Erleichtert
Das schöne Thema Homologation mal wieder, da hatte Porsche ja immer schon ein gutes Händchen. Also, damit ein Automobil bei offiziellen Rennen antreten darf, braucht es eine Homologation. Da gab es Anfang der 90er Jahre etwa die Gruppe A, da mussten vom Strassen-Fahrzeug mindestens 5000 Stück gebaut werden innerhalb von 12 Monaten (das hätte Porsche mit dem Carrera 2 sicher geschafft), doch es mussten auch Viersitzer sein, das ging sich dann halt nicht aus. Für die Gruppe B, wo es nur 200 Stück von Zweisitzern brauchte, qualifizierte sich der 911/964 locker, doch da war halt auch der Ferrari F40 mit dabei, da rechnete sich Stuttgart nicht so richtig gute Chancen aus, aber man nahm die FIA-Qualifikation für den Carrera RS (Einleitung zum Thema: hier) doch mit, Homologationsnummer B-296 war es. Doch dann beriet man sich noch mit der ONS, Oberste Nationale Sportbehörde – ob gemeinsam mit BMW (die Bayern hatten mit dem M3 ein ähnlich gelagertes Problem) oder auch nicht, das entzieht sich unserer Kenntnis -, und siehe da, die Funktionäre zeigten sich willig, für Rennen auf deutschem Boden eine neue Gruppe aus dem Boden zu stampfen, genannt GTN (international besser bekannt als N/GT). Dafür brauchte es nun 1000 Exemplare innert 12 Monaten (das schafften die italienischen Exoten eh nicht), für den Porsche 911 errechnete man ein Startgewicht von 1130 Kilo, per 1.12.1991 wurde der Carrera RS auch in dieser Gruppe zugelassen, Behördenzahl war GTN-10. Schon im Juli des gleichen Jahres hatte Porsche angekündigt, bis Ende Jahr 1000 Stück dieser Fahrzeuge gebaut zu haben (geplant waren sogar 2000). (Die Bilder unten zeigen WP0ZZZ96ZNS499157, Farbcode G1; RM Sotheby’s, Arizona 2026, Schätzpreis 500’000 bis 700’000 Dollar – das Fahrzeug hat nur 49 Kilometer auf dem Tacho.)























Nun also der Porsche 911 Carrera RS Clubsport, intern als M003 bezeichnet, unter den Fans als N/GT bekannt. Der hätte zum «profanen» Carrera RS nun noch einmal 90 Kilo leichter sein dürfen, doch man beliess es dann bei etwa 50 Kilo, 1170 Kilo waren es offiziell. Eigentlich waren sich die Fahrzeuge sehr ähnlich, der M003 erhielt aber den gleichen Überrollkäfig wie die Cup-Fahrzeuge, dafür wurde alles entfernt, was irgendwie an Komfort hätte erinnern können. Es gab noch dünnere Rennschalen, keinerlei Dämmmaterial. Verkauft wurde der sehr nackte Clubsport minim günstiger, 145’000 DM wurden aufgerufen. Und selbstverständlich durfte er nicht nur auf die Rennstrecke, sondern auch auf die Strasse. (Bilder unten: WP0ZZZ96ZNS499084, Farbcode P5, im Januar 2021 angeboten über RM Sotheby’s, Schätzpreis 200’000 bis 250’000 Dollar, nicht verkauft.)


















Interessant ist: Es wurden nur 290 Exemplare dieser Clubsport gebaut. Dazu kamen noch 21 Stück mit einer ganz besonderen Geschichte, die wir dann auch mal noch erzählen werden. Selbstverständlich entsteht auch eine Sammlung.
Chassis-Nummer: WP0ZZZ96ZNS499125
Motoren-Nummer: 62N81936





























Auktion: RM Sotheby’s, St.Moritz 2023, verkauft für 252’500 Franken, mit diesen Angaben: «Chassis 499125 is one of these special examples. The car was completed at Porsche’s Stuttgart factory on 11 February 1992 and was delivered to its first owner on 19 March by official Porsche dealer, Henri Roos AG. Smartly finished in Black over Black and riding on 17-inch magnesium alloy wheels by SM, this Swiss-delivery Carrera RS N/GT lived a charmed early life, with inspection records suggesting that it had covered a little over 500 kilometres by June 1996. By April 1999 the car had covered 18,029 kilometres, receiving a service stamp that month by Matthias Stadler. The service book was stamped again on 18 July 2002, this time by marque specialist Romocar, when the odometer read 30,750 kilometres. Two further services were carried out by Garage J Morros on 14 September 2005 and 31 March 2010, by which time the odometer read 37,057 kilometres. The Porsche has also benefitted from more recent expenditure. In January 2016 Widberg Motorsport carried out more than CHF 23,000-worth of work, including fitting of new brake pads, coil-over suspension, and clutch, while in March of that year the original M64/03 engine was upgraded to 3.8-litre specification. In 2018, Topcar carried out a partial rebuild to return the car to factory specification, with an accompanying invoice for just over CHF 13,000. In standard trim, the Carrera RS—with its 270-horsepower air-cooled flat-six engine, lowered suspension with adjustable anti-roll bars, stiffer Bilstein coil-over shock absorbers and uprated four-piston Brembo brakes with drilled Turbo discs—was near the top of the totem when it came to fast Porsche 911s. The coveted M003 package took things a step further, offering buyers the track-ready specification of the Carrera Cup car with the ability to run on public roads, while this car’s upgrade to 3.8-litre, 332-horsepower specification only adds to its considerable appeal. With so few cars being built, and even fewer surviving today, the Carrera RS N/GT is prime real estate for collectors and investors—though it is arguably of greater value to those who intend to spend serious time behind the wheel.»
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Mehr seltene Porsche 911 haben wir: hier. Und dann ist da ja noch das Archiv.


Ich hatte 15 Jahre sehr viel Spaß mit meinem Ferrari-gelben NGT. Sogar die 997GT3 konnte man auf kurvigen Rennstrecken noch ordentlich ärgern und auf der Landstrasse war der Wagen ohnehin fantastisch. Damit fahren war jedes Mal wie in LeMans starten. Und auch als Familienauto hat sich der NGT geeignet, meine Tochter hat auf Touren darin regelmäßig tief geschlafen, behütet von den Schalensitzen – und einem Gehörschutz.