Der Konkurrent
Es gab ein einziges Fahrzeug, das dem Cadillac V-16 damals das Wasser reichen konnte: Der Marmon 16. Konstruiert ab 1928 von Howard C. Marmon, der am schon im Zusammenhang mit Cadillac-V-16 erwähnten Bugatti-U16-Flugzeugmotor mitgearbeitet hatte, kam der Marmon 16 allerdings erst elf Monate nach dem Cadillac auf einen Markt, der immer mehr abbröckelte. Trotzdem, auch der Marmon-V16 war eine technische Meisterleistung: Wie der Cadillac besass er ebenfalls hängende Ventile und im Winkel von 45 Grad angeordnete Zylinderreihen. Mit 8040 cm3 Hubraum und 200 PS war er aber sowhl grösser als auch stärker als sein Konkurrent. Ausserdem bestanden Motorblock, Kurbelgehäuse, Ansaugkrümmer, Ölwanne, Zylinderköpfe und das Schwungradgehäuse aus Aluminium, so dass das Triebwerk ausserordentlich leicht war. Mit 6:1 besass der Marmon auch die höchste Kompression aller damaligen amerikanischen Motoren. Die Karosserien wurden von Walter Dorwin Teague entworfen und bei LeBaron gebaut. Alle acht Karosserievarianten sahen sehr attraktiv aus, ein schräg abfallender Kühlergrill in V-Form machte den Wagen ausserordentlich elegant. 1931 kosteten die Marmon zwischen 5’200$ und 5’470$ – dafür konnte man auch ein Haus kaufen in der Vorstadt.
Obwohl sich Marmon alle Mühe gab, konnte sie Cadillac nicht das Wasser reichen. Der schöne Aluminium-Motor war schon materialbedingt lauter als die Nacker-Konstruktion, ausserdem verfügte er weder über hydraulische Ventildämpfer noch über eine mit Gegengewichten ausbalancierte Kurbelwelle. Dank seines geringeren Gewichts und seiner höheren Leistung waren die Marmon selbstverständlich schneller als der Cadillac, doch die Unterschiede waren so minim, dass sie wohl nur wenige potentielle Kunden beeindrucken konnten. Auch war der Wagen relativ schlecht verarbeitet, was gerade deshalb wundert, weil die LeBaron sonst von mustergültiger Qualität waren. Trotz der verhältnismässig günstigen Preise, die Cadillac waren teurer, blieb so das Interesse am Marmon 16 gering, nur 390 Exemplare konnten während der dreijährigen Produktionszeit verkauft werden.
Trotzdem: die Preise für die Marmon 16 sind weit entfernt von exorbitant. Siebenstellig wird das nie – und wenn man bedenkt, wie wichtig diese Fahrzeuge für die Geschichte sind, wie selten sie sind und wie schön, dann sie definitiv «zu günstig».
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Chassis-Nummer: 16-145833
Motorennummer: 16-544
Auktion: Broad Arrow, The Academy of Art University Collection 2025, Schätzpreis 300’000 bis 400’000 Dollar. Erster Besitzer war J. Paul Getty, der Öligarch. Der das Fahrzeug später seinem Neffen schenkte.
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Marmon Sixteen Five-Passenger Sedan, LeBaron
Serien-Nummer: 16-140818
Motoren-Nummer: 16749
Auktion: RM Sotheby’s, Monterey 2026, Schätzpreis 300’000 bis 375’000 Dollar, mit diesen Angaben: «The elegant five-passenger sedan offered here—one of approximately a dozen known survivors in this body style—benefits from a well-documented history traced by noted Marmon Sixteen roster keeper Dyke W. Ridgley to the early 1960s. It was subsequently acquired by early Marmon Sixteen enthusiast Chester J. Flynn of New York City, who later relocated to Maryland and actively enjoyed the car. Notably, Flynn piloted the Marmon on the 1974 Monte Carlo Antique Car Rallye, covering approximately 2,200 miles, and later completed the 2,400-mile Glidden Tour in 1977. In 2014, the car received a comprehensive, no-expense-spared, frame-off restoration by respected craftsmen Lon Krueger and Todd Bymoen. The work encompassed a complete mechanical rebuild, including its V-16 engine, transmission, and rear axle, while preserving the integrity of an exceptionally sound body that required very little wood replacement. As part of the restoration, the engine was rebuilt with new pistons, cylinder heads, valve train components, camshaft, and bearings, while the transmission and rear axle were completely rebuilt as well. Finished to exacting concours-quality standards throughout, the restoration achieved its intended goal when the car was invited to the Pebble Beach Concours d’Elegance in 2017. Acquired by a prominent South Florida collection in 2021, the car has received superb care and today presents every bit as beautifully as it did immediately following its restoration. The doors close with exceptional precision, panel fit is outstanding throughout, the interior is beautifully finished, and every detail remains in exceptional, concours-quality condition. A restoration of this caliber would cost well into the high six figures today, making this an exceptional opportunity to acquire a Pebble Beach-shown, concours-restored V-16 for a fraction of its replacement cost.»
Einen anderen Marmon haben wir schon gezeigt – mehr schöne Amerikaner finden sich in unserem Archiv.


[…] und Cadillac – doch diese beiden Hersteller hatten ja auch noch V16 im Angebot (Marmon: hier, Cadillac: hier und auch noch hier). Der Twin Six, der seine Bezeichnung in Anlehnung an den ersten […]
Es gab ja noch (viel später) diesen „one off“ Rolls Royce für den Johnny English Film…
https://youtu.be/piBekDKPq18?si=mJOmOPD2wkzWiK7p
Danke!
Der grosse Einschnitt war genau der dunkle schwarze Donnerstag,
der später ein Freitag wurde. An der Börse. 1930.
Damit hast du eine Seperation in das Davor, eine Zeit, die von 1920 weg
in unglaublichem Tempo Ideen und Konzepte und verwegene Gedanken
bis zu fertigen Produkten und diesen Maschinen führte.
( wir haben immer im Hintergrund Fritz Langs “ Metropolis „)
Und natürlich wollte man nach der brutalen Zäsur 1914-18 WK-1 hinter sich lassen.
Bis 1920 wütet noch die Spanische Grippe, die sogar einen Egon Schiele zu den
Sterbliche runter warf.
Dann kam diese Imploooooosion. bum.
Und ein Zerbrechen eines Aufbruchs. Der ging in viele Richtungen.
( so manches erkennen wir wieder einmal, halt ander Substrate)
Nach der Zeit, in der sofort gewisse Herren und Ideologien fallen, wird Motorenbau
in Deutschland eminent wichtig.
Hängende Ventile, verschiedenen Drücke und Verdichtungsverhältnisse in 12 Zylinder 26-30 Liter Flugzeugmotoren. Turbolader, Höhenlader, und die ganzen
Probleme von Material mal Haltbarkeit mal wo bekommen wir es her.
( Mangelwirtschaft wird Deutschland und später Japan quälen, zwei Länder die
nach dem WK-2, weil sie nichts mehr hatten, einen Sprung machten, denk an
Honda, denk an und so weiter)
In England war es Rolls Royce, und dann einer der eig alles überspringen würde,
Frank Whittle, und Hans von Ohain in Deuschland.
Beide waren weit voraus, nur ihrer Geldgeber eher nicht.
Düsentriebwerke. Wie dekandent und so.
Bei den Kolbenmotoren konnte man über die damailgen Rennautos testen.
Auto Union der eine Alfa Romeo 1939..
Ein Detail, das zb in den USA übersehen wurde.
( absichtlich oder zufällig?) Weil dort hat man ja eh den fetten Twin Wasp 18 Zyl
Sternmotor, der sauft wie die Sau und Leistung hat.
Der Marmon 16 ist ganz speziell.
Was hätte der bewegen können wenn.
Wenn man sich dann wieder beim 16 Zylinder.. Cizeta V16T wäre so der
Neustart.
Das man so etwas erdenkt und erbaut. Hat was.
Ob man so etwas in 50 Jahren noch könnte, übertragen auf die nächste technische
Eben? Oder will? weil es die KI net weiss, weil sie es, ES vergessen hat.
Peter