Zurück zum Content

Exklusiv: Bugatti Tourbillon

Tradition und Moderne

Einst, ein paar Wochen ist es schon her, da trug der Mann von Welt noch eine Taschenuhr. Die nun trug er meist senkrecht stehend in seiner Weste, was sich nicht positiv auf die Ganggenauigkeit auswirkte, Schwerkraft und so. Das war dem Uhrmacher-Genie Abraham Louis Breguet nun zuwider, also entwickelte er 1795 eine Vorrichtung, welche die schwerkraftbedingte Gangabweichung durch eine permanente Änderung der Lage ausgleichen konnte, eben, das Tourbillon, zu deutsch «Wirbelwind». Was irgendwie gar nicht stimmt, denn eigentlich geht es dabei um ein Drehgestell, eine Art Käfig, in dem die Unruh, die Unruhspirale, der Anker und das Ankerrad untergebracht sind, der zumeist vom Sekundenrad zu einer Drehung angetrieben wird. Das Tourbillon gilt nicht als Komplikation, ist aber trotzdem Ausdruck höchster Uhrmacherkunst, die nur von wenigen Manufakturen beherrscht wird.

Nun also der Tourbillon von Bugatti. Nachdem die Elsässer bei den ersten zwei Modellen noch auf einen bekannten Bugatti-Rennfahrer als Bezeichnung zurückgegriffen hatte, Pierre Veyron (1903 – 1970) sowie Louis Chiron (1899 – 1979), darf es nun ein Begriff aus der Uhrmacherkunst sein. Das hat selbstverständlich auch einen Grund, den man aber von aussen nicht sieht, sondern erst beim Blick auf die Instrumente. Die bestehen tatsächlich aus fünf Uhren, die in einem Alu-Gehäuse fest auf dem Lenkrad montiert sind. Man sieht auch teilweise ins Werk, was den Eindruck von hoher Handwerkskunst sicher noch verstärkt. Leider mag Bugatti in der ersten Presse-Mitteilung nichts darüber schreiben, welche Manufaktur bei der Entwicklung mitgearbeitet hat. Wir gehen aber davon aus, dass hier keine Tourbillon-Technik verbaut ist – es würde ja auch nichts bringen. Aber es sieht halt schon sehr, sehr gut aus – und ist ein wunderbarer Gegenentwurf zu all den öden Displays und Hyperscreen, die moderne Fahrzeuge-Innenräume auch nicht schöner machen.

Auf dem höchsten Stand der Technik ist selbstverständlich auch der Antrieb des neuen Bugatti. Im Mittelpunkt steht der gemeinsam mit Cosworth entwickelte, 252 Kilo schwere 8,3-Liter-V16, der es ohne Aufladung auf 1001 PS bringt. Auch hier fehlt es leider noch an genaueren Angaben, aber man liegt wohl nicht komplett falsch, wenn man diese neue Maschine als interessante Weiterentwicklung des im GMA T.50 verwendeten Cosworth-12-Zylinders sieht, also: Hochdrehzahl. Im Tourbillion kommen noch drei E-Motoren dazu, zwei an der Vorderachse, einer hinten, die noch einmal 800 PS an alle vier Räder schicken. Energie gespreichert wird in einem 25-kWh-Akku, der auch rein elektrisches Fahren mit bis zu 60 Kilometer Reichweite ermöglicht. Die Fahrleistungen sollen absurd sein: 2 Sekunden von 0 auf 100, in weniger als 5 Sekunden auf 200, in unter 10 Sekunden auf 300, Höchstgeschwindigkeit 445 km/h. Über das Gewicht mögen sich die Franzosen noch nicht auslassen, doch aus gut unterrichteter Quelle heisst es: minim leichter als der Chiron.

Chiron ist aber auch ein gutes Stichwort. Um ganz ehrlich zu sein: Wir sind etwas erschrocken, als wir die ersten Bilder des Tourbillon gesehen haben. Die optischen Unterschiede zum Vorgänger sind doch eher, äh, gering? Aber bilden Sie sich doch selber eine Meinung, wir geben Ihnen alle Bilder, die wir haben:

Die ersten Fahrzeuge werden 2026 ausgeliefert werden. Nur gerade 250 Bugatti Tourbllion werden gebaut, ab 3,8 Millionen Euro ist man dabei. Wir gehen mal davon aus, dass man sich jetzt schon beeilen muss, wenn man noch einen haben will. Die Nachfrage könnte hoch sein, vielleicht weniger, weil das Cockpit so aussergewöhnlich ist, dafür mehr für diesen V16 ohne Turbo, diese wohl letzte, aber wunderbare Zuckung des klassischen Motorenbaus. Und dies unter Führung des Strom-Guru Mate Rimac.

Mehr Neuheiten haben wir im Archiv. Einen Fahrbericht zum Chiron haben wir auch, hier.

6 Kommentare

  1. Matthias Matthias

    Wieder und wieder… und wieder mal ein Auto für alle Oligarchen und Scheichs und chinesische High-Tech-Unternehmer, die schon fast alle Supercars im klimatisierten und dreifach Security- geschützten Stall haben und auch 2014 ein schönes Souvenir von der jährlichen Europareise mitbringen wollen. Mich beginnen solche Autos schon seit längerer Zeit zu langweilen. Dann doch lieber das „Spaziergeld“ oder Schwarzgeld oder Tante Paulas Erbschaft in etwas Schönes investieren. Zum Beispiel in den kürzlich hier vorgeführten Ferrari 365 Daytona. Der hat was. Linien. Leistung. Liebhaberpotenzial.

  2. maxi moll maxi moll

    Ich sehe das anders!

    Dinge wurden immer schon egal welche Mode finanziert.
    Auch Kunst.
    Sonnst würden wir nicht solche Gedankengänge erleben, als dereinst
    ein Renault fast zeitgleich zu einem Karl oder Carl Benz überlegte, ein
    Henry Ford beobachtete und später ein Jensen Interceptor den Allrad-4
    hatte, eine Pierch nach dem 917 Projekt langweilig war und die Hygeienleibschüssel
    Audi von ihrem Buchhalterbeige befreit wurde. Und Quattro bekam.
    Zur Freude der Bauern und Werbegeschädigten.

    OHNE DAS GELD MACHT COSWORTH NIX = sie sterben aus = away= nada..
    und ohne noch mehr Geld
    würde bei Ferrari nicht ein Plasma -gas -sys rennen das mit einem E-motor im Einklang Das Jahr 2049 denkt. In einem V-12..
    etz.

    da aber ohnedies das flüssige Implantat für neuro-Cortex- remotes in der
    Auslieferung ist, wird man sich das alles eh in Zukunft nur noch im Geiste
    erdenken oder sich halt bedienen lassen.

    oder gelangweilt die Walther nehmen. also ist die KI die MATRIX oder nicht? LG:)

  3. Jens Jens

    Vielen Dank für den tollen Bericht und Bilder zum neuen Bugatti.

    Allein beim Innenraum gerate ich ins Schwärmen. Die Gestaltung der Bedienelemente und die Ausführung der Verkleidungen mit den geflochtenen Einsätzen weiß mir zu gefallen. Allein die Anordnung der drei Anzeigen auf der linken Seite des Instrumententrägers würde ich mir anders anordnen lassen. Irgendwas ist halt immer 😉

    Die verhaltenen optischen Änderung gegenüber dem Chiron halte ich für sinnvoll, um die Entwicklungskosten des Fahrzeugs in einem vertretbaren Rahmen zu halten.

    Und ist es nicht schön, dass sich dieser Bugatti über den Wiederverkaufswert von selbst finanziert. Da ist es schon ein echtes Versäumnis seinen Namen nicht auch die Bestellliste zu setzen.

    Bliebe nur die Frage der Zwischenfinanzierung. Meine Vorstellung, dass mir nach ein oder zwei Jahren der Nutzung und abzüglich aller Kosten für Unterhalt, Instandhaltung etc. ein Betrag von sagen wir mal 250.000 EUR ausgezahlt wird.

    Deal? Vielleicht meldet sich ja ein seriöser Investor…

    In diesem Sinne ein schönes Wochende

    Viele Grüße

    Jens

    • Max Max

      You have to have money to make money 😉

      • Jens Jens

        LOL, das stimmt wohl ????

  4. Rolf Rolf

    Vielleicht heisst Tourbillon in diesem Fall, dass die Instrumente auch bei einem mehrfachen Überschlag noch genau anzeigen?

    Wirklich leid tut mir nur der Tom Cruise, denn der bekommt das Auto nicht.
    Er steht nämlich auf der schwarzen Liste beim superarroganten Preziosenverteiler Bugatti, weil er bei einer Vorfahrt am roten Teppich über eine Minute gebraucht hat, um seiner damalige Frau Katie Holmes die Beifahrertür zu öffnen.

    Hier gibts das Video dazu.

    https://www.autobild.de/artikel/bugatti-veyron-tom-cruise-blacklist-22389425.html#:~:text=Tom%20Cruise%20scheitert%20an%20der%20Beifahrert%C3%BCr&text=Beim%20Versuch%20seiner%20Begleiterin%20die,Katie%20Holmes%20endlich%20aussteigen%20konnte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert