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Jensen Interceptor GTX (2026)

Wider besseres Wissen

Ach, Jensen. In den späten 20er Jahren hatten die Gebrüder Richard und Alan Jensen einen ersten Austin 7 umgebaut. 1936 kauften sie den Karosseriebauer W.J. Smiths & Sons, benannten ihn in Jensen Motors, wurden zu einem der führenden Kleinserien- und Einzelstück-Hersteller auf den Inseln, sogar für Clark Gable durften sie ans Werk. Die Produktion eigener Fahrzeuge kam aber erst 1950 so richtig ins Laufen, mit dem ersten Interceptor, es folgte 1954 der 541 mit Kunststoff-Karosse, 1962 dann der CV-8, in dem erstmal ein mächtiger Chrysler-Motor verbaut war. Die grosse Nummer war dann der von Touring gestaltete Interceptor, ab 1966, wieder mit Chrysler-Maschine, eine technologische Sensation der zeitgleich vorgestellte FF, das erste serienmässig produzierte Fahrzeug mit Allradantrieb und auch noch ABS. 1970 stieg dann der norwegisch-amerikanische Händler Kjell Qvale bei Jensen, mit ihm kam der Jensen-Healey, eigentlich ein gutes Stück, das aber massive Qualitätsmängel hatte. 1975 wurde der erste Insolvenzantrag gestellt, die Geschäfte wurden aber trotzdem sporadisch weitergeführt, 1993 wurde dann liquidiert. Jensen gab es dann zwischen 1998 und 2005 ein weiteres Mal, 2007 schon wieder, 2010 nochmals – und seit 2015 haben jetzt eine neue Jensen Motor Group sowie die Jensen International Automotive die Rechte. Letztere hatte in den vergangenen Jahren mit einem Restomod-Interceptor von sich reden gemacht – und versucht es jetzt mit einem ganz neuen Interceptor GTX.

Das ist vorerst einmal ein Prototyp nur für die Rennstrecke. Doch der scheint so richtig gut gemacht, man will mit Erfahrungen im Grenzbereich suchen – und er soll auch aufzeigen, wohin die zukünftige Reise von Jensen geht. Und das kommt grob: Angetrieben wird der neue Interceptor von einem 6,8-Liter-V8, der von einem Roots-Gebläse auf etwa 1200 PS und fast 1500 Nm maximales Drehmoment getrieben wird. Entwickelt wird diese Maschine von LME in den USA auf Basis eines Corvette-Motors, wobei rund 80 Prozent der Teile Eigenentwicklungen sein sollen. Geschaltet wird über einen sequentielle 6-Gänger, ein Klauengetriebe, entwickelt von Samsonas Motorsport. Selbstverständlich nur Heckantrieb, die Bremsen kommen BG Developments. Das Chassis besteht wie auch die Aussenhaut aus Alu, beim Design orientiert man sich sanft am Interceptor von 1966. Man liest: Alles nur vom Feinsten.

An der Spitze des Jensen-Projekts steht David Duerden, ein ehemaliger Aviatik-Ingenieur, der später Compotec gründete und Carbon-Teile auch für die Formel 1 produzierte; er war auch verantwortlich für den «Restomod»-Interceptor. Ihm zur Seite steht eine erstaunliche Person: Jeff Qvale, Sohn von Kjell, selber erfolgreicher Supercar-Händler. Jeff war mit dabei, als sein Vater Jensen in den Bankrott führte, er hat das also etwas Erfahrung. Diesmal soll es aber besser kommen, nach dem Track-Modell GTX soll schon im nächsten Jahr ein mindestens so starker, aber strassentauglicher Interceptor GTR kommen. Und etwas später auch noch der GT, dann wohl etwas vernünftiger.

Mehr News haben wir in unserem Archiv, aktuell gibt es auch noch Neuheiten September 2026.

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