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Neuheit: Dacia Striker

«Ein logischer Schritt»

Wir haben es verpasst, den neuen Dacia Striker vorzustellen. Aber dafür haben wir ein Interview mit Interview mit Frank Marotte, Senior Vice President Sales, Marketing & Operations. Marotte begann seine Karriere vor mehr als 30 Jahren bei Peugeot, war dann ab 2013 bei Toyota – und ist jetzt seit dem 1. Februar bei Dacia.

radical: Dacia hat sich in das hart umkämpfte C‑Segment vorgewagt – mit Jogger, Bigster und nun einem dritten Modell. Warum diese höhere Positionierung?

Frank Marotte: Dacia hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt, die Modellpalette wurde ausgebaut, das Design der Autos ist charakteristisch. Wir haben konsequent das neue Markendesign auf den Autos, im Showroom und natürlich in der Kommunikation umgesetzt, auch das hat der Marke einen Boost, neue Attraktivität, verliehen. So war es ein logischer Schritt, in das Fahrzeugsegment zu gehen, das sowohl in Europa wie auch in der Schweiz das grösste ist. Nach dem grossen Erfolg des Bigster haben wir diese Woche Striker vorgestellt, einen neuen coolen Crossover, dessen Bestellstart noch dieses Jahr sein wird. Und in Dacia-Tradition wird er mit einem Einstiegspreis von unter 25’000 Euro ein sensationelles Preis-Leistungs-Angebot darstellen.

radical : Wie stark beeinflusst der grössere Bigster die Verkäufe des kleineren Duster?

Marotte: Der Bigster ergänzt den Duster, der ja inzwischen eine Ikone darstellt und sich einen Namen als sehr kompetentes Offroad-Allrad-Modell gemacht hat. Der Bigster ist ideal für Kundinnen und Kunden, die mehr Platz benötigen; die meistgekaufte Motorisierung ist der Vollhybrid (4×2). Aber sowohl Duster wie auch Bigster können demnächst als Hybrid 150 4×4 bestellt werden, diese Automatik-Allrad-Versionen sind für die Schweiz mit ihren Bergen und im Schnee perfekt.

radical: Wie kann Dacia die CO₂‑Ziele erreichen und gleichzeitig eine preiswerte «Smart Buy Brand» bleiben?

Marotte: Dacia wird per Ende Jahr für jedes seiner Modelle eine Vollhybrid-Version anbieten. Dadurch können wir den Benzinverbrauch im Vergleich zu den Turbobenzinern um rund 40% senken. Die Autos fahren 80% der Zeit in der Stadt elektrisch, starten immer elektrisch, ohne dass man damit an die Steckdose muss. Das ist für viele Kund:innen heute noch, was sie wollen. Aber der Dacia Spring, unser Elektroauto im A-Segment, war letztes Jahr das meistgekaufte A-EV in Europa, und die Nr. 2 in der Schweiz bei Privatkunden im A-Segment.

radical: Wann kommen weitere Dacia‑EV? Werden Dacia EV auch in Zusammenarbeit mit Renault entstehen? Oder ist das noch zu teuer?

Marotte: Die Zusammenarbeit mit Renault ist bereits Realität – Plattformen, Technologien werden geteilt. Aber Dacia bringt Elektroautos nur in dem Segment, in dem sie für Dacia-Kund:innen erschwinglich sind. Noch 2026 wird ein neues Elektroauto von Dacia im A‑Segment auf den Markt kommen, mit einem Einstiegspreis von unter 18’000 Euro, produziert in Europa. Und diese Woche haben wir auch bekannt gegeben, dass Dacia bis 2030 insgesamt vier Elektroautos im Portfolio haben wird. Die Elektrifizierung (also EV und Hybrid) wird auch bei Dacia Kund:innen von heute 20% auf rund 66% der Neuwagen in 2030 voranschreiten.



radical: Dacia ist in der Schweiz – einem Premium-Markt – inzwischen eine Top‑10‑Volumenmarke und Nr. 3 bei Privatkunden. Geht es weiter so steil nach oben?

Marotte: Dacia hat sich in der Schweiz sehr gut entwickelt, wie Sie sagen, konnten wir viele Marken im Verkaufsranking überholen, bei Privatkunden sind wir die drittgrösste Generalistenmarke. Nicht alle Kund:innen können die Preisentwicklung, die wir bei den Autos in den letzten zehn Jahre erlebt haben, mitgehen. Diese Entwicklung wurde durch EU-Regularien, neue Fahrassistenten und Vorschriften für die Motoren etc. ausgelöst. Auch Dacia muss diese einhalten, aber wir haben es durch grosse Kostendisziplin und unseren «Design-to-Cost-Ansatz» sowie die hohe Auslastung in den Werken geschafft, unsere Position, nämlich das beste Preis-Leistungs-Angebot auf dem Markt anzubieten, einzuhalten.  

radical: Auch in Europa ist Dacia extrem erfolgreich – was sind die nächsten Ziele?

Marotte: Dacia ist heute die zweitmeistgekaufte Marke von Privatkunden in Europa, der Sandero das meistgekaufte Modell von allen Marken in Europa. Die nächsten Ziele für uns sind der weitere Ausbau der Hybridpalette, inklusive des Hybrid-4×4-Antriebs, Einführung des neuen EV im A‑Segment und des neuen Striker im C-Segment. Über die drei neuen EV-Modelle bis 2030 werden wir zu gegebener Zeit sicher auch noch mehr sagen können.

radical: Der Sandero ist seit Jahren das erfolgreichste Modell. Besteht nicht die Gefahr, dass er vergessen geht, wenn sich Dacia höher positioniert?

Marotte: Der Sandero bleibt das Herz der Marke – unser Angebot im B-Segment, das die Grundwerte wie kein anderes Modell verkörpert: fokussiert auf das Wesentliche. Der Sandero Stepway steht auch für «robust und Outdoor-Spirit» – und alle Modelle sind eco-smart, mit Hybridantrieb und preiswerten Gesamtbetriebskosten. 


radical: Dacia engagiert sich im Motorsport. Widerspricht das nicht der Idee von vernünftigen, günstigen Angeboten?

Marotte: Mit dem Rallye Raid Engagement konnte Dacia seine Markenwerte «robust und outdoor» emotional und glaubhaft in Szene setzen. Dass das Dacia Sandriders Team mit Nasser Al-Attiyah und Fabian Lurquin im Januar 2026 bereits die Rallye Dakar gewinnen konnten, ist einfach fantastisch. Wir freuen uns auf die weiteren Rennen in Portugal und Marokko dieses Jahr.  

radical: Wenn Sie noch einen letzten Tank – Benzin oder Strom – hätten: Mit welchem Auto und auf welcher Strasse würden Sie ihn erleben wollen?

Marotte: Ich würde mit meinem Duster zum Skifahren in die Alpen fahren, weil ich mir sicher bin, dass ich unabhängig von den Strassenverhältnissen dorthin komme!

Es ist offensichtlich, dass dieses Interview durch diverse «Filter» ging; da können wir nun auch nichts dafür. Und Herr Marotte wahrscheinlich auch nicht. Andere spannende Gespräche finden Sie in unserem Archiv.

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