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Lamborghini Pregunta

Untergegangen

Es waren wilde Zeiten, die 90er Jahre, nicht nur bei Lamborghini. Aber da ganz besonders. 1987 hatte Chrysler die Mehrheit übernommen, blieb doch immerhin sieben Jahre an Bord. Dann kam MegaTech aus Indonesien, da wusste man nie so genau, gab es die wirklich, wer hatte das Sagen, wer hatte Geld? Ruhe in Gebälk kam erst 1998, als Audi das Unternehmen übernahm. Und genau in diesen schwierigen Zeiten musste eigentlich unbedingt ein Nachfolger des Diablo her – und das bringt uns nun zum Pregunta. Was auf Spanisch so viel heisst wie: Frage.

Den Auftrag für den Pregunta gab noch Chrysler. Die Frage ist nun: Warum ausgerechnet an Heuliez? Nichts gegen das französische Unternehmen, das schon seit 1920 Karosserien für Citroën, Peugeot, Renault, Opel baute, vor allem aber: Omnibusse. Eine Erklärung könnte sein, dass Marc Deschamps in jenen Jahren bei den Franzosen arbeitete, Deschamps, einer der grossen, wichtigen Unbekannten der Design-Welt, einer der letzten Könner bei Bertone, Schöpfer immerhin des Renault 5 Turbo, des Rolls-Royce Camargue – und des Lamborghini Jalpa. Deschamps entwickelte nun bei Heuliez für Lamborghini einen der extremsten Prototypen überhaupt.

Basis war selbstverständlich der Diablo, Lamborghini (noch unter Chysler-Herrschaft) lieferte Chassis und den ganzen Antrieb nach Cerizay. Interessant ist dabei, dass es sich um einen nur heckgetriebenen Diablo handelte, den gab es damals gar nicht mehr. Auch hat die Maschine keinen Katalysator, sondern eher das, was man «straight pipes» nennt. 5,7 Liter Hubraum, 537 PS, 605 Nm maximales Drehmoment. Und was Deschamps dann entwarf, darf man schon als aussergewöhnlich bezeichnen – mehr ein Kampf-Jet als ein Automobil. Auch innen war der Pregunta sehr modern – und es zeigt sich wieder einmal, dass Blau keine Farbe ist, sondern ein Zustand.

Natürlich hatte der Pregunta keine Chance. Und er wurde auch erst 1998 auf dem Salon von Paris erstmals ausgestellt, einen Monat, nachdem Audi die Macht übernommen hatte. Man sah ihn auch noch in Genf 1999, dann versenkte Audi den Versuch der Franzosen in einer dunklen Garage. 2007 tauchte der Pregunta dann nochmals bei der Retromobile auf, dann wurde er in eine private Sammlung verkauft. Und ist jetzt wieder auf dem Markt, Broad Arrow bietet ihn in Zoute 2025 an, es werden 2,5 bis 3,5 Millionen Euro erwartet.

Mehr Einzelstücke und Kleinserien von Lamborghini gibt es: hier.

9 Kommentare

  1. Rolf Rolf

    Der hätte die Hypercar-Szene ins Schwitzen gebracht und, sorry Marcello, eine neue Linie bei Lamborghini eingeführt.
    So ist bis heute ausser immer weiter verunstalteten Countachs nichts passiert. Ja. Ich finde ihn cool. Schön eher nicht.

  2. Christian Christian

    Immerhin hat er sich getraut!
    Der Countach war ja eigentlich „auch nur“ eine Studie wurde dann aber zum Innbegriff für einen Lamborghini und letztlich stilbildend, obwohl die Grundidee schon mit dem Carabo auf Alfa 33-Basis vorhanden war.
    Ob Audi wirklich ein „Gewinn“ für Lamborghini ist, sei dahingestellt. Letztlich haben die bei Lamborghini über die Jahrzehnte seit dem Erscheinen des Countach immer so weitergewurstelt – es wurde runder, dann wieder eckiger aber es musste immer diese Türen haben.
    Tiefpunkt für mich war, als man den LP500 „nachbaute“ obwohl er ja bei einem Chrashtest verschrottet wurde, wie jeder weiß. Aber es ist in meinen Augen ein Ausdruck von Hilfslosigkeit (im Kopf) wenn man schon „Totes“ aus der „Versenkung“ holt um noch irgendwie Aufmerksamkeit zu haben. Die Geschichte und die halbgaren Legenden sollen es dann richten.
    Gandini hatte mit dem Miura, dem Carabo und den Countach einen Dreisprung geschafft, der (auch für Ihn) nicht zu toppen war.
    Ich oute mich als Fan der „alten“ Lamborghinis wie 350/400GT, Islero, Espada, ja auch den (unvermeidlichen) Miura und den „alten“ Countach LP400. Mit Uracco, Silhouette, Jalpa und Diablo kann ich wenig anfangen und seit das Audi ist, ist die Marke für mich nicht mehr interressant.

    • Peter Ruch Peter Ruch

      Kürzlich bin ich um einen frühen Gallardo getigert. Der ist gut gealtert.

      • Christian Christian

        Ähm gut gealtert im Sinne von gutem Wein oder gut gealtert im Sinne von „Schrotthaufen“? 😉
        Aber ernsthaft, als ich als Kind die ersten Pandas in Italien sah, dachte ich mir, jetzt spinnen die bei Fiat total-sowas kauft doch keiner! Gut, heute finde ich die Kister immer noch nicht schön, aber ich habe die Idee und das Konzept dahinter verstanden und mich an den Anblick gewöhnt.
        Vielleicht geht`s mir mit den neueren Lamborghinis in so 20 Jahren auch so.

        • Peter Ruch Peter Ruch

          der alte Wein. er hat noch Rundungen, nicht nur Flaps und Spoiler.

      • Rolf Rolf

        Ja, schrieb ich ja an andere Stelle schon, die frühen Gallardo haben fast etwas von den frühen Countach, nur mit „ordentlichen“ Türen. Sehr klar gezeichnet.

  3. Klaus R Klaus R

    Der ist hässlich. Der andere potentielle Diablo – Nachfolger, von Zagato gezeichnet, ist auch nicht schön. Da war der Murciélago dann doch attraktiver, als die beiden.

  4. ernesto mustache ernesto mustache

    Cyberpunk 2077 Lamborghini!

    Das Teil ist eine verwegen Filmkulisse.
    ZU früh 98…
    2077 ist er dann richtig.

    Ist wie der schwarze verbogen Interceptor, Mad Max.
    rot glühende Krümmer. Und du bist erledigt.
    Später dann E-triebwerke, die vom Plasma-reaktor gespeist werden.
    Mir gefällt, daSs der Designer das durchgezogen hat.

    Ich bewege eine grünen Espada.. schön.
    Im Aschenbecher ist noch eine Zigarrete vom Vorbesitzer.
    Das macht Patina.

    In einer Welt, wo nur verboten, vorgekaut und klein birnig vor gedacht wird.
    Natürlich auf geringstem Level.
    Obwohl wir alles hätten. Alles.
    Aber, dieses…. einfach mal los, wie in den 60zigern, 70ern, 80er.. etz..
    Das gibt es nicht mehr. dafür von jedem Hersteller zig suv, so smal and lächerlich..
    so lieblos und unlebendig. Für tote Menschen. In einer Parallelwelt, die in unsere
    eingedrungen ist, mit derzeit einem Gradient an Verblödung und Ichichbinderbiggest oder was immer..

    na ja. uND DANN DOCH.
    warum Renault? Die anderen hcoken noch im Strategie-meeting?
    Oder diese kalten China-ramsch-dosen? Der deppentroll von Täsle?
    Der ist so hässlich blöd wie ein Lada, in dem eine Kuh geschissen hat..
    R4..
    Mein Tagesauto ist ein grau beiger Renault R4. ich liebe ihn.
    seit 4 Monaten. 2 mal Korsika zum segeln.. macht.
    Mein drittes ist ein teilzerkratzer Porsche Cayman 3,4er… 2008.
    ( Brünnchen, Nürburg.. es gibt Holländer, die sind nicht aus Belgien.. na ja..
    dafür jetzt der Heldenkratzer im Porschi.. wird eh noch resto- das Heck wird
    abgesägt.. Bürzel..etzt.. und dann die Idee einer 1973er Farbe, 912er Zitrone..)
    Ein 4 tes Auto werde ich mir nie zu legen.
    Der Bmw i5.. hätte etwas.. aber.. Irgend wie ist er schön, aber dann, alles so
    langweilig..
    Sind ja nur Autos.

    Ernesto…:)

    • Rolf Rolf

      Der Interceptor war der Streifenwagen in Gelb mit Blau und Rot.
      Der Schwarze war „der letzte V8 „.

      Sorry , bei Mad Max bin ich pingelig.

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