Hauptsache, die Frisur sitzt
Dort dann, am Dorfausgang, ist die Gasse schmal, kein Verkehr, geht es leicht bergan, eine Serpentine links, kurz darauf eine rechts, dann eine Gerade. Das bin ich nun schon einige Male gefahren, ich weiss, was geht, ich pinsel das Fahrpedal am elektrischen Mini runter, er schiesst nach vorne, wird kurz darauf auf der Bremsen zusammengestaucht, zieht sauber rein in die Links – und zerrt am Lenkrad beim Herausbeschleunigen? Ist das wahr? Ist es wie früher? Gleiches Spiel dann vor der Rechts, hart auf die Bremse, sauber reinziehen, wieder voll auf den Pinsel – und ja, er macht es wieder. Wie geil ist das denn? Ein Stromer, der sich fahren lässt wie früher? Ja, ich muss ein wenig lächeln, es kommen Erinnerungen auf an klassische Mini, strenge Lenkung mit ebenfalls strengen Lenkeinflüssen (und Hüpfen über jede Unebenheit, sei es nur eine Zigarette), ich denk an die ersten «modernen» Mini, welch eine Fronttriebler-Fahrfreud’, Rupfen und Zerren, aber halt vom Feinsten, so, wie man es mag, immer ein bisschen jenseits, aber halt immer gut, wild, lustig.



Ich gebe es zu, ich bin ewig keinen Mini mehr gefahren. Ich liebte die erste Generation der BMW-Neuinterpretation (ab 2001, R50/R53), auch wenn sie schon deutlich grösser ausfiel als das ewige Original von Sir Alec Issigonis, doch das war ein cooles Teil, gerade als Cooper S mit anfangs 163 PS schlicht und einfach grossartig. Danach liess die Liebe schnell nach, die Mini wurden immer mehr Maxi, spätestens der F56 (ab 2014) war dann nur noch dick und feist und, nein. Von all den Mutationen ganz zu schweigen, so ein Countryman (U25) hat ja gefühlt die Ausmasse eines Porsche Cayenne – und der gilt bekanntlich als Nutzfahrzeug. Und so war meine Annäherung an den ersten rein elektrischen Mini, J01, dann doch eher: vorsichtig.



Klar, der rein elektrische Mini ist noch einmal grösser geworden, 3,86 Meter Länge sind es nun. Aber die sind einigermassen gut verpackt, die Front wirkt nicht mehr wie ein fieses Insekt, vor allem das Heck ist viel gefälliger als auch schon. Ja, er ist pummelig, mit einem Leergewicht von über 1,6 Tonnen für einen Mini mehr als nur adipös – für einen Stromer aber ein Leichtathlet. Der Cooper E kommt mit einem 40,7-kWh-Akku (netto 36,8 kWh), 184 PS und 290 Nm; der Cooper SE, den wir gefahren sind, mit einer 54,2-kWh-Batterie (netto 49,8 kWh), 218 PS, 330 Nm. Damit will er in 6,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h rennen, gegen oben ist er auf 170 km/h begrenzt. Mehr Zahlen zum SE: Verbrauch nach WLTP ab 14,1 kWh/100 km (forget it), Reichweite mindestens 387 Kilometer (no way). Aber irgendwie ist das alles auch gar nicht so wichtig, grau ist alle Theorie und grün nur des Lebens Baum, irgendwo dazwischen ist auch noch des Pudels Kern – und der ist durchaus fröhlich, clever.



Klar, so ein rein elektrischer Mini erfindet das Rad jetzt nicht neu und ist auch technologisch, trotz Kooperation mit der chinesischen Great Wall Motors, nicht ganz weit vorne. 95 kW am Schnellader sind eher in Richtung peinlich, ganz besonders für einen Stromer, der in der günstigen Variante schon 40’000 Franken kostet, als S dann ab 44’390 Franken. Für dieses Geld gibt es auch einen Tesla Model 3, der alles, was den Strom betrifft, aber so was von viel besser kann, dass man fast gar nicht glauben mag, dass München diesen E-Dino wirklich abgenickt hat. Aber wahrscheinlich geht es für einmal um etwas anderes, wie immer bei Mini: Lifestyle. Mit dem E-Mini haut man sich nicht von Bern über Grimsel und Nufenen ins Tessin, nicht vom München auf der Autobahn nach Hamburg, sondern von daheim in die schicke Gelateria ums Eck, allenfalls nächtens einmal rund um Schwabing. Das sind Reichweite und Schnellladen keine Geschichte, die 70 Kilometer pro Woche zum edlen Take-away und zurück schafft man auch mit Haushaltsstrom. Hauptsache, die Frisur sitzt.





Man sitzt ganz anständig tief im elektrischen Mini, man kennt sich aus, wenn man schon andere Mini gefahren ist, der runde Touchscreen bleibt ein Hingucker, die Bedienung ist einfach, auf das Wesentliche beschränkt. Es gibt einen Head-up-Display mit den relevanten Angaben, so soll das sein. Man kann sich auf das Fahren konzentrieren, laut Musik hören, mehr braucht es ja eigentlich nicht. So richtig viel Platz ist jetzt nicht, in den Kofferraum passen gerade einmal 210 Literchen, bei abgeklappten Rücksitzen werden es 800 Liter, doch das ist für den Dinks-Haushalt gross genug. Er ist, was er ist, der Mini, und auch als Stromer ist er nichts anders als ein bisschen mehr Spass als bei anderen.




Aber Fahrfreud’, ja, das schafft er jetzt auch rein elektrisch. Natürlich ist es nicht mehr das Go-Kart-Feeling von einst, dafür ist er einfach zu schwer. Doch der Schwerpunkt liegt noch einmal tiefer, die Lenkung ist für ein E-Auto richtig gut, die noch einigermassen kompakten Aussenmasse sind gut überblickbar, man kann ihn sauber an den Scheitelpunkt zirkeln – wann haben wir das zuletzt gemacht mit einem E-Auto? Überhaupt je? Ja, wir würden uns noch ein bisschen mehr Power wünschen, ja, es wäre fein, wenn er schneller laden würde, dann könnte man sich tatsächlich auch mit eine frühmorgendliche Pässehatz mit einem rein elektrischen Fahrzeug vorstellen. Und das sind Gedanken, die wir bisher nie hatten. Ach ja, zu teuer ist er, der Mini als Stromer, aber das war er schon immer, auch als Verbrenner.



Wir fuhren den elektrischen Mini im Rahmen einer Veranstaltung von #gcoty. Mehr Strom? zero. Alles andere: Archiv.


Teuer stimmt, aber ich hätte noch teurer erwartet. Der Benziner ist unter 30000 Euro zu haben, ohne Rabatt.
Kein Vegleich zu damals aber:
In Deutschland war er ab 1974 in den Farben Weiß, Blau, Rot und Grün für knapp 8000 DM zu erwerben.
Ja Max, 1974 war das aber noch der „Ur-Mini“ und nicht der aktuelle adipöse „Peugot-Klon mit beinahe BMW-Label“.
Und wie wurde der Ur-Mini von der deutschen Presse verissen…. Mit dem Ur-Mini hat das heutige Produkt außer dem Namen und die Anzahl der Räder nichts gemein!
Schon klar, die 8000 Mark entsprächen ca. 13000 Euro heute, dafür kriegt man mit etwas Glück gerade noch einen Neuwagen, aber keinen MINI.
Bevor man nicht in der Lage ist, ein E-Auto einerseits wirklich nachhaltig zu produzieren und auch sinnvolle Ladezeiten/Reichweiten „einzubauen“, wird das nix mit der Antriebswende (ausser der Sprit kostet plötzlich 10 €/l).
Persönliche Erfahrungen, subjektive Meinungen zu Mini/BMW:
Ich habe 18 Jahre BMW gefahren, viele Kilometer und daher dreizehn Modelle als Erst- und Zweitwagen. Wir hatten mal als Zweitwagen einen 316i Compact. Der war ein bisschen lahm, weshalb er gegen einen Golf IV mit dem V5-Motor eingetauscht wurde. Zu unserer großen Enttäuschung, denn der war zwar schneller, aber gegen den BMW dermaßen klapperig, schon beim Schließen der Türen und hatte eine so schwabbelige Straßenlage, dass wir schnell gelernt haben, dass ein Gesamteindruck aus deutlich mehr als nur PS resultiert.
Warum schreibe ich das? Weil wir einen Mini haben und der ist einfach qualitativ grandios, ein BMW halt, steht ja auch als Hersteller in den Papieren.
Ich fuhr einige Minis, denn die waren als Werkstatt-Ersatzfahrzeug bei BMW immer zu haben, auch im Kollegen- und Bekanntenkreis gibt es einige.
Der erste „Neue“ hatte übrigens Daimler-Chrysler Motoren und die waren schlecht.
Der zweite hatte Peugeot Motoren, die waren gut und er sah fast genauso aus wie der erste.
Der dritte ist dick geworden, stimmt, nicht mehr so hübsch, aber er ist viel besser und die BMW-Motoren darin sind ebenfalls einfach besser.
Jetzt müsst ihr stark sein.
Wir hatten uns beim dritten spontan in den Clubman F54 verliebt, obwohl der Vorgänger wesentlich authentischer war (im Original aber nicht Clubman hieß, das war einer mit hässlicher Schnauze).
Vor vier Jahren haben wir dann einen drei Jahre alten in absolut neuwertigem Zustand gekauft und nutzen ihn täglich als Hundetransporter mit dauerhaft umgeklappter Rückbank. Hat übrigens mit guter Ausstattung (Navi, LED, etc.) knappe 16.000 € gekostet mit 28000 km auf dem Tacho (Neupreis ca. 36000 €).
Da meiner Frau die Motorisierung egal war, eher Farbe, Ausstattung und Zustand zählten, ist es zufällig ein One Diesel mit Handschaltung geworden, also für den Sport-Mini-Fan ein Graus!
Hat man sich an ihn gewöhnt und fährt ihn so, wie er es mag (wie bei jedem Auto sollte man sich darauf einstellen, um Freude zu haben. Wer einen Mercedes wie einen BMW versucht zu fahren, der wird keinen Spaß haben …..), dann ist das ein Riesenspaß mit übrigens 900 bis 1000 km Reichweite. Ladezeit zwei Minuten.
Fest gefedert, aber nicht unkomfortabel, liegt wie ein Brett und ist hundertprozentig Langstreckentauglich.
Wir lieben ihn und die Split-Doors sind für Hundebesitzer toll, weil die Hunde nicht einfach unten zu einer geöffneten Heckklappe rauspurzeln können, wie sie wollen.
OK, man haut sich anfangs ständig den Kopf am Dachspoiler an, weil halt keine große Kombiklappe den Durchgang öffnet, aber nach 50 Beulen hat man´s kapiert.
Der Fahrspaß und die Freude ist auf jeden Fall vorhanden, da kann er auch etwas fett sein und keine überbordende Leistung haben.
Ich bin sowohl die R56 als auch die F56 Baureihe der Minis gefahren und es ist tatsächlich wie du sagst, dass die F56 Minis wirklich etwas dick geworden sind, aber sie bieten trotzdem ein tolles Fahren mit einer Vielfalt an BMW Technik, die in dieser Fahrzeugklasse sonst keiner bietet.
Dazu kommt noch, dass diese Generation die Einzige ist, die auch zuverlässig kann, denn das fehlt den Vorgängern leider voll und ganz.
Verweichlicht wurde die dritte BMW Mini Generation allemal, aber bietet innerhalb der Konkurrenz noch immer das beste Gesamtpaket und macht einen Mini komplett alltagstauglich, denn damit lassen sich Langstrecken wie auch die abendliche Kurvenjagd schön in einem Auto vereinbaren.
Tatsächlich steige ich immer wieder gerne vom BMW in den Mini und genieße, die Leichtigkeit, die ein 3er BMW nicht bieten kann.
Der Mini ist sicher spassig zu fahren, keine Frage, wenn auch vorne etwas eng.
Der Original-Mini war eine Antwort auf die Ölkrise, sehr effizient und sparsam in allen Beziehungen.
Dafür dass wir mit dem Klimawandel bekämfen wollen sind unsere heutigen Autos alles andere als effizient, auch die BEVs. Gross und schwer und teuer.
Es wir Zeit für einen neuen Mini, der dem Original wieder näher kommt.
Mini One! 2008.
Umbau. 50kw. kleiner Akku. < 820 Kilo.
Gaspedal—Motor, es gibt nichts, dass rein grätscht.
Der wurde vor 4 Jahren gebaut und ist täglich zum spaßen.
Da wir 30 50 70 und manchmal 100 / km.h auf den Straßen haben,
ist der auf 0-90 eingestellt. Und rennt um die 7,8 auf 100.. ( er rennt bis 115-118..)
Mit 50 kw.
G E W I C H T
und
G E W I C H T………………………Der Akku ist dem getesteten One überlegen.
Graphit. 78 Kilo. Würde mit dem Steinzeitakku-( Testauto) etwa 140 Kilo wiegen.
Trotzdem wird es keine Autos außerhalb der Fettsucht und der gemästeten Gewichte
geben.
Es ist peinlich, das man 210 ps benötigt um das zu machen, was ein Lotus mit 75 machen würde. Aber es ist ja auch das Zeitalter der Vollbirnen und Vor gelenkten.
Welches Potential in leichten Autos stecken würde.
Mit Normalpreisen.
Bis es die Mongolen bauen. weil hier alle zu blöd waren, oder gierig ( PRÄMIUM!!)
Drum legt Mann selber Hand an. So alt werde ich net, bis das mal wer checkt.
Und, nun hat man Know How.
LG 🙂
war die Zulassung kompliziert?