Brachial
Wir hatten das schon mal, diese ganz groben Camaro von Don Yenko. Damals ging es um einen von nur 11 RS/SS von 1968, zu sehen: hier. Nun gehen wir einen Schritt zurück, 1967, zur Mutter der 68er-Modelle, damals als Yenko Super Camaro 450 bezeichnet. Das begann mit einem schon groben SS/RS mit dem L78-Motor, der in Ermine-Weiss an das Harrell’s Performance Center in St. Louis ausgeliefert wurde. Dort wurde er in nur sechs Tagen nach den Vorstellungen von Don Yenko umgebaut, vor allem: L72-Motor, also den ganz bösen, mit 11:1 verdichteten 7-Liter, den GM eigentlich der Corvette vorbehalten wollte. Dazu kamen ein Holley-3910-Vierfachvergaser, eine sehr offene Auspuffanlage, ein kurz übersetztes Muncie-M21-Viergang-Getriebe. Auf Kundenwunsch gab es auch noch einen grösseren Kühler, bessere Bremsen, ein verstärktes Fahrwerk, eine kurze Hinterachse – und ein AM-Radio.



Aussen blieb der Yenko-Super-Camaro in Weiss mit seinem Rally-Sport-Trim relativ dezent, dass er etwas Besonderes war, sah man eigentlich nur an seiner Corvette-Haube und den kleinen 427er-Emblemen. YS-703, wie dieser Camaro im Yenko-Register bezeichnet wird (Chassis-Nummer: 124377N229158), hatte viele berühmte Besitzer, wurde vom bekanntesten Yenko-Spezialisten, Dave Tinnell, restauriert – und soll auf der Auktion von RM Sotheby’s in Monterey 2025 zwischen 350’000 und 450’000 Dollar erzielen. Es entstanden 1967 nur gerade 54 Exemplare des Yenko Super Camaro 450 (die Zahl soll sich auf die PS beziehen), dieses Exemplar dürfte eines der besten sein. Und eines der schnellsten sowieso: Mindestens 450 PS im gegenüber der Corvette deutlich leichteren Camaro, dies auch noch handgeschaltet, das dürfte ziemlich viel Freud‘ machen.




















Mehr amerikanische Raritäten haben wir unter: «Numbers». Und viel mehr haben wir im Archiv.


Sehr schönes Muscle Car, allerdings würde ich bei einem Camaro immer die zweite Variante von 1970 bis 1972 vorziehen, wegen der imho wesentlich schöneren Linie.
Zu dem ‚gegenüber der Corvette deutlich leichter‘ – da täuscht man sich schnell, die Corvettes bis 1972 waren gerade für US-Verhältnisse nicht sonderlich schwer. Ein 5.3 Liter Handschalter von 1968 bracht 1450 kg auf die Waage, der entsprechende Camaro 1400 kg. Klar 50 kg sind beim Rundkurs eine Menge und auch auf der 1/4 Meile spürbar – aber Welten für den Alltagsvorstadtracer sind das nicht. Würde man mir die Wahl zwischen beden lassen, wäre es immer die Corvette.
MfG
DeHavilland
Das feine Gerät hat am 15.8.25 den Zuschlag für 709000 Dollar erhalten
danke!