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Fahrbericht Range Rover Sport SV

Selbstdarstellung

Zugeben muss ich: Ich bin schon seit Ewigkeiten keinen Range Rover mehr gefahren, ich stehe bei JLR seit Jahren auf einer dunkelschwarzen Liste Trump’schen Ausmasses. Und vielleicht war ich deshalb so überrascht von der Reaktion des gewaltigen SUV, als ich an der Kreuzung im rechten Winkel links abbog, sicher etwas flott, weil ich noch vor dem Traktor einfädeln wollte – und den Briten dabei fast verlor. Nicht etwa, dass er hinten überraschend ausgebrochen wäre, nein, aber er begann schon sehr heftig zu schwanken, ich brauchte mehr als die halbe Strasse und zwei, drei intensive Eingriffe am Lenkrad, um ihn wieder auf die Spur zu bringen. Solches habe ich jetzt seit Jahren nicht mehr erlebt, es liess mich gleich zu Beginn der Ausfahrt am Fahrwerk des Range Rover zweifeln – und das ist jeweils kein guter erster Eindruck. Es wurde erst besser, als ich dann später den Sport-Modus wählte; in der normalen Konfiguration, in der die meisten Leaserinnen zumeist unterwegs sein werden, erschien mit dieses Fahrzeug mit seinen 635 PS und über 2,5 Tonnen Leergewicht sehr schwammig, eigentlich: unberechenbar. Die Wankbewegungen des über 1,8 Meter hohen Aufbaus sind doch beträchtlich – und ich kenn mich da ein bisschen aus, ich fahre privat seit mehr als 20 Jahren einen Land Rover Defender. Der allerdings nicht derart übermotorisiert ist. Und deutlich leichter. Und mit dem ich gar nicht erst in Versuchung geraten wäre, noch vor dem Traktor auf die Hauptstrasse zu kommen.

Den Range Rover Sport gibt es seit 2005. Die erste Generation war noch ein aufgebretzelter Land Rover Discovery (inkl. aller Probleme), 4,79 Meter lang und gut erkennbar als der kleine Bruder des damals schon sehr mächtigen Range Rover. Ab 2013 durfte der Sport dann ein echter Range Rover sein, wuchs um 10 Zentimeter, war aber deutlich leichter als sein Vorgänger. 2022 kam dann die dritte Generation des Sport auf den Markt, wieder rund 10 Zentimeter länger, man kratzt jetzt mit 4,97 Metern gut an der 5-Meter-Grenze, ist also genau da, wo die dritte Generation des «grossen» Range Rover (LM/L322) war, je nach Motorisierung liegt das Gewicht zwischen 2,4 und 2,8 Tonnen (ohne Sonderausstattungen). Optisch präsentiert sich der «Kleine» schon deutlich aggressiver als der sehr erhabene «Grosse» (L460), der unterdessen die 5-Meter-Marke geknackt hat. Andererseits staunen wir ein bisschen, wie nah sich die beiden Modelle unterdessen sind, fünf Zentimeter in der Länge, fünf Zentimeter in der Höhe, genau gleicher Radstand, die gleichen Motorisierungen. Preislich gibt es aber einen guten Abstand, der «Grosse» kostet in der Schweiz ab 154’400 Franken, der «Kleine» ist schon ab 110’200 zu haben. Beim SV, mit dem wir das Vergnügen hatten, ist man dann aber wieder auf Augenhöhe, da beträgt der Unterschied nur gerade 2200 Franken; der Sport kostet ab doch heftigen 225’900 Franken.

Meiner bescheidenen Meinung nach muss man es nicht diskutieren: Der Range Rover spielt in seiner ganz eigenen Liga. Also, der Grosse, optisch ist der schon sehr, sehr cool, absolut erhaben, very british. Beim Sport sehe ich das anders, das ist eines von diesen vielen modernen SUV, viel zu gross, viel zu aggressiv, noch so ein Strassen-Orca, mit dem die Brut in der International School abgeliefert werden kann. In seiner schärfsten Form als SV mit dem 4,4-Liter-BMW-V8 mit den groben 635 PS und 800 Nm maximalem Drehmoment konkurriert er gegen den Urus, die wildesten Cayenne, die fiesesten M von BMW und dämlichsten OMG vom Stern – und zieht sicher ein ähnliches Publikum an. Man könnte sich nun wieder fragen, für was genau es solchen Protz-Stahl braucht, mit ihren 23-Zöllern mit Niederquerschnittreifen kommen sie trotz Allradantrieb nicht von nassen Wies’n, irgendwelcher Dreck wird tunlichst vermieden, meist sitzt eh nur ein Selbstdarsteller drin, aber das brauchen wir hier ja nicht schon wieder zu diskutieren, da haben wir schon oft genug gelästert.

Natürlich geht der Dampfer ab wie ein Zäpfchen, er will die 0/100 in weniger als 4 Sekunden knacken – und 290 km/h erreichen (nach anderen Quellen ist schon bei 266 km/h Schluss). Ich persönlich möchte das nicht versuchen, ich will mir nicht gar nicht erst vorstellen, wie sich dieses Trumm bei mehr als 200 km/h auf der Strasse verhält – und wohin es dann bremsen würde, wenn man denn müsste. Es mag ja sein, dass der Profi mit so einem SV ganz flott um die Nordschleife kommt, doch ich habe wohl berechtigte Zweifel, ob die Zahnarzt-Drittfrau das Ungetüm dann im Griff hat, wenn es einmal nicht nur geradeaus geht. Gepflegt enherrollen, wie man mit einem Range Rover nun halt einmal tun sollte, kann man bestens auch mit dem 250-PS-Diesel, aber der macht halt beim Schickimickishopping irgendwie nicht so eine gute Figur, es gibt ihn auch nicht in so klangvollen Farben wie benebeltem Blau oder ligurischem Schwarz, das ist dann mehr Lidl als LuigiVuittoni. Da staune ich schon: Gerade in der Schweiz sieht man die Basis-Varianten doch deutlich seltener als die gröbsten Versionen, doch das ist nur bei den Briten so. Und wahrscheinlich ist das auch der Grund, weshalb der längst versprochene Stromer wohl gar nicht mehr kommt, diese Klientel will mit dem V8 auf den Golfplatzparkplatz röhren, nicht friedlich rein elektrisch gleiten.

Nochmals: Dieses Gleiten wäre meiner Ansicht nach, wenn überhaupt, dann die feinste Art der Fortbewegung auch in diesem Range Rover Sport. Man sitzt hoch, man sitzt gut, die Materialien sind edel, die Verarbeitung erscheint auf den ersten Blick (viel mehr Zeit hatte ich nicht) so, wie man es von einem Fahrzeug in dieser Preisklasse erwarten will. Die Platzverhältnisse sind für so einen Kreuzer nicht überragend, der Mitteltunnel ist etwa so breit wie einst ein Fiat 500; hinten ist ok, mehr aber auch nicht, als Chauffeur-SUV eignet sich der Sport eher nicht so. Und ob die Gestaltung des Innenraums jetzt das ist, wie man das von einem Range Rover wohl erwarten möchte, das ist nun wieder Geschmackssache – heimelige englische Club-Atmosphäre wie einst herrscht hier aber sicher nicht mehr, da sind zu viele zu dominante Screens. Ich habe immerhin auf Anhieb alle relevanten Funktionen gefunden, das deutet darauf hin, dass das Bediensystem einfach zu verstehen ist. Man kann also zufrieden einherrollen, das Luftfederungssystem (übrigens in sechs Dimensionen, wir haben da in der Schule wohl etwas verpasst im Unterricht) schluckt alles weg, was die Strasse an Unbill in den Weg legen möchte, der Komfort ist vorbildlich. Und weit im Hintergrund grollt friedlich der Achtzylinder – das Leben kann schon sehr angenehm sein.

Sportlich an diesem grossen Streitwagen ist einzig der Preis. Ansonsten ist er gerade als SV absolut sinnbefreit. Er braucht schon gemäss Werksangaben 12,5 Liter auf 100 km, auf unserer kurzen Ausfahrt, mit mangelndem Vertrauen ins Fahrwerk nun wahrlich nicht auf der letzten Rille, stand eine deutliche 2 vorne; ich weiss nicht, aber ich empfinde solche Kolosse als komplett unnütz, sie dienen altgedienten Auto-Gegnern und jungen Menschen nicht zu Unrecht als gute Beispiele dafür, wie es in Zukunft nicht mehr sein sollte. Aber da steht der Range Rover ja nicht allein. G’scheitere Fahrzeuge haben wir im Archiv.

16 Kommentare

  1. Till Dellisch Till Dellisch

    Das ist das „outstanding“-Merkmal von radikal-mag. Testberichte über Autos frei vom Herzen heraus geschrieben, ohne Angst, bei einer Pressabteilung für Stirnrunzeln zu sorgen. Danke dafür, das tut gut..

  2. Als kleiner Junge habe ich während der langweiligen Schulstunden immer Listen erstellt, wie mein Ideal-Fuhrpark aussehen sollte – grundsätzlich gesetzt waren mein Allzeit-Lieblingsauto, das VW Käfer Cabriolet und ein Range Rover, damals noch der erste, klassische, den es zunächst nur in seltsamen Farben und mit zwei Türen gab.
    Die anderen Fahrzeuge wechselten öfters, mal ein Ferrari 365 GT4 2+2, mal ein Jaguar E-Type V12, mal ein Maserati Mexico, sehr oft ein Aston Martin DB6 oder V8.

    Der Range Rover war für mich immer das stylische Arbeitstier mit feinem Achtzylindermotor, extrem gutem Design, man konnte ein größeres Segelboot damit ziehen, zu viert in den Skiurlaub fahren, beim Grand Hotel und der Oper vorfahren und problemlos die verarmten Adeligen in ihren Forsthäusern im Weserbergland besuchen, er war nie protzig, er hatte eine coole Britishness, er war ausreichend schnell und aufgrund seiner im Vordergrund stehend Funktionalität immer einigermaßen sozialverträglich.

    Als er – dank Peter Monteverdi – zum Viertürer wurde, statt der Sitzbezüge aus dem Fell eines unter die Räder gekommenen Teddybärs plötzlich Lederpolster bekam, die Alufelgen colorcoded waren und es tatsächlich wirklich schöne Farben gab, die Typenbezeichnung um das alberne „Vogue“ ergänzt wurde, da mutierte er langsam zum urbanen Statussymbol, aber er blieb ein nobler, straßentauglicher Geländewagen mit übersichtlichen Proportionen, exzellenter Rundumsicht und großer Funktionalität.

    Dann kam der Nachfolger, formal etwas adipös und weniger prägnant im Vergleich zum klassischen Range Rover, dennoch blieb er ein Geländewagen mit Autobahnambitionen, häßlich war er nicht, aber die funktionale Eleganz war verloren gegangen, die Elektronik trieb die Zweitbesitzer ebenso wie die Luftfederung zur Verzweiflung und in den finanziellen Ruin.

    Mit dem L322 kam BMW ins Spiel, vor allem die frühen Modelle hatten wieder eine extrem saubere Form und ein sehr gelungenes Interieur, als Supercharged liebte ihn der Tankstellenpächter ebensosehr wie der Sloane-Square-Set, er war wieder sehr begehrenswert, Cool Britannia at its best, aber: Er hatte endgültig den Sprung zum Luxusgegenstand und Statussymbol vollzogen, der Auftritt wurde immer wirkmächtiger, dennoch blieb er ein klassischer Range Rover im besten Sinn, bis heute ist er, nach dem klassischen Modell, der schönste Vertreter des Modells.

    Was danach kam, war sicher sehr gut, zog aber über weite Teile eine etwas fragwürdige Klientel an, jedenfalls in Berlin und Moskau, hatte zu große und schwarze Felgen, zu flache Reifen, zu schwarze Scheiben und zu viele Auspuffrohre.

    Und der Range Rover Sport?
    Schon die Bezeichnung an sich ist eine Absurdität, mit einem Range Rover fährt man vielleicht zum Sport, aber er sollte keinesfalls sportliche Ambitionen haben, das kann nur peinlich werden, schließlich sollte man als ernsthafter Range Rover-Eigner für einen solchen Einsatzzweck einen sogenannten oder auch: Sportwagen besitzen!

    Die niedrige Gürtellinie, die Funktionalität, die Eleganz, die Coolness, die Noblesse, all das hat der Sport nicht mehr, er ist ein beliebig aussehendes SUV mit schwarzen Sehschlitzen, militärischen Mattlacken, er wirkt wie ein National Front-Kämpfer, der wegen seiner dicken Eier zu breitbeinig durch die Straßen läuft und mit seiner präpotenten Präsenz jeden einigermaßen sensiblen Zeitgenossen verschreckt.
    Einfach furchtbar.

    Aber er paßt gut in die sich verändernde Gesellschaft mit seiner absurden PS-Zahl, dem brutalen Auftreten, der sinnbefreiten Panzerkarosserie, er ist perfekt für den Kampf im Großstadtdschungel und die Nummernschildunterlagen mit dem Text „Manche führen, manche folgen“…

    • Christian Christian

      Oh je, dieser Satz steht ganz oben bei auf einer Liste der dümmsten Aussagen, genau o wie „daf ift aber Alternatiflof“….es gibt immer eine Alternaive, wenn auch manchmal unbequem und es ist immer schlecht „jemanden“ blindlings hinterherzulaufen. Danke, ich und vermutlich viele Andere brauchen keinen Führer mehr!
      Zurück zum Auto. Tatsächlich war die 1.Generation Ende der 1970er noch etwas Besonderes, heute reiht er sich „sauber“ in die Reihe, der aggresiv-adipösen Kampfpanzerwagen ein. Mit der matten Grundierungsfarbe kann man direkt da hinfahren, wo gerade eine „Bombenstimmung“ herrscht.
      Viel erschreckenderals das Auto an sich finde ich aber, dass durch entsprechende „Werbung“ solche „Dinger“ schick, begehrenswert und „en vogue“ werden. Es muss also jemanden geben, der so etwas toll findet und kauft, oder least, oder klaut.

      • Rolf Rolf

        Wenn wir mal ganz ehrlich sind, dann haben sich aus Jeep Urmodell der Land Rover (damals noch ohne Zusatz Defender), Pajero, Patrol, Land Cruiser usw. entwickelt. Geländewagen. Langsam, robust, für einen speziellen Einsatzzweck geschaffen. In den USA gab es später den Wagoneer, ebenfalls sehr robust und in der Lage, kilometerlange unbefestigte Strassen, Wege und gar Off-Road Passagen zu bewältigen.
        Dieses „ich fahre ein unzerstörbares Auto, mit dem ich überall hinfahren kann, wenn ich will“-Gefühl setzte sich dann fort und es entstanden SUVs, die nur noch dieses Gefühl vermitteln, ohne es wirklich noch zu können.
        Gerade in Deutschland, wo es keinen Feldweg und keine Waldpassage ohne Verbotsschild gibt, völlig, wirklich völlig, unnütz. Wäre da nicht dieses Gefühl, das scheinbar jeder frontgetriebene Tiguan ebenso ausstrahlt ……

    • Rolf Rolf

      Einen Range Rover Classic Zweitürer, handgeschaltet in beige hatten wir in der Familie, parallel dazu einen Blazer K5. Damals noch sehr ungewöhnliche Autos.
      1995 hatte ich anlässlich einer USA-Tour die Gelegeneheit auf einer riesigen Farm in Virginia einen Ford Explorer und einen Range Classic Viertürer mit Automatik zu fahren. Unfassbar der Unterschied, wie geradezu edel sich der Range über unbefestigte Wegen, sehr hügelige Wiesen, durch einen flachen Flusslauf „kuschelte“, während der Explorer knarrte und rumpelte.
      Aber ohne jegliches Erfordernis ein solches Auto zu fahren, war und ist völlig unsinnig.
      Ein X5, gleich motorisiert wie mein E61 530d fuhr sich wesentlich schlechter und ab 200 hatte man ein bisschen Angst. Ein 400 Diesel Mercedes GLC mit dem teuersten Fahrwerk aus der Preisliste (Aufpreis eines gebrauchten Kleinwagens) fuhr sich ebenfalls auf der Autobahn ab etwa 190 nicht mehr Vertrauen erweckend.

  3. julian mysel julian mysel

    Sport?

    Wenn diese Kiste aus einer Herkules geworfen wird, dann im freien
    Fall..

    ein peinliche Kiste.

    Mir fallen diese Kutschen des Barrocks ein… lol 🙂

  4. julian mysel julian mysel

    Panzer-karroserie?

    7,62mm Mg3– ja oder nein? hält die Gurke das aus– NEIN!
    RGP– Panzerfaust… ganz sicher net.

    weiter träumen.. ein dummes Auto für dumme Menschen in dummen Zeiten.
    Gebe ich dem Hugo voll recht.
    Wann gibt es wieder richtige Autos, Autos wie sie damals mal waren?

    Wann endet dieses Karikatur ZEITALTER der VOLLVERDUMMUNG?
    es ist so un cool das Zeug.

  5. peter schwarzl peter schwarzl

    leute leute – lasst doch dem volk seine freude…. kann doch jeder erwereb was ihm so einfällt….. diese grossen dinger wie q7, q8, x7, x5, vw truthahn oder so ähnlich – geschmackssache – wird gekauft – also alles gut….. und die ach so glorreichen alten zeiten und fahrzeuge herauf beschwören – weiss nicht was damals sooo gut war – wennst dich heute in so einen oldi setzt und ein poaar meter fährst – naja – schön zum a sehen aber ansonsten????…. und kleine randnotitz – bin mir nicht mehr so sicher ob der s.g. herr ruch alles so richtig macht wenn ihm keiner mehr autos geben will (omg, RR… uvm) was funktioniert heute ohne marketing und aber auch mit korrekter berichterstattung/seriöse kritik nicht???? glg

    • Das sehe ich völlig anders als Sie, ich fahre meine alten Autos so, wie man sie damals fuhr, die kleinen in der Stadt und im Umland, die großen auf weiten Strecken und da, wo es geht, auch durchaus zügig.

      Und ich vermisse nichts, was ein moderner Wagen mir bieten könnte, dank des iPhones habe ich Echtzeit-Navigation, die Geschwindigkeitsbeschränkungen werden auch angezeigt, mein 25 Jahre alter Porsche verbraucht bei zügigem Betrieb weniger als der aktuelle Alpina B3 GT meines Bruders, mein zwanzig Jahre alter Jaguar XJ verbraucht bei dem Fahrzeug angemessener Fahrweise etwas über zehn Liter und erfreut mich und die Umwelt durch einen stilvollen Auftritt, nur mein Brabus-Smart der ersten Generation läßt mich im Vergleich dem der zweiten Generation meiner Frau etwas deutlicher spüren, daß er etwas rustikaler schaltet und lauter tönt, dafür ist er kleiner als ihrer und hat dunkelgrüne Lederpolster…

      Nein, jedenfalls bei den Verbrennern ist für mich nur wenig, und wenn, dann oftmals zweifelhafter Fortschritt spürbar, dazu kommen die völlig aus dem Ruder gelaufenen Dimensionen und das größtenteils grausame Design.
      Anders sieht es bei einigen Elektroautos aus, da spürt man schon große Unterschiede zu konventionellen Autos, hier gibt es wirkliche Fortschritte, leider oftmals in furchtbarer Verpackung und mit absurder Leistung.
      Vielleicht liegt dort langfristig und in den Ballungszentren die Zukunft.

      Und nur weil sich die Riesen-SUV‘s gut verkaufen, kann man nicht sagen, daß deshalb alles gut ist, nur weil etwas mehr als die Hälfte der Amerikaner den orangefarbenen Clown gewählt haben, ist das dennoch eine Katastrophe für die USA und den Rest der Welt, und nur weil Modern Talking viele Alben verkauft haben, ist das noch lange keine gute Musik.
      Alles drei ist eine Frage mangelnder Bildung, das Denken muß wieder anspruchsvoller werden, nicht umsonst hassen Populisten jede Form von Eliten.

      Und genau deshalb macht Herr Ruch es richtig, er kritisiert das, was aus seiner Sicht Kritik verdient, er läßt sich seinen elitären Standpunkt nicht nehmen und er scheint keine Konflikte zu scheuen.

      • peter schwarzl peter schwarzl

        fein ihre meinung…..wird auch akzeptiert…kein grund hier weltverschwörungsaktionen mit orangen präsidenten & co zu platzieren… es sollte doch hier nur und ausschliesslich um feine autos gehen….und ich bin halt als demokrat aufgewachsen…. lg

        • Es hat ganz sicher nichts mit einer „Verschwörungsaktion“ – was immer das sein soll – zu tun, wenn man den amtierenden Präsidenten der USA als das bezeichnet, was er ist:
          Einen korrupten, egomanischen, schlecht gekleideten, rücksichtslosen, undemokratisch agierenden, ungebildeten, kulturlosen, geschmacklosen, drittklassigen Immobilienspekulanten, der sich und seiner Familie die Taschen voll macht, die Weltwirtschaft ruiniert, die sehr fragile Sozialstruktur seines Landes zerstört, der aus der Republikanischen Partei eine Sekte gemacht hat, mit Kinderschändern Party gemacht hat, mit Spielcasinos Pleite gemacht hat, einen Putin bewundert und einen Selenski demütigt, der lügt, einen sehr begrenzten Wortschatz hat, eine völlig absurde Frisur hat, sich orangefarben schminken läßt und definitiv keine Krawatten binden kann.

          Und ein Demokrat zeichnet sich dadurch aus, Mehrheitsmeinungen zu akzeptieren, nicht jedoch mit seiner anderslautenden Meinung hinter dem Berg zu halten.

          But back to cars – auch Trumps Autogeschmack ist furchterregend, er hatte einen lilafarbenen Lamborghini, allein die Kombination mit dem orangefarbenen Teint muß man als eklatanten Angriff auf das Wohlbefinden werten!

    • Rolf Rolf

      Nein, früher war nicht alles besser.
      Nur hat sich in den letzten, immerhin, 20 Jahren das Auto nicht mehr wirklich verbessert. Ein BMW E60, ein Mercedes S221 fahren auch heute noch dermaßen gut, dass neuere Modelle nicht besser sind.
      Sie sind größer geworden, stärker, im Design aggressiver und haben Gimmicks, die wirklich keiner braucht, der doofe Käufer aber unbedingt haben will, weil die Werbung ihm das sagt. Dafür stehen sie heute wieder öfter in der Werkstatt, weil ein Gimmick nicht funktioniert.

  6. Rolf Rolf

    „Leaserinnen“ – sehr schön!!

    • Peter Ruch Peter Ruch

      danke, schön, wenn es jemand merkt )

  7. Geschätzter Herr Ruch,

    ich mag was Sie tun und wie Sie es tun – mir wurde von der orangen Autovermietung qua status etwas „gutes “ getan und ich fand mich in einem Q7 wieder.
    Gut, pflegen wir mal wieder unsere Vorurteile – wobei Autobahn kann der, sogar um die Ecke.

    Aber und da kommen wir zum Artikel, diese Trutzburgen haben sowas von keine Berechtigung, so sie nicht 2 PS ziehen oder ne Plastejolle….

    Fein geschrieben das ganze und danke dafür, unter normalen Menschen weilen zu dürfen!

  8. Adrian Adrian

    Grandios geschrieben und auf den Punkt gebracht und da das Magazin dem Autor gehört, darf er auch schreiben, was er für richtig emfindet.

    Ich glaube, das Problem des Range Rover Sport war von Anfang an sein Name, bzw. was die Menschen interpretieren.

    Für mich ist ein RRS seit jeher die etwas knapper geschnittene Variante – eine Art Shooting Brake vielleicht – des mighty Range Rover, ein Stück Richtung aktiven Lebensstil ausgelegt. „Sport“ heisst ja nicht „Racetrack“. „Sport“ kann heissen, man fährt mit dem RRS mit dem Pferd zum Turnier, geht zur Jagd, fischt, geht biken, nimmt den Labrador mit oder hat bis zu 7 Sitze.

    All diese Aufgaben meistert der RRS grandios, wenn mit dem richtigen Motor versehen. Ein drehmomentstarker Diesel – meinetwegen heute mit Hybrid – passt, Elektro würde auch perfekt funktionieren. Kein Mensch benötigt bei diesen Aktivitäten oder diesem Nutzungsprofil einen V8 Supercharged mit 635 PS, Schalensitze und Sportfahrwerk. Performance SUV’s sind Schwachsinn und werden es immer sein.

    Noch nicht sicher bin ich, ob mir der neue Range Rover Sport gefällt. Das Interieur ist top, Seitenansicht finde ich sehr clean und chic. Die Front sieht mit ihren zusammengekniffenen Scheinwerfern aus wie Melania T. und das Heck, naja.

    Zu all denen, die die SUV Flut heute unmöglich finden. Ich bin jetzt auch kein Fan von diesen Tayrons und KodiaQs und so weiter. Aber es gab doch schon früher Leute, die dachten, Ihr Leben wird abenteuer-reicher, wenn das Auto nach Matsch und Schlamm aussieht. Als ich ein kleiner Junge war, fuhren schon sehr viele Vorläufer der heutigen SUV’s herum. Nissan Terrano, Jeep Cherokee 4.0, Subaru Forester, Suzukis, halt noch mit der Geländetechnik untendran. War auch nicht sinnvoll.

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