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MG XPower SV

Rohrkrepierer

Es ist eine dieser irren Auto-Geschichten. Und wieder einmal ist Alejandro de Tomaso involviert. Der war in den 90er Jahren wieder einmal klamm, hatte aber wie immer grosse Pläne. Und fand in Kjell Qvale, noch so einer schillernden Gestalt, sogar einen Geldgeber, der ihm ein Modell namens Biguà finanzieren wollte. Das ging selbstverständlich schief, am Schluss wurde aus dem De Tomaso Biguà der Qvale Mangusta, doch diese Geschichte haben wir schon einmal erzählt, hier. Von dort ging es aber weiter, denn aus welchem Grund auch immer kaufte MG Rover die Überreste von Qvale und bastelte sich auf Basis des Mangusta einen neuen Sportwagen, als XPower bezeichnet.

Peter Stephens, bekannt als Designer des McLaren F1, zeichnete zuerst den MG X80, das war 2001. Der sah nun nicht besonders gut aus, also musste Stephens noch einmal ran, es folgte der XPower SV – man kann sich hier ja selber ein Bild machen, ob dieser Entwurf als wirklich gelungen bezeichnet werden kann. Wie auch immer, das Projekt wurde abgenickt, innerhalb von nur 300 Tagen entstand das Serienmodell. Basis war der Biguà, dem in England bei SP Systems ein paar Kohlefaserteile angebaut wurden. Dann wurde das Fahrzeug nach Italien zu Belco Avia transportiert, wo dann der gesamte Aufbau stattfand – mit ganz vielen Teilen von Fiat. Danach kam der Wagen nach Longbridge zu MG Rover, wo die Endfertigung stattfand.

Als Antrieb diente dem XPower SV ein 4,6-Liter-V8 von Ford mit 324 PS, für den SV-R kam der 5-Liter-Ford-V8 zum Einsatz, man spricht dann da von wohl 416 PS. Später soll es auch noch vier XP gegeben haben, da wurde der 5-Liter noch «supercharged», Leistungsangaben gibt es dazu nicht. Als SV-R rannte der knapp über 1,5 Tonnen schwere MG XPower in weniger als 5 Sekunden von 0 auf 100 km/h, als Höchstgeschwindigkeit wurden 282 km/h angegeben. Die Basisversion kostete 65’000 Pfund, der SV-R dann 83’000 Pfund.

Es ist ziemlich offensichtlich, dass der MG XPower kein Erfolg wurde. 2005 ging MG Rover in Konkurs (und wurde dann nach China verschachert), bis dahin waren gerade einmal 82 Exemplare gebaut worden. Es gibt tatsächlich einen Club, der sich um diese aussergewöhnlichen Fahrzeuge kümmert, hin und wieder kommt sogar so ein Ding auf den Markt. Doch die Nachfrage scheint auch heute noicht besonders gross zu sein. Und wohl deshalb hat SAIC, der neue chinesische Mutterkonzern von MG, jetzt wieder einen XPower angekündigt. Aber das ist dann wieder eine andere Geschichte.

Ja, dieser MG XPower SV passt doch gut in unsere Reihe der Aussergewöhnlichen.

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