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Fahrbericht Dacia Jogger

Der ewige Mehrwert

Den Krypto-Millionären geht der Arsch grad auf Grundeis, nicht alle erben das Haus am See, und all jenen, die tatsächlich noch arbeiten müssen, schmilzt das Einkommen derzeit weg wie die Gletscher in den Alpen. Gerade der deutschsprachige Auto-Markt wird weiterhin getrieben von Firmenkunden und andere Leasing-Lösungen (siehe auch: Auto-Markt Schweiz 2022), Privat-Käufer, die sparen, um sich irgendwann ein (neues) Automobil leisten zu können, gehören längst zu einer Randgruppe. Das ist auch deshalb verständlich, weil die durchschnittlichen Neuwagen-Preise in den vergangenen zwei Jahrzehnten extrem gestiegen sind, sich in etwa verdoppelt haben. Verlässliche Zahlen gibt es etwa für Deutschland, dort stieg der Kaufpreis zwischen 2017 und 2022 um gut 20 Prozent. Mitte des vergangenen Jahres mussten für ein neues Automobil in Deutschland im Durchschnitt aller «verkauften» Autos fast 54’000 Euro entrichtet werden – kein Wunder, wenn da gerade junge Leute und Familien mit Kindern passen müssen. Oder wollen.

Aber dann haben wir ja noch Dacia. In der Schweiz hat die rumänische Renault-Tochter im vergangenen Jahr um 23,3 Prozent zugelegt, ist schon auf dem 12. Rang in der Zulassungsstatistik; der Dacia Sandero hat es in die Top 10 der meistverkauften Modelle geschafft. Zwar will jetzt auch Dacia ein bisschen gehobener werden (ein Fehler, den schon Skoda gemacht hat), doch aktuell verbleibt die Modell-Palette mit dem Sandero (ab 14’390 Franken – in Deutschland ab 10’750 Euro), dem Duster (ab 23’390 Franken – in Deutschland ab 15’000 Euro), dem leider nicht wirklich tauglichen E-Modell Spring (ab 20’900 Franken – in Deutschland ab 22’550 Euro) und dem neuen Jogger (ab 19’690 Franken – in Deutschland ab 16’800 Euro) noch in einem sehr vernünftigen Rahmen.

Der neue Jogger tritt ein heftiges Erbe an, er muss gleich drei Modelle ersetzen, den Lodgy, den Logan MCV und den Dokker. Er basiert auf der CMF-B-Plattform, also wie die aktuellen Renault Clio und Dacia Sandero, allerdings wurde der Radstand um mehr als 30 Zentimeter auf satte 2,9 Meter verlängert. Das hilft jetzt beim Design jetzt nicht unbedingt, aber Schönheitspreise haben die Rumänen ja eh noch selten gewonnen. Es geht beim Jogger (wer hat sich diesen Namen ausgedacht?) um einen Mehrwert an Raum – und den kann er bieten, entweder mit bis zu sieben Sitzplätzen oder einem Laderaum, der über 1800 Liter Volumen hat.

In unserem privaten Fuhrpark befindet sich ja auch ein Sandero, der jetzt 60k runter und noch nie auch nur das allergeringste Problem verursacht hat (ui, wir sollten wir mal wieder etwas darüber schreiben). Kennt man den Sandero, kennt man auch den Jogger, zumindest im Cockpit, da ist nämlich alles genau gleich. Wir lieben das ja, kleiner Screen, über den das Smartphone gespiegelt wird, also hat man die Musik, die man mag – und ein Navi, das auch tatsächlich funktioniert. Die Lüftung funktioniert über ganz klassische Drehschalter, so muss das sein – und alles andere braucht niemand. Ein solch komplett rätselfreie Bedienung muss unbedingt gelobt sein. Stoffsitze (die in unserem Sandero weiterhin bestens aussehen), ein bisschen Verkleidung über das ganze Armaturenbrett, alles gut, vollkommen ausreichend. Und viel, viel besser als bei früheren Dacia, bei denen im Sommer Dämpfe aus dem Plastik stiegen, die auch halbprofessionelle Kiffer bewusstlos schlugen.

Unser Proband war mit dem 110 PS-Motor ausgerüstet, manuelles 6-Gang-Getriebe. Das geht gut, der 1-Liter-3-Zylinder-Turbo ist jetzt nicht der laufruhigste Motor aller Zeiten, aber er bringt auch den etwas über 1,2 Tonnen schweren Jogger ganz anständig vorwärts. Allzu sportliche Ambitionen sollte man nicht haben, aber es gibt auch nicht zu jammern – im Gegensatz etwa zum Toyota Aygo X, den wir erst kürzlich beschrieben haben, kann man mit dem Jogger auch potentere Mitbewerber ärgern. Der lange Radstand sorgt für einen ausgezeichneten Geradeauslauf, die relativ strenge Lenkung ist ausreichend präzis, um bei einer Kurvenhatz so ein bisschen Spass zu haben. Aber eben, nicht übertreiben – treibt man es zu heftig, dann geht er dann relativ bald, aber auch gut beherrschbar über die Vorderräder. Die Bremsen sind für den Alltag alleweil gut genug. Es gibt da aber anscheinend ein Problem bei der NCAP-Bewertung, doch das sollte dann noch in diesem Jahr ausgemerzt werden. Wir bewegen unseren etwas leichteren Sandero übrigens mit knapp über 5 Litern auf 100 Kilometern, der Jogger wird sich auch in diesem Rahmen fahren lassen.

Und eben: Platz hat der Jogger in Hülle und Fülle. In der zweiten Reihe sitzt es sich auch als Erwachsener ganz gut – und hinten ist dann beim 5-Plätzer noch Raum für einen ganzen Haushalt. Der 7-Sitzer hat das übliche Problem mit der Beinfreiheit, doch Kinder werden sich kaum darüber beklagen, zumindest auf der Kurzstrecke nicht. Uns ist zwar nicht ganz klar, weshalb Dacia den so cleveren Dokker aus dem Programm genommen hat (den Renault Kangoo gibt es ja weiterhin, der Renault Express ist halt: anders), ihn kann der Jogger irgendwie nicht ersetzen, aber er erscheint uns auch als kleingewerbetauglich, denn er ist gut zu beladen, die Ladekante ist tief genug, die Heckklappe riesig (und etwas schwer), und im Notfall geht es ja über die hinteren Türen.

Nein, am Concours d’Elegance muss man mit dem Dacia Jogger nicht antreten wollen, beim Valet-Parking vor dem 5-Stern-Hotel wird er dann eher zum Lieferanteneingang verwiesen. Doch es soll ja tatsächlich Menschen geben, die müssen sich nicht über das Image ihres Automobils definieren. Doch nicht für diese ist so ein Dacia Jogger das richtige Automobil – lässt man sich ganz einfach von der Vernunft leiten, dann kommt man kaum am Rumänen vorbei. Die Preisskala beginnt wie schon erwähnt bei 16’800 Euro (das ist dann der 90-Pferder, den es auch noch gibt) oder bei 19’690 Franken (in der Schweiz gibt es vorerst nur die stärkere Version) – will man die anständig ausgestattete Extreme-Variante mit sieben Sitzen, werden 21’750 Euro/21’590 Franken fällig. Das ist ausgesprochen fair. Und die Gebrauchtwagen-Preise sind bei den Dacia ja weiterhin vorzüglich. Was auch so einiges aussagt über die Verarbeitungsqualität. Ach ja, in diesem Jahr wird auch noch die Mild-Hybrid-Version nachgereicht, da dürfte dann beim Verbrauch eine 4 vorne stehen.

Mehr Fahrberichte gibt es in unserem Archiv.

1 kommentar

  1. jenz jenz

    Definieren?

    Was ist mit Euch los?

    Testfrage.
    1,) ich gehe ins Bett mit einer schönen Frau

    a.) weil SIE GEIL ist
    b.) weil SIE MEIN ANSEHEN HEBT!

    bei b.) würde ich einen ARZT aufsuchen oder die selbsteinschläferung wählen.

    und wetten IHT habt das nicht einmal an nähernd kapiert.

    1.) DESIGN
    2.) ICH MAG ES WEIL ES MIR SCHMECKT..

    leider wird der Markt von adipösen SUV und grausam hässlichen Dingen überschwemmt und das Auto stirbt.

    Hat nix mit einem Antrieb zu tun.

    zb : VW Käfer. neu aufgebaut.. 15 kw emotor GRAPHITAKKU ( bj 2022)..
    ander Auto is böse Alfa Giulia GTA

    der Dacia ist halt ein Auto. Früher hatten wir R4 MINI etz.. coppy?

    Heute einen MASTDARMMASSAGHE im ABO im TÄSLE DER DICH IN DEN BAUM FÄHRT oder ein Vollchswooochn der nur 89.000 Euro kostet hässlich wie die Nacht.

    weiter kleben fürs klima ( steigert den CO2-AUSSTOSS!)

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