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Ferrari 225 Sport Spider Vignale

Schlicht und ergreifend

Heute ist Vignale nur noch ein Anhängsel von Ford. Doch Anfang der 50er Jahre war die Carrozzeria Vignale so etwas wie die beste Adresse in Turin, löste bei Ferrari sogar Touring ab (obwohl dort mit dem aus heutiger Sicht «ewigen» 166 MM ein absolutes Meisterwerk entstanden war). Man kann es durchaus verstehen, wenn man den 225 Sport Spider aus dem Jahr 1952 betrachtet: die schlichte Schönheit dieses Entwurfs ist ergreifend. Es gibt kaum Zierrat, ausser den für Vignale so typischen drei «Bullaugen» auf der Seite – und dem kleinen Hüftknick vor den hinteren Kotflügeln, ein Kunstgriff, den auch Pininfarina (später) gerne und oft anwandte. Doch ansonsten: die reine Lehre, form follows function, gerade Linien, die harmonisch in die Rundungen übergehen. Nichts ist zu viel, so soll es sein. Mit einem Radstand von nur gerade 2,25 Metern ist der Ferrari auch winzig; das Gewicht wird beim Sport Spider mit 850 Kilo angegeben.

Der Ferrari 225S war der Nachfolger des 212 Export, der Hubraum war auf 2715 ccm3 angewachsen (deshalb auch die Bezeichnung) und die Motorenleistung betrug mit drei Weber-36DCF-Doppelvergasern beachtliche 210 PS. Das reichte dann auch für einige Rennsiege. Ansonsten waren die Ferrari jener Jahre doch noch relativ simple Gefährte, Kastenrahmen mit Starrachse hinten (vorne waren es Doppeldreieckslenker), gebremst wurde selbstverständlich noch über Trommeln. Vom 225S entstanden (wahrscheinlich) 22 Exemplare, 19 davon wurden von Vignale eingekleidet (12 Spider, 7 Coupé). Dieses schöne Stück hat eine wilde Geschichte hinter sich, war lange Zeit in Argentinien und wurde auch einmal von einem Corvette-Motor angetrieben. Es stand kürzlich bei RM Sotheby’s zum Verkauf, erreichte aber das untere Estimate von 4 Millionen Dollar nicht.

Mehr schöne (also: ältere) Ferrari gibt es in unserem Archiv.

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