Add Lightness?
Gerne schreiben wir unsere Geschichten ja zuerst von Hand, mit Bleistift. Begonnen hatten wir dieses Stück hier vor ein paar Wochen, anlässlich der Vorstellung der Alpine A390 in ihrer Heimatstadt Dieppe, mit diesen Sätzen: «Luca de Meo hatte schon Abarth aus der Versenkung geholt. Er hatte mit Cupra auch erfolgreich eine neue Marke erfunden. Er macht bei Renault einen ganz grossartigen Job, er hat es sogar geschafft, dass sich die vor acht Jahren vorgestellte Alpine A110 unterdessen fast drei Mal so gut verkauft wie in den ersten Jahren. Doch während es bei Renault und Dacia bestens läuft, müssen Luca und sein Team jetzt bei Alpine beweisen, dass sie auch Transformation schaffen, die Marke, die gerade ihren 70. Geburtstag feiert, in eine rein elektrische Zukunft bringen können. Wenn Luca das schafft, dann wird es ein weiteres Meisterwerk des Italieners».

Nun, man weiss es: Luca hat geschmissen. Wir hatten ihn bei den 24 Stunden von Le Mans noch auf dem Kommandostand bei Alpine gesehen, engagiert wie immer, doch da hatte er den Renault-Vorstand bereits informiert, dass er in Zukunft beim Luxuswaren-Händler Kering mehr Geld verdienen wird. Schade, sehr, sehr schade, mit Luca de Meo verliert die Auto-Industrie einer ihrer letzten Charakterdarsteller – und ohne den kleinen Italiener mit seinem grossartigen Bauchgefühl muss sich gerade Alpine wohl noch mehr Sorgen um seine Zukunft machen als schon bisher.
































Man sah es beim Geburtstagsfest zu 70 Jahren Alpine in Dieppe (oben) bestens: Die Liebe zu kleinen, leichten Franzosen ist gewaltig. 1700 Alpine kamen zur Party, das ist grossartig, denn in den vergangenen 70 Jahren wurden nur knapp 40’000 Autos gebaut, die grosse Mehrheit davon, 25’000, sind neue Alpine A110. Und alle, aber wirklich alle eint in ihrer Liebe etwas: Leichtbau. Wohl nur Lotus hat dieses «add lightness» neben Alpine so schön und konsequent gepflegt. Gut, so eine Alpine A610 Turbo war dann zuletzt (1995) auch über 1400 Kilo schwer, aber: trotzdem. Die neue A390 wiegt jetzt mindestens 2121 Kilo – und die bisherigen Fans und Freaks der Marke hielten in Dieppe denn auch den entsprechenden Abstand (siehe: unten). Ein Teil dieser Damen und Herren, also: nicht jene mit den fetten Tüten am Heck ihrer A110 oder A310, wartet so einigermassen gespannt auf die rein elektrische A110, die dann im nächsten Jahr kommen wird, aber der Tenor ist auch da ganz klar: 1,5 Tonnen, absolutes Maximum.

Sie, also die Entscheidungsträger bei Alpine, wollen aber dann noch noch grösser als A390, von einem Siebensitzer ist die Rede, Augenmerk auf Amerika. Und das ist jetzt das Problem von (nicht nur) Alpine: Man sucht nach einer komplett neuen Kundschaft. Und nach komplett neuen Märkten. Die bisherige Anhängerschaft hat nicht auf ein SUV-Coupé (und schon gar nicht auf einen 7-Sitzer) gewartet, auch wenn dieses über ein ähnliches Leistungsgewicht verfügt wie der aktuelle A110 (dessen Produktion noch bis 2026 weiterläuft). Man kann da mit Gran Turismo werben und schönen Alpenlandschaften, aber 2,1 Tonnen sind nicht das, was auf kurvigen Landstrassen wirklich Freude machen könnte. Auch mit 470 PS und einem 0/100-Wert von 3,9 Sekunden nicht. Und jetzt fehlt halt auch noch Chef-Verkäufer Luca de Meo im Umzug, er hätte das allenfalls noch erklären können (auch wenn es ihm während der Weltpremiere sichtlich schwerfiel).


































Doch vielleicht hat de Meo ja noch die richtigen Projekte angestossen, die rein elektrische A110 zur strengen Diät geschickt. Es soll ja auch bald ein Hypercar geben von Alpine, so etwa 1000 PS aus einem Hybrid, aber das wird dann mit Garantie richtig teuer – und liegt damit ausserhalb der Reichweite des bisherigen Kundschaft. Ein solcher Supersportwagen braucht aber Marken-Ruhm, dafür wäre dann ein besseres Abschneiden etwa bei den 24 Stunden von Le Mans, aber auch in der Formel 1, schon auch noch noch Voraussetzung. Vielleicht hat de Meo, smart wie er ist, halt gesehen, dass es da etwas gar viele Baustellen gibt bei Alpine. Und deshalb macht er jetzt lieber etwas mit und in Gucci.



















Wir haben ein hübsches, kleines Alpine-Lexikon erstellt, hier. Und dann ist da ja noch das Archiv.


Man soll aufhören wenn`s am Schönsten ist. Vielleicht hat der Luca das als einer der wenigen begriffen?
Oder er sah, dass es für ihn bei Alpine/Renault nicht so weitergeht, wie er sich das vorstellt?
Ob`s mit SUV und „Panzerkreuzer“ mit Alpine wirklich weitergeht? Wer weiß?
Wenn elektrische Fahrzeuge leicht werden sollen, dann leider nur zu Lasten von Reichweite und Leistung. Schade, dass man nicht für kleinvolumige Hersteller die Abgasvorschriften etwas abmildern kann – auch über 2035 Verbrenner fahren wäre was.
Mit einem Cabrio à la MG Cyberster, 60kWh Batterie und Leichtbau ließe sich auch in der elektrischen Welt was reißen. Wer braucht noch mehr Crossover SUVs?
Das stimmt nicht, das hat GM schon vor 30 Jahren hingekriegt. Leergewicht 13-1400 kg.
Mit heutigen und grösseren Batterien etwas mehr, aber dann auch sinnvolle Reichweite.
https://en.wikipedia.org/wiki/General_Motors_EV1
Und immer das Reichweiten Gejaule!
Wenn man einen 2 sitzer fertig mit 100kw Leistung und 899 Kilo hinstellt,
dann kommen da noch 100 Kilo Akku rein ( modular), und man ist bei
geschmeidiger Fahrweise 300 km unterwegs. +200 kg…550+ usw.
_gilt nicht für : Außendienstmitarbeiter, suv-2tonnen-Selbstvergessene.
– Konsumenten denken nicht und bücken sich, wie die Werbung es vorgibt.
sonst wären nicht 80% der Autos hässliche suv.
Alpine ist tot.
die haben nicht kapiert, das ein leichter sporti, um 25-30000 Euro mit
100-180 ps ein ziel ist, das viele anpeilen, aber sicher nicht eine 70.000
euro Kiste. aus.
guck mal Alfa… derzeit zum fürchten hässlich, bmw und co haben seit 18
Jahren nix mehr geliefert, das man bei Tageslicht sehen wollte.
ganz vorne KIA Mülltonnen würfel,, kotz
Der Durchschnittsnutzer braucht im Alltag max. 200 km elek. Reichweite, und könnte dies mit einem Kleinwagen abdecken. Kein Prestige, aber dafür gut für die Umwelt.
2-3 mal in Urlaub könnte man dann ein richtig grosses Auto mieten, für Transporte sollte das Carsharing flächendenkend Transporter bereitstellen.
Ich denke, daß das Problem nicht nur Alpine betrifft, die Transformation der Mobilität hin zum Elektroantrieb funktioniert bei solchen Marken vermutlich nicht.
Der Fiat 500 E funktioniert als Elektroauto ganz prima, wäre er nicht deutlich größer als der Vorgänger mit Benzinmotor, dann hätte ich längst einen in der Garage stehen, das ist ein typisches Auto für kurze und mittlere Wegstrecken.
Aber schon der elektrische Abarth scheint sich nicht wirklich gut zu verkaufen und ist für mich ziemlich absurd, alleine der erst im 15. Untermenü abschaltbare Soundgenerator wäre für mich ein Ausschlußkriterium!
Ob ein R5 Alpine funktioniert, kann ich nicht beurteilen, die Beliebtheit elektrischer Porsches scheint sich ebenso in Grenzen zu halten wie die der elektrischen Maseratis. Über einen elektrischen Ferrari möchte ich gar nicht nachdenken…
Bestimmte Autos kann man nicht in die Elektromobilität übertragen, echte Langstreckenlimousinen und Gran Tourismos, wirkliche Geländewagen, Supersportwagen und ganz besonders kleine, leichte Sportwagen wie eine Alpine oder ein Lotus sind, jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt, als Elektrofahrzeuge nicht vorstellbar.
Deren Zeit scheint einfach wirklich vorbei zu sein, die neue Technologie mit den schweren Batteriepaketen steht der Idee solcher Autos ebenso im Weg wie die begrenzte Reichweite der eines großen, schnellen Reisewagens, in dem man an einem Tag einen Kontinent durchqueren möchte oder könnte.
Ich habe die Alpines immer geliebt, die originale A110 ist einer der schönsten Sportwagen aller Zeiten, die Reinkarnation aus der Gegenwart ist mir lieber als jeder zeitgenössischer Porsche, die frühe A310 mit dem Vierzylindermotor und später dann mit dem Europa-V6 war eine traumhafte Interpretation eines typisch Französischen Sportwagens, später wurden sie mir dann zu groß und zu aufgeblasen, dennoch eine Bereicherung des Sportwagenmarktes.
Ein elektrisches Alpine-SUV braucht die Welt – nein, meine Welt – ebensowenig wie das elektrische Lotus-Hyper-SUV oder einen elektrischen Mercedes G, ob man einen Porsche Macan mit Elektroantrieb braucht, wage ich auch zu bezweifeln…
Interessant hingegen finde ich den Rolls Royce Spectre, ein Rolls Royce wird eher selten und dann auch meistens eher nicht am Limit über Autobahnen gejagt, die Lautlosigkeit des Elektroantriebs paßt phantastisch zum Charakter des Wagens und das Mehrgewicht durch die Batterien fällt bei solch einem Wagen kaum auf.
Ähnlich könnte es auch bei einem elektrischen Jaguar sein, wenn Jaguar denn die Neuerfindung der Marke gelingen sollte…
Welche Vorgänger des Tschicketschento meinst du denn jetzt, den von 1991–1999?
Der war 3,23 Meter lang, der jetztige 3,54. Oder die Ur-Knutschkugel?
Weder noch.
Den Vorgänger des aktuellen, nur als Elektroauto erhältlichen 500 E, dem dieser zwar sehr ähnlich sieht, aber aufgrund der unterschiedlichen Plattform in jeder Dimension sechs cm größer ist.
Also schon dem „Nuovo Cinguecento“, den es ja schon seit 2007 gab und der letztes Jahr eingestellt wurde.
Einen 500 E als Ersatz für einen Ur-Cinquecento anzusehen, ist schon etwas schräg gedacht, finden Sie nicht?
Aber, in der Tat, vor meinem jetzigen 500 S von 2014 hatte ich den Cinquecento Sporting aus den neunziger Jahren, der ein tolles, kleines Auto war, er war viel spritziger, bot mehr Platz, vor allem hinten, und verbrauchte weniger als mein jetziger Fiat 500. Nur einen Unfall wollte man mit ihm lieber nicht haben…
Fiat hat ja kapituliert und der 5Hundert kommt wieder als Benziner.
Kommt drauf an wie nostalgisch man ist. Für manche war das der einzige 500, und lebt im Topolino wieder auf. Allerdings auch nichts für Unfälle. Der Mikrolino ist da wesentlich besser, bis auf die einzige Tür. Ein Rolldach wäre hier als Notaustieg sinnvoll.
Wobei man die Kleinen schon sicher bekommt, siehe Smart, aber das addiert ein paar Tausend zur Rechnung.