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Porsche 968 Turbo RS

Fehlversuch

Es waren wilde Zeiten bei Porsche, Anfang der 90er Jahre. Das Geschäft lief gar nicht, es mussten Ideen her – und die Plüschetage nahm dankbar alles auf, was da so kam. So ist es zu erklären, dass in jenen Jahren einige der feinsten Porsche 911 entstanden, die es je gab, Carrera RS, davon abgeleitet die RS/RSR 3.8, der Turbo S Leichtbau. Doch die Stuttgarter hatten ja auch noch die «Transen» im Programm, auch die brauchten etwas Anschub – und wie so häufig bei Porsche sah man die Rettung im Motorsport. Es entstand der 968 Clubsport, der sich ganz anständig verkaufte, es kam der 968 Turbo S (von dem aber nur 13 Stück gebaut wurden, hier) – und dann auch noch der Porsche 968 Turbo RS. Davon, also Option M005, gab es dann nur gerade drei Stück.

Chassis-Nummer WP0ZZZ96ZPS896062 ist das letzte gebaute Exemplar, berühmt geworden als «Bubbles». Porsche stellte das Fahrzeug mit dieser Lackierung (und einigermassen anständig ausgerüstet) auf der Essen Motor Show im Dezember 1993 aus, angeschrieben war es mit 228’000 DM. Unter der Haube arbeitete der leicht modifizierte 3-Liter, im Renntrimm kam er auf 360 PS; als Gewicht wurden 1350 Kilo angegeben. Im Februar 1994 ging der Wagen an den Norweger Erik Henriksen, der damit einige Rennen der damals neuen BPR International GT Endurance Series fuhr, schaffte einmal ein Klassen-Podium – und stellte den Wagen dann weg. 2008 wurde es von einem bekannten Sammler gekauft, der es jetzt wieder losschlagen will, Broad Arrow, Amelia Island 2026, Schätzpreis: über eine Million Dollar.

Das Problem des Porsche 968 Turbo RS war: Er war wohl einfach zu gut, zu schnell. In einem sehr feinen Text in der Ausgabe 19 des ultimativen Porsche-Magazins 000 wird nicht nur die Geschichte aller drei Exemplare sowie des Prototypen (der ein Clubsport war) abgehandelt, auch plaudert Ingenieur Dirk Schmid schön aus dem Nähkästchen, davon, dass man in Weissach selber überrascht war, wie schnell der 968 war, schneller noch als ein RSR 3.8. Man musste zwar unbedingt Rennwagen für den Kundensport verkaufen, doch irgendwie passte der Transaxle dann halt doch nicht so recht ins Porsche-Bild. Es wäre aber auf jeden Fall spannend gewesen, hätte man in Stuttgart dieses Konzept weiter verfolgt – stattdessen kamen dann Boxster und Cayman.

Mehr spannende Fahrzeuge haben wir in unserem Archiv.

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