Schaumermal
Bovensiepen 05 GT

So ein bisschen erstaunt sind wir ja nun schon: Bovensiepen macht genau da weiter, wo Alpina zu Beginn des Jahres aufgehört hatte. Also: Man veredelt BMW. Und das noch edler denn ja: Der 05 GT ist ein M5 touring ohne das Proll-Gehabe, also viel schlanker, dezenter. Und er kommt trotzdem mit 800 PS Systemleistung und 1100 Nm aus dem bekannten BMW-V8-Hybrid, wie überhaupt der 5er-BMW (G99) die Basis ist. Dass Bovensiepen das machen will, ist ja verständlich – aber warum spielt BMW da mit? Der 05 GT kommt noch in diesem Jahr und kostet dann knapp 200’000 Euro.
–
Peugeot E-208 GTi
Ewig hat es gedauert, bis Peugeot nun endlich den rein elektrischen 208 GTi von der Leine lässt. 281 PS, 345 Nm maximales Drehmoment, in 5,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h, nach maximal 374 Kilometern wieder an der Lädesäule; der 54-kWh-Akku kann mit maximal 100 kW geladen werden. Man darf sicher davon ausgehen, dass der kleine Löwe jede Menge Fahrspass bringt, daran haben die Peugeot-Ingenieure ja nun lange genug daraufhin gearbeitet. Ab 44’900 Euro, mit ganz vielen Retro-Zitaten. Aber, siehe: hier.
–
Genesis Magma GT Concept
Wenn das so weitergeht, dann hat Genesis bald mehr Concept-Cars in Europa als tatsächlich verkaufte Autos. In Le Mans, wo die Koreaner ein nicht wirklich viel versprechendes Hypercar-Debüt versuchten, zeigte die Hyundai-Tochter zwei mächtige Cabriolets (zum wievielten Mal?), ein GT3-Konzept (unten) und das Magma GT Concept (oben). Das war es dann auch schon an Informationen.
–
BMW M Concept Neue Klasse
Auch BMW suchte die Bühne beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans, auch BMW blies bei seinem neuen M Concept Neue Klasse mehr warme Luft als tatsächliche Information aus. Doch immerhin weiss man: 800-V-Architektur, über 100 kW grosser Akku. Und ansonsten halt die neue Designsprache. Und alles andere ist reine Spekulation.
–
Audi Q7

Die grösste Überraschung ist wohl: nur Diesel (vorerst). Alles andere war klar: Noch grösser (jetzt 5,06 Meter), noch breiter (jetzt 2.01 Meter), ein noch grösserer Frontgrill, noch mehr Lichtshow (sehe ich da vorne Mitsubishi, hinten Hyundai?), noch mehr Bildschirm. Was alles zu erwarten gewesen war nach elf Jahren. Mehr fällt uns jetzt auch nicht ein, ausser vielleicht noch: die extrem hohe Schulterlinie passt gut in die Zeit, Panzer und so.
–
Audi Nuvolari






Natürlich zaubert Audi nicht einfach so einen Supersportwagen aus dem Hut, das können sie nicht in Ingolstadt. Aber sie haben ja noch Lamborghini, dann nimmt man halt einfach einen Temerario, also ein PHEV, tunt die Chips auf 1001 PS Systemleistung, stülpt ihm ein neues Kleid über. Damit will man dann auch gleich noch die neue Designsprache zeigen – und da kann man dann schon ein bisschen Angst kriegen, diese extreme Aggressivität, hoppla, man würde sich das vielleicht mehr so von Lamborghini wünschen? 499 Stück für je rund 600’000 Euro soll es geben, Auslieferung schon 2027. Ach ja, Tazio Nuvolari (1892-1953): Der fuhr genau sieben Rennen für Auto Union, gewann mit dem Typ D 1938 den Grossen Preis von Italien. Man bringt ihn aber wohl deutlich mehr mit Alfa Romeo in Verbindung als mit Audi.
–
AC Cobra GT Coupé

Wir waren da ja von Anfang an dabei, 2022, als AC Cars seine neue Cobra vorstellte. Und haben das seither ein bisschen mitverfolgt, sagen wir mal: aus einer gewissen Distanz. Es kommen uns auch Gerüchte zu Ohren, die, wie sollen wir das nun ausdrücken, gewisse Zweifel aufkommen lassen. Nun ergreifen die Engländer, die ja Schweizer sind, die Flucht nach vorne – und präsentieren die Coupé-Version. Ja, gab es früher schon, A98 genannt, ein Einzelstück. Das neue Ding ist selbstverständlich deutlich feister, fast 1600 Kilo, kann aber auch mit bis 710 PS aus einem 5-Liter-Ford-Coyote-Motor bestellt werden. Die Basis mit 434 PS soll ab 315’000 Dollar kosten. Schaumermal…


–
Fiat Grizzly – und ein paar Worte dazu.
–
Mehr Neuheiten haben wir im Archiv.


Cooles Auto. Gab es mal in schlank als Wiesmann.
1600kilo?
Wenn Schweiz, vermute ich 300 Kilo Gold im Boden..
is eh wursch.
Das ganze wird immer uninteressanter..
Ich guck 2027 wieder mal rein 🙂
Lieber Herr Ruch, wie kommen Sie darauf, dass Audi keine Supersportwagen kann?
Seit dem Gallardo beweisen sie, dass sie es können. Da stecken Audi-Technik und Qualität drin und auch so einiges Design, gerade innen.
Im Prinzip gut für Lamborghini, auch wenn sich die grundsätzliche Formensprache seit dem Countach nicht wirklich geändert hat.
Neu ist die Idee, aus einem Lambo einen Audi zu machen seit dem R8 auch nicht.
Und der 10 Zylinder wurde ebenfalls in Audis, sogar in Kombis, verwendet.
Der Nuvolari sieht schon sehr brutal aus, aber irgendwie kann man die Form noch verstehen, was mir bei vielen anderen Supersportwagen abgeht.
Ja, ein bisschen Lambo, ein bisschen Bugatti, aber, vielleicht werde ich dafür wieder beschimpft und muss ins Seminar, gar nicht so schlecht.
Innen eckig und sachlich und höchstwertig, hat was. Und ich bin beileibe kein Audi-Fan.
Der Sinn darin, wenn ein kleines Unternehmen von einem großen übernommen wird, liegt in Synergien. Also der Nutzung gemeinsamer Stärken. Beim Großen liegen die Stärken in Kapital, Entwicklungskapazitäten, modernen Fertigungsanlagen und Wissen um Qualitätskontrollen. Beim Kleinen ist oft das Besondere zu finden, aber halt oft in Bastelarbeit.
Insofern verstehe ich die Kritik am „Ford V12“ des Aston DB9 überhaupt nicht.
Dieser Motor wurde in keinem einzigen Ford verwendet, man hat lediglich die Synergien genutzt, in diesem Fall auch den besseren Produktionsstandort.
klar, Lamborghini hätte wohl kaum überlebt ohne Audi. und es stehen auch immer ganz viele Audi mit deutschen Kennzeichen in Sant’Agata. trotzdem bleibe ich bei meiner Behauptung, dass Audi keine Supersportwagen kann, da fehlt das richtige Mind-Set – das in Italien halt seit Jahrzehnten vorhanden ist. der Designer des Nuvolari ist ja auch ein Italiener…
…. der von Lamborghini nicht. 😉
Aber stimmt schon, das meinte ich ja oben. Das Mind-Set des Kleinen und die Möglichkeiten des Großen.
Bei Maserati ist es halt schief gegangen, weil Citroen eh pleite war und Fiat/Ferrari keinen ernsthaften Konkurrenten zu Ferrari wollte. Dabei wäre genug Raum gewesen, Maserati Leistungsschwächer und dafür eleganter zu platzieren, für die GT Freunde.
>> …vielleicht werde ich dafür wieder beschimpft und muss ins Seminar, gar nicht so schlecht. <<
Doch nicht beschimpft, lieber Rolf, Sie sollten mich mal schimpfen hören, ich komme schließlich vom Bau!
Nur milde ermahnt, damit Sie sich endlich anmelden, in der Servatius Style School…
Eben hatte ich einen lieben Freund zum Geschmacksbildungsseminar bei mir im Büro, er hat jetzt endlich begriffen, daß sein Ferrari 412, sein Bentley Continental-R und sein Brabus-Smart feine Edelstahl-Unterlagen unter die Nummernschilder bekommen müssen und er die häßlichen Plastikrahmen mit der peinlichen Händlerwerbung wegschmeißen muß!
Als nächstes arbeiten wir an seiner Vorliebe für Kurzarmhemden!
Kurzarmhemden sind doch toll …… besonders als Button-down, oberen Knopf offen und Krawatte. Am besten mit Sakko. Wenn dann so der halbe behaarte Unterarm aus dem leeren Ärmel schaut, das ist immer wieder sehenswert.
Kleine Anekdote:
Ein Kollege war mal mit mir bei einer Kundin. Er trug ein weisses Kurzarmhemd mit hellblauen Längs- und Querstreifen.
Die Dame meinte „nettes Spielhemd“. Er verstand nicht und sie wandte sich an mich.
Ich fragte, ob sie so ein Hemd meint, das kleine Jungs gern angezogen bekommen, eben zum Spielen, nickte sie.
PS: Mit den Edelstahl-Unterlagen hadere ich. Einerseits nicht so schlecht, andererseits ein wenig aufdringlich.
Ich muß Herrn Ruch Recht geben.
Supersportwagen und Audi geht für mich auch nicht so recht zusammen, der Audi R8 war bestimmt ein sehr guter Wagen, aber er blieb eben immer ein Audi, ihm fehlte die Heritage eines Porsches und die verschwitzte Aura eines Italienischen Vollblüters.
Da war ein Gallardo der ersten Serie schon eine ganz andere Ansage, und ich bin gar kein Fan der modernen Lamborghinis, aber bei diesem Wagen mache ich eine Ausnahme…
Ganz sicher hat Lamborghini durch die Übernahme durch Audi erheblich profitiert, so wie auch die Aston-Martins der Ford-Ära von der Konzernzugehörigkeit profitiert haben.
Aber natürlich nimmt die Zugehörigkeit zu einem großen Konzern den Exoten auch etwas von ihrer Besonderheit, das war bei Lamborghini so (…das Klimabedienteil aus dem A3!!!), bei Aston Martin (…die Schalter aus dem Ford Focus!!!), bei Jaguar (…der Zündschlüssel aus dem Ford Mondeo!!!) und beim Maserati auch (…das Bremspedal aus dem DS!!!). einzig Ferrari hat seine Zugehörigkeit zu Fiat immer gut verbergen können.
Und das Design des Nouvoulari?
Hmmm –
ich weiß nicht, wahrscheinlich bin ich zu sehr aus der Zeit gefallen, aber schön ist für mich anders…
Seitenlinie und Heck scheinen zu funktionieren, aber die Front finde ich sehr schwierig in ihrer Kastigkeit.
Mir ist da zu viel Aggressivität und zu wenig Eleganz erkennbar, das Auto hat etwas von einer Ritterrüstung, aber natürlich ist solch ein Design eben auch Ausdruck des Zeitgeistes, und der ist halt gerade eher wehrhaft und brutal als leicht und elegant.
Und 1001 PS brauche ich jedenfalls nicht, aus meiner Sicht ein bißchen eine vertane Chance, einen wirklich zeitgemäßen, modernen und sinnvollen Sportwagen zu kreieren.
Warum jetzt alle den unsäglichen Jaguar Type 01 abkupfern (ich fand die Bezeichnung 00 deutlich passender) ist mir beim besten Willen nicht erklärlich.
Schrecklich. Man hat den Eindruck, dass eine Geschmackslosigkeit die Nächste jagt… Dass Audi einen Entwurf abliefert, der so nahe der neuen, von der Fachwelt zerrissenen Jaguar-Formensprache orientiert, ist entweder sehr mutig oder arrogant
Design im Allgemeinen und Automobildesign im Besondern ist stets auch Ausdruck des Zeitgeistes und der gesellschaftlichen Strömungen – insofern scheint diese Art von Formensprache recht gut in eine Zeit zu passen, die geprägt ist von sinnlosen Kriegen, extremer Verrohung im Umgang miteinander und auch im öffentlichen Diskurs und großen Unsicherheiten.
Das liebenswerte Gesicht eines Fiat 500, die freundliche Eleganz eines Jaguar XJ, die muskulöse Schönheit eines Maserati 3200 GT oder die elegante Abgehobenheit eines Bentley Arnage sind nicht mehr de rigeur, stattdessen Panzerwagenästhetik, vierstellige PS-Zahlen und Räderdimensionen eines Römischen Streitwagens.
Man schaue sich nur an, wie ein aktueller 911 GT3 RS zur Kampfmaschine mutiert ist…
aber: wer, ausser ein paar Kriegsgewinnlern, soll denn das schön oder wenigstens begehrenswert finden? wie man so hört, hält sich das Interesse etwa am Jaguar 01 in doch sehr engen Grenzen.
Das ist die Frage.
Wer findet einen mattschwarzen Mercedes G63 AMG mit schwarzen Felgen und schwarzen Fickfenstern begehrenswert, der klingt wie ein kaputtes Powerboat und mit einer faschistoiden Gewaltästhetik vor der Grundschule vorfährt?
Oder einen mattgrauen Rolls Royce Phantom mit schwarzem Kühlergrill, der vor einer neoneoklassizistischen Plastikvilla die These bestätigt, daß Kapital und Kultur höchst selten eine Symbiose eingehen?
Oder einen der modernen Ferraris mit Riesenrädern, einen der furchterregenden Audi RS6 mit regenfallrohrendicken Auspüffen und Rammsteinaufkleber?
Oder, ganz schlimm, den als Lamborghini Uterus verkleideten Audi Q8 in Lilametallic, der mit 120 km/h den Kurfürstendamm heraufballert?
Ich fürchte, daß die Kundschaft vorwiegend aus Menschen besteht, die ebensowenig Geschmack haben, wie sie Wert auf eine positive Aussenwirkung ihrer Persönlichkeit legen.
In einer Gesellschaft, die – nicht nur in Deutschland – immer weiter nach rechtsaußen abdriftet, in der Sprache und Auftritt immer weiter verrohen, in der Solidarität und Empathie immer weiter verloren gehen, in der finden sich sicher genug Menschen, die ihr wie auch immer verdientes Geld gerne in einen 1000-PS-Panzerwagen investieren.
Wer allerdings den zukünftigen Jaguar kaufen soll, daß weiß ich auch nicht.
Aber gespannt bin ich auf die Serienversion schon, symptomatisch für die geistige Verfassung der angepeilten Kundschaft ist ja schon die Tatsache, daß man auf die Heckscheibe verzichtet, was interessiert den Insassen eines solchen Fahrzeugs denn, was hinter ihm passiert, die fehlende Heckscheibe ist doch ein treffender Ausdruck der Rücksichtslosigkeit im wahrsten Sinne des Wortes der angepeilten Klientel!
ach, ich denke, das Problem mit der fehlenden Heckscheibe wird sich schnell erledigt haben: ein beim Zurücksetzen vom Jaguar (oder Polestar) sanft gestreiftes amerikanisches Kind, eine grosse Anwaltskanzlei – und schon haben wir eine, wenn auch teure, Lösung.
Auf gewissen Fotos/Renderings sieht es so aus, dass eine Heckscheibe da ist, aber in Wagenfarbe lackiert. Falls nicht, sind Rückfahrkamera und Kamera für den Innenspiegel vielleicht ja dabei.
Unsere Nachbarin hat diesen ganz kleinen elektrischen Dacia, der piept immer so ein bisschen, wie ein Transporter, beim Rückwärtsfahren.
Entsprechend könnten beim Jag zwei Focal Utopia Evo ausfahren und angetrieben von sechs Naim-Endstufen die Trompeten von Jericho blasen lassen. Also, wegen der amerikanischen Kinder.
War früher der BMW E36 aus vierter Hand das Auto zum Migrationshintergrund, so sind es heute der 5-er BMW in M-Ausführung oder ein AMG. Wer keinen brüllenden V8 vorweisen kann und keine Felgen mit mindestens 24 Zoll, braucht sich gar nicht erst anschauen lassen.
Während in Nobelgegenden der Familienkombi, mit denen Mama das Töchterlein in die Ballettstunde chauffiert, Porsche Cayenne heißt, muss es in der migrantischen Community eine maximal laute, maximal schwarze und maximal proletoid-machohaft designte Limousine sein. Ich kenne beides aus eigener Erfahrung.
Peter Ruchs zuordnung des AMG als Wagen für den neureichen Bauunternehmer, der dann lautstark Andrea Berg oder das Nockalm-Quintett aus der sündteuren Soundanlage schallen lässt, trifft es finde ich sehr gut. (Anmerkung: Helene Fischer ist in diesen Kreisen was für die Jungen, gestandene Männer stehen auf gestandene Frauen!)
Audis „Fortschritt durch Technik“ besteht ja seit mindestens 15 Jahren einzig und alleine darin, dass man Front und Heck mit jedem neuen Modell noch „böser“ macht, weil der moderne Business-Mann das so will und braucht, um sein irregeleitetes Selbstverständnis unmissverständlich nach außen hin zu kommunizieren.
Der Toiletten-Jaguar (pardon, ab sofort natürlich Typ 01) und der Audi Nuvolari sind in meinen Augen eine maßlose Übersteigerung dieser Gestaltungsphilosophie, die in dieser Form zur unfassbar grotesken Scheußlichkeit geronnen ist.
Sorry, ich bin normalerweise kein Mann des moralinsauren Kulturpessimismus, aber was da gerade abgeht ist schon ziemlich bemerkenswert. Und ich muss ihnen recht geben: Das gegenwärtige Autodesign besonders in der Oberklasse ist tatsächlich ein ziemlich unschönes Spiegelbild einer ziemlich hässlichen, brutal sozialdarwinistischen Weltsicht einer sehr reichen Oberschicht, deren erklärtes Lebensziel die maximal mögliche Anhäufung von Geld und Macht ist, weil sie das für ihr angeborenes Recht hält und die es für wichtig und notwendig hält, „Minderleister“ beinhart auszusortieren – also all jene, die nicht bereit sind, sich sklavisch in eine Arbeitswelt einzufügen, in der 120% Leistung das absolute Minimum darstellen.
Dass das Ergebnis des knallharten Neoliberalismus der letzten 30 Jahre eine durch und durch brutalisierte und rücksichtslose Gesellschaft ist, braucht niemanden zu verwundern.
P.S: Nein, ich bin fürwahr kein Linker. Aber die Art, wie die obersten 0,1% und ihre Weltsicht die westlichen Gesellschaften dominieren und wie sehr sie sich die Politik gefügig gemacht haben, das kann schon was. Eine maßlos gierige Elite und eine schwache Politik sind die Kombination, die den Rechtspopulismus dorthin gebracht hat, wo er heute steht. Um das nicht gut zu finden, muss man fürwahr kein linker Ideologe sein.
>> Das gegenwärtige Autodesign besonders in der Oberklasse ist tatsächlich ein ziemlich unschönes Spiegelbild einer ziemlich hässlichen, brutal sozialdarwinistischen Weltsicht einer sehr reichen Oberschicht, deren erklärtes Lebensziel die maximal mögliche Anhäufung von Geld und Macht ist, weil sie das für ihr angeborenes Recht hält (…) <<
Lieber Hörmal, ich glaube, daß diese Autos und ihr Design weniger die wirklich reiche Oberschicht ansprechen und repräsentieren, als vielmehr solche Menschen, die zwar ziemlich genau ihrer Beschreibung entsprechen, aber mit der Verbissenheit und Kampfeslust des Aufsteigers es nie ganz nach oben schaffen werden – aber ihren "Führungsanspruch" und ihre Brutalität im Geschäftsleben gerne mit solchen Symbolen wie einem Lamborghini Uterus oder einem mattschwarzen AMG-Geländewagen dokumentieren.
Die, die wirklich ganz oben sind, die verzichten in der Regel auf solche Fahrzeuge, wie sie auch auf Sunseeker-Motoryachten, Richad-Mille- und AP-Uhren und schneeweiß bekieste Einfahrten verzichten.
Aber ansonsten gebe ich Ihnen völlig Recht!
Man kann diese „häßlichen, neuen Autos“ aber auch positiv sehen.
Ich war am Pfingstsonntag auf einem größeren Oldtimertreffen. Es waren richtig viele Besucher, auch Familien mit Kindern da. Man hört ja viele Gespräche mit und ist auch viele Gespräche mit Gleichgesinnten und Besuchern „verwickelt“.
Was bleibt da so an Aussagen „hängen“:
– Oh, schau wie schön dieses/jenes Auto ist, diese tollen Formen gibt heute nicht mehr…
– Ja, damals wurde noch richtig dickes Blech/Qualätät/Technik die man selbst reparieren konnte verbaut…
– So einen hatten/halle Onkel/Tante/VAter/Mutter auch mal.
– Super, so ein Goggo/Kleinwagen (BMW 700, Fiat 500 alt, usw.) wäre doch das richtige Auto für einen Elektroantrieb…Nicht diese übergroßen, überschweren Kisten!
– Größtenteils werden die heutigen Autos wegen ihrer ganzen Assisysteme weniger gut beurteilt – ja eine Servolenkung und ein ABS werden schon als sinnvoll angesehen, aber viel mehr brauchts für die tätlichen fahrten nicht…
– Alte Autos saufen – dann, wenn mit den Besitzern über die die tatsächlichen Verbräuche gesprochen wird, kommt das Erstaunen – „ach, doch nicht soviel“.
– Schade, dass die alle so schnell weggerostet sind… Ja..mei, aber bei richtiger Pflege…
– Autos von heute haben ja keine Ausstrahlung mehr, ist alles so ein Einheitsbrei (stehen die Leute zwischen einem Citroen SM, Mustang und Ro80 und einer Borgward Arabella ). Wer kann da wiedersprechen?
Insgesammt war die Stimmung super, die Gespräche direkt erhellend, ja und ich habe eben auch ganz viel Kritik an den heute angeboteten Autos gehört und viel Bewunderung und Lob für die „alten Kisten“.
Ich meine, die Hersteller wissen gar nicht wer eigentlich Ihre Kunden sind und was die Kundschaft will. Anders kann man sich die „Entgleisungen“ der letzten Zeit (Jaguar, Mercedes, Ferrari, usw.) gar nicht erklären.
Will man Hersteller für ein paar Superreiche und ein paar Prollis sein, dann wird der zu verteilende Kuchen sehr klein sein.
Aber:
Durch die „hässlichen“ und mit teuren Gimmicks versehenen „Neuheiten“ (die auch bloss 4 Räder haben) werden die „alten Kisten“ mehr geschätzt und bewundert bis hin, dass sich einige Leute so intensiv damit beschäftigen und den Besitzer dieser „alten Kiste“ für den Erhalt und Nachhaltigeit lobt!
Also, baut weiter häßliche Karren, die alten Autos steigen in der Beliebtheit!
man wird aber leider gar nie einen Entscheidungsträger aus der Auto-Industrie bei einer solchen Veranstaltung sehen. wenn, dann vielleicht Villa d’Erba oder Pebble Beach. dort wissen aber die meisten Besitzer gar nicht, wie sie ihre teure Gerätschaft zum Laufen bringen könnten, dafür brauchen sie den eingeflogenen Mechaniker; hat also auch nichts mit dem richtigen Leben zu tun. Genau, wie Sie schreiben: «Ich meine, die Hersteller wissen gar nicht wer eigentlich Ihre Kunden sind und was die Kundschaft will».
anderes hübsches Beispiel aus einem Gespräch vor kurzem mit einem ganz hohen Marketing-Fuzzi. irgendwie kamen wir auf ein hinlänglich, also auch dem Hersteller bekanntes Problem eines neuen Fahrzeugs, ich fragte, ob er denn die Kommentare im einschlägigen Forum gelesen habe. Forum, was ist das? der Herr, seit vielenvielen Jahren im Business, hatte noch nie davon gehört, ich durfte ihm dann mal erklären, wie das funktioniert. da war er dann schon ein bisschen erstaunt, was da bei den tatsächlichen Kunden und sonstigen Auskennern abgeht.
Forum, was ist das? Ich schmeiß mich weg. Aber so Stelle ich mir das vor. Abgehoben, im eigenen Saft suhlen und meinen alles zu wissen. Wenn’s nicht so traurig wäre, könnte man ja darüber lachen.
Der Fisch stinkt halt vom Kopf weg …….
Ich hatte mal 2003 ein einschneidendes Erlebnis im Autohaus bei VW.
Das brandneue New Beetle Cabrio stand in einer Ecke. Das wollte meine Frau haben.
Auf dem Weg dahin stand der ebenfalls neue Touran und neugierig wie ich bin, sah ich mal hinein. Ein Verkäufer stürzte auf uns zu und pries den Touran in höchsten Tönen. Als wir ihm sagten, wir interessieren uns aber für Cabrio, war er baff. Nun, man könnte ja als erstes mal die Frage stellen, was will der Kunde eigentlich?
Bei Audi wurde man, obwohl man wenige Meter vor dem Glashaus einen 5er, einen Mercedes oder auch den Phaeton sichtbar geparkt hatte, „nicht mal ignoriert“ (nach Qualtinger). Das sollte wohl nobel wirken.
Bei Mercedes war es etwas besser, bei BMW war es gut.
Die schlichte Erkenntnis, dass es immer ein gutes Produkt war, das die Kunden wollten und das dann enorme Verkaufserfolge erzielte, ist schlichtweg verloren gegangen.
Oh ja, der Deutsche Autoverkäufer…
Mein schönstes Erlebnis war der völlig desinteressierte Verkäufer im Cadillac-Showroom der Hamburger GM-Vertretung Dello, der meinen Vater (und mich) komplett ignorierte, als dieser sich einen Cadillac Seville STS anschauen wollte, nachdem er nicht mehr an die Dienstwagen-Vorschriften des Unternehmens, für das er tätig war, gebunden war – einen Prospekt durften wir auf Nachfrage einmal anschauen, aber nicht mitnehmen, eine Probefahrt war nur nach Vertragsunterzeichnung möglich, „den Wagen nimmt der Chef abends immer mit nach Hause, das geht nich!“ und aktiv wurde er erst, als er des Jaguars gewahr wurde, als wir den Hof des Händlers wieder verlassen wollten, da kam er herausgerannt, mit dem Prospekt und einer Visitenkarte in der Hand, mein Vater entschied sich, seinen M5 mit in Pension zu nehmen…
Auf der einen Seite sind es die ignoranten Verkäufer, die einer Marke mehr schaden als nutzen.
Meine Frau und ich waren vor vielen Jahren in einem großen Autohaus und wollten ein Auto kaufen – ja kaufen. Wir standen also da so im Verkaufsraum, schauten uns einige Autos an und drei Verkäufer standen gelangweiligt herum. Meine Frau sprach dann einen der drei „Herren“ an und er lies sich dann herab, mit uns zu kommunizieren. Als dann das Modell usw. einigermassen klar war, sagte meine Frau das wie keine Finanzierung oder Leasing benötigen , sondern wir bezahlen das Auto bar. Da entfernte sich der Typ mit der Entschuldigung, er müsse noch was nachsehen und war dann weg! Nachdem wir dann wieder dumm herumstanden, waren wir auch weg. Wir haben dann dort gekauft, wo wir „normal“ bedient wurden und wo unser Geld auch gerne angenommen wurde…
Das viel größere Problem sitzt aber weiter „oben“. Mein Schwager arbeitet ja „beim Horch“ in der Großkundenbetreuung/Firmenflotten/usw. Im Rahmen eines DTM-Rennens lud er mich ins VIP-Zelt ein. Es war erschreckend, was da für Typen herumliefen und wie viel oder besser wenig Ahnung die von Autos und gar keine Ahnung von Ihren Kunden hatten. Man hatte das Gefühl, die Welt dreht sich nur um diese „tollen Hechte“, der Kunde soll mit dem zufrieden sein was er kriegt, denn der Hersteller weiß schon was er braucht und wichtig ist, dass er (der Kunde) brav und regelmäßig seine Rate bezahlt. Dann kriegt er noch ein oder zwei Glas Billigpuffbrause, irgendwelche Häppchen und Schnittchen und ein paar Fanartikel und soll sich dann schleichen.
Diese „Herren“ waren dann auch am liebsten unter sich selbst, beweihräucherten sich daran, was für tolle Hechte sie doch sind und der Kunde war nur lästiges Beiwerk.
Was diese Herren dann als Kundenwünsche und Anregungen in die Firmen weitgaben, kann man sich vorstellen, wenn die dann ihre „Hausaufgaben“ am Abend nach der Party noch schnell in Ihre Systeme klopften.
Fazit, arrogant ungebildet(keien Allgemeinbildung vorhanden), dem Kunden gegenüber nicht aufgeschlossen, nur am schnellen Verdienst interressiert. Hauptsache alle 6 Monate einen neuen, dicken Firmenwagen und eine protzige, geschmacklose Uhr am Handgelenk. Mein Schwager erzählte mir dann noch, dass die Firma ihre „Repräsentanten“ regelmäßig auf „benimmschulungen“ schickt, damit die erst einmal ein paar Grundregeln lernen – manche müssen auch erst einmal mit Messer und Gabel essen lernen…
Was kommt also dabei raus? Ja schon irgendwie Autos, aber…