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Alpina – der Versuch einer Übersicht

Aufarbeitung

Es ist so ein bisschen wie bei Ruf Automobile: Die Übersicht über all die von Alpina verbesserten BMW fällt eher schwer. Aber es ist ja auch irgendwie verständlich, denn zuerst waren unter dem Namen Alpina: Büromaschinen. Am 1. Januar 1965 gründete Burkard Bovensiepen dann unter dem gleichen Namen der Firma seines Vater die Alpina Burkard Bovensiepen GmbH + Co. KG mit Sitz in Buchloe. In den ersten Jahren war Alpina nichts anderes als ein Tuner; zuerst versuchte er sich übrigens an einem Fiat 1500. In den ersten Jahren verdiente man sich mit Anbauteilen, Fahrwerkverbesserungen und natürlich etwas aufgefrischten Motoren jenes Geld, das man dann auf der Rennstrecke wieder ausgab. Doch Alpina war immer etwas edler, besser ausgerüstet, sauberer in der Arbeit, kein Hinterhof-Bastler. Aber erst seit 1983 durfte sich Alpina, auch von Gnaden von BMW, Automobil-Hersteller nennen; in den Anfangsjahren war es tatsächlich «pimp my ride», wenn auch auf hohem Niveau. Aber beginnen wir doch mit einer Legende: Alpina 3.0 CSL, 250 PS, in 6,7 Sekunden auf 100, 243 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Wir lassen die Frühzeit mit der Neuen Klasse und den E10 von BMW, auch mangels anständiger Bilder, vorerst einmal weg, kommen gleich zum E12, für den Alpina auf Kundenwunsch ab 1972 verschiedene Konfigurationen anbot, den A4-Vierzylinder mit 170 PS für den BMW 520, vor allem aber den B2-Sechszylinder aus dem Alpina 3.0 CS mit seinen 230 PS. Dazu haben wir auch eine schöne Geschichte, hier.

Es folgte der E21, für den Alpina ab 1976 gleich vier verschiedene neue Vierzylinder-Motorisierungen anbot, A1/3 (120 PS), A2/3 (150 PS), A4/3 (160 PS) und A4S/3 (170 PS). Wichtiger war aber der C1 2.3, ebenfalls 170 PS, aber halt der Sechszylinder. Und weil BMW Lieferschwierigkeiten hatte mit seinem eigenen 323i, wurde dieser C1 2.3 zum ersten Erfolgsmodell für Alpina (wahrscheinlich 462 Exemplare zwischen 1976 und 1983).

Die grosse Stunde schlug dann auf der IAA 1978, als Alpina gleich drei neue Modelle einführte, den B6 2.8, den B7 Turbo und das B7 Turbo Coupé. Bleiben wir doch zuerst bei der 3er-Reihe, also E21, die als B6 2.8 den 2,8-Liter-Sechszylinder aus dem BMW 528i erhielt. Selbstverständlich beliess es Alpina nicht beim Umbau, sondern verbesserte den Motor mit Mahle-Kolben und einer neuen Einspritzanlage von Zenith-Pierburg-DL. Da kamen dann 200 PS und ein maximales Drehmoment von 248 Nm zusammen, der 3er rannte in 7,5 Sekunden auf 100, war 225 km/h schnell. 1981 legte Alpina noch einmal nach, kam dann auf 218 PS. Insgesamt 533 dieser B6 2.8 wurden gebaut.

(Es geht dann hier noch weiter, viel weiter:
E23: 733i Alpina
E24: B7 Turbo Coupé / B7 S Turbo Coupé / B9 3.5 Coupé
E24/1: B7 Turbo Coupé/1 / B9 3.5 Coupé/1 / B10 3.5 Coupé
E28: B7 Turbo/1 / B9 3.5 / B10 3.5
E30: B3 2.7 / B6 2.8/1 / B6 3.5 / B6 3.5 S / C1 2.3/1 / C1 2.5 / C2 2.5 / C2 2.7
E31: B12 5.0 Coupé / B12 5.7 Coupé
E32: B11 3.5 / B11 4.0 / B12 5.0
E34: B10 3.0 Allrad / B10 3.5/1 / B10 4.0 / B10 4.6 / B10 BiTurbo
E36: B3 3.0 / B3 3.0 Edition 30 / B3 3.2 / B6 2.8/2 / B8 4.8
E38: B12 5.7 / B12 6.0
E39: B10 3.2 / B10 3.3 / B10 V8 / B10 V8 S / D10 BiTurbo
E46: B3 3.3 / B3 S
E52: RLE Roadster S / RLE Roadster V8
E60/61: B5 / B5 S
E63/64: B6 / B6 S
E65/66: B7 / B7 (Nord-Amerika)
E85: RLE Roadster S / RLE Roadster V8
E90/91/92/93: B3 BiTurbo / B3 S BiTurbo / B3 GT3 / D3 / D3 BiTurbo
F06: B6 BiTurbo Gran Coupé / B6 (Nord-Amerika)
F01/02: B7 BiTurbo / B7 (Nord-Amerika)
F10/11: B5 BiTurbo / B5 BiTurbo Edition 50 / D5 BiTurbo / D5 Turbo
F12/13: B6 BiTurbo / B6 BiTurbo Edition 50
F30/31/32/33: B3 BiTurbo / B3 S BiTurbo / D3 BiTurbo / B4 BiTurbo / B4 S BiTurbo / B4 S BiTurbo Edition 99 / D4 BiTurbo
G12: B7 BiTurbo / B7 (Nord-Amerika)
G16: B8 Gran Coupé
G20/21/26: B3 Allrad / B3 GT / D3 S Allrad / B4 Gran Coupé / B4 GT Gran Coupé / D4 S Cran Coupé
G30/31: B5 BiTurbo Allrad / B5 GT / D5 S Allrad
Z1: RLE Roadster S / RLE Roadster V8

Aus aktuellem Anlass nun noch dies:

Alpina B10 3.5 (1989)

Auktion: Oldtimer Galerie Toffen, März 2026, Schätzpreis 30’000 bis 35’000 Franken, mit diesen Angaben: «Dieser BMW-Alpina B10 3.5 stammt aus Schweizer Auslieferung, wurde am 8. Februar 1989 von Alpina an den Importeur Max Heidegger geliefert und am 15. März des Jahres durch die Emil Frey SA in Genf an den Erstbesitzer übergeben. CHF 98‘970.- (über CHF 40‘000.- mehr als für einen BMW 535i) wurden für die sportliche Limousine in «Diamantschwarz metallic» mit grauer Lederausstattung, elektrisch verstellbaren Sportsitzen, elektrischem Schiebedach, Klimaautomatik, Tempomat und Sperrdifferential in Rechnung gestellt. Der Erstbesitzer – ein spanischer Staatsbürger mit Wohnsitz im Kanton Genf – nutzte den Alpina gerne für Reisen in seine Heimat und liess die Service jeweils bei der lokalen BMW-Vertretung durchführen. 2015 wechselte der B10 mit rund 130‘000 km auf der Uhr zum zweiten Besitzer, welcher in den folgenden Jahren nur gut 4‘000 km damit zurücklegte. Der Unterhalt wurde in der betriebseigenen Werkstatt durchgeführt, bevor der Wagen Ende 2021 zum letzten Halter überging. Mit nun 137‘500 km auf der Uhr, Serviceheft, einigen Belegen und allen Schlüsseln, befindet sich der Alpina in gutem und gepflegtem Zustand mit den üblichen Gebrauchsspuren. Die letzte MFK als Veteranenfahrzeug erfolgte im November 2025.»

Alpina B3 S BiTurbo Coupé (2012)

Auktion: Oldtimer Galerie Toffen, März 2026, Schätzpreis 48’000 bis 54’000 Franken, mit diesen Angaben: «Das hier angebotene B3 S Coupé mit Allradantrieb und der Nummer 93 wurde am 26. Juni 2012 durch die bekannte Firma Heidegger in Triesen an den Erstbesitzer übergeben. Für rund CHF 105’000.- erhielt dieser einen «Wolf im Schafspelz» auf BMW E92 Basis welcher mit seinem 400 PS Biturbo Reihensechszylinder, Switchtronic Automatik und einer Höchstgeschwindigkeit von 295 km/h einen veritablen Sportwagen in dezenter Optik darstellte und über edle Alpina-Lederausstattung, Sitzheizung, Klimaanlage, Navigation, Soundsystem und vielem mehr verfügt. Er liebte seinen Alpina und nutzte diesen wohl nur bei schönem Wetter – bis 2024 wurden lediglich rund 14’000 km damit zurückgelegt. Im Juni des Jahres wechselte das schöne Coupé zum zweiten und bislang letzten Halter, einem absoluten Alpina-Nerd welcher den Wagen in seine Markensammlung integrierte. Er legte lediglich knapp 2’500 km mit dem B3 S zurück, bevor er sich entschloss den seltenen Sportler aus Platzgründen wieder zu veräussern. Die Wartung des Alpina wurde – wie das lückenlose Serviceheft zeigt – regelmässig durch einen BMW-Spezialisten im Kanton Bern durchgeführt. Mit nun knapp 16’500 km auf der Uhr befindet sich der Alpina in hervorragendem Originalzustand und wird mit der letzten MFK im Januar 2026 an einen neuen Liebhaber übergeben.»

Nein, es sind bei den Alpina nicht die extremen Preissteigerungen wie bei Ruf zu erwarten. Aber günstiger werden sie wohl auch nicht mehr. Mehr spannende Fahrzeuge haben wir im Archiv. Und über das Ende von Alpina haben wir auch schon berichtet, hier.

2 Kommentare

  1. Roland Roland

    Danke für diesen Beitrag. Der B6 2.8 von 1978 ist mein Traumauto seit ich einen Artikel darüber in eben jenem Jahr gelesen hatte. Damals unerschwinglich (ich war damals 12 Jahre alt) hätte ich heute das nötige Kleingeld, aber leider kein Angebot verfügbar. Aber es muss ja auch unerfüllte Wünsche geben.
    Liebe Grüße aus Bayern

  2. Christian Christian

    Alpina, nicht das BMW-Anhängsel, sondern die Familie Bovensiepen betreibt am Standort Buchloe weiterhin eine Werkstatt zur Wartung und Restauration für Klassische Alpina-Fahrzeuge.
    War letztes Jahr vor Ort und war wirklich positiv beeindruckt und freue mich, dass sie ihr „Erbe“ (die „alten“ Autos) pflegen.

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