geschichten.

Die 50er waren die goldenen Jahre für Aston Martin, insbesondere auf der Rennstrecke. Dazu passt, dass Aston Martin mit dem DBR1 (Bilder oben) im Jahr 1959 dann auch noch die Sportwagen-Weltmeisterschaft und vor allem die 24 Stunden von Le Mans gewinnen konnte. Etwas schwieriger ist es allerdings mit der Nomenklatur dieser Renn-Fahrzeuge. Alles begann 1951 mit dem DB3 (Bild unten), der mit dem 2,6-Liter-Sechszylinder von Lagonda auf etwas über 130 PS kam; sonderlich erfolgreich waren diese DB3 nicht, es entstanden bis 1953 10 Exemplare.

Es folgte ab 1953 der Aston Martin DB3S (Bild unten). Davon entstanden dann 11 Werks-Fahrzeuge (DB3S/1 bis DB3S/11) und noch 20 Exemplare (DB3S/101 bis DB3S/120), die an Kunden verkauft wurden. DB3S/6 und DB3S/7 waren ursprünglich Coupé, wurden aber wie fast alle DB3S über die Jahre mehrfach umgebaut. Wie das halt früher so war bei Rennwagen. Angetrieben wurden die DB3S vom bekannten 3-Liter-Reihensechszylinder, der in den Werksfahrzeugen etwa 225 PS leistete (die Kunden-Fahrzeuge kamen auf etwa 185 PS). Das reichte bestens, denn der Aston Martin wog trocken nur gerade 840 Kilo. Und war mit dem extrem kurzen Radstand von nur gerade 2,21 Meter auch sehr agil. Die ganz grossen Siege schafften die DB3S nie, was vielleicht auch ein Grund ist, weshalb sie von der Geschichte etwas vergessen wurden – und manch ein Exemplar eine wilde Geschichte hat. Erst ab den 90er Jahren erschienen die DB3S auf dem Bildschirm der Sammler, heute gehören sie zu den wertvollsten Aston Martin überhaupt.

Nachfolger des DB3S war dann ab 1956 der DBR1. 1957 kam der DBR2 dazu, von dem nur gerade zwei Exemplare entstanden. Und schliesslich folgte 1958 auch noch der DBR3, der aber erfolglos blieb – und wieder in einen DBR1 umgebaut wurde. Noch mehr verwirrende Zahlen: Ab 1957 bastelte Aston Martin an einem Formel-1-Rennwagen, der auf dem DB3S basierte und die Bezeichnung DBR4 erhielt (aber gar nichts mit dem DB4 zu tun hatte). Es gab nur ein Exemplar, das aber 1959 chancenlos war. Sein Nachfolger hiess für einmal folgerichtig DBR5, zerriss aber auch keine grossen Stricke.

Anfang der 60er Jahren unternahm Aston Martin noch einige weitere Versuche im Rennsport, doch die Prototypen, bekannt als DP212, DP214 und DP215 (Bild oben), hatten alle keinen Erfolg. Ende 1963 zogen sich die Engländer vom Rennsport zurück. Mehr spannende Fahrzeuge haben wir in unserem Archiv.

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